Kellerdecke dämmen

Diskutiere Kellerdecke dämmen im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo, wir haben im vergangenen Jahr einen Altbau aus den 1975er Jahren erworben. Komplett unterkellert und mit unausgebauten Dachgeschoss....

  1. Pusha

    Pusha

    Dabei seit:
    14.10.2021
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    wir haben im vergangenen Jahr einen Altbau aus den 1975er Jahren erworben. Komplett unterkellert und mit unausgebauten Dachgeschoss. Leider sind wir finanziell bedingt und wegen schlechter Auswahl des Generalunternehmers etwas blauäugig an die Sanierung rangegangen. Das Dachgeschoss befindet sich noch in seinem unausgebauten Zustand aus dem Baujahr. Es ist eher schlecht als recht mit ca. 10 cm Mineralwolle gedämmt, die aus heutiger Sicht aber wahrscheinlich nahezu wirkungslos ist. Das Erdgeschoss haben wir kernsanieren lassen und überall eine Fußbodenheizung verlegen lassen. Dazu eine Gasbrennwertherme von Vaillant. Dabei ist meiner Meinung nach der erste gravierende Fehler passiert. Wegen der vorgegebenen Aufbauhöhe ist die FBH lediglich auf einer Noppenbahn verlegt wurden, die auf der Unterseite geschätzt 2 cm Dämmung besaß. Mir ist schon im vergangenen Winter aufgefallen, dass es im Keller verhältnismäßig warm ist. Gestern habe ich mal nachgemessen und 19,5 Grad gemessen bei einer Außentemperatur von unter 10 Grad. Lange Rede kurzer Sinn ich beheize vermutlich bzw. sehr sicher den gesamten Keller mit meiner Fußbodenheizung. Diese Vermutung habe ich kürzlich mit einem Energieverbrauch von 48.000 Kw/h im vergangenen Abrechnungsjahr bezahlen dürfen bei 125 qm bewohnter Fläche im Erdgeschoss.
    Mir ist mittlerweile bekannt. dass ich in vielerlei Hinsicht gegen die Energieeinsparverordnung verstoße und werde auch in Kürze mit Hilfe eines Energieberaters ein Konzept entwickeln lassen, um das Haus in den nächsten Jahren auf ein akzeptables Verbrauchsniveau zu bringen,
    Die Kellerdecke möchte ich aber wahrscheinlich schon im Vorfeld mit Hilfe eines befreundeten Zimmermanns in Eigenregie dämmen, da ich mir hier eine recht hohe Einsparung zu verhältnismäßig geringen Kosten verspreche. Problem im Keller ist die Deckenhöhe, die 2,14 Meter beträgt. Der Keller wird nie bewohnt werden und dient vornehmlich als Lagerraum aber da ich mit 1,90 nicht gerade klein bin, möchte ich natürlich möglichst viel Deckenhöhe erhalten. Mir erschienen dabei Platten aus Polyurethan mit einem WLS von 0,24 recht attraktiv. Der Zimmermann sagte mir jetzt allerdings, das es bei Verwendung dieses Materials zu Schimmelproblemen kommen könnte, da diese nicht diffusionsoffen seien und er würde eher eine abgehängte Decke mit Mineralwolle oder Isofloc empfehlen. Da käme ich ja aber wahrscheinlich auf einen Platzbedarf von 20 cm, wenn eine vernünftige Dämmung erreicht werden soll.
    Darüber hinaus habe ich eine Frage zum Brandschutz. Im Heizungsraum dürfen nur schwer entflammbare Materialien verbaut werden? Da würden XPS und PU ohnehin nicht benutzt werden dürfen? Wie schaut es im Tankraum aus. Wir haben den riesigen 10.000 Liter Stahltank nicht ausbauen lassen, da wir den Platz nicht benötigen und dieser ist leer. Wie schaut es hier in Sachen Brandschutz aus?
    Mir ist durchaus bewusst, dass die Dämmung der Kellerdecke nicht unbedingt zu den ersten Maßnahmen gehört, aber die Außenfassade wird nicht gedämmt werden, da wir die Klinkerfassade erhalten wollen und sich ein komplett neuer Aufbau vermutlich nicht amortisieren wird. Das Dachgeschoss wird in ca. 3-4 Jahren komplett neu ausgebaut und neu eingedeckt und gedämmt und die Fenster im Erdgeschoss sind auch größtenteils schon ausgetauscht. Bei Dachgeschoss wäre eine Möglichkeit, die Dämmung, die beim Ausbau eingebracht wird, jetzt schon zu erwerben und die Geschossdecke damit auszulegen. Da werde ich aber wahrscheinlich Probleme haben, eine Firma zu finden, die dieses Material dann verwenden würde. Hat damit vielleicht schonmal jemand Erfahrung gemacht?
     
  2. #2 nordanney, 14.10.2021
    nordanney

    nordanney

    Dabei seit:
    15.09.2021
    Beiträge:
    769
    Zustimmungen:
    400
    Beruf:
    Finanzierer/Investor/Bau- und Sanierungslaie
    Ort:
    Niederrhein
    Klar beheizt Du den Keller.
    Das ist reichlich spät...
    Du hättest schon jede Menge Förderung für eine neue Heizung/Fußbodenheizung (nebst Entkernung, neuem Estrich und neuer Fußbodenbeläge) abgreifen können.
    Es gibt bestimmt einige Vorgaben ;), aber man kann a) sich an alle Vorgaben halten und ggf. unterschiedliche Dämmmaterialien verbauen oder b) pragmatisch sein. Das musst Du entscheiden oder mit dem Planer zusammen ein passendes Konzept entwickeln.
    Doch. Dämmtechnisch ganz weit vorne anzusiedeln - Du siehst es doch selbst.
    Was für ein Unsinn. Die Dämmung ist auf der kälteren Seite angebracht. Wo soll Kondensat anfallen, damit es schimmelt?
    Kauf Dir doch einfach einige Rollen 120mm 035er Mineralwolle und lege sie doppellagig aus. Bei der Größe Deines Dachs wird das vielleicht sogar unter 1.000€ Materialaufwand sein und 240mm Gesamtdämmstärke ist in Neubaunähe.

    Als erstes wäre aber mal der Energieberater der richtige Ansprechpartner, damit Du Dich auch um eine Förderung kümmern kannst. Dafür wird der energetische Sanierer mit Förderung zugemüllt.
     
    Maape838, Manufact und simon84 gefällt das.
  3. #3 matschie, 14.10.2021
    matschie

    matschie

    Dabei seit:
    17.01.2020
    Beiträge:
    525
    Zustimmungen:
    353
    Beruf:
    Tragwerksplaner (Brücken- und Industriebau)
    Wir haben es mit Isover Topdec Platten (Steinwolle) gemacht, einfach angeklebt. Vielleicht auch was für euch? 12cm reichten bei uns für U < 0,3 aus.
     
  4. #4 Fred Astair, 14.10.2021
    Fred Astair

    Fred Astair

    Dabei seit:
    02.07.2016
    Beiträge:
    8.631
    Zustimmungen:
    4.019
    Beruf:
    Tänzer
    Ort:
    San Bernardino
    Woraus schließt Du das? Wo genau sind denn die 10 cm MiWo verbaut?
    Du dürftest keinen Heizungsraum haben sondern nur einen Aufstellraum und für den gibts keine Einschränkungen.
    Wobei ich an die Kellerdecke auf jeden Fall Miwo kleben würde. Herabtropfender brennender Kunststoff ist im Nacken sehr unangenehm.
    Ich würde auch die Dämmschichtdicke im EFH nicht nach irgendwelchen Vorgaben sondern nach Raumhöhe und Körpergröße bemessen.
    Keine schlechte Idee. Ich würde dann die ausgerollte Wolle später selbst in die Sparren verbauen.
     
    simon84 gefällt das.
  5. #5 simon84, 14.10.2021
    simon84

    simon84
    Moderator

    Dabei seit:
    11.11.2012
    Beiträge:
    19.504
    Zustimmungen:
    4.927
    Beruf:
    Schrauber
    Ort:
    Muenchen
    das bewertest du meiner Meinung nach komplett falsch

    Doch gerade bei der Situation mit FBH ist das eins der ersten Dinge die du machen solltest.

    6cm PUR an die kellerdecke und alles wird gut.

    entspann dich mal ein bisschen :)
     
    Manufact gefällt das.
  6. Pusha

    Pusha

    Dabei seit:
    14.10.2021
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Über die Platten bin ich beim googlen in den letzten Tagen auch schon oft gestolpert. Wie sieht es denn mit der Überarbeitbarkeit aus? Habe nicht die allerhöchsten Ansprüche an die Optik, aber zumindest einer der Räume soll vielleicht mal Partyraum bzw Homegym oder so werden. Kann man da Mineralputz oder so aufbringen und die streichen bzw. seid ihr mit der weißen Oberfläche zufrieden?
     
  7. Pusha

    Pusha

    Dabei seit:
    14.10.2021
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Die Mineralwolle ist zwischen den Sparren eingebracht. Sie ist aber an vielen Stellen schon herausgefallen.
    Das Thema Raumhöhe ist wie gesagt leider eins. Mit Mineralwolle brauche ich auf jeden Fall ein paar cm mehr. Ist halt die Farge, ob ich mich bücken möchte oder ob der Feuerwehrmann sich den Nacken verbrennen soll ;-)
     
  8. Pusha

    Pusha

    Dabei seit:
    14.10.2021
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Ich würde mich sehr freuen, wenn ich das Thema vorhandene Dämmung falsch einschätze. Das wäre ja in dem Fall positiv. Ich gehe aber mittlerweile immer vom worst case aus und lass mich dann lieber positiv überraschen. Das liegt vermutlich auch daran, dass wildfremde Menschen im Internet mir eine kompetentere Hilfestellung bieten als der Generalunternehmer, mit dem wir zusammengearbeitet haben. Dinge, die ich hier versuche in Erfahrung zu bringen, hätten mir ja im Normalfall vom Unternehmen erklärt werden sollen. Mir hat niemand gesagt, dass es wegen der fehlenden Dämmung unter der FBH empfehlenswert wäre, die Kellerdecke zu dämmen. Das lerne ich gerade leider alles finanziell recht schmerzhaft. Auch über die ganzen Fördermöglichkeiten hat weder die Bank noch der Unternehmer auch nur ein einziges Wort verloren.
     
  9. #9 matschie, 14.10.2021
    matschie

    matschie

    Dabei seit:
    17.01.2020
    Beiträge:
    525
    Zustimmungen:
    353
    Beruf:
    Tragwerksplaner (Brücken- und Industriebau)
    kommt drauf an.

    Die DP1 sind eher was für Abstellräume. Die Universal können gestrichen und überarbeitet werden.

    Wir haben überall die DP1 und die sind "okay" aber unser Keller ist auch nur Abstellfläche.
     
  10. #10 Fred Astair, 14.10.2021
    Fred Astair

    Fred Astair

    Dabei seit:
    02.07.2016
    Beiträge:
    8.631
    Zustimmungen:
    4.019
    Beruf:
    Tänzer
    Ort:
    San Bernardino
    An der Stelle ist sie in Bezug auf Eure Wohnräume im EG tatsächlich nahezu wirkungslos. Auf der obersten Geschossdecke bringen sie viel mehr.

    Aber doch nur um genau den gleichen Wärmedurchgangswiderstand zu erreichen. Das musst Du doch aber nicht.Mach soviel wie Du kannst. Bei der Dämmung bringt der erste Zentimeter den größten Nutzen.
    Es muss nicht der Feuerwehrmann sein, den Du rettest. Der mit dem brennenden PUR auf dem Kopf kannst Du selbst sein.
    An die Decke gehört nichts brenn- und abtropfbares. Egal in welchem Geschoss.
     
    simon84 gefällt das.
  11. #11 nordanney, 14.10.2021
    nordanney

    nordanney

    Dabei seit:
    15.09.2021
    Beiträge:
    769
    Zustimmungen:
    400
    Beruf:
    Finanzierer/Investor/Bau- und Sanierungslaie
    Ort:
    Niederrhein
    Bei einer finalen Raumhöhe von +/- 2m ist das als Partyraum aber kein Raum, den man gerne aufsucht.
    Und als Homegym quasi unbrauchbar. Mehr als ein Spinningbike oder Rudergerät kannst Du nicht unterbringen. Ein Großteil "Homegym" braucht deutlich höhere Raumhöhen.
     
  12. Pusha

    Pusha

    Dabei seit:
    14.10.2021
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Wenn ich drüber nachdenke hast du da wohl recht. Das wäre aber ohnehin noch Zukunftsmusik. Wir haben in den nächsten Jahren ganz andere Baustellen. Aber bei der Raumhöhe ist es tatsächlich gefühlt doch schon noch ein Unterschied, ob ich 6-8 cm PU oder halt 10-12 cm Mineralwolle nehme. 4-6cm sind nicht viel aber machen für mich gefühlt ne Menge aus bei der geringen Raumhöhe.
     
  13. #13 simon84, 14.10.2021
    simon84

    simon84
    Moderator

    Dabei seit:
    11.11.2012
    Beiträge:
    19.504
    Zustimmungen:
    4.927
    Beruf:
    Schrauber
    Ort:
    Muenchen
    10 cm alte Mineralwolle ist sicherlich weit von einer modernen Dämmung entfernt, aber das entspricht vermutlich ca. 40-60cm Holz.
    Also von katastrophal ist das weit entfernt und es ist meilenweit besser als gar keine Dämmung.
    Und dazu kommt ja, dass das DG indirekt durch die Raumlufttemperatur des darunterliegenden Raums, also mit ca 20 Grad beheizt wird.

    Das EG wird hingegen direkt vom Wärmeüberträger (Wasser) beheizt. Vermutlich um die 40 Grad Vorlauf.
    Und mit jedem Grad VL mehr steigt die unkontrollierte Energieumsetzung nach unten.
    Dass sich die Betongeschossdecke miterwärmt ist gar nicht so wild, aber von unten muss unbedingt was ran.
    Wenn du nichtbrennbare Material bevorzugst, da gibts auch fertige Systemplatten, je nach Anspruch an die Sicht auf die Decke von unten.

    Ob du da jetzt 4, 6 oder 8 cm dran machst spielt gar keine so große Rolle, es verbessert die Situation garantiert um 50% oder mehr !
     
  14. Pusha

    Pusha

    Dabei seit:
    14.10.2021
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Habe mich nochmal etwas weiter in die Thematik eingelesen und nochmal zwei Fragen. Habe mehrfach gelesen, dass man die Kellerwände auch ca 50 cm von der Decke nach unten mitdämmen soll. Wenn möglich soll auch von außen 50 cm von der Kellerdecke nach unten gedämmt werden. Für wie wichtig haltet ihr diese beiden Maßnahmen? Immer im Hinterkopf, dass in meinem Fall eine praktikable Lösung angestrebt wird und nicht die letzten paar Euro Heizkosten gespart werden sollen.
     
Thema:

Kellerdecke dämmen

Die Seite wird geladen...

Kellerdecke dämmen - Ähnliche Themen

  1. Kellerdecke dämmen EPS oder Steinwolle?

    Kellerdecke dämmen EPS oder Steinwolle?: Hallo, wir haben eine FBH und nun eine WP eingebaut und wollen daher nun die Kellerdecke dämmen. Unter der FBH ist nur 1-2 cm Styropor aus dem...
  2. Kellerdecke dämmen - unebene Hohlsteindecke

    Kellerdecke dämmen - unebene Hohlsteindecke: Hallo zusammen, ich möchte die Decken unseres Kellers (Baujahr 1960) dämmen (insgesamt ca. 50qm). Diese sind Hohlsteindecken mit Trägern, ca. 70...
  3. Kellerdecke dämmen

    Kellerdecke dämmen: Hallo zusammen, Wir haben einen Altbau aus den 70iger Jahren und im EG Fliesen. Unter den Fliesen ist leider nur 1-2 cm Styropor. Nun dachten...
  4. Kellerdecke mit Stahlbetonträger dämmen

    Kellerdecke mit Stahlbetonträger dämmen: Hallo zusammen, ich habe ja schon einiges zur Dämmung von Kellerdecken gelesen. Aber noch nichts zu einer Decke, wie wir sie haben. Ich habe dazu...
  5. Kellerdecke zusätzlich dämmen - Mehrwert?!

    Kellerdecke zusätzlich dämmen - Mehrwert?!: Hallo! Zum Thema Kellerdecke dämmen ist zwar reichlich geschrieben worden, jedoch ist mein "Fall" etwas anders. Aktuell ist die Kellerdecke (Bj....