Kellerräume sanieren – mehrere Meinungen von Handwerkern eingeholt

Diskutiere Kellerräume sanieren – mehrere Meinungen von Handwerkern eingeholt im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Gemeinde, ich habe ein paar Fragen zum Thema Sanierung der Kellerräume, da ich diverse Handwerkermeinungen eingeholt habe, die sich...

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    Hallo liebe Gemeinde,

    ich habe ein paar Fragen zum Thema Sanierung der Kellerräume, da ich diverse Handwerkermeinungen eingeholt habe, die sich unterscheiden.

    Infos zum Haus:
    Haus von 1972, Mauerdicke von außen (24cm) und ein 7 cm Stein.

    Rund um das Haus ist ein kleiner Spalt mit kleineren Steinen aufgefüllt

    Alle Fenster im Haus sind 2-fach verglaste Holzfenster, bis auf die Kellerfenster, hier sind einfachverglaste Fenster in einem Stahlbetonrahmen verbaut.

    Die Kellerräume sind (am Wochenende) bewohnt und haben jeweils Fenster, die obenerdig sind. Insgesamt gibt es eine Deckenhöhe von 2,20m im Keller, davon sind ca. 1,40m unter der Erde. Die Fenster sind ca. 50 cm hoch. Im Weiteren gibt es noch eine Eingangshaustür, die nach draußen führt.

    Die Tür der Kellerräume (nach oben) steht meistens offen, so dass eine Zirkulation mit dem oberen Teil des Hauses stattfindet.

    Problem:

    Die Kellerwände sind teilweise nass – gemessen mit einem Gann Compact B (bis 100), der teilweise Werte von 100, größtenteils aber bei ca. 30 bis 60 zeigte.

    Wichtig hierbei, lt. Energieberater (Ingenieur), sieht man äußerlich am Putz nur Salz und keinen Schimmel. Bis vor 1 Woche war eine Holzvertäfelung mit kleinen Leisten und einem Zwischenspalt von 1cm zwischen Holzleiste und Wand angebracht. Auch oben und unten wurde ein Abstand von 2cm bei der Holzvertäfelung gelassen.

    Vermutungen der nassen Wände:

    Die Silikonschicht zwischen Terrasse und Hauswand hat Risse und muss erneuert werden, dadurch ist Wasser ins Mauerwerk gelangt, welches sich dort staut.

    Die Einfachverglasungen haben Wasser durch die Scheibe gedrückt und sind über die Fensterbanksteine (innen) hinter die Holzvertäfelung gelaufen und ins Mauerwerk gezogen.

    Meine geplante Vorgehensweise:

    Silikonschicht abdichten, indem eine Teerschicht zwischen Terrasse und Hauswand aufgetragen wird. Dadurch ist die Wand von oben dicht.

    In einem weiteren Schritt werde ich mir einen Raumentfeuchter mit 40l/24 Stunden und 6l Tank mit 540 Watt zulegen und die Kellerwände versuchen zu trocknen.

    Nach 4 Wochen sollen dann neue Fenster und eine neue Haustür (nach draußen) auf 3-fach Verglasung einschließlich Schalldämmung (wegen lauter Umgehungsstraße) eingebaut werden. Die Fenster sollen nach Möglichkeit eine Falzlüftung haben, damit ein Luftaustausch möglich wird.

    Danach möchte ich immer wieder schauen, ob die Wand weiterhin Wasser durchlässt.

    Falls nein, möchte ich Kalksandputz mit einem Styroporanteil (ich glaub von STO) auftragen, damit die Wand keine Salze oder Schimmel mehr bilden kann.

    Zusätzlich würde ich an die Außenwände 2 weitere Einrohrheizkörper anbringen und versuchen somit dauerhaft die Wände etwas trockener zu halten – bietet sich gerade an, da im Haus neue Ventile und Thermostate an den übrigen Heizkörpern angebracht werden sollen.


    Danach soll eine neue Holzkonstruktion (evtl. MDF-Platten), wieder auf Holzleisten und einem Zwischenraum zwischen Wand und Holzleisten abgebracht werden.

    Zum Schutz würde ich dann dauerhaft – 1-2 Std. täglich – einen Entlüfter laufen lassen um die Luftfeuchtigkeit zu regeln.


    Kritik von Handwerkern (habe mehrere um ein Angebot und ihre Einschätzung gebeten) an dieser Vorgehensweise:


    Niemals eine 3-fach Verglasung im Keller verwenden; da es später zu Schimmelbildungen kommen könnte
    Lieber eine 2-fach Verglasung und Schallschutzdämmung verwenden, da das Mauerwerk einen UG-Wert von deutlich > 1 hat und die Fenster bei 0,5 – 0,7 UG haben und dies nicht gut zusammenpassen würde.
    Für eine 3-fach Verglasung würde ich dann auch ein Belüftungssystem brauchen, da dies „lt. Energierichtlinie?“ so vorgeschrieben ist, sagte einer der Handwerker noch.


    Eine Falzlüftung sollten die Fenster nicht erhalten, da bereits durch die 2-fach Verglasung eine „etwas“ schlechtere Dämmung vorhanden wäre.

    Ohne die Terrasse abzureißen und die Außenwand zu begutachten, würde ein anderer Handwerker keine weiteren Modernisierungsmaßnahmen durchführen (Fenster, Luftentfeuchter, Holzvertäfelung)

    Die zusätzlichen Heizkörper würden nichts bringen, da die Feuchtigkeit trotzdem im Keller bleiben würde.


    Ich bin langsam verwirrt, was ich tun soll. Anbei habe ich noch ein paar Fotos angehangen.
     
  2. #2 Manufact, 03.10.2017
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    1. Wo genau sind die Außenwände feucht (Skizze mit Raster Messpunkten-Netz im Abstand von 25 cm von unten bis oben)
    2.. Googlen Sie mal zunächst nach Tauwasser / Kondensation an kalten Kellerwänden bei permanentem Zugang warmer "Wohnluft" von oben.
    3. In Zukunft bleibt die Tür zum Keller zu.
    4. Über welche Kellerfläche reden wir, es sind sicherkich schon mehr als 3 Heizkörper installiert ,,,)
    3. Auf keinen Fall eine Dämmung mit Hohlraum - entweder Mineralschaumdämmung oder Foamglas.
    4. Ob 2 fach oder 3fach Verglasung ist in Ihrem Fall vollkommen uninteressant: Sie haben nasse Wände...
     
  3. Alex88

    Alex88

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    du brauchst einen Planer der eine Bestandsaufnahme macht und dann ein Sanierungskonzept erstellt
    Handwerker sind meist nicht als Planer geeignet,
    sie beherschen zwar ihr Gewerk, aber den allgemeinen Zusammenhang nicht
     
  4. #4 Manufact, 03.10.2017
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    Aber bitte keine Baubiologen ...
     
  5. #5 smiley, 03.10.2017
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 04.10.2017
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    Zu 1.
    Siehe Fotos

    Bild1
    [​IMG]

    Bild2
    [​IMG]

    Bild3
    [​IMG]


    Bitte direkt im Browser eingeben, da ich noch keine Links posten darf...
    Ist behoben. Bilder werden nun direkt angezeigt.

    Bild2 --> Die pinken Markierungen sind jeweils in 25cm Schritten eingezeichnet.
    Bild3 --> Ich habe gerade die Siliconschicht auf der Terrasse erneuert und an der Ecke neuen Putz eingefüllt in die Ritze.
    Darauf kommt dann noch eine Teerschicht, damit nicht mehr durchkommt - wie an der Seite zu sehen.

    Beschreibung: Zimmer hat eine rechtecksform 6m (b) x 3,20m (t) x 2,20 (h)
    Auf die 6m Front guckt man beim Foto; insgesamt sind hier 3 kleine Fenster mit Einfachverglasungen; etwa 2/3 der Wand sind unterirdisch
    Die linke Seite (3,2m) enthält eine Eingangstür nach draußen (ist immer zu).
    Die rechte Seite (3,2,m) ist hat keine Fenster oder ähnliches nach draußen und ist ebenfalls zu 2/3 unterirdisch.

    Zu 2. --> mache ich

    Zu 3. ok, dann kann findet aber Zirkulation mehr statt. Es handelt sich um Wohnräume.

    Zu 4. Es sind ca. 20 qm2; es ist z.Z. ein 22er Heizkörper (70x90) verbaut.

    Zu 5. Ist eine Kalksandputzschicht nicht geeignet? Was ist der Vorteil an einer Mineralschaumdämmung oder Foamglas?

    Zu 6. Ursprünglich wollte ich nur die Fenster austauschen; dann habe ich die Vertäfelung abgenommen - und das Malheuer gesehen -
    Warum raten mir 2 Handwerker zu 2-fach Verglasungen? Gibt für 3-fach Verglasungen im Keller besondere Anforderungen?
    Diese möchte jetzt defintiv austauschen, da alles bereits angeleiert ist.

    Oder würde ich damit etwas verkehrt machen, wenn ich die Fenster austauschen würde?
     
  6. #6 Manufact, 03.10.2017
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    Zu 3. ok, dann kann findet aber Zirkulation mehr statt. Es handelt sich um Wohnräume.
    -> Ihr Keller ist ohne Dämmung nicht als dauernder Wohnraum zu nutzen.
    -> Sie haben in Ihrem Keller keine ausreichenden Lüftungsmöglichkeiten, er ist nicht als dauernder Wohnraum zu nutzen.

    Es müsste durch eine 3 dimensionale Messung der Mauerfeuchtigkeit herausgefunden werde, ob Feuchtigkeit von unten und-/ oder von der Seite in das Mauerwerk eindringt.
    (Höhe vom Boden 5 cm, Bohrkern 5 cm tief in die Mauer, dann 20 cm tief, dann 15 cm tief)
    Dasselbe in einer Höhe von 25 cm, dasselbe in einer Höhe von 50 cm .
    Also insgesamt 9 Bohrungen)

    Sollte die Wand durchfeuchtet sein, müssen Sie diese entweder von außen abdichten - oder von Innen.
    Mineralschaum wird vollflächig verklebt, so daß sich dahinter kein Schimmel bilden kann.
    Foamglas wird ebenfalls vollflächig verklebt.

    Zu 6. Ursprünglich wollte ich nur die Fenster austauschen; dann habe ich die Vertäfelung abgenommen - und das Malheuer gesehen -
    Warum raten mir 2 Handwerker zu 2-fach Verglasungen?
    -> 2 fach-Verglasungen sind Minimalstandard, 3 fach-Verglasungen haben einen etwas höheren Dämmwert, der aber angesichts Ihrer "Schießscharten" und des schlechten Dämmwertes der Mauer energetisch nicht signifikant ins Gewicht fallen dürfte.
     
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    Ich hatte ja einen Energieberater zu Gast, der mir als einzige sinnvolle Alternative das all umfassende Aufgraben der Terrasse empfohlen hat.
    Dies kommt für mich nicht in Frage, da die Wand Risse hat und eine defekte Siliconschicht aufwies, die er sich gar nicht angeschaut hat.

    Daher die Vorgehensweise mit dem Bautrockner und Abdichtung mit diesem Teer, als erste günstige Möglichkeit.
     
  8. #8 Manufact, 03.10.2017
    Zuletzt bearbeitet: 03.10.2017
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    Aufgrund Ihrer Wortwahl und des Hinzuziehens eines fachfremden Energieberaters (dieser hat nichts mit Feuchtigkeitsproblemen im Keller zu tun),
    würde ich Ihnen ebenfalls dringend raten, einen auf Feuchtigkeitsprobleme spezialisierten Gutachter zu beauftragen.
    Dieser nimmt die notwendigen Messungen vor und kann Ihnen bei der fachlich und technisch korrekten Umgestaltung Ihres Kellers in einen Wohnraum helfen.
    (Anmerkung: Aufgrund der Größe der Fenster kann der Raum/Keller nicht als Wohnraum vermietet werden, privat von Ihnen aber genutzt werden)
     
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    Natürlich bin ich nicht vom Fach, aber ich denke ich habe einen gesunden Menschenverstand
    und weiß, dass eine komplette Terrassenausgrabung nur das letzte Mittel sein kann.

    Warum sollte eine erste Abdichtung mit Bitumen (PCI Pecimor 1K) des Zwischenraumes "Hauswand und Terrasse" sowie die Beseitigung der Risse im Mauerwerk nichts bringen?

    Der Energieberater ist Ingenieur und ich habe ihn nach seinen Schwerpunkten ausgewählt:

    Auszug:

    Dienstleistungen und Produkte
    • Stromsparberatung
    • Gebäudeenergieberatung
    • Fördermittelberatung
    • Gewerbe-Energieberatung
    • Baubegleitung
    • Blower-Door-Test/ Luftdichtheitstest
    • Schimmelschäden-Begutachtung
    • Thermografie
    • Gebäudebewertung/Kaufberatung
    • Bauphysik

    Was schätzen Sie, was diese Bohrungen und Untersuchungen eines Fachmanns kosten werden?
     
  10. #10 Manufact, 03.10.2017
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    Da ich Ihren Wohnort leider nicht kenne, kann ich diesbezüglich keine Aussagen machen.

    Ein qualifiziertes Bautenschutzunternehmen wird Ihnen sicherlich kostenlos Ihren Keller kostenlos besichtigen.
    Lassen Sie mindestens 3 Firmen kommen und sich Angebote unterbreiten.
    Beauftragen Sie nichts.
    Stellen Sie die Angebote ins Forum, dann werden wir sicherlich eine Lösung finden.
     
  11. smiley

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    Nach einem Jahr ist leider auf Grund von 2 anderen Zwischenfällen (Dach undicht, Dachbodenisolierung) noch nichts weiter passiert.

    Von 2 Firmen habe ich jetzt Angebote erstellen lassen; die einen wollen von Außen, die anderen von Innen eine Abdichtung vornehmen.

    Für mich kommt eine Außenabdichtung auch aufgrund des Aufwands und des Preises nicht in Frage.

    Die Firma für die Innenabdichtung hat folgende Zertifizierung:
    Bauwerksabdichtung mit TÜV-Prüfung; KMB-Schein (Abdichten mit kunststoff-modifizierten Bitumendickbeschichtungen); SI-Schein; WHG 19 Schein; Zertifikat Injektionstechnik mit TÜV-Prüfung

    Bei der Besichtigung sind Messungen mit einem TROTEC T660 durchgeführt
    Fazit, wie vorher mit meinem Gerät von Gann Comapct B, ist die Außenwände sind sind feucht bis nass.

    Es sollen fast ausschließlich Produkte der Firma Hey'di verwendet werden.

    Vorgehen:
    - Putz abstemmen und lose Fugenbestandteile auskratzen
    - Herstellen einer Salzbremse mit Hey di Antisulfat
    - Herstellen einer Flächenabdichtung mit Hey di K11 Sulfatex Schlämme und Haftemulsion
    - Auftragen eines Spritzbewurfes aus MG III als Haftbrücke
    - Wandfläche mit Hey di Sanierputz als letzte Lage verputzen und abreiben

    - Rapputz aus Trasszementmörtel herstellen

    - Esstrichanschluss im Bereich der abzudichtenden Außenwand 20cm abstemmen und Fliesenreihe ausbauen und wie in den vorherigen Positionen abdichten

    Ist das Vorgehen sinnvoll und sind die verwendeten Materialen aus ihrer Sicht ausreichend?



    Ich habe noch ein bisschen recherchiert und folgende Vorgehensweise mit den Hey di Produkten gefunden:

    --> Empfehlung eines anderen Anbieters
    hZZp://hoening-bauchemie.de/wp-content/uploads/heydi_systeme_der_abdichtungstechnik_1.pdf

    Vielen Dank für die Einschätzungen.

    VG
     
  12. #12 Manufact, 20.11.2018
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    Sie beschreiben die Schritte einer klassischen Innenabdichtung.
    Es fehlen aber die notwendigen vertikalen und horizontalen Sperren um eine Ausbreitung der dann eingeschlossenen Feuchtigkeit zu verhindern.

    Die von Ihnen angegebenen Produkte sind DIY -Produkte, weshalb ich stark bezweifle, daß eine Fachfirma solche Produkte verwendet.
    Den teuren Sanierputz können Sie sich - wenn ,wie ich vermute, die Leistung von Ihnen selbst vorgenommen wird - sparen.
    Zudem muß die abgeschlagene Wand erst einmal mit hochvergütetem Dichtputz egalisiert werden, sonst haben Sie zu große Höhenunterschiede, an denen die Schlämme keine gleichmäßige Schichtdicke erreicht.

    Wie schon vorher geschrieben, ist dies keine Arbeit für Heimwerker.
    Setzen Sie die Angebote ins Forum, machen Sie Bilder, dann können wir Näheres abklären.

    Grundsätzlich ist eine kompetente Außenabdichtung einer Innenabdichtung immer vorzuziehen.
     
  13. #13 fassbender, 20.11.2018
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    Vielleicht mal beim Deutscher Holz- und Bautenschutz Verband e.V. mit der PLZ-Suche nach einem qualifizierten Bauwerksabdichter schauen.
    Ohne Heizung und Lüftungsanlage wird es aber in der Regel nichts mit der hochwertigen Nutzung unterhalb der GOK.
     
  14. #14 Manufact, 20.11.2018
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    @fassbender :
    Der Ratschlag ist perfekt - wird aber bei DIY-lern eher nicht fruchten :)
     
  15. #15 Bromm Edmund, 28.11.2018
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    Messen der „aufsteigenden Feuchte“
    Für viele Hausbesitzer sind feuchte Wände ein Problem.
    Ob in den Anzeigen der Tagespresse, Zeitschriften für den Hausbesitzer, Journale von Bausparern und Versicherungen, auf den Messen und in Prospekten von Verarbeitungs- und Bautenschutzfirmen wird damit geworben die Mauern trocken zu legen. Um die Seriosität bei der Trockenlegung zu untermauern wird die kostenlose Feuchtenmessung vorgeschoben. Es wird auch demonstriert wie einfach eine Messung durchzuführen ist.
    Kostenlose Feuchtigkeitsmessung wird allenthalben angepriesen.
    Die Messungen - sehr oft noch mit dem Titel elektronisch oder elektrisch- sind jedoch für die Beurteilung von aufsteigender Feuchte weitestgehend ungeeignet.

    Meist wird die Anzeige mit einem spektakulären Zeigerausschlag auf einer Skala oder gar mit einer leuchtenden Ziffern (Digital-) anzeige dargestellt.

    Dies ist meistens Scharlatanerie, denn all diese Messungen können nicht Unterscheiden, um welche Feuchte es sich handelt.

    Die Anzeige gibt in der Regel unten -in Bodennähe- höhere Werte als weiter oben. Damit wird suggeriert, dass es sich um aufsteigende Feuchtigkeit handelt. Normalerweise ist es nur deswegen mehr, weil es unten kühler ist und daher mehr Tauwasser entsteht.
    Feuchte“ entsteht durch die verschiedenen Möglichkeiten der Wasseraufnahme eines Materials. Dementsprechend können bei feuchten Wänden die verschiedensten Mechanismen der Wasseraufnahme im Spiel sein:

    1. Wasseraufnahme aus der Luft d.h. aus der Gasphase,
    - Hygroskopische Feuchte (unterhalb der Kondensation),

    der Wassergehalt der Luft – „relative Luftfeuchte“- und Salzgehalt des Mauerwerks spielen hier die entscheidende Rolle,

    - Kapillarkondensation (Auffüllen kleinster Poren mit Wasser, ebenfalls unterhalb der Kondensation)

    - Kondensation (Abscheiden flüssigen Wassers durch Unterschreiten der
    „Taupunkttemperatur“, da kalte Luft weniger Wasserdampf speichern kann als
    warme Luft),
    2. Kapillarer Wassertransport (Saugvermögen der Baustoffe mit einem bestimmten

    Porengefüge) z.B. aus dem Untergrund -„aufsteigende Feuchte“- oder bei
    Beregnung, auch hierbei spielt der Salzgehalt eine wesentliche Rolle;

    3. Eindringen von Wasser wegen Fehlstellen
    - aufgrund fehlender Abdichtung,

    - durch fehlerhafte Anstriche, Risse, offene Fugen,

    - ebenso können undichte Fenster; Fensterbankanschlüsse und defekte

    Dachrinnen usw. zu feuchten Wänden führen.


    Vorab ist jedoch zu klären, was ist überhaupt „feucht“ oder „trocken“

    Hierzu gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Eine eindeutige pauschale Aussage ist leider nicht so einfach abzugeben.

    Dabei sollte man auch wissen, welche Wasseraufnahme von Baustoffen unter welchen Bedingungen zu erwarten ist.

    Ein weiterer Aspekt für die Definition der möglichen Feuchtewerte ist das Verhältnis der momentanen- zur maximalen Feuchteaufnahme.

    Außerdem, welche Ausgleichsfeuchte (das ist der Wassergehalt oder die Feuchte, die sich einstellt, wenn sich ein Baustoff hinreichend lange, bis zum Gleichgewichtszustand, an die Umgebungsbedingungen angepasst hat) der Baustoff aufweist usw.

    Diese Angaben können jedoch sehr unterschiedlich sein!

    Sehr oft bekommen die Hausbesitzer Werte angegeben, die bei 50 bis 80 % liegen. Normale Vollziegel weisen jedoch in der Regel einen Feuchtegehalt von weniger als 20% auf.

    Tabelle: Feuchtigkeitstechnische Kenndaten „Richtwerte“
    Dies Werte sind in meiner Tabelle enthalten und diese kann ich hier nicht einfügen.
    Bitte mit dem Titel im Netz suchen. Da dies allgemeingültige Daten sind.


    *) „Praktischer Feuchtegehalt“ ist der Wassergehalt, der bei der Untersuchung genügend ausgetrockneter Bauten in 90 % der Fälle nicht überschritten wird.
    **) alle Kapillaren und Poren mit Wasser gefüllt.
    Messungen sind deshalb vor jeder Instandsetzung sehr wichtig!

    Wenn die Bestimmung der Feuchte eines Baustoffes über elektrische Widerstands-Messungen durchgeführt werden soll, ist dies nur möglich, wenn die Beziehung Widerstand/Feuchte eines Baustoffes z.B. eines Estrichs, eindeutig bekannt ist. Anhand von Vergleichsmessungen kann dann über die einfache elektrische Widerstandsmessung annähernd der Feuchtegehalt bestimmt werden.
    Ohne jedoch die vor genannten Parameter zu kennen, ist eine verlässliche Aussage nicht möglich.
    Damit ist klar, warum die meisten dieser Messungen falsch sein müssen bzw. bei der Beurteilung äußerste Vorsicht angebracht ist.
    Ein weiterer Parameter, der eine Aussage über die Materialfeuchte geben kann, ist die Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Methode).
    Tabelle: Veränderung der Wärmeleitfähigkeit von Ziegelmauerwerk in Abhängigkeit vom Feuchtegehalt
    [​IMG]
    Dazu auch http://www.irbnet.de/daten/rswb/86049000344.pdf

    Es gibt sicher noch weitere Messmöglichkeiten den Feuchtegehalt einer Wand zu untersuchen.
    Dazu gehören z.B. die CM-Messung (Calcium-Carbid-Methode), die Thermographie, die Neutronenmessung usw.
    Um an der Baustelle eine einigermaßen brauchbare Messung der Feuchte durchzuführen, kommt eigentlich nur die CM-Messung in Frage. Dabei wird eine Mauerprobe (10 - 20 g entnommen) zerkleinert und in eine Druckflasche mit Calciumcarbit gegeben. Das in der Probe enthaltene Wasser und das Calciumcarbit reagieren zu Acetylengas. Dies erzeugt einen Überdruck und wird von einem Druckmesser angezeigt. Durch entsprechende Zuordnung in einer Tabelle wird der Feuchtegehalt ermittelt.


    All diesen Messungen ist eines gemeinsam: es kann jeweils nur der momentane Feuchtewert festgestellt werden. Es kann keinerlei Aussage darüber abgegeben werden, ob es sich z.B. um aufsteigende Feuchtigkeit oder Kondenswasser handelt.

    Um exaktere Angaben und Daten zu erhalten, sind Messungen über einen längeren Zeitraum durchzuführen. Dabei spielen die Wetter- oder Klimadaten, Temperatur und deren Vergleich bzw. Referenzmessungen eine wichtige Rolle.
    Nur wenn solche Aussagen von Fachleuten bewertet werden und die Instandsetzung daran ausgerichtet wird, kann eine Wiederherstellung zum Erfolg führen.
    Literaturhinweise:
    Weber, H.: Mauerfeuchtigkeit, Expert – Verlag Grafenau
    Weichert, L.: Aufgaben und Möglichkeiten zur Messung von Klimagrößen f. d. Fassadensanierung; Tagungsbericht. 6. Hanseatische Sanierungstage 1995.
     
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