Kerndämmung einer bestehenden Fassade

Diskutiere Kerndämmung einer bestehenden Fassade im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Unser Nachbar war jetzt bei mir und erzählte davon, das er sein Haus wärmedämmen lassen will, indem er die Luftschicht in seinem zweischaligen...

  1. H.PF

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    Unser Nachbar war jetzt bei mir und erzählte davon, das er sein Haus wärmedämmen lassen will, indem er die Luftschicht in seinem zweischaligen Ziegelmauerwerk mit einer Dämmung ausflocken oder verblasen lassen will. Ich hatte da noch nicht von gehört, kennt das einer und hat da Erfahrung mit?

    Weil meine Eltern haben einen großen Altbau mit zweischaligem Ziegelmauerwerk(innen 24, Aussen 11,5), Putzfassade und 7 cm Luftspalt.
    Dieser Luftspalt würde mit Dämmung ausgefüllt als eine Art Kerndämmung.

    Irgendwelche Infos? Links? Adressen?



    Gruß Holger
     
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  3. susannede

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    Hi Holger - habe da keine eigene Erfahrung,

    hast Du schon "Einblasdämmung" "Vorsatzschale" "Ziegel" gegooglet?

    www.isofloc.de

    (Zellulose)

    www.emfa.de

    (Holzfaser)

    Nachteilig ist immer, dass man nie sicher sein kann, ob auch alle Hohlräume erwischt werden, denn der Luftraum ist immer nur theoretisch ganz "luftig". Fensterbereiche etc.

    Wie sieht es mit der Verankerung (bei 7 cm) der Vorsatzschale am Mauerwerk aus?

    Unklar ist mir auch die Folge von verbleibenden "Löchern", weil da der Dämmstoff nicht rein geblasen wurde.

    Ich warte jetzt auch mal gespannt.

    Grüße,
    Susanne
     
  4. #3 C. Schwarze, 3. Februar 2006
    C. Schwarze

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    @Susanne
    Mein Wissensstand ist, das diese Art von Dämmung wasserabweisend(Tauwasser?) bzw. unveränderbar sein muß, wie z.b. Mineralfasergranulat, Polystyrolschaumstoff-Partikel oder Bläh-Perlit.(z.B. Hyperlite)
    Holzfaser und Papier gehören nach meinen Verständis nicht dazu und dürften doch mit der Zeit absacken.
     
  5. susannede

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    Hallo "C."

    na klar, die Zellulose und die Holzfaser kenne ich auch aus anderen Bereichen, wo's halt net feuchtelt. Mit dem "Absacken" haben die imho weniger Probleme.

    Da mir die ganzen Pustefix-Dämmungen normal nicht unter die Finger kömmen, schau ich ja auch schon gespannt auf diesen Thread.

    Grüße!
     
  6. #5 Ralf Dühlmeyer, 3. Februar 2006
    Ralf Dühlmeyer

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    Ich wär da vorsichtig...

    Altbau könnte z.B. bedeuten, Luftschichtanker aus verzinktem Eisen. Und die könnt Ihr heute mit dem Handfeger ausbauen.
    Einbringen egal welcher nicht gebundenen Schüttung in lotrechte Bauteile ergibt "Erddruck" gegen die Verblendschale. Da sollte man mal den TWP draufschaun lassen, im Zweifel mal ein Loch in die Schale machen, um die Anker zu begucken.
    MfG
     
  7. Eric

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    Zweischaliges Mauerwerk kannste " ausblasen " mit Steinwolle von Rockwool, sog. Rockwoll-Granulat. Autorisierte Fachbetriebe sind bei Rockwool zu erfragen.

    Link: www.rockwool.de/graphics/ RW-Germany/PDF/Prospekte/P_EDS.pdf -

    Mist: Link funktioniert nicht. Unter google eingeben: Rockwool granulat.
     
  8. H.PF

    H.PF

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    Ich habe mal bei Rockwool gestöbert, das hört sich sehr gut an.

    Jetzt meine unverschämte Bitte:

    Kann einer der Fähigen mal die Dämmwertverbesserung ausrechnen? Ich hatte das bei meinem Techniker zwar mal gemacht, müsste mir das jetzt nach 4 Jahren erst wieder anlesen und üben :fleen .

    Aufbau von innen nach aussen:
    24er Ziegelwand, sehr hart, teilweise gesintert (HM-Bohrer glühen aus!!!)
    7 cm Luftschicht
    11.5er Vormauerschale, gleiche Steine wie innen.

    Innen Gipsputz, aussen Zementputz

    Ist vielleicht einer so freundlich? Helfe dafür mit Dachtips aus

    Gruß Holger
     
  9. #8 VolkerKugel (†), 4. Februar 2006
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    Also ganz grob ...

    ... wenn ich die Ziegel mit einem Lambda-Wert von 1,2 ansetze und die ruhende Luftschicht vernachlässige, hat die Wand einen U-Wert von 1,980.

    Wenn es gelingt, die 70mm Luftspalt vollständig mit Mineralfaser WLG 040 zu füllen, ergibt das einen U-Wert von 0,443.

    Freundliche Grüße . Volker Kugel
     
  10. H.PF

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    Wie kann ich das jetzt eigendlich Monetär umrechnen? Es gehen doch jetzt dann rund 1,5 w/qm * stunde* k verloren?

    Das Haus hat rund 300 qm Fassade + Keller, deltaT ist denke ich im Schnitt 14 K.

    300 qm * 1,5w/qm * 14= 6300 w/h

    Ist der Denkansatz richtig?


    Gruß Holger
     
  11. #10 VolkerKugel (†), 4. Februar 2006
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    Bruno hat da ja ...

    ... eine Faustformel (siehe Thema "Passivhausfenster-Aufpreis" bei Fenster/Türen):
    Eine U-Wertänderung um 1,0 brigt eine Verbrauchsänderung von 10 l Öl/m2 Bauteil im Jahr.
    Das wären hier:
    1,980 - 0,443 = 1,537 x 10 x 300 = 4.611 Liter Öl im Jahr.

    Das kann ich jetzt erstmal so rein gefühlsmäßig nicht glauben, weil sich ja die anderen energieschleudernden Bauteile nicht verändern, um die die Wärme bei ihrem Weg aus dem Raum ja keinen Bogen machen wird.
    Ich denke Brunos Fausformel kann man nur anwenden, wenn sich der U-Wert aller Bauteile relativ gleichmäßig ändert.

    Und ich erinnere auch an die vielen "Wenns" bei meiner Rechnung.

    Freundliche Grüße . Volker Kugel
     
  12. H.PF

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    Nee, meine Eltern hatten im Jahr vor der Dachisolierung mit Aufdachisolierung rund 3500 l Öl verbraucht. Und 20 Ster Holz für die Übergangszeit.

    Da würden wir ja noch was rausbekommen


    Mal nachfragen, wieviel Gas die jetzt verbrauchen (haben vor 2 oder 3 Jahren umgestellt.)

    Gruß Holger
     
  13. #12 VolkerKugel (†), 4. Februar 2006
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    20 Ster Holz ...

    ... sagen mir nun erstmal gar nichts.

    Was ich noch vergessen hatte:
    ich befürchte da eher bauphysikalische Probleme vor allem im Bodenbereich, wenn die "Kerndämmung" aus irgendwelchen Gründen über dem Mauerfuß aufhört, aber auch im Anschlussbereich an das neugedämmte(?) Dach. Da müsste man sich schon genau überlegen, wie man die beiden Dämmebenen möglichst wärmebrückenarm miteinander verbindet.
    Weitere mögliche Probleme sehe ich bei den Fensteranschlüssen, das kann man aber nur vor Ort im Detail beurteilen.

    Und noch eins: EnEV - Anhang 3 1.d
    "Soweit bei beheizten Räumen Außenwände ... in der Weise erneuert werden, ... dass Dämmschichten eingebaut werden ...." ist ein U-Wert von 0,35 einzuhalten.

    Und nochmal "Wenn":
    Selbst wenn die Ziegel einen Lambda-Wert von "nur" 1,0 hätten und die Dämmung 0,035 kommt man nur auf 0,39.

    Freundliche Grüße . Volker Kugel
     
  14. MichaelG

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    So is das also?

    weil die 0,35 nicht erreicht werden ist das Ganze eh verboten :winken
     
  15. #14 VolkerKugel (†), 4. Februar 2006
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    Unfug ...

    ... war doch nur der Vollständigkeit halber und eh´mich ein Anderer draufstumppt!

    Freundliche Grüße . Volker

    Aber im Prinzip hast Du Recht! Die EneV ist Teil des EnEG und damit Gesetz (Sinnvoll oder nicht).
     
  16. MichaelG

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    Wenn ich ma hier nich mehr zu Wort komme schreibe ich Leserbriefe *sinnier
     
  17. #16 Unregistriert, 2. Mai 2006
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22. Juli 2010
    Unregistriert

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    EnEV = EnEG

    Hallo ihr "Experten"!

    Die EnEv schreibt einen u- Wert von 0,35 vor- das ist richtig! Die EnEV sagt aber auch, dass "Bestandsverbesserungen, welche die Dämmwirkung eines Bauteils erhöhen, auch in der Art zulässig sind, selbst wenn die vorgeschriebenen Werte nicht erreicht werden"!

    Und noch was: Zellulose ist kein Kerndämmstoff (auch, wenn "führende" Hersteller sowas propagieren)! Faserdämmstoffe bergen das Risiko von Leckagen, wie der Vorexperte schon richtig zu bedenken gegeben hat. Die Lösung ist das richtige Material- und davon gibt es nicht viele, weil nicht alle komplett hydrophobiert sind! Das ist jedoch sehr wichtig!

    Infos gibt´s unter:xxxxx
     
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  19. #17 robinsherwood, 7. Januar 2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. Januar 2010
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    Ist zwar ein alter Thread, aber ich muss trotzdem (der Korrektheit halber) was dazu sagen:
    Nur hydrophobe (oder hydrophobierte) Dämmstoffe dürfen als Kerndämmung (im klassischen Sinne die Dämmung des doppelschaligen Mauerwerks) eingesetzt werden.
    So toll ich selber zB xxxxxx finde, aber die Kerndämmung ist einer von zwei Anwendungsbereichen, in denen sich xxxxx einfach nicht eignet, ebenso wenig wie Holzfaser oder Hanf oder ähnliche einblasbare Dämmstoffe.
    Ausnahme: trockenfüßige, nicht bewitterte Wände.
     
  20. #18 robinsherwood, 22. Juli 2010
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    Hallo Sepp,
    ok, ich verstehe Deinen Einwand. Vielen Dank für Deine Übersicht :)
    Da ich aber tatsächlich Mitarbeiter (und sogar Mitbegründer) von xxxxxx bin (das konntest Du allerdings nicht wissen ;) ), dachte ich, ich sage mal besser (vorsichtig und zurückhaltend), wozu xxxxxx nicht einsetzbar ist, damit keine Baumängel entstehen. Für alle anderen Dämmaufgaben (bis auf Perimeter- und Kerndämmung) ist xxxxx :28: ) dann jedoch bestens geeignet.
     
Thema:

Kerndämmung einer bestehenden Fassade

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