Kiesnester in WU-Beton (weiße Wanne)

Diskutiere Kiesnester in WU-Beton (weiße Wanne) im Baumurks in Wort und Bild Forum im Bereich Rund um den Bau; Guten Abend, bei uns wurden gerade die Kelleraußenwände betoniert und als weiße Wanne ausgeführt. Als Laie fehlt mir leider die Fachkenntnis die...

  1. #1 GladHome, 21.02.2021
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    Guten Abend,

    bei uns wurden gerade die Kelleraußenwände betoniert und als weiße Wanne ausgeführt.
    Als Laie fehlt mir leider die Fachkenntnis die Qualität zu beurteilen, allerdings sind mir einige Kiesnester aufgefallen. Insbesondere im Bereich von Wanddurchführungen und direkt am Anschluss an die Bodenplatte.
    Vielleicht könnt ihr mir eine grobe Einschätzung geben ob es sich lohnt dem Thema auf den Zahn zu fühlen oder ob das vielleicht völlig unkritisch ist.

    Vielen Dank
    Ben
     

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  2. Yilmaz

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    Hallo,

    teilweise unbedenklich aber untern im Bereich Wandbodenplatte ist es bedenklich.

    Bleibt das ohne weitere Abdichtung?

    Müsste im Detail geprüft werden.
     
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  3. #3 simon84, 21.02.2021
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    Welche Abdichtung (Wortlaut) wurde beauftragt?

    Abdichtung nach WU-Richtlinie "Weisse Wanne" gegen Lastfall xxxx ?
    Oder Kellerwände in "WU Beton" ?

    Abgesehen davon, wie @Yilmaz der Bereich Übergang Bodenplatte aufsteigende Wand ist verheerend, das wird so im Leben nicht von selber dicht.
     
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  4. #4 GladHome, 21.02.2021
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    Beauftragt ist der Keller nach WU-Richtlinie als wasserundurchlässiger Keller, Lastfall "drückendes Wasser".
    Ich werde morgen mit dem Bauleiter besprechen ob weitere maßnahmen eingeplant sind.

    Vor dem Gießen der Wände wurde ein "Dichtungsgummiband" entlang der Außenwände verlegt, ich schätze aber mal, dass das nur für den Übergang zwischen Bodenplatte und Wänden die Dichtigkeit herstellen soll.

    Danke schon jetzt für eure Einschätzung.
     
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  5. #5 simon84, 21.02.2021
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    Du kannst von den betroffenen Stellen noch mal Fotos aussen/innen vergleichen, aber oft ist so ein Kiesnest dann schon durchgängig und nicht nur auf der Innen/aussenseite.
     
  6. #6 matschie, 22.02.2021
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    Die Kiesnester sind hier nur das Symptom. Da wurde mal wieder ein WU-Keller "hingerotzt". Ich vermute wie so oft zu große Fallhöhe des Betons als Ursache, gleichzeitig zu hohe einzelne Lagen. Es werden wohl noch mehr nicht sichtbare Kiesnester vorhanden sein. Das Fugenband hilft hier auch nicht weiter, die ganze Arbeitsfuge ist vermutlich auch nicht entsprechend vorbehandelt worden (Aufrauhen, abwaschen,..).

    Statisch zwar eher unbedenklich, aber dicht wird das nie sein und für euch eine Dauerbaustelle. Solche Bauunternehmen sind der Grund warum WU einen schlechten Ruf hat..

    Ich würde hier solange die Baugrube noch offen ist direkt eine neue Abdichtungsebene außerhalb schaffen. Also den Keller komplett so abdichten als wäre der WU Beton nur Mauerwerk.
     
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  7. #7 GladHome, 22.02.2021
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    Guten Abend,

    danke nochmal für die tolle Hilfe und die Antworten die hier gepostet werden!

    Habe heute mit dem Bauleiter die Kiesnester angeschaut. Laut seiner Aussage stellen diese aufgrund der Größe kein Problem dar.
    In die vermeintlichen Gummidichtungen zwischen Bodenplatte und Keller-Außenwand wird mit Druck ein Harz eingefüllt. Dadurch wird der Schlauch zum Platzen gebracht und die Masse verteilt sich in der Fuge. Hierdurch sollen auch letzte Undichtigkeiten abgedichtet werden.

    Der Bauleiter hat dennoch zugesagt, dass die Kiesnester noch mal genauer begutachtet und beurteilt werden.
    Uns hat heute allerdings verwundert, dass der Rohbauer trotz weißer Wanne Bitumen auf der Außenwand anstreichen möchte. Laut seiner Aussage um bessere Haftung für die Dämmung zu erzeugen. Aber evtl. hat er ja selbst ein schlechtes Gefühl bei der Aktion?

    Was haltet ihr von den Aussagen? Ist das schlüssig?

    Viele Grüße
     
  8. Mok

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    Die Frage hast du dir schon selbst beantwortet.
     
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  9. #9 matschie, 22.02.2021
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    Das war ja abzusehen.

    Lass dir mal das WU-Konzept geben, das muss nach neuer WU-Richtlinie angefertigt werden. Darin steht auch ein verantwortlicher Aufsteller. Den könnte man mal darum bitten, zu bestätigen, dass die Ausführung mit dem Entwurf übereinstimmt.

    Planmäßige Rissverpressung ist nach Entwurfsgrundsatz c zwar zulässig, aber nicht die planmäßige Verpressung von Pfusch.
     
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  10. #10 GladHome, 23.02.2021
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    Hallo zusammen,

    wir haben einen Termin mit einem Gutachter ausgemacht der sich die Kellerwände anschaut.
    Nach den Hinweisen hier aus dem Forum ist uns das Thema zu heiß und wir gehen lieber auf Nummer sicher.
    Ich werde berichten wenn es Neuigkeiten gibt.

    Danke noch mal!

    Viele Grüße
     
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  11. #11 GladHome, 01.03.2021
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    Guten Abend noch mal,

    wir hatten mitlerweile den Termin mit dem öffentlich bestellten Gutachter.
    Dieser konnte uns beruhigen und sagte sogar die Ausführung sei sehr gut.
    Spätestens durch das Einpressen des Harzes sollte jede Undichtigkeit dicht werden.

    Ein Mitarbeiter der Firma die die Harzabdichtung ausführt gab uns ebenfalls nochmals die gleichen Informationen.
    Die Kiesnester enden jeweils nach 1-2 cm und sind für die Dichtigkeit unkritisch.

    Wir sind aber dennoch froh das frühzeitig geprüft zu haben und können jetzt beruhigt schlafen.

    Vielen Dank an alle nützlichen Hinweiese hier!
     
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  12. SPaust

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    Moin,

    sorry, das ist kompletter Unsinn.

    Offensichtlich hat der Gutachter absolut keine Ahnung, was nicht selten ist.

    1) Ein Injektionsschlauch, sofern er denn da ist, platzt nicht.
    2) Es sollte doch ein Gummi oder Blech eingelegt sein ?
    3) Es liegt hier eine massive Entmischung und massive Kiesnester vor. Die lassen sich zwar grundsätzlich verpressen, aber definitiv nicht mit einem Injektionsschlauch in der Fuge.
    Diese Wand ist indiskutabel komplett mangelhaft.
    Sie wird indiskutabel nicht dicht sein, sollte dort Wasser anstehen.
    Die Wand-Durchführung ist definitiv nicht dicht.

    Sie sind hier offensichtlich an einen ausgesprochen ahnungslosten "Gutachter" und eine noch schlimmere Baufirma geraten.

    Bei diesen großen Fehlstellen ist sogar schon die Standsicherheit in Frage zu stellen, da ich davon ausgehe, daß es ein EFH ist, ist dies zwar vermutlich nicht ganz so kritisch, aber es ist vollkommen indiskutabel ein massiver Mangel.

    Sanierungsmöglichkeiten :

    Rückbau !
    Sollte es sich nur um eine einzelne Wand handeln würde ich diese Abreißen und neu bauen.

    Alternativ eine komplette großflächige Abklebung der Wände mit PMMA ( Triflex o.glw). in den betroffenen Bereichen.
    Eine Verpressung ist hier nicht zielführend und ist nicht sachgemäß saniert.

    Wo liegt das Objekt ?
     
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  13. jodler2014

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    Der Ball sollte mal ganz flach gespielt werden .
    Gerade in Bauten aus den 60 ' sind Kiesnester ganz oft anzutreffen .
    Die Hütten stehen heute noch .
    Immer dieser Lärm !:cry
     
  14. SPaust

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    Sorry, was ist denn das für ein Unsinn.

    Natürlich "stehen die Hütten noch heute"... ich schrieb ja, daß ich aus der Ferne die Standsicherheit als eher untergeordent sehe.

    Eine Weiße Wanne ist dies aber großflächig nicht.
    Die Funktion der WW, die Abdichtung gegen Wasser wird garantiert nicht erfüllt sein.
    Daher gibt es folgende Möglichkeiten :

    Großflächiges Abkleben
    Kann man machen, wenn man es will.
    ABER, warum sollte "Bauherr" das wollen ?

    Hier ist offensichtlich extrem mangelhaft betoniert worden, schlecht verdichtet, wahrscheinlich durch auch noch Entmischung durch Füllhöhenüberschreitung.

    Das Bausoll ist nicht erfüllt, es wird mit einer Abklebung nur bedingt wieder hergestellt.
    Wenn das an einer einzelnen Wand ist würde ich sie rückbauen lassen.
    Warum sollte der Bauherr denn einen Kompromiss eingehen ?

    Verpressen
    Wird hier nicht helfen.

    Vergelen
    Eine Schleiervergelung wird sicherlich abhilfe schaffen, funktioniert aber im Grunde nur zuverlässig, wenn Wasser ansteht, sonst kann man den Erfolg nur schwer testen.
     
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  15. Fabian Weber

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    Herr Paust, jetzt mal nicht übertreiben.

    Mein Sanierungsvorschlag wäre:

    Mit Stockhammer die Kiesnester von den sich lösenden Anteilen befreien.

    Dann mit Instandhaltungsmörtel z.B. Nafufill KM 250 die Stellen nacharbeiten.

    Dann erstmal abwarten ob die Wände dicht sind und falls nicht, dann nachträglich verpressen.

    Sie wissen schon wie ein Verpessschlauch funktioniert? Also das war wohl vom Bauleiter gemeint.

    Ansonsten hier mal reingeschaut:

     
  16. #16 SPaust, 17.04.2021 um 22:58 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 17.04.2021 um 23:30 Uhr
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    Herr Weber,

    Sie wissen wohl nicht wer hier schreibt oder ?

    Ich habe in meinem kurzen Berufsleben sehr sehr viele Km Injektionsschläuche eingebaut ( lassen ).
    Allein die Europa Passage in Hamburg mit 6 Untergeschossen waren knapp 5 Km.
    Ich habe in Deutschland sehr früh, sehr maßgeblich Vergelungen ausgeführt, viele viele Tonnen, habe viele viel Km Risse verpresst...

    Zudem habe ich ca. einige hundert sehr große Weiße Wannen erstellt...

    Glauben Sie mir einfach daß ich weiß was ich schreibe.

    siehe www.paust.eu

    Sie haben Recht, man kann es natürlich mit einer sauberen Betoninstandsetzung angehen, würde ich aber als Kunde nicht unbedingt akzeptieren.
    Es geht mir ja auch nicht darum, daß Abriß der einzige Weg ist, aber eine Aussage, eines "Gutachters", daß das nicht so schlimm sei, ist bei den Fotos oben, wirklich lächerlich.

    Insbesondere im unteren Teil ist überhaupt kein Beton vorhanden, dort fallen ja die Zuschläge einfach so lose aus der Wand, und wo kein Beton ist, ist auch keine Weiße Wanne.

    Man kann vieles sanieren und reparieren, ich gehe aber davon aus, daß es sich hier um ein EFH handelt, also die Frage berechtigt ist, ob es nicht zielführender ist, eine Wand rückzubauen statt eine, wenn sachgemäße, recht aufwändige, Instandsetzung auszuführen.

    Das Hauptproblem ist in solchen Fällen die VOB 5 Jahres Gewährleistung bzw. die Existenz der Bauunternehmens.
    Da ich bei einem EFH davon ausghehe, daß keine Wasserhaltung läuft, sondern eine offene Baugrube existiert, kann man also mit Abnahme i.d.R. nicht davon ausgehen das der HGW eintritt.
    Wenn der HGW aber nicht ansteht, was aber ja in 20 Jahren sein kann, warum auch immer, dann ist die Gewährleistung abgelaufen.
    Somit hat der Bauherr wissentlich einen potentiell sehr teuren Mangel akzeptiert, bei dem er nicht prüfen kann, ob die Sanierung erfolgreich war.

    Das würde mir als Bauherr nicht genügen.
     
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