Komplette Wärmedämmung, total unwirtschaftlich???

Diskutiere Komplette Wärmedämmung, total unwirtschaftlich??? im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Ein hessischer Architekt zeigt angeblich mit einem Rechenmodell, wie unwirtschaftlich eine komplette Wärmedämmung ist:...

  1. Roth

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  3. Taipan

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    Und? Was ist neu? JEDER brauchbare Energieberater/Architekt, der eine energetische Sanierung begleiten soll, stellt solche Modellrechnungen an. Das einzige interessante an der Geschichte ist das angeblich so revolutionäre Rechenmodell, welches den Wirtschaftlichkeitsnachweis vereinfacht. Allerdings ist davon nichts zu sehen ...
     
  4. uban

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    Und wie erkennt man einen brauchbaren Energieberater?

    Meiner, ein Architekt, wollte, neben dem 08/15 Programm (neue Fenster, Dach, Keller, WDVS, Haustür) auch noch die 9 Jahre alte Öl-NT Heizung tauschen.
    Amortisationszeit angebliche 7 Jahre, angeblicher berechneter Ölbedarf pro Jahr über 8000 Liter. Auf mein Argument, dass es praktisch auch nur 4000 Liter sind, hat er hartnäckig ignoriert denn ohne die 8000 Liter wäre sein Computerprogramm nie auf die sooo schnelle Amortisation gekommen.

    Dafür gabs dann, neben den Bafa-Zuschuss, auch fast 500€ Geld aus meiner Tasche.

    Gut, er muss wohl die Energieberater-Schulung und das ENEV softwareprogramm schnellst möglich amortisieren. Dafür habe ich vollstes Verständnis denn seine wirtschaftliche Solidät steht natürlich vor einer echten Beratung.
     
  5. #4 Ralf Dühlmeyer, 3. Juni 2014
    Ralf Dühlmeyer

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    1) Welche Parameter fliessen da ein. Ich lese von einer "historischen Altstadt"
    Wenn man natürlich bei einer Strassenfassade Dekorelemente aus dem Historismus oder der Gründerzeit 1-1 in die Dämmfassade übernehmen will oder wg. Denkmalschutz muss, gar noch Verblenderfelder optisch abgebildet werden, dann sieht das ganz anders aus als bei einer glatten Fassade aus den 60er Jahren.

    2) Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast (soll von W. Churchill sein)
    Was fliesst dort wie ein.
    Energiepreissteigerungen im best oder worst case Szenario eingerechnet? Mietpreissteigerungen eingerechnet? usw usw usw.

    Wenn auf dem Bauamt ein KoFi-Fan sitzt, dann.....

    Aber im Zuge eines Erstarkens der ewig gestrigen von british empire über div. Ausprägungen von klein- und großstaaterischen Nationalstaatserinnerungen und Währungsromatikern bis hin zu jugendfeindlichen Wahlgeschenken der Sozen haben auch solche Tendenzen, die nur kurzfristig das HEUTE bedenken, große Chancen.
    LEIDER
     
  6. #5 Zellstoff, 3. Juni 2014
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    Interessant finde ich den letzten Absatz. "Jedes derzeit bekannte Dämmmaterial muss weit früher als in 42a saniert werden und daher ist es auch für die Behörde unwirtschaftlich." Welchen Zeitraum setzen denn Behörden da an und machen das alle gleich?
    Bei WDVS Preisen >100€/m² ist es nicht schwer auf >40a zu rechnen.
     
  7. tgaeb01

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    Täglich wird eine neue "Sau durch´s Dorf getrieben", teilweise mit reisserischen Überschriften.
    Im Einzelfall kann das jedoch durchaus zutreffen, aber auch das genaue Gegenteil!!!
    Es ist scheinbar typisch deutsch, aus einem Einzelfall n, auf n+1 zu schließen. Undifferenzierte Verallgemeinerungen und Pauschalierungen sind nahezu an der Tagesordnung, leider völlig wertlos.
    Es gibt Dämmfanatiker ebenso wie Anlagefetischisten. Dass Extremismus selten zu einem wirtschaftlichen Gesamtziel führt, sollte/ dürfte dabei klar sein. Die tatsächliche Wahrheit liegt meist irgendwo zwischen den Extrema.
    Die zu finden, ist bei Sanierungen nicht ganz einfach, da gegenüber einem Neubau, mitunter erhebliche Restriktionen vorhanden sind.
    Bsp:
    Ein Bestandsgebäude mit einem bereits deutlich überdimensionierten Wärmeerzeuger, mangelhafter Hydraulik etc. wird kräftig gedämmt, weil es ein EB so als sinnvoll empfindet! Die tatsächliche Realität dürfte den AG nachfolgend deutlich ernüchtern ;-)
    Es ist absolut keine neue Weisheit, dass Baukörper, Klimastandort, Anlagentechnik und Nutzerverhalten in unmittelbarer Wechselwirkung stehen und ein optimales Zusammenwirkung aller Komponenten erforderlich ist. Hierzu existieren bereits hinreichende DIN Normen, Lehrbücher, Vorlesungsscripte etc., nicht zuletzt die EnEV.

    v.g.

    @ uban:
    Ein guter EB sollte eine Ingenieurausbildung in beiden Fachbereichen (Bau und Anlagentechnik) besitzen. Einen Dämmstoffverkäufer, Schornsteinfeger, Heizungsbauer etc. mit Schnellbesohlungskurs, würde ich hierzu nicht unbedingt zählen.
     
  8. Jan81

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    das Zitat fand ich persönlich auch interessant. Warum muss das Dämmmaterial erneuert werden?
     
  9. #8 Alfons Fischer, 4. Juni 2014
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    Das kann ich auch:
    Wärmedämmung lohnt nicht. Ich habe eine Maschinenhalle gedämmt und spare keine überhaupt keine Heizenergie!


    Wenn ich das schon lese:
    dann denke ich mir: "na und?". Der Lahn-Dill-Kreis muss sogar eine Befreiung erteilen.
    Zitat EnEV: "Die nach Landesrecht zuständigen Behörden haben auf Antrag von den Anforderungen zu befreien, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen"
    "haben zu befreien" heißt: müssen. keine Auslegungsfreiheit, keine Behördenwillkür.
     
  10. #9 Zellstoff, 4. Juni 2014
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    aber was sind die Kriterien für "unangemessenen Aufwand" oder "unbilligen Härte" und wer legt diese fest?
    Amortisation in xyz Jahren? Welche Energiepreisannahmen? Sanierungskosten für WDVS nur anhand von konkreten Angeboten oder Schätzungen?

    Wenn es z.B. heißt: WDVS darf mit 30a Haltbarkeit angenommen werden (die Zahl ist jetzt ohne Wertung zu sehen, wg. mir hält das auch 100a. Aber für die Grundlage der Beurteilung muss man ja einen Wert hernehmen), Kosten pro m² 120€, Energiepreissteigerung/a 3% (aktuell 0,06€/kWh), Einsparung mit WDVS 30kWh/m²a...Verbrauch ohne Sanierung 100kWh/m²a. Also 30% weniger Transmissionswärmeverlust durch WDVS

    Kosten Sanierung: 120€/m²
    Heizkosten/m² mit Sanierung auf 30a: 220,5€
    Gesamt für 30a / m²: 340,5€

    Heizkosten ohne Sanierung gesamt auf 30a / m²: 315€

    Alles realistische Werte. Reicht das schon aus, das ganze als unwirtschaftlich darzustellen?
    Oder reicht es auch, z.B. 3 Angebote fürs WDVS vorzulegen, die alle über der Wirtschaftlichkeitsgrenze liegen?

    Ein bisschen an den Annahmen gedreht oder WDVS auf 40a ausgelegt, und schon gehts in die andere Richtung...
     
  11. tgaeb01

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    Da hast Du augenscheinlich Pech gehabt und bist einem Verkäufer auf dem Leim gegangen!
    Die paar € für eine fachlich solide Beratung/ Planung/ Dimensionierung, selbstverständlich nicht zum Nulltarif, haben scheinbar das ausgänglich verfügbare Budget erheblich überschritten ;-)
    Andererseits sind betriebswirtschaftliche Verluste bei gewerblicher Nutzung nicht völlig uninteressant ;-) Bei Selbstnutzung sieht das selbstverständlich völlig anders aus ;-)

    v.g.
     
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  13. #11 Alfons Fischer, 4. Juni 2014
    Alfons Fischer

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    in Bayern ist es so, dass dies ein verantwortlicher Sachverständiger nach ZV EnEV macht.
    Zitat aus ZVEnEV:
    Diese müssen in einer von der Bayerischen Architektenkammer oder von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau geführten Liste eingetragen sein.

    Aber es ist schon richtig: Handfeste Kriterien für den "unangemessenen Aufwand" oder die "unbillige Härte" liegen nicht vor.

    Ich nenne immer gerne folgende Beispiele:
    Könnte nicht eine unbillige Härte auch dann vorliegen, wenn ein Bauherr wegen der Anforderungen aus der EnEV seine Rücklagen, die er für die Altersvorsorge bestimmt hat, ankratzen müsste?
    Oder wenn der Kunde schlicht nicht das Geld hat, die Maßnahmen auszuführen?
     
  14. tgaeb01

    tgaeb01

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    Ich habe in der Vergangenheit einige BV bzgl. § 25 mit Gutachten begleitet. Bemerkenswert, dass Anfragen hierzu vorwiegend aus dem Gewerbebereich stammten, nicht von privaten Selbstnutzern ;-)
    Gewerbetreibende haben hierbei eine vollkommenen, natürlich begründete, notwendige, andere wirtschaftliche Sicht!
    Private Bauherren erwarten meist "Geschenke"zum Nulltarif, während gewerbliche Unternehmer eher realwirtschatlich rechenen können/ wollen/ müssen!
    Völlig korrekt! Daher auch durch §25 legitimiert bzw. sanktioniert! Ein 70 jähriger, der seinen verkleinerten Altersruhesitz verwirklichen möchte, steht unter völlig anderen wirtschaftlichen Randbedingungen, als ein 30 jähriger mit Zielstellung zu seinem Traum- bzw- Albtraumhaus;-)
    Ich rate Fachkollegen dringend zur wirtschaftlichen Wahrheit gegenüber dem jeweiligen AG!

    v.g.
     
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Komplette Wärmedämmung, total unwirtschaftlich???

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