Kosten für größere Anzahl von Obstbäumen

Diskutiere Kosten für größere Anzahl von Obstbäumen im Nutz- und Ziergarten Forum im Bereich Rund um den Garten; Hallo, ich würde gerne ein landwirtschaftliches Grundstück mit Obstbäumen bepflanzen und befinde mich ziemlich am Anfang der Recherche. Fragen...

  1. #1 PaulDiracBaut, 25. Januar 2016
    PaulDiracBaut

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    Hallo,

    ich würde gerne ein landwirtschaftliches Grundstück mit Obstbäumen bepflanzen und befinde mich ziemlich am Anfang der Recherche.
    Fragen die auftauchen:

    -lokale Baumschule oder im Internet einkaufen und nur vor Ort pflanzen lassen?
    -Mit welchen Kosten habe ich pro Baum zu rechnen, bei großen Mengen(>100) ?
    -Gibt es die Möglichkeit der maschinellen Anpflanzung/Aushub?
    -Kennt jemand gute Literatur dazu?

    Ziel ist eine naturverträgliche Langfristinvestition.
     
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  3. #2 C. Schwarze, 25. Januar 2016
    C. Schwarze

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    N´abend.
    schön, sehr schön.

    - lokale Baumschule, was sonst?
    - Kosten pro Baum zwischen 7 Euro und ca. 35-38 Euro, was soll´s den sein?
    - mit Pfahl/Pfähle 1-3? oder ohne?
    was für Bäume? Halbstamm/Hochstamm
    Apfelsorten? alte? mit entsprechenden Befruchtersorten? alte Birnen? Walnußbäume(16-20 m hoch, 12 m Durchmesser)? Abstände? Kirsche(Herzkirsche oder Gelbe Knorpelkirsche)?
    - Pflichtmitgliedschaft in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft ab Grundstücke ab 2500qm für ca. 80-90 Euro?
    - laufende Kosten Grundsteuer/Wiesenpflege
    - http://www.bund-lemgo.de/download/Int_Befruchtertabelle_Apfelsorten_201.pdf

    und und und.
     
  4. #3 PaulDiracBaut, 25. Januar 2016
    PaulDiracBaut

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    Hallo,

    danke schon mal für die Starthilfe. Die lokale Baumschule wird halt ihre Bäume verkaufen wollen; ich frage mich ob es nicht günstiger ist und bessere Auswahl verspricht, irgendwo in D zu bestellen (Lieferung kostet ja nicht die Welt) und lokal eben jemand zu pflanzen zu suchen. Bei youtube sieht man recht effiziente Pflanzmaschinen...

    Das Grundstück ist etwas in Hanglage, daher eher nicht für maschinelle Ernte geeignet, also eher Halbstamm. Nicht maximal gewinnorientiert, sondern eher mit einer schönen Mischung aus interessanten Sorten, allerdings prinzipiell schon zur Nutzung bzw. Saftgewinnung.
    Hauptsächlich sollen es wohl Äpfel sein, aber auch Birnen, Zwetschgen, evtl Wildsorten wie Schlehen, Sanddorn etc.


    Das ist ja ein großes Dokument. Mehrere Hundert Bäume soltle man also gut abstimmen und planen...
    Wo würdest Du sich am besten beraten lassen?
     
  5. #4 C. Schwarze, 25. Januar 2016
    C. Schwarze

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    naja...es ist schonender für die Bäume irgendwo vor Ort abgeholt zu werden.
    Viel Sinn macht es nicht, zu kurz geratene Bäume, ohne Erde, vielleicht mit beschädigen Wurzeln, zusammen mit Bindfaden geknotete Äste/Zweige, abgebrochen, 2-3 Tage per Versand per Paket über Kopf zu transportieren.
    Wenn dir ein Baum vor Ort nicht passt, dann läßte ihn halt liegen.

    es gibt da noch interessante google-treffer Streuobstwiesen anzulegen... mit Hinweis auf Verbißschutz, Wühlmäusen... d.h. z.B. immer mit Hasendraht eingewickelt einpflanzen.... manche "Opas" pflanzen Kirschenbäume immer mit Kalksandsteinbruchstücken ein, wil Kirschen dann besser dann anschlagen, als Insektenschutz Brandkalk an den Stamm streichen etc......und immer viel wässern. Je Mehr desto besser.
    alles in allen fast nen Vollzeitjob... dazu noch richtiges schneiden. Brauchst Zeit, Geld und Geduld.
     
  6. Zellstoff

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    hat mal was vernünftiges gelernt
    als Münchner würde ich bei so einem Projekt Kontakt mit der TUM Weihenstephan aufnehmen.
    Die sind sehr offen, freundlich und hilfsbereit.
    Evtl. kann man daraus ja ne Bachelor oder Masterarbeit machen oder auch einfach nur beraten lassen.
    Da hat man DIE Kompetenz vor der Tür....
     
  7. #6 wasweissich, 26. Januar 2016
    wasweissich

    wasweissich Gast

    Ich lasse mir die pizza auch aus kiel bringen .
    Da spare ich 20%

    Schmeckt zwar sch..... aber egal:shades

    und dass die baumschule regional geeignete sorten vorhält hat guten grund
     
  8. #7 Wachtlerhof, 26. Januar 2016
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    Von der Bauleitung zum Formularausfüllen
    Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass das internet im Endeffekt billiger kommt. Vor Ort hast Du Leute, die sich genau mit den Böden auskennen und wissen, welche Sorten gut funzen etc.

    @wwi. mal ne Frage zu den Wühlmäusen: Lohnt sich das tatsächlich mit dem Wurzeln in Hasendraht einschlagen? Ich hab nen Apfelbaum geschenkt bekommen (zu Weihnachten) und den ohne sowas eingepflanzt. Wir haben glaubs zu den Maulwürfen noch Wühlmäuse *seufz* Kann/soll man den Baum im Frühjahr nochmals ausbuddeln und mit sowas versehen oder was wäre ratsam?
     
  10. Bauklaus

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    Bei Anlage einer Streuobstwiese wende dich an den örtlichen Landschaftpflegeverband.
    Dank einer staatlichen Förderung durch den Freistaat Bayern und die EU können in gewissen Fällen die Kosten für die Hochstamm-Bäume und das Zubehör s übernommen werden, wenn die Bäume vom Obstwiesenbesitzer selber gepflanzt werden.
    Siehe auch http://www.landschaftspflegeverband-traunstein.de/lpv_materialien/streuobst_foerderung.pdf
     
  11. lawrence

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    wer tut sich heutzutage schon freiwillig eine Streuobstwiese an? Aufwand und Ertrag stehen doch in keinerlei Verhältnis. Besteht die Streuobstwiese muß sie auch gepflegt werden, sonst gibts vom Amt Ärger.
     
  12. #11 wasweissich, 26. Januar 2016
    wasweissich

    wasweissich Gast

    wwi :D

    keine ahnung . ausserdem dürfte kaninchendraht für wühlmäuse viel zu grobmaschig sein .
     
  13. #12 C. Schwarze, 26. Januar 2016
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    es wird dir nichts anderes übrigbleiben.

    entweder ist alles andere verboten worden oder unwirksam.
    Giftpastillen mit Legeflinten in Löcher legen, ist dank Sachkundenachweispflicht für Privatpersonen verboten.
    Dank den Grünen, dürfen jetzt sich einige in einigen Teilen Deutschlands mit Wühlmausplagen rumärgen und dürfen nichts unternehmen.

    Früher hat man Bäume auch in Glasscherben gepflanzt... ist nicht so der Hit.

    Bleibt als vorbeugender Schutz weiträumig den Wurzelballen 2-3 fach mit Hasendraht einzuwickeln und oberhalb zuzudrücken.
     
  14. #13 Der Bauamateur, 27. Januar 2016
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    Der Baum kostet je nach Größe und Art. Kleiner Baum = kleiner Preis. Größerer Baum = höherer Preis. Seltene/alte Sorte = höherer Preis, Standardsorte = niedrigerer Preis. Beratung vor Ort zu Boden- und Topographie-geeigneten Sorten = höherer Preis, I-Net auf gut Glück = niedrigerer Preis. Man muss halt wissen was man will.
    Dazu kommen in der Regel: Ein Schutz gegen Wühlmäuse (unverzinkter Hasendraht, der nach ein paar Jahren weggerostet ist), Verbissschutz und ein Pfahl nebst Befestigung. Je nach dem, wie die Wiese bewirtschaftet wird (Schafe? Ziegen? Kühe? Rasenmäher?) muss der Verbissschutz unterschiedlich ausfallen und aus einem Pfahl muss ggfs. eine etwas robustere Konstruktion aus 3 Pfählen werden. Das beeinflusst die Materialkosten und die Kosten des Aufbaus nicht unwesentlich.
    Es gibt diverse deutsche (nach Ländern unterschiedliche) und europäische Förderrichtlinien für Obstbaumwiesen (i.d.R. aber nur für Hochstämme), in Sachsen liegt der Satz derzeit bei ca. 65 EUR/Baum. Dann sollte man aber unbedingt die lokale Baumschule nehmen, weil die Förderrichtlinien i.d.R. eine Ersatzpflanzung für innerhalb von 5 Jahren abgestorbene Bäume verlangen und wenn du da irgendwelche Mickerlinge aus dem I-Net verschicken lässt, hast du die nächsten 5 Jahre wenig Spaß.
    Dann solltest Du daran denken, dass Du mit den meisten Baumschulen bei den Mengen sicherlich gut verhandeln kannst und auch eine gute Sortenauswahl bekommst, die auch über deren Standard-Programm hinausgeht, wenn Du dich im Herbst/Winter des Vorjahres meldest: dann können die nach Deinen Wünschen eine entsprechende Menge von Sorten veredeln und diese dann im nächsten Herbst bei Dir einpflanzen.
     
  15. MartinaS

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    Bei einer Investition in dieser Größenordnung würde ich bei der Sortenauswahl auch ein Augenmerk auf die Feuerbrandanfälligkeit legen.

    Herzliche Grüße
    Martina
     
  16. Roth

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    Ihre Langfrist-Arbeitsinvestition ist nicht zu verachten und sollte bedacht werden - sagt jemand, der das diesbezügliche Mähen, Ernten und Verarbeiten etc. ganz gut kennt...

    Streuobstwiese klingt so toll, wenn man sie nicht bearbeiten müsste.
     
  17. #16 C. Schwarze, 23. April 2016
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  18. Calanque

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    Ich hatte mal ein ähnliches Problem wie Du.
    Ich weiß nicht, auf welche Dauer das angelegt ist?
    Kannst du ein paar Jahre warten?

    Baumbezug
    Örtliche Gärtnereien und "Baumschulen" importieren tatsächlich viel aus den Niederlanden und Spanien. Echter Anbau ist meistens zu teuer. Wenn du also in eine Gärtnerei oder Baumschule gehst, in der es nur Topfware gibt: das ist keine lokale Produktion. Du musst schon riesige Felder haben, damit sich das lohnt. Und das sind die wenigsten Gärtnereien.


    Mein Beispiel
    Auf dem südfranzösischen Landgut habe ich dann gemacht, was alle Bauern machen: Stecklinge zur genetischen Kopie der Originalbäume. Geschmacksfrage. Kostenfrage. Zeitfrage. Plantagen entstehen tatsächlich meistens so.
    Und die Gärtnereien vor Ort hätten auch nur ein Jahr alte Stecklinge im Topf verkauft (für 5-15€ was ja mal eine Frechheit hast, wenn man sich die Kosten überlegt). In meinem Fall muss man bis zur Ernte noch ca. 5 Jahre warten. Ich werde allerdings nicht mehr ernten, denn ich habe das Gut verkauft.

    Deine Lage
    Hanglage kann übrigens ein Bewässerungsproblem sein.
    Für frischen Wind, gegen Pilze, für Sonne Zäune Reife ist Hanglage allerdings tip top!
    Gutes Gelingen!

    Obstsaft und Bäume finden
    Probier mal die Säfte von N.. Vaihinger ;-) So muss Obstsaft schmecken ! Die müssten doch gute Quellen für exzellente Bäume haben?
    Meine Ableger von den besten Olivenbäumen habe ich beim Spaziergang gefunden. :bef1020:
     
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  20. #18 C. Schwarze, 23. April 2017
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    letzte Woche wurde meine Streuobstwiese aufgeforstet. 179 Euro.
    3 alte Apfelsorten, 1 Schattenmorelle, ein zukünftiger großer Walnußbaum, der bei einer Länge von knapp 2,40-2,70m 56,40 Euro gekostet hat.
     
  21. #19 C. Schwarze, 11. Juni 2017
    C. Schwarze

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    zurück zur Ausgangsfrage.
    Wenn jemand sich eine Streuobstwiese anlegen möchter, der ist nicht nur, je nach Bundesland, für Hochstämme förderfähig, der kann sich auch Ökopunkte bei der Unteren Naturschutzbehörde gutschreiben lassen und später ggf. verkaufen.
    Bäume anpflanzen plus spezielle Blumenmischungen auf dem Grundstück.
    Das kompensiert etwas die Kosten.

    Also grob(weil es wohl 2 Berechnungsmethoden gibt) gesagt ein Acker hat eine Wertigkeit von 2 Ökopunkten, einer Streuobstwiese 20.
    Die DIfferenz von 18, die als ökologische Aufwertung zählt kann, man sich gutschreiben lassen und später verkaufen. Der Handel ist frei handelbar. Bezahlt werden wohl von 0,70 Euro bis 4,50 Euro.
    Kaufen können das Firmen oder Privatpersonen, die, wenn sie Flächen versiegeln, Ausgleichsmaßnahmen durchführen müssen.
    Baut z.B. eine Firma eine neue Lagerhalle, muß sie selbser Grundstücke erwerben und anpflanzen oder von jemanden anderen der diese Maßnahmen bereits durchgeführt hat und bereits Ökopunkte auf seinen Konto hat. Wenn möglich soll dieser Ausgleich raumnah stattfinden, geht aber auch im selben Bundesland.

    Da ich persönlich davon ausgehe, das der Flächenverbrauch in D unverändert weitergeht. Müßten diese Ökopunkte im Preis steigen.
    Auf der einen Seite geben viele Landwirte auf, dann gehen große Flächen auf andere Betriebe über, werden teilweise Bauland und kleine unwirtschaftliche Stücke werden frei.
    Und auf der anderen Seite, wenn man sieht was teilweise für Logistikgebäude aus dem Boden schießen und Flächen versiegelt werden, wird die Nachfrage stetig wachsen.
    Und da Geld auf dem Konto auch nicht mehr wird....aber reich kann man wohl nicht werden. Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, Steuer, Grundsteuer und laufende Kosten für 1-2 Pflegeschnitte sollte man nicht vergessen.
     
Thema: Kosten für größere Anzahl von Obstbäumen
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