Kostenschätzung Altbausanierung

Diskutiere Kostenschätzung Altbausanierung im Baupreise Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo Zusammen. Wir haben vor ein altes Haus zu kaufen und zu sanieren. Im Vorfeld haben wir bereits einige Objekt in Augenschein genommen und...

  1. #1 AltbauSven, 4. April 2006
    AltbauSven

    AltbauSven

    Dabei seit:
    3. April 2006
    Beiträge:
    23
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Holztechniker
    Ort:
    Sachsen
    Hallo Zusammen.

    Wir haben vor ein altes Haus zu kaufen und zu sanieren.
    Im Vorfeld haben wir bereits einige Objekt in Augenschein genommen und auf „Verwendbarkeit“ geprüft.
    Das Spektrum geht vom Bauernhaus über älteres EFH bis hin zur Scheune zum Ausbau. Alles etwa die gleiche Größe (2 Etagen und Grundrißfläche von ca. 70-80m² im EG, Gebäudehöhe 10m).
    Um den Finanzierungsaufwand des Ausbaus abzuschätzen zu können, würden wir 800,-Euro/m² ansetzen (Schätzung eines befreundeten Bauingenieurs).
    Ist eine solche Überschlagsrechnung überhaupt realistisch und wie setzt diese sich dann prozentual zusammen?
    Ziel soll es sein, die unmittelbaren, mittelfristigen und langfristigen Sanierungskosten abschätzen zu können.
    Uns ist schon bewußt, daß dies unmittelbar abhängig vom jeweiligen Objekt ist. Aber bei einer prozentualen Aufschlüsselung könnte man dies, je nach Objekt, individuell überschlagen (bei einem Objekt wäre z.B. keine neue Dacheindeckung erforderlich).

    Weiterhin würde mich interessieren, welche Kosten man bei den nachfolgenden Bauleistungen ansetzen sollte.

    Dach: pauschal 20.000,-Euro ???
    Satteldach mit Ziegeldeckung ohne Dachflächenfenster, Neigung 40°, ohne Dämmung (Kaltdach), Dachstuhl okay

    Heizung: pauschal 20.000,-Euro ???

    Schornstein:
    Neuer Schornstein, Höhe 11m, für Heizung und Kamin/Kachelofen
    Preisunterschied ob im Haus oder außen am Giebel?

    Bodenaufbau EG: ... Euro/m²
    nicht unterkellert, Rohfußboden Bestand, Abdichtung und Dämmung, Fußbodenheizung (in Pos.2.), Estrich

    Verputzen (Innen/Außen): ... Euro/m²

    Fenster/Türen:
    In welchen Größenordnungen würde sich z.B. ein voll verglastes Fassadenelement für ein altes Scheunentor (B=3m/ H=3,5m/ Rundbogen) bewegen (Festferglasung mit Doppeltür)?
    Welches Material, Holz, Alu oder...?

    Danke für Eure Anregungen.

    Sven
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Bruno

    Bruno

    Dabei seit:
    28. Februar 2003
    Beiträge:
    3.943
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    86167 Augsburg
    Benutzertitelzusatz:
    Architekt
    Eine neue Haustür kann 100% der Kosten ausmachen oder 1%, je nachdem welche Maßnahmen insgesamt durchgeführt werden. Über Prozentrechnen auf Einzelkosten kommen zu wollen ist also gefährlich. Hierzu muss das, was 100% sein soll, genau bekannt sein, technisch und preislich. Das kann nur bekannt sein, wenn alle Teilleistungen bekannt sind. Der Ansatz, über Einzelleistungen zu den Gesamtkosten zu kommen, ist deshalb der richtige.

    Da es um eine ganze Stange Geld geht, sollte unbedingt ein Fachmann schauen und rechnen, bevor die letzte Entscheidung fällt.

    Ein paar Links mit Zahlen vorab:

    http://www.qbau.de/linkliste/links.php?cat=7
     
  4. MaMa

    MaMa

    Dabei seit:
    13. Mai 2002
    Beiträge:
    442
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    SV f. Holzschutz, Arbeitsvorbereiter Holzb
    Ort:
    Leipzig
    Benutzertitelzusatz:
    Mit Acryl und Schaum kann man ganze Häuser baun.
    Kann sein, muß nicht...

    Sorry, aber seriös ist hier kaum eine brauchbare Richtung für einen Preis zu ermitteln.
    Alles ist irgendwie abhängig vom Zustand der vorhandenen Bausubstanz, Komplexität der gegebenen Konstruktionsaufbauten, Ausbaustandard, Ihren Bauherrnwünschen nach Besonderheiten und Extras.
    Mit 800 €/m2 kann man schon eine ganze Menge anrichten, aber es kann auch schnell sehr knapp werden, selbst wenn man mit einem niedrigen Preisgefüge ins Rennen geht, wie es hier in Sachsen eher üblich ist.
    Materialien und Aussehen, mit dazugehörigen Preisen sind zusätzlich abhängig von übergeordneten Vorgaben wie zum Beispiel dem Denkmalschutz.
    Da hilft im Normalfall nur, mit einem Fachplaner/Architekten/Bauingenieur an der Hand für jedes Objekt eine separate Kostenschätzung zusammen zu basteln.
    Und dies auf der Grundlage von Parametern, die für Sie in bei jedem Projekt zutreffen würden, wie Ausbaustandard, generelle Wünsche und Vorgaben.
    Grüße aus Leipzig von
    Martin Malangeri
     
  5. #4 AltbauSven, 4. April 2006
    AltbauSven

    AltbauSven

    Dabei seit:
    3. April 2006
    Beiträge:
    23
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Holztechniker
    Ort:
    Sachsen
    Danke für die Antworten.

    Die Links waren schon mal echt hilfreich.
    Die Einwände betreffend der Überschlagsrechnung kann ich klar verstehen, da die anfallenden Arbeiten logischerweise in jedem Objekt anders sind.

    Problem:
    Erstbegehung eines Objektes.
    Eigene Einschätzung des Bauzustandes.
    Überlegung welche Sanierungsleistungen erforderlich (relativ detailliert möglich).
    Welche Kosten stecken hinter diesen Leistungen ?!

    Da es bei diesen Überlegungen nicht um die letzte Entscheidung vorm Kauf geht, sondern um die Einschätzung an einem Objekt weiterhin Interesse zu haben ( den zweiten Schritt zu gehen), wäre eine fachmännische Kostenrechnung sicher etwas verfrüht. Der entsprechende Fachmann würde ohne Eigenbesichtigung eh keine detaillierte Kostenrechnung abgeben.
    Da wir irgendwie nicht die richtigen Infos im Netz gefunden haben, fehlt uns etwas der „rote Faden“.
    Über die Links von Bruno sind wir da ein ganzes Stück weiter.
    Aber schreibt doch mal wie Ihr das Thema von der Erstbesichtigung bis zur Kaufentscheidung angehen würdet.
    Überlegungen wie Erschließung, Denkmalschutz, Grunderwerbs-/Notarkosten usw. sind uns dabei klar.
    Wenn es aber ins Detail geht („ans Eingemacht“) und wenn es dann konkret wird, wo sind da die Knackpunkte?
    Übrigens MaMa wie meinst Du
    „...selbst wenn man mit einem niedrigen Preisgefüge ins Rennen geht, wie es hier in Sachsen eher üblich ist.“

    In freudiger Erwartung
    Sven
     
  6. MaMa

    MaMa

    Dabei seit:
    13. Mai 2002
    Beiträge:
    442
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    SV f. Holzschutz, Arbeitsvorbereiter Holzb
    Ort:
    Leipzig
    Benutzertitelzusatz:
    Mit Acryl und Schaum kann man ganze Häuser baun.
    unterschiedliche Regionen = unterschiedliche Preise

    ich muß immer mal wieder kalkulieren für mich oder für andere (eigene Leistungen, Kostenschätzungen für Sanierungsarbeiten u. ä.). Es gibt eine Reihe von Leistungen die ich in Sachsen günstiger ansetzen kann, als weiter im Westen (z. B. Baden-Würtemberg). So findet man die häufig angegebenen "15%" in diesen Zusammenhängen immer wieder.
    Grüße
    MaMa
     
  7. #6 Ingo Nielson, 6. April 2006
    Ingo Nielson

    Ingo Nielson

    Dabei seit:
    26. September 2003
    Beiträge:
    2.580
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Schleswig-Holstein / Hamburg
    Benutzertitelzusatz:
    Freischaffender Architekt, öbuv SV für Hochbau
    erstbegehung

    besichtigungen immer mit einem architekten, der sich in der altbausanierung auskennt, danach kosten schätzen und entscheiden.
    eigentlich ganz einfach, man muss eben nur einmal erkennen, dass das investierte honorar in die voruntersuchung(en) der erste richtige schritt ist, um kosten zu sparen. ich habe z.b. gerade einen bauherren, mit dem ich schon in 4 oder 5 objekten war. bisher war er danach jedesmal froh, dass er eine kompetente beratung hatte, denn ohne fachmann hätte er schon zweimal zum weit überhöhten preis gekauft.
     
  8. MaMa

    MaMa

    Dabei seit:
    13. Mai 2002
    Beiträge:
    442
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    SV f. Holzschutz, Arbeitsvorbereiter Holzb
    Ort:
    Leipzig
    Benutzertitelzusatz:
    Mit Acryl und Schaum kann man ganze Häuser baun.
    dito

    aktuell bei mir - ein Fachwerkhaus, hübsch anzusehen, Fassade gestrichen, adretter Vorgarten, begeisterte kaufwillige Eigentumssucher.
    Nach 2 h gemeinsamen Rundgang und Diskussion: Hausbockschäden aller Orten, entdeckte, verdeckte Problemzonen und verkleidete Feuchteschäden.
    Über den Daumen gepeilter Sanierungsaufwand plus Kaufpreis war um ein Drittel höher als der angedachte Investitionsaufwand.
    Vom Kauf wird nun Abstand genommen, man hatte 100 Euro Verlust für den Beratungstermin und war trotzdem dankbar für ersparte Finanzmiseren, Nervenzusammenbrüche und Ehekrisen... :)
    Besser so als anders... :mauer
    Grüße
    MaMa
     
  9. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  10. #8 AltbauSven, 6. April 2006
    AltbauSven

    AltbauSven

    Dabei seit:
    3. April 2006
    Beiträge:
    23
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Holztechniker
    Ort:
    Sachsen
    Ich arbeite in einem Planungsbüro für Ladeneinrichtungen im Frische-Bereich. Plane und Betreue dies Objekte im gesamten Realisierungszeitraum. Hier koordinieren wir alle Bautätigkeiten innerhalb Mietflächen. Einer unserer ADM ist Architekt. Er würde bei einem Objekt, welches wir in die engere Wahl genommen haben, einen Vor-Ort-Termin mit wahrnehmen. Einen Bauingenieur (eigenes Ingenieurbüro) könnte ich auch noch zu Rate ziehen.
    Somit habe ich vermutlich gute Voraussetzungen nicht all zu sehr auf die Nase zu fallen. Da ich aber diese Hilfsbereitschaft nicht unnütz strapazieren will und kann, ist es mir wichtig die Auswahl selbst entsprechend einzuschränken.
    Im zweiten Schritt werde ich sicher Ihren Rat befolgen und diese Beiden mit ins Objekt nehmen. Ohne entsprechenden professionellen Rat würden wir eh kein Objekt kaufen.
    Wir haben im Vorfeld versucht bestimmte Leistungen verschiedener Objekte einzuschätzen und dann mit Orientierungspreisen hoch gerechnet (z.B. Links von Antwort BRUNO oder unverbindliche Anfrage bei möglichen Lieferanten wie Kläranlage, Heizung, Elekto oder eigene Erfahrungswerte). Dadurch haben wir schon ein gewisses Gefühl bekommen für die zu erwartenden Kosten. Diese decken sich interessanter weise mit einem pauschalen Sanierungskostenaufwand von 800-900 Euro/m².
    Unsere Überlegungen zielen darauf, das Kostengefüge in etwa einzuschätzen.
    Wir könnten Vieles in Eigenleistung erbringen, werden aber einiges davon aus Zeitgründen vergeben müssen.
    Wir werden auch sicher nicht nach ein oder zwei Jahren fertig sein, da wir lieber mit etwas weniger Anfangen und Stück für Stück erweitern. Dafür aber keinen Finanzierungsklotz mit uns herum schleppen wollen.
    Das dies eine Gradwanderung ist uns bewußt. Auch das es dazu viele Gegenmeinungen gibt.
    Um aber dennoch diesen Weg zu gehen, sollte man sich intensiv mit den Bauleistungen und Einzelkosten bereits im Vorfeld auseinandersetzen. Denn die Anforderungen an den jeweiligen „Bauherren“ werden ja nicht weniger.
    Und was ich selber entscheiden muß, sollte ich auch versuchen selbst zu beurteilen! Objektiv natürlich!
     
  11. #9 AltbauSven, 6. April 2006
    AltbauSven

    AltbauSven

    Dabei seit:
    3. April 2006
    Beiträge:
    23
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Holztechniker
    Ort:
    Sachsen
    Habe gerade die Sache mit dem Fachwerkhaus gelesen.
    Für uns eine klare Sache, bevor man sich entscheidet, sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.
    Aber sollte man dies bereits bei der Erstbegehung tun ?
    Wir werden bis zur Kaufentscheidung sicher mehrere Ortstermine wahrnehmen.
    Wenn man eine gewisse Vorauswahl erst einmal allein trifft, ist doch beim zweiten Termin auch noch nichts zu spät. Und jeden Termin mit 100 Euro vergüten zu müssen, geht mit der Zeit auch ins Geld.
    Wir hatten mittlerweile 6 Erstbegehungen ohne Fachmann. Hier prüft man doch eigentlich erst einmal die Örtlichkeiten auf Tauglichkeit hinsichtlich seiner Wünsche. Man macht sich ein Bild der Räumlichkeiten und des Umfeldes. Dies ist doch lediglich eine Art Kennenlernen.
    Einer (seiner) Frau macht man doch auch nicht gleich beim ersten Date einen Antrag. Mal ganz abgesehen davon, daß man hier auf den Rat eines Fachmanns ganz verzichten muß !!!
     
Thema:

Kostenschätzung Altbausanierung

Die Seite wird geladen...

Kostenschätzung Altbausanierung - Ähnliche Themen

  1. Kostenschätzungen grob korrekt

    Kostenschätzungen grob korrekt: Holá zusammen, wir überlegen uns ein Altbau aus dem Jahre 1960 zu kaufen und stellen dabei natürlich die möglichen Kosten einem Neubau gegenüber....
  2. Radiosendung über Abenteuer Altbausanierung

    Radiosendung über Abenteuer Altbausanierung: Hallo zusammen, wir haben uns ein altes Haus im Ruhrpott gekauft. Die Doppelhaushälfte wurde 1898 gebaut und es gibt einiges darin zu sanieren...
  3. Fragen zur Innendämmung

    Fragen zur Innendämmung: Hallo zusammen! Wir haben einen alten Bauernhof gekauft und möchten nun anfangen, das Wohnhaus zu sanieren. Das Wohnhaus wurde 1949 "neu" an...
  4. Altbausanierung: Reste Linoleumkleber, Tipps zu weiterem Vorgehen

    Altbausanierung: Reste Linoleumkleber, Tipps zu weiterem Vorgehen: Hallo liebe Gemeinde, habe mir hier schon viele sinnvolle Tipps geholt und mich jetzt doch mal angemeldet, weil ich zu meinen Fragen keine...
  5. 1-Stöckiger Anbau am Altbau

    1-Stöckiger Anbau am Altbau: Hallo zusammen, Da wir in unserem Altbau die Heizung erneuern müssen fallen einige Umbauten an. Geplant ist die aktuelle Ölheizung gegen eine...