Leichter oder Schwerer Bau nach ENEV?

Diskutiere Leichter oder Schwerer Bau nach ENEV? im EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 Forum im Bereich Bauphysik; Mahlzeit Forum Wie ich schon im Internet lesen konnte, wird bei der Erstellung des Energiebedarfsnachweises eine Unterscheidung zwischen...

  1. #1 BauherrHilflos, 7. April 2008
    BauherrHilflos

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    Wie ich schon im Internet lesen konnte, wird bei der Erstellung des Energiebedarfsnachweises eine Unterscheidung zwischen
    Schweren und Leichten Bauten vorgenommen.
    Weiteren Informationen zufolge geht es dabei um die Wärmespeicherung der Wände. Einer Berechnung nach muss dazu eine hohe Wärmeeindringzahl vorhanden sein, damit die Wand überhaupt eine Wärmespeicherungen erbringen kann.
    Jedoch konnte man nirgendwo die Grenzwerte finden, um zwischen schweren oder leichten Bauten zu unterscheiden. Hat vielleicht jemand einen Link?

    Zudem die Frage: Bei einer 10cm Außendämmung (Styropor b=0,7 Wh 1/2 /m²K) 15cm (Beton b=37,6 Wh 1/2 /m²K) und 5cm Innendämmung (Styropor b=0,7 Wh 1/2 /m²K); bremst die Innen/Außendämmung schon so sehr den Wärmefluss, das der Beton in der Mitte keine Wärme mehr speichern kann?
    Somit die Wand als leichte Bauweise zu sehen ist?
     
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  3. #2 VolkerKugel (†), 7. April 2008
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    Grenzwerte ...

    ... gibt´s dazu - meines Wissens - nicht.

    Die Definition in meinem Nachweisprogramm lautet:
    Leichte Bauweise = Holztafelbauart ohne massive Innenbauteile, Gebäude mit abgehängten Decken.
    Schwere Bauweise = Gebäude mit massiven Innen- und Außenbauteilen ohne abgehängte Decken.
    Detaillierte Ermittlung: wenn alle Innen- und Außenbauteile festgelegt sind. Hier ist der volumenbezogene Wert anzugeben.

    Bei leichter Bauweise erhöht sich der Jahresprimärenergiebedarf um etwas über 3 % gegenüber der schweren,
    auf den Transmissionswärmeverlust hat´s keinen Einfluss.
     
  4. #3 BauherrHilflos, 7. April 2008
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    Danke für die Info Volker

    Gehe ich recht in der Annahme, das mit der Detaillierten Ermittung eine Berechnung durchgeführt wird, wie sie hier beschrieben ist?
     
  5. #4 VolkerKugel (†), 7. April 2008
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    Ich sach mal so ...

    ... das ist ähnlich wie mit dem Einzelnachweis der Wärmebrücken.

    "Rentieren" tut sich das wirklich nur, wenn Spitz auf Knopf gerechnet werden muss.
    Durch die Vielzahl der pauschalierten Randbedingen in der Gesamtbilanz hat das auf die tatsächliche Gebäudeeigenschaft einen eher marginalen Einfluss.
    Denke ich :konfusius .
     
  6. BKat

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    Ich frag mal so...

    Hallo und Mahlzeit,

    um keinen neuen Fred aufzumachen hänge ich meine Frage mal hier ran. BauherrHilflos hat hoffentlich nichts dagegen.

    @VolkerKugel
    Heißt das, daß die Definition der Bauart willkürlich vom Programmersteller festgelegt wird? Und/oder das unabhängig von der tatsächlichen Bauart die "rechnerisch günstigere" Variante genommen werden kann?

    Wenn ich dann die 3% der schweren Bauart und die 5% eines Blower-Door Test (wie hier http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?p=166211&highlight=Blower+door#post166211 beschrieben) nehme, habe ich auf dem Papier eine 8% heiztechnisch effizientere Hütte ohne einen Millimeter mehr an Dämmung:wow? Oder bin ich gerade so:confused:?

    Gruß

    BKat
     
  7. #6 BauherrHilflos, 11. April 2008
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    Derzeit liegen mir zu dem Punkt auch 3 Aussagen vor:
    1.) Energienachweis Ersteller = schwerer Bau
    2.) Forumsmitglied = Innendämmung = leichter Bau
    3.) Gutachter = leichter Bau

    Folgen wir der leichten Bauweise, so liegt unser Ergebnis ÜBER KFW 40.
    In schwerer Bauweise sind wir IN KFW 40...

    ...also könnte "willkürlich" nicht so recht passen. Eher "berechnend" :motz
     
  8. #7 VolkerKugel (†), 11. April 2008
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    Nein ...

    ... das heißt es natürlich nicht.

    Der Programmersteller bietet nur die Wahlmöglichkeit,
    "genommen" werden muss natürlich die tatsächlich ausgeführte Variante :konfusius .
     
  9. BKat

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    Danke

    Bliebe noch die Frage nach dem Dichtigkeitsnachweis. Muß ein Auftraggeber es hinnehmen, daß der EnEV-Nachweisersteller bei der Berechnung den Dichtheitsnachweis "einfließen" läßt und, die 5% von Bruno im Link angenommen, nur so KfW40/60 schafft?

    BKat

    @BauherrHilflos
    Entschuldigung für den Mißbrauch von deinem Fred:konfusius.
     
  10. #9 VolkerKugel (†), 11. April 2008
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    Was heißt ...

    ... "hinnehmen muss"?

    Wenn im Nachweis eine Luftddichtigkeitsprüfung angesetzt ist, muss sie auch durchgeführt werden.
    Und wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ausfällt, muss die Prüfung wiederholt werden.
    So lange, bis es "passt" (wobei die 1,5 der EnEV meiner Ansicht nach schon viel zu viel sind :konfusius ).
     
  11. Baufuchs

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    Gehe

    ich recht in der Annahme, dass BKat das anders gemeint hat?
    Nämlich so:
    BKat will nicht akzeptieren, dass Kfw-40/60 nur mit Blower-Door-Test erreicht wird, sondern er möchte/will, dass dieser Standard auch ohne BT erreicht wird?
     
  12. BKat

    BKat

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    Weil es...

    ...ne "windige" Sache ist:cool:??

    Der Beitrag von Bruno läßt mich annehmen, daß man einen EnEV-Nachweis mir der "Stellschraube" Dichtheitsnachweis "hinrechnen" kann. Die Gründe des EnEV-Erstellenden seien erstmal dahingestellt. Sollte der Auftraggeber darüber nicht informiert werden? Möglicherweise kann man einen angestrebten KfW-Standart auch anders errreichen? Denn den Aufwand (finanziell, organisatorisch) hat der Auftraggeber. Es gibt Tragwerksplaner, die fahren und telefonieren wegen solchen Fragen durch die halbe Welt:winken. Und die wollen den Dichtheitstest als Qualitätskontrolle, aber nicht um auf dem Papier einen Standart zu erreichen.

    Ich finde einfach, daß das "Hinrechnen" keine saubere Sache ist.

    BKat
     
  13. #12 VolkerKugel (†), 11. April 2008
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    Dabei ...

    ... kann ich Dir nur zustimmen.

    Hast Du denn eigentlich ein konkretes Problem in dieser Hinsicht?
     
  14. BKat

    BKat

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    Die Annahme...

    ... von Baufuchs ist richtig. Ich war zu langsam.

    Ich nehme den nie passenden Vergleich mit einem Auto. Verbrauch von 5l/100km wird garantiert. Wurde aber ohne Sitze, Verkleidungen, Sicherheitseinrichtungen etc. ( Gewichtsersparnis 500 kg) ermittelt:irre.
    Hätte ich als Käufer die Wahl, würde ich vielleicht einen kleineren Motor wählen. Oder einen Diesel oder eine andere Marke.

    BKat
     
  15. BKat

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    wieder zu langsam

    @VolkerKugel
    Ja, habe ich. Und nein, der Ersteller hat kein Mucks gesagt.

    BKat
     
  16. jhd

    jhd

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    Moin,
    das Berechnungsverfahren von Cwirk ist in der DIN 4108-6 angegeben.
    Es fließen alle mit der Raumluft in Kontakt stehenden Oberflächen ein, bis max. 10cm.
    Bei raumseitiger Dämmung werden max. 10 cm vor der Dämmung angesetzt, das bedeutet streng genommen nur der Innenputz auf Deinen Aussenwänden.
    +
    Also wenn Du es genau haben möchtest Aussenwände, Dach und Innenwände + Decken/Sohle ansetzen.
    +
    Pauschal möchte ich mal "leichte" Bauweise behaupten.
    +
    +
    Zu Bkat:
    Der BDT greift erst bei der Berechnung von Qp'', hat also mit Dämmstärken primär nix zu tun.
    Wenn nun nicht jeder mit einem Pelletkessel ein super Qp'' erreichen möchten, dann denke ich kann man diesen Bonus gut ansetzen.
    Ich muss mich allerdings an die bescheinigte Qualität halten.
    +
    J.
     
  17. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Nutzt

    nix.
    Der BU muss den Nachweis erbringen, dass das Haus Kfw40/60 Standard einhält.
    Dazu darf er die gem. Definition zulässigen Rechenverfahren anwenden.
    Ob das dem Bauherren gefällt ist zweitrangig.
     
  18. #17 BauherrHilflos, 11. April 2008
    BauherrHilflos

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    @BKat
    Verstehe ich das jetzt richtig?
    Du möchtest zwar ein z.B. KFW 40/60, aber keinen BTD?
     
  19. BKat

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    Möglicherweise erliege ich als Laie einem Denkfehler.

    @jhd
    Qp''= vorhandener Jahres-Energiebedarf im Zehntelbereich unter KfW-Standart. Wenn ich die 5%, die Bruno angibt drauflege, dann bin ich drüber. Mag legal sein, ich möchte es aber vorher wissen und die Wahl haben.

    Ist schon merkwürdig, wie man Polemik an ein Haus mit Pappwänden zum Passivhaus rechnen kann Polemik aus.

    BKat
     
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  21. #19 BauherrHilflos, 11. April 2008
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    Meiner Meinung nach stellt es auch einen leichten Bau dar. So wie unser Gutachter. Aber leider gibt es keine fest definierte Trennung zwischen schwer und leicht. Der GÜ besteht weiter auf "Schwer"
     
  22. BKat

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    @BauherrHilflos
    Den Test will ich schon. Aber nicht als "Rechengröße" sondern als Qualitätsnachweis. Ist wohl ähnlich wie bei dir mit der Bauart. Auch nur eine "Rechgröße".

    @Baufuchs
    Ich habe keinen BU sondern einen EnEv-Ersteller. Also alles noch Papier, und da hätte es noch alles werden können.

    Die Frage ist halt ob ich das jetzt so hinnehmen muß.

    BKat
     
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