Logik der Forderung von Gefälle in Rinnen i.V. zum Dach

Diskutiere Logik der Forderung von Gefälle in Rinnen i.V. zum Dach im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, ich frage mich, wo die Logik ist, dass man bei Dachrinnen "nur" 1 mm/m Gefälle fordert und bei Stehfalz-Titanzinkdächern aber mind. 7 Grad...

  1. fsaah

    fsaah

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    Hallo,
    ich frage mich, wo die Logik ist, dass man bei Dachrinnen "nur" 1 mm/m Gefälle fordert und bei Stehfalz-Titanzinkdächern aber mind. 7 Grad (Klempnerfachregeln) oder 3 Grad (DIN 18339).
    Wasser soll auf 'nem Dach ja keines stehen bleiben, da ansonsten ja keine Luft dran kommt, damit sich eine schützende Patina bilden kann und Korrosion vermieden wird.
    Bei der Rinne, oft ja auch Material Titanzink, oder bei Attikaabdeckungen, hat man o.g. Gefälle von 3 oder 7 Grad ja auch nicht.
    Rheinzink selbst behaupet in Veröffentlichungen immer, dass stehendes Wasser keine Einschränkung der Lebensdauer bedeute.
    Ist das alles logisch? Bitte um Aufklärung.
    DANKE!!
     
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  3. #2 Gast360547, 28. August 2009
    Gast360547

    Gast360547 Gast

    unterschied

    Moin,

    zwischen regensicher, was bei dem Stehfalzdach der Fall ist, und wasserdicht, wie eine Dachrinne ausgeführt sein muss.

    Bei einer Rinne muss das Wasser sicher abgeleitet werden, was durchaus auch bei halbrunden Rinnen ohne Gefälle geschehen kann. Bei kastenförmigen Dachrinnen sollte ein größeres Gefälle angenommen werden, da die deutlich schlechter ablaufen und im Winter durch Frosteinwirkung bei verbleibendem Wasser durch Eisbildung deformiert werden können.

    Bei Stehfalzdeckungen muss das Wasser ebenfalls sicher (schneller) abgeleitet werden und deshalb das größere Gefälle. 3° nur mit weiteren Zusatzmaßnahmen wie Dichtbändern und/oder wasserdichtem Unterdach.

    Mit der Bildung von Patina hat das gar nichts zu tun.

    Mauerabdeckungen sollen ein Gefälle nach innen, also zur Dachfläche, aufweisen, damit Niederschlagswasser nicht auf der Außenseite an der Fassade herabläuft und dieser zumindest optisch schaden kann.

    Alles hat in dem Fall seine richtige und nachvollziehbare Logik.

    Grüße

    stefan ibold
     
  4. fsaah

    fsaah

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    Danke sehr Herr Ibold,
    für Ihre Antwort.

    Was Sie sagen ist logisch, jedoch bleibt die Frage:

    Auch Rinnen dürften doch korrodieren, wenn Wasser stehen bleibt, denn dann ist doch keine Schutzschichtbildung möglich, oder?
    Mir gehts eher um die Dauerhaftigkeit des Materials wenn es eben kein oder zu wenig Gefälle aufweist. Ein Chemiker würde uns das doch sagen, dass sich bei Wasser auf dem Material (ob dauerhaft stehend in eine Rinne oder einem gefällelosen Dach) keine Patina bilden kann (Vorgang s. Franz Lubinski, in der Reihe Schadenfreies Bauen, Bd 12, Metallfassaden/-dächer).

    Gruss an Sie!
     
  5. #4 Gast360547, 28. August 2009
    Gast360547

    Gast360547 Gast

    nein

    Moin,

    bei Dachrinnen sind es die Tropfstellen, die die Rinne mürbe machen. Da kann Wasser sogar "lebensverlängernd" wirken, denn der Tropfen löst kein Material aus dem Zink.

    Grüße

    stefan ibold
     
  6. fsaah

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    Moin,

    Ich verstehe nicht, was Sie mit Tropfstellen meinen...wenn dauerhaft auf eine Stelle Wasser tropft ? Weshalb wird daraus ein Problem?
    Nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich versteh immer noch nicht, weshalb es also bedenkenlos sein soll, dass Titanzink "unter Wasser stehen darf" - anderenorts sagten mir Fachleute, dass bei mangelndem Gefälle das Wasser die Schutzschichtbildung verhindert und so wg-. fehlenden Patina Korrosionsgefahr besteht.
    Ist das denn falsch? Können Sie heirauf konkret eingehen, bitte?
    DANKE sehr vorab!
     
  7. #6 Ralf Dühlmeyer, 28. August 2009
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Steter Tropfen höhlt den Stein - äääääääääh die Rinne
     
  8. fsaah

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    Guten Tag,

    Danke für die Erläuterung zum Tropfen:)

    zur Erläuterung:

    Der blaugraue Farbton von Titanzink wird durch die sich natürlicherweise an der Atmosphäre bildende Schutzschicht (Patina) hervorgerufen. Diese festhaftende Schutzschicht besteht aus Zinkoxid und basischem Zinkkarbonat; sie bewirkt den hohen Korrosionswiderstand des Titanzinks und die sehr geringen natürlichen Abtragsraten. Voraussetzung ist der Zutritt von Kohlendioxid aus der Luft, da die Patinabildung sonst im Stadium der Zinkhydroxidbildung stecken bleibt.
    Für Korrosion braucht man immer beides: Luft (Sauerstoff) und Wasser (als Elektrolyt) und eine fehlende Schutzschicht durch Abwesenheit von Kohlendioxid. In (oder an) einer Pfütze ist das gegeben."
    :konfusius
     
  9. Andreas21

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    Nahtverbindung

    Den Unterschied machen die Nahtverbindungen aus:
    Bei der Rinnen wasserdicht(z.B. TiZi gelötet), beim Dach Doppelstehfalz(gefalzt).
    Der Falz ist nur regensicher, d. h. es braucht ein größeres Gefälle um keine Leckage zu bekommen.
    Die Patina bildet sich sofort nach der Verlegung, stehendes Wasser(immer zeitweise) verhindert dies nicht.
    Generell ist stehendes Wasser nie ganz zu vermeinden, mehr als 10 mm sollten es aber nicht sein.
     
  10. fsaah

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    Danke Andreas,

    wieso findet man dann aber tlw. Rostschlileren etc. auf solchen gering geneigten Dächern?

    Ist deiner Erfahrung nach also generell stehendes Wasser auf Titanzinkblech unproblematisch!?

    Gruss
     
  11. Andreas21

    Andreas21

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    Rostschlieren, könnte Flugrost sein. Hat aber, glaube ich, nichts mit der Neigung zu tun.
    Stellenweise stehendes Wasser ist in der Rinne kein Problem.
    Bei Dächern, Attikas, Abdeckungen zu vermeiden. Dort ist aber vor allem die Optik das Problem. Das TiZi geht nicht kaputt, wenn sich z. B. auf einer Abdeckung nach dem Regen eine Pfütze bildet.
     
  12. fsaah

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    eränzend:
    verstehe ich dann richtig, dass deiner Meinung nach dann

    ständig stehendes Wasser in einer Rinne aufgrund Gegengefälle
    oder
    ständig stehendes Wasser auf einem kleiner Stehfalzdach aufgrund O° - oder Gegengefälle (zB Fläche einer Kuppeldurchdringung am Dachrand)

    jeweils definitiv unproblematisch sind ? Keine Gefahr der Korrosion?
     
  13. #12 Achim Kaiser, 28. August 2009
    Achim Kaiser

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    Warum werden an ein (Blech-) *Dach* andere Anforderungen gestellt als an eine *aussere Wasserableitung* (s-Rinne) ?

    Wenn man mal die Optik aussen vor lässt (3% Gefälle an einer Dachrinne über eine Hauslänge von 10 m sehen einfach *nur* Scheibe aus) so haben beide Bauteile ganz unterschiedliche Aufgaben.

    Es fängt schon an mit den Bauwerkstoleranzen ...
    *Fächen* absolut eben hinzubekommen kriegste ohne großen Aufwand nicht gebacken, also spielen neben den *Materialeigenschaften* auch noch ganz andere Punkte in bestimmte *Fachregeln* rein - die auch Machbarkeit an der Baustelle berücksichtigen.

    Mit nem Rinnenträger kann ich auch mal nen cm Toleranz am Balkenende ausgleichen ... mach das mal mit ner Fläche wenn der Maurer schon seine Decke 2 cm aus der Waage betoniert hat und der Zimmermann nichts ausglich ... dann wird aus ner (geplanten) 0% Gefälle Dachfläche ganz schnell eine öffentliche Fußwascheinrichtung für die Vögel.

    Über mögliche Folgeschäden am Bauwerk brauchen wir dann nicht wirklich anfangen zu palavern.

    Insofern ist die Debatte über *verträgt es das Material* nicht zielführend.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  14. Andreas21

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    Rinne: Gegengefälle sollte nicht sein. Durch Widerstand(z. B. am Dehnungsausgleich) bleibt aber schon mal Wasser stehen. Dies ist nicht problematisch und "das Material verträgt es" Steht auch so in den Fachregeln.

    Bei Abdeckungen/ Dächern hingegen ist ein Gefälle vorgeschrieben, wenn 0° gewünscht würde ich Bedenken anmelden und bei sehr kleinen Flächen die Verbindungen löten(wasserdicht). Gefahr der Korrosion(an der Oberseite) besteht dort nicht. Sobald ein Falz, bzw. Dehnungseinrichtungen nötig sind geht´s nur mit Gefälle, da diese in der Regel nicht wasserdicht sind.

    @Achim Kaiser: Größere Dachflächen nie unter 3°(Sondermaßnahmen) das ist klar.
     
  15. fsaah

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    Hallo,

    nun, ich will konkret auf die Frage raus, ob zB bei einem fertigen Bauwerk - bspw. eine Aufzugsüberfahrt mit nur 2 ° Gefälle und zudem O° zum aufgekanteten Dachrand hinter ner durchdringenden Kuppel -es EGAL ist, dass Wasser stehen bleiben wird.
    Bei der Fläche von zB 3 x 4,5 m dürfte bei 0° oder zu geringem Gefälle tlw über Stunden/Tage Wasser stehen bleiben. Weshalb rostet das dann nicht?
    Flugrost (s.o.): ich kenne diesen, dieser ist aber idR optisch kleine Pünktchen- ich sehe 5 Cent große leichte oberflächliche braune Flächen, die ich als Rostansätze interpretiere.

    Daß Rinnen mit Gegengefälle nicht sein sollten ,weiss ich schon.

    Ständig stehendes Wasser auf Titanzink: unproblematisch oder doch, da Korrosionsgefahr? Falls nein, wieso denn?

    Sorry fürs ständige Nachhaken.
     
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  17. Andreas21

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    Hallo nochmal,
    Titanzink rostet nicht wie verz. Stahl, die Korrosionsprodukte von TiZ sind weiß.
    Evtl. handelt es sich um verz. Stahl?

    Ein Bild wäre toll, aber bei den Ausmaßen brauchts eh ne richtige Planung und Ausführung der Anschlüße(Ausdehnung).
    Und ne 3,0 m lange Rinne hinter nem Dachaufbau ist eine eingelegte Rinne, die muß mit Notrinne usw. ausgeführt werden.
    Unproblematisch ist stehendes Wasser in der sicher nicht! Ich sprach von Kleinflächen, wie zum Bsp. der Deckel eins Lüfters oder einer Kaminverwahrung, Breite 50 cm.
    Anhand eines Bildes kann man bestimmt aber mehr sagen.
     
  18. fsaah

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    Hallo Andreas,

    danke fürs Dranbleiben.

    nun, bei dem angeführten Dach gibts keine Rinne, da tropfts am Dachrand runter auf ein Flachdach. Die Rinne war nur das Beispiel zum Vergleich meiner Frage nach der Logik.

    Nun, Du sagst "unproblematisch ist stehendes Wasser sicher nicht":
    weshalb denn, denn du sagst ja auch, rosten tut Titanzink ja nicht (?)
    Die von mir angeführten braunen Flecken finden sich auch leicht auf den Lötnähten...ist schon alles Titanzink.
    Evtl. nächste Woche Detailfotos.

    Gruss!
     
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