Lüftung bei gedämmtem Haus zwingend notwendig?

Diskutiere Lüftung bei gedämmtem Haus zwingend notwendig? im Lüftung Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, habe mal eine Frage: wenn ich einen Altbau dämme inkl. neuer Fenster, muss ich dann eine Lüftungsanlage einbauen (wegen...

  1. musica

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    Hallo,

    habe mal eine Frage:

    wenn ich einen Altbau dämme inkl. neuer Fenster, muss ich dann eine Lüftungsanlage einbauen (wegen Schimmelbildung)?

    Habe schon gelesen, die bringt sehr viel Komfort, aber wir müssen auch ein komplett neues Heizungssystem einbauen und irgendwann ist kostenmäßig auch mal Schicht im Schacht.
     
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  3. musica

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    Nachtrag: und wie ist das wenn man einen Kamin im Wohnzimmer stehen hat?
     
  4. OldBo

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    Wenn der Altbau totalsaniert wird, dann wird der Planer wohl auch ein Lüftungskonzept erstelllen. Daraus ergibt sich die Art der notwendigen Lüftungsart.

    Gruß

    Bruno Bosy
     
  5. kehd

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    Das Problem ist nicht die Dämmung, sondern die Luftdichtigkeit. Bei undichten Fenstern wird permanent gelüftet. Baut man dichte Fenster ein, wird die Luft immer feuchter und kondensiert irgendwann an der kältesten Stelle. Es bilfet sich Schimmel. Sind die Fenster besser gedämmt, als die Wände, passiert das in irgendwelchen Ecken oder hinter dem Schrank. Packt man das Haus in Styropor oder sonst irgendwie ein, werden die Wände wärmer und das Schimmelproblem sollte weg sein. Aber wahrscheinlich gibt es bei Altbauten immer orgendwelche Ecken, die kälter sind. Man sollte deshalb in jedem Zimmer ein Hygrometer aufstellen. Wenn die Luftfeuchtigkeit über 60% steigt, muß gelüftet werden. Wir haben in unseren Neubau im Bad und im Schlafzimmer dezentrale Lüftungsgeräte (Lüftungsanlage ging nicht). Der Mief im Schlafzimmer ist weg und im Bad braucht man nicht mehr zu lüften. Sehr empfehlenswert.
    Wenn das Haus dicht ist, muß ein Kamin die Verbrennungsluft durch ein Rohr von außen bekommen. Genauso kann man eine Dunstabzugshaube nur im Umluftbetrieb betreiben oder es muß ein Fenster geöffnet werden.
     
  6. Siedler

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    Wichtig ist, daß für regelmäßigen Luftaustausch gesorgt wird, damit die Feuchtigkeit nach aussen abtransportiert wird.
    Klar, mit einer KWL brauchst Du Dir bezüglich des Lüftens keine Gedanken machen - die Aufgabe übernimmt dann die Technik.
    Sowas nachträglich in einem Altbau zu installieren, ist aber sehr aufwändig und kostenintensiv.
    Kompromisse wären meiner Meinung anch Fensterfalzlüftungen.
    Ich kenne viele Leute, die ihre Haus gedämmt haben und deshalb trotzdem keinerlei Probleme mit Schimmel haben, auch ohne KWL.
    Mein Schager ist sogar sein Schimmelproblem durch WDVS losgeworden, weil die Außenwand nun nicht mehr kalt ist.
    In meiner Nachbarschaft wurde ein Altbau gedämmt, der nur am Wochenende bewohnt wird, sprich, das Haus wird die ganze Woche nicht gelüftet und vermutlich auch nur minimal beheizt. Schimmelprobleme sind mir dort nicht bekannt.

    Gruß
     
  7. musica

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  8. H.PF

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    Naja, wir tauschen anstatt der kompletten Fenster bei meinen Eltern nur die Scheiben aus... Kostet einen Bruchteil der neuen Fenster und man merkt sehr effektiv, wie die neuen Scheiben WESENDLICH besser die Wärme drinnen behalten... Die Kosten für den neuen Rahmen bekämen wir NIE wieder rein...

    Und da ich die Aussenwände derzeit neu Dämme überdämme ich den Rahmen bis auf einen kleinen Teil und hab schon mal wieder viel gewonnen...
     
  9. #8 Hundertwasser, 30. Dezember 2011
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    Möglicherweise würde sich, weil die Fenster nun die kältesten Stellen im Innenraum darstellen, dort Feuchtigkeit niederschlagen. Muss aber nicht sein. Hängt immer vom Taupunkt ab. Mehr Infos auch in meinem Blog.
     
  10. musica

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    Wäre denn durch ein Belassen der alten Fenster ein besserer Luftaustausch gegeben?

    Und wie ist das mit dem Spruch " ein altes Haus muss atmen können"? Quatsch oder ist da was dran?
     
  11. H.PF

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    auch ein neues Haus muss "atmen", das sollte man besser direkt mal Planen...


    Die alten Fenster sorgen für eine wesentlich bessere Durchlüftung, man nennt es auch: es zieht wie Hechtsuppe...
     
  12. Siedler

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    Stimmt schon. - Aber was heißt das jetzt: nichts machen, alles so belassen wie es ist?
    WDVS drauf und alte Fenster drin lassen? - macht das Sinn?
    Lüftungsanlage in Altbau einbauen lassen? - ist das machbar?, wenn ja zu welchem Preis.

    Frage an die Experten: Können Fensterfalzlüftungen oder Sparlüftungen für genügend Luftaustausch sorgen?

    Gruß
     
  13. OldBo

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    Meiner Meinung nach nicht, weil diese als natürliche Lüftung vom Windanfall abhängig sind. Als Außenluftdurchlass in einer Abluftanlage kann es funktionieren, wenn die Anlage fachgerecht geplant ist. Ich wurde auch schon von zwei Herstellern gebeten, die Verlinkungen auf ihre Artikel von meinen Seiten zu nehmen.

    Gruß

    Bruno Bosy
     
  14. Siedler

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    Vielen Dank für die Antwort.
    Aber was soll denn dann die Lösung sein?
    Alte Fenster drin lassen kann´s wohl nicht sein.
    Lüftungsanlage einbauen wäre wohl doch zu aufwändig.
    Gar nix machen?
    Oder Fensterfalzlüftungen in Verbindung mit der bisherigen Lüftungsgewohnheit.
    Aber mal ganz ehrlich. Ich kenne genug Leute, die ihr Haus energetisch saniert haben. Aber Schimmelprobleme hat eigentlich keiner davon, obwohl auch nicht anders gelüftet wird als vor der Dämmung.

    Gruß
     
  15. Julius

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    Ja. Denn der Grad der Undichtigkeit würde dadurch nicht geändert.
    Das ist (ernn es nicht zu sehe "hechtsuppt") durchaus eine Alternative.
    Man senkt dann halt die Heizkosten nicht ganz so sehr, dafür spart man am Invest. Ist ein Rechenexempel.

    Quatsch. Denn kein Haus atmet.
    Im Übertragenen Sinne ist natürlich schon etwas dahinter.
    Man könnte es übersetzen mit:
    Sei vorsichtig, wenn Du in ein altes Haus luftdichte Fenster einbaust, ohne gleichzeitig die Außenwände zu dämmen!
     
  16. Julius

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    DIE Lösung gibts nie!
    Es gibt aber stets mehrere Lösungsmöglichkeiten.

    Hier z.B. den Einbau von dezentralen Lüftern (die es auch mit WRG gibt).


    Warum denn eigentlich nicht (wenn man keine mechanische Lüftung will)?

    Neue (dichte) Fenster einbauen zu lassen und sie dann (durch "Falzlüfter" etc.) wieder kaputtzumachen wäre hingegen wirklich unsinnig.


    Nachrüstung zentraler Anlage meist schon, aber es gibt ja auch die dezentrale Lösung, welche sich gut zur Nachrüstung eignet.


    Ist durchaus eine Möglichkeit. Kann sogar finanziell lohnender sein als aufwendige Nachrüstungen. Muß man im Einzelfall durchrechnen.

    Technischer Widersinn. Macht man eigentlich nur, wenn die Fenster hinüber sind und ausgetauscht werden müssen, aber die Fassade nicht gedämmt wird.

    Was kein Widerspruch ist.
    Aber auch keine Basis für einer allgemeine Beweisführung bietet.

    Ich versuchs nochmal zum Mitmeißeln:
    Die nachträgliche Fassadendämmung vermindert die Neigung zur Kondenswasser- (und damit Schimmel)Bildung.
    Das Erneuern der Fenster erhöht sie.


    Jetzt gibts drei Möglichkeiten:
    -nur neue Fenster -> tendenziell höhere Schimmelgefahr
    -nur Fassadendämmung -> tendenziell niedrigere Schimmelgefahr
    -beides -> tendenziell wenig Veränderung zu vorher

    Die Effekte sind also gegenläufig. Ob einer und ggf. welcher überwiegt, hängt vom Einzelfall ab. Denn schon die Vorausetzungen sind ja bei jedem Altbau anders (von der Bausubstanz über die Lage/Klimazone bis zum Nutzerverhalten).

    Hinzukommen kann dann eben eine mechanische Lüftungs (zentral oder dezentral).

    Jetzt einigermaßen klar?
     
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  18. Siedler

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    @ Julius: sehr verständlich erklärt. Nochmal vielen Dank dafür.

    Das ganze zeigt eben, daß die EnEV relativ ralitätsfremd ist.
    Als Sanierer hat man dann das Problem, daß man im Rahmen der Arbeiten eben keinen WDVS anbringen will, ohne die doch schon recht alten Fenster auszutauschen, zum einen, weil das dann eben in ein paar Jahren nötig wird (mit der Folge, daß die Fassadendämmung wieder in Mitleidenschaft gezogen wird) und zum anderen, weil man natürlich die Fenster aus optischen Gründen in der derzeiten Lage nicht mehr haben möchte (Schießschaten).

    Die Lösung mit einer dezentralen Lüftunganlage wäre natürlich optimal, allerdings würde das die ohnehin schon sehr enormen Kosten nochmals drastisch in die Höhe treiben.
    Ich frage mich sowieso, wie die Zahlen in den Rechenbeispielen zur Rentabilität einer energetischen Sanierung zustandekommen.

    Gruß
     
  19. musica

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    An dieser Stelle Euch allen erstmal ein frohes und gesundes Jahr 2012. Und vielen Dank für die bisherigen Beiträge, die mich schlauer gemacht haben.

    Ich denke wir werden, wenn wir denn dann neue Fenster einbauen, uns ein paar Hygrometer zulegen und die Luftfeuchtigkeit beobachten. Wenns trotz manuellem Lüften zuviel wird können wir uns ja immer noch eine dezentrale Lüftungsanlage zulegen.

    Hoffe wir verstoßen damit dann nicht gegen die EnEV.
     
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