Lüftungsanlage bei dieser Bauweise sinnvoll?!

Diskutiere Lüftungsanlage bei dieser Bauweise sinnvoll?! im Lüftung Forum im Bereich Haustechnik; Hallo! wir bauen gemeinsam mit einer weiteren Bauherrenfamilie ein Doppelhaus (je DHH 160qm auf 3 Etagen plus Keller). Beim Mauerwerk achten wir...

  1. #1 Dorabella80, 03.09.2020
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    Hallo! wir bauen gemeinsam mit einer weiteren Bauherrenfamilie ein Doppelhaus (je DHH 160qm auf 3 Etagen plus Keller). Beim Mauerwerk achten wir auf möglichst wohngesunde Materialien: Aussenwand 36,5er Poroton (T9), Innenwände KS. Für den Putz denken wir sowohl für aussen als auch für innen an einen echten Kalkputz, um die Diffunsionsoffenheit möglichst beizubehalten. KFW Norm ist nicht notwendig, ENEV erfüllen wir locker.
    Nun schlägt der 2. Bauherr den Einbau einer Belüftungsanlage vor und ich frage mich; ist das denn überhaupt notwendig? Bei dieser Bauweise beugt man doch dem Schimmel generell schon vor und Lüften muss man natürlich, oder? Da er seine Hälfte höchstwahrscheinlich vermieten wird, hat er Angst, die zukünftigen Mieter lüften schlecht und es könnte Schimmel entstehen. Ist denn auch bei dieser Bauweise davon auszugehen, dass sich rasch Schimmel bildet, wenn man z.B. mal für 2 Wochen in den Urlaub fährt und gar nicht gelüftet wird?
    M.E. ist die Investition in so eine Wärmeanlage nicht notwendig. Zudem kenne ich einige Hausbwsitzer, die wegen der Lüftungsanlage eine Problem mit zu trockener Luft haben und diesem Problem mit dem Aufstellen von Luftwäschern entgegenwirken; weitere Kosten, weiterer Aufwand. Ausserdem liest man ja immer häufiger, dass die Anlagen auch recht anfällig sind und zudem sich durchaus auch kontraproduktiv zu Keimschleudern entwickeln können. Ergibt für mich irgendwie Sinn, wenn man bedenkt, wieviele Rohre dafür zusätzlich verbaut werden müssen, die ja nur einmal im Jahr gewartet werden.
    Wie ist das eigentlich mit der Geräuschkulisse des Endgerätes im Garten? Hat man hier eine (wahrscheinlich geringe aber dennoch vorhandene) Geräuschbelästigung zu erwarten?
    Über ein paar Meinungen und Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.
     
  2. #2 Kriminelle, 06.09.2020
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    Eine Lüftungsanlage ist Komfort, auf die man nicht verzichten sollte. Sie lüftet regelmäßig, was man selbst nicht bewerkstelligen kann. Sie ist nicht keimanfällig und außerdem wartungsfrei bis auf die Filter. Gut eingestellt ist sie nahezu geräuschlos.
     
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  3. Skogen

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    Was besagt denn das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6?

    Wie ist der nutzerunabhängige Mindestluftwechsel gesichert?
     
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  4. #4 Hercule, 06.09.2020
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    grobe Regel: alle 4 Stunden lüften. Nur macht man wirklich im ganzen Haus alle 4 Stunden alle Fenster zum lüften auf ?
    Also nimmst du das Raumvolumen in m³, teilst es durch 4 und hast eine grobe Richtlinie wie viel Luft du austauschen musst.
    30m³/h Luft verbraucht übrigens ein Mensch. Man atmet dann CO2 und auch Wasserdampf aus. CO2 wird in der Luft irgendwann so unangenehm, dass man freiwillig lüftet. Aber in der Nacht wenn man schläft.... Und Wasserdampf in der Luft begünstigt was ? Genau, Schimmel.
    Also überlege dir irgendein Lüftungskonzept bei dem du nicht mitdenken musst. Am einfachsten sind (verstellbare) Lüftungsschlitze in den Fenstern (im Rahmen - auch nachträglich zu montieren) und irgendwo hast du einen Lüfter der absaugt - idealerweise im Bad womit auch dort die höhere Luftfeuchtigkeit beseitigt wird.
    Und wenn man die Wohnungstüren untereinander nicht ständig offen hat, kann man Lüftungsgitter ranmachen damit die Luft fließen kann.
    Kontrollierte Wohnraumlüftung (kostet natürlich) wäre natürlich ideal. Da gibt es auch viele Konzepte mit Wärmerückgewinnung usw. Aber ein Haus ohne Lüftungskonzept ist absolut nicht mehr zeitgemäß.
     
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  5. BaUT

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    Der nutzerunabhängige "Mindestluftwechsel zum Feuchteschutz" ist nach DIN 1946-6 dann gegeben, wenn:

    Für Gebäude mit Wärmeschutzstandard ab 1995:
    Luftvolumenstrom Infiltration > 30% des Luftvolumenstroms der Nennlüftung

    Für Gebäude mit Wärmeschutzstandard vor 1995:
    Luftvolumenstrom Infiltration > 40% des Luftvolumenstroms der Nennlüftung
     
  6. BaUT

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    Man muss ja niemanden zu seinem Glück zwingen. Ich selbst habe auch keine Lüftungsanlage und ich lebe in einem energetisch unsanierten Bau aus den 1970ern. Aber ich habe in meinem Haus Klimastationen verteilt. Diese zeigen mir in einer App CO2 und rel.LF an und geben bei Überschreitung von Grenzen Warnhinweise. Lüften muss ich dann manuell.
     
  7. #7 Donpepe, 07.09.2020
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    Moin,

    Wenn die Anlage fachgerecht geplant und installiert wurde, dann verrichtet sie unbemerkt im Hintergrund ihren Dienst und du merkst nur:

    1. frische Luft
    2. wengier Staub
    3. besseres Raumklima
    4. Geringer Heizkosten

    Deine Wände werde sicherlich nicht ausreichen um die Luftfeuchtigkeit nach aussen zu befördern. Und selbst wenn ja, was ist dan mit CO2 / O2 Konzentration und Gerüchen? Sie dienen in wenn überhaupt als Speicher und erhöhen so die Trägheit im Bezug auf Luftfeuchtigkeitsspitzen.

    Wenn die Luftfeuchtigkeit ein Thema ist, kann man bei Bedarf auch einen Enthalpie WT nehmen, welche ein Teil der Luftfeuchtigkeit von der Abluft auf die Zuluft übertragen.

    Neben dich umfassen zu informieren, ist das Wichtigste entsprechende Forderungen bei der Vergabe festzulegen, wie z.B.

    - max Schallemissionen bei einem definerten Volumenstrom je Zimmer, gemessen nach DIN xxx.
    - Drosselung bereits im Verteilerkasen (bei DN75 Verrohrung)

    Meine Laienhafter Meinung!!

    Grüße
     
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