Magerbeton, Drainbeton o.ä. statt Kies als Frostschutz?

Diskutiere Magerbeton, Drainbeton o.ä. statt Kies als Frostschutz? im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo, geplant ist eine kleine Betontreppe im Garten aber um die geht es im Detail eigentlich nicht sondern um eine Überlegung zur Gründung. Es...

  1. #1 konzept, 22.04.2021
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    Hallo,

    geplant ist eine kleine Betontreppe im Garten aber um die geht es im Detail eigentlich nicht sondern um eine Überlegung zur Gründung. Es ist alter Boden und da soll laut einiger Quellen für so was eine geringe Frostschutz Tiefe ausreichen zB Aufbau etwa: 15cm Schotter, PE Folie und dann die Treppe drüber betonieren.
    Da man vor Ort nicht so wirklich vernünftig den Schotter verdichten kann, kam der Gedanke ob man statt Schotter einfach Magerbeton oder ein ähnliches Gemisch nutzen könnte. Für mich hat die Überlegung einige interessante Gedankengänge ausgelöst, mal unabhängig ob man das dann so macht. Für die Profis ist die Sache wahrscheinlich leicht beantwortet.

    Mal rein theoretisch zum Thema Frostschutz, ich verstehe es so, Sinn und Zweck des Schotters ist normal, dass es unter dem Beton kein/kaum Wasser hinkommt weil der Schotter kapillarbrechend ist und somit nichts direkt unter dem Bauteil oder Bauwerk auffrieren kann.
    Meine Frage wäre jetzt: erfüllt Magerbeton oder ein ähnliches Gemisch auch die Funktion des Frostschutzes?
    Ist eine Gründung rein aus einem Zement-Gestein-Gemisch wie zB Magerbeton möglich oder benötigt man immer zwingend Kies?

    Ist der klassiche Magerbeton wasserdurchlässig oder nicht und wäre das gut oder schlecht für den Frostschutz?
    Ist klassischer Magerbeton kapillarbrechend?
    Es gibt zB auch Drainbeton. Geht Drainbeton kaputt wenn er gesättigt mit Wasser gefriert?
    Was die Körnung und Haufwerksporigkeit angeht, wäre es eher das Ziel ein "dichten" Magerbeton zu nehmen, wo erst gar kein Wasser reinkommt und durchkommt? Oder wäre eher genau das Gegenteil das Ziel, einen möglichst durchlässigen Beton wie Drainbeton zu nehmen?

    Grüße
     
  2. #2 Statiker001, 24.04.2021
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    Frostsicher bedeutet, dass das Bauteil frostsicher gegründet wird. In dem Boden unterhalb des Bauteils darf das Wasser/Bodenfeuchte nicht einfrieren, da sonst ungewünschte Setzungen oder Anhebungen entstehen können. Man geht davon aus, dass der Boden bis maximal 80 cm unter Geländeoberkante einfrieren kann.
    Nun gibt es mehrere Möglichkeiten frostfrei zu gründen.
    1. Betonfundament (aus Magerbeton) bis 80 cm Tiefe. Lastabtragung erst im frostfreien Bereich.
    2. Das Bauteil wird auf einer kapillarbrechenden Schicht bis 80 cm Tiefe (Kies/Schotter) gegründet. - kein Wasser in dem Boden, also auch keine Ausdehnung durch Frost.
     
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  3. #3 konzept, 24.04.2021
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    Danke für den Beitrag. Richtig, das mit den Setzungen oder Anhebungen ist klar. Die Tiefe 80 ist natürlich dann absolut sicher, für kleinere Projekte wie Treppchen hab ich gelesen, dass auch weniger möglich ist. Mir ging es ja in erster Linie darum ob Kies unbedingt nötig ist.
    Aus Punkt 1. entnehme ich also, dass Magerbeton selbst nicht auffrieren kann, ist das richtig?
    Entsprechend wäre die Antwort auf die Frage ob Magerbeton statt Kies für eine Gründung möglich ist also ja, richtig?

    Gruß
     
  4. #4 Statiker001, 25.04.2021
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    Man kann die Treppe natürlich mit einer geringeren Tiefe gründen, dann muss man aber in Kauf nehmen, dass Setzungen oder Erhebungen auftreten. Bei gepflasterten Flächen wird auch keine frostsichere Schicht bis 80 cm hergestellt. Die Schäden die dann auftreten könnten, sind noch alle im Rahmen und können günstig repariert werden. Bei der Gründung von Gebäuden muss die Gründungstiefe unbedingt eingehalten werden, da sonst riesige Schäden auftreten können.

    Magerbeton ist natürlich frostsicher. Magerbeton wird Normalbeton genannt, der eine geringe Druckfestigkeit hat.
     
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  5. #5 simon84, 25.04.2021
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    ich meine sogar jeder Beton wird als frostsicher bewertet sobald er mindestens eine Festigkeit von 5 erreicht hat.

    also der Beton müsste schon sehr mager sein, damit er das nicht erreicht.

    wichtiger ist zb bei sehr niedrigen Temperaturen den Beton vor Frost während des abbindens zu schützen !

    PS je nach bestellter Menge ist der Betonpreis bei Lieferbeton völlig irrelevant im Bezug auf die Gesamtsumme

    also man kann durchaus auch besseren (den Besten für das Bauwerk benötigte) Beton bestellen und dann lieber alles in einem Zug machen, grade bei eigenleistung kann das sinnvoll sein
     
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  6. #6 Gartenhausbauer, 03.08.2021
    Zuletzt bearbeitet: 03.08.2021
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    Nein !
    Bei den 80 cm Frosttiefe geht es nicht darum, dass Wasser in den Beton einzieht, sondern darum, dass das Wasser unterhalb des Bauwerks gefriert und bei jedem Frost und Tau sich das Bauwerk dadurch etwas anhebt und senkt, denn gefrorenes Wasser dehnt sich aus.
    Magerbeton bringt dir da überhaupt nichts, wenn er nicht in Frosttiefe eingebracht wird, denn darunter gefriert das Wasser wie unter jedem anderen Beton oder sonstigem Stein auch.
    Alternativ kann eine kapilarbrechende Schicht in Form von Schotter/Kies darunter eingebracht werden, dann brauchst du die 80 cm Frosttiefe nicht.

    Du sagtest, dass du nicht die Möglichkeit hast, den Schotter anständig zu verdichten.
    Dann nimm einfach grobkörnigen Kies ohne Sandanteil. Den brauchst du nicht zu verdichten, denn "Rollkies" lässt sich nicht verdichten.
     
  7. #7 Gartenhausbauer, 03.08.2021
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    Zur Thematik der Wasserdurchlässigkeit des Betons
    Die Wasserdurchlässigkeit des Betons hängt vom Wasser-Zementwert ab.
    Ist dieser kleiner als 0,5 , sprich, auf einen 25 kg Sack Zement weniger als 12,5 Liter Wasser, dann ist der Beton wasserundurchlässig, sprich ein WU Beton.
    Wenn du mehr Wasser zugibst, kannst du Probleme mit aufsteigeneder Feuchtigkeit bekommen.

    Was die Frostsicherheit angeht: Ich nehme mal nicht an, dass du im Winter betonieren willst, denn das ist eine andere Thematik.
    Du meinst wahrscheinlich die generelle Frostsicherheit des Betons an sich.
    Du brauchst hier mindestens C20/25 Beton, aber den bekommst du mit der klassischen Heimwerkermischung sowieso.

    Schau nur, dass du die maixmal zulässige Wasserzugabe nicht überschreitest (11 Liter pro Zementsack).
    Tabelle 2.7 - Rezeptbeton Mischtabelle.jpg
     
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