Mal wieder das Thema Asbest - Nur etwas anders...

Diskutiere Mal wieder das Thema Asbest - Nur etwas anders... im Baubiologie Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo Leute, ich habe viel zum Thema Asbest in diesem Forum gelesen und weiß, dass es bei einigen Leuten wirklich genervte Reaktionen...

  1. derdog

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    Hallo Leute,


    ich habe viel zum Thema Asbest in diesem Forum gelesen und weiß, dass es bei einigen Leuten wirklich genervte Reaktionen hervorruft. Ich möchte allerdings die Leuten hier auch nochmal zu diesem Thema zu Rate ziehen, allerdings mit einer relativ allgemeinen Frage.

    Aber erstmal zur Vorgeschichte:

    Ich habe 2015 ein alten Britenhaus (Baujahr 195x) in einer Häuserreihe gekauft, von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Beim Kauf lag unter anderem ein Schadstoffgutachen vor (allerdings nicht direkt für mein Haus, sondern für ein exakt baugleiches in der Hausreihe). Die einzige Asbestquelle die dort aufgeführt war, war stark gebundenes Asbest im Fußboden des Erdgeschosses bzw den Feuerschutztüren im Keller (und bei letzterem auch nur vermutet aufgrund des Baujahres).

    Alle Häuser wurden zeitgleich verkauft und zum Teil relativ schnell bezogen, die anderen teilweise komplett entkernt und saniert.

    Da ja ein Schadstoffgutachten vorlag und ich mit diesem Thema auch nicht wirklich bewandert bin, habe ich hierzu auch keine weiteren Maßnahmen ergriffen. Insgesamt wurden alle "Gefahren" der Dringlichkeitsstufe III zugeordnet.


    Jetzt kam im Zuge einer Renovierung die Befürchtung auf, der (von mir angebohrte) PVC Boden im 1. OG könne ebenfalls Asbest enthalten. Der ist allerdings bereits mit einer Ausgleichsmasse überdeckt ( bevor der Verdacht aufkam bereits). Ich habe hier erstmal etwas Panik gehabt und einen Baubiologen bzw. Schadstoffgutachter involviert. Der hat mich diesbezüglich sehr beruhigt, schlug mir allerdings vor, den Putz im gesamten Haus mal auf Asbest untersuchen zu lassen mit einer Mischprobe.

    Dies hat mich im Nachgang jetzt extrem verunsichert. Daran hatte ich tatschlich beim Löcher bohren etc. nie einen Gedanken verschwendet. Außerdem war ein extrem hässlicher Lack auf den Wänden, den wir vor 1 1/2 Jahren in Eigenregie von den Wänden gekratzt haben. An Hartnäckigen stellen kam hier auch ein Handmeißel bzw der Tellerschleifer (sehr selten) zum Einsatz. Anschließend habe ich die Wand neu verputzt. Hierbei wurde zwar eine Maske getragen, allerdings haben wir das Haus in dieser Zeit auch bewohnt ( wir haben Raum für Raum renoviert da es zeitlich nicht anders möglich war und wir keine Ausweichwohnung hatten).

    Der Putz an den Wänden und an den Decken sah auch erstmal nicht anders aus als ich das kannte, halt so "sandig" mit kleineren Steinchen drin.

    Jetzt habe ich über die Asbestverwendung im www natürlich etwas recherchiert und habe extreme Panik dass der Putz bzw das Beton Asbesthaltig war.

    Was mich einfach nur extrem irritiert ist :

    1. Warum lässt die BIMA ein Schadstoffgutachten machen wo die Wände nicht getestet werden wenn das wirklich so ein krass verbreitetes Problem ist? Ich meine es bohren doch viel mehr Leute in irgendwelche Wände als in den Boden (so rein von der Logik her).

    2. Warum besteht bei den Firmen da überhaupt keine awareness zu diesem Thema? Jedes zweite Haus hat hier Wände eingerissen und Decken aufgestemmt, ohne dass hier irgendwelche Schutzmaßnahmen ergriffen wurden. Teilweise waren hier renommierte Firmen am Werk. Soweit ich weiß wurde das aber nirgends auch nur getestet.

    3. Wurden Putze wirklich oft mit Asbest angereichert bzw gilt das wirklich auch für den "flächenputz" oder eher für irgendwelche besonderen bzw. schwierigen Stellen?

    4. Lässt sich die Gefahr irgendwie quantifizieren? Die Umbauarbeiten haben mehrere Monate gedauert in denen jeweils immer ein Raum quasi "Baustelle" war. Ich bin ganz ehrlich, wenn das Ganze asbesthaltig war, sehe ich das mittlerweile fast sicher als "Todesurteil" für meine Freundin und mich. Wir haben ein 8-Monate altes Kind und ich bin dermaßen fertig momentan dass ich mehrere Nächte kein Auge geschlossen habe. Wir wollten eigentlich noch ein zweites Kind bekommen und überlegen bereits, das nun zu unterlassen. Bitte macht euch darüber nicht lustig, man bekommt nunmal keine vernüftigen bzw keine konkreten Aussagen dazu wie hoch die Gefahr nun wirklich ist.


    Ob es sich hier tatsächlich um Asbest handelt, kann mir natürlich nur ein Test sagen, den lasse ich auch machen... Allerdings auf Grund von Corona bzw dem Kalenderdatum erst gegen Anfang/Mitte Januar. Bis dahin wohnen wir jetzt erstmal woanders.


    Wie sind eure Erfahrungen dazu?
     
  2. #2 simon84, 17.12.2020
    simon84

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    Was denkst du wie viele Leute genau das so gemacht haben wie ihr und nie eine Ahnung davon hatten dass es Asbest überhaupt gibt?

    überleg doch mal wie viele Altbauten in den letzten 20-30 Jahren renoviert wurden und teilweise auch schon vor dem Asbest verbot ?

    meinst du da sind alle dran gestorben ? Sicher nicht !

    asbest ist ein ernst zu nehmendes Risiko, das steht für mich außer Frage.

    Aber es ist in erster Linie ein berufliches Risiko für die Arbeiter die jeden Tag damit zu tun haben, jahrelang.

    Außerdem war doch bei dir die Exposition schon (falls es eine gab).

    da es soweit ich weiß keine Zeitmaschine gibt, kannst du doch eh nichts machen, Chance dass du Probleme mit der Lunge kriegst aktuell wesentlich warscheinlicher durch COVID als durch Asbest
     
  3. #3 Hercule, 17.12.2020
    Hercule

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    Außerdem stellen ja nur Asbest Fasern ein Problem dar. Wenn es gebunden oder sogar verbaut ist kann genau nichts passieren. Kritisch wirds erst beim sanieren wenn man zb alte Asbestplatten rausreisst, sich dabei Fasern bilden und überall absetzen. Aber selbst da ist die Gefahr wohl eher gering bei einmaligen Aktionen mit Atemschutz.
     
  4. #4 Bauandi, 17.12.2020
    Zuletzt bearbeitet: 17.12.2020
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    Ich wüsste jetzt nicht was die alten Maurer vor vielleicht 100 Jahren dazu bewegt haben sollte Asbestfasern in die Putzmischung zu rühren.
    Man kann die Leute auch verrückt machen.
    Noch vor 40 Jahren haben wir massenhaft Asbestplatten in der DDR verbaut, da kreischte auch mal der Winkelschleifer, also ich wandele immer noch gesund über die Erde.
     
  5. Alex88

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    sorry, aber für mich ist das die Rubrik: Hysterie
     
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  6. Cybso

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    Solche Anekdoten haben ein grundsätzliches Problem: Viele von den Menschen, denen das nicht so gut getan hat, sind jetzt nicht mehr hier, um davon zu erzählen, wie schlecht es Ihnen geht ;-) In diesem speziellen Fall ist die Panik wohl tatsächlich ein wenig übertrieben, aber ich kenne das Gefühl... hatte es auch, nachdem ich erfahren habe, dass in einem Gebäude, in dem ich reichlich in und durch die Wände gebohrt habe, Asbest verbaut war. Das kann durchaus eine Weile anhalten, bevor man sich damit abfindet, dass man jetzt eh nichts mehr dagegen tun könnte.
     
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  7. #7 Fabian Weber, 17.12.2020
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    Hallo @derdog,

    vielleicht hilft es Dir ja etwas, wenn Du weißt, dass die Leute, die an Asbest erkranken, of Ihr ganzes Leben mit dem Zeug hantiert haben.

    Also wenn Du ein paar Tage auch mal was gemacht hast, ist das ungefähr so, als würdest Du Dir Sorgen machen, weil Du ab und zu mal eine paffst.

    Dein Asbest ist ungefähr so gefährlich, wie die Kippen, die in der Schachtel bleiben.

    Daher würde ich sagen, Entwarnung.
     
  8. #8 Bauandi, 17.12.2020
    Bauandi

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    Ja stimmt, man soll es nicht verharmlosen, gefährlich ist ja auch die Langzeitwirkung, aber wie geschrieben, ich hatte intensiven Kontakt ohne nennenswerte Schutzmaßnahmen und bin nun immerhin zarte 60.
    Von den guten Holzschutzmitteln die wir damals Kübelweise verstrichen haben, ich sag nur Farul, mal gar nicht zu reden, von dem Zeug hätte man eigentlich gleich umfallen müssen.
     
  9. #9 simon84, 17.12.2020
    simon84

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    Entspannen und den Kinderwunsch realisieren wäre mein Tipp! Dann wird alles gut
     
  10. #10 Hercule, 17.12.2020
    Hercule

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    Ich sag nur Eternitdachplatten. Sind die am Dach, wird keiner davon krank. Erst beim bohren, schneiden, schleifen kommen Fasern raus die "auf Dauer" nach Jahrzehnten krank machen.
    Viel wichtiger wäre das Thema Radon, aber da wird schön geschwiegen...
     
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