Mauern auf Stahl?

Diskutiere Mauern auf Stahl? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Bauexperten, ich möchte einen Stahlträger im Innenbereich ausmauern. Ich habe schon einiges rausgefunden, aber es sind noch Fragen...

  1. #1 alexfiftyfour, 31.12.2020
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    Hallo liebe Bauexperten,

    ich möchte einen Stahlträger im Innenbereich ausmauern. Ich habe schon einiges rausgefunden, aber es sind noch Fragen offen, daher möchte ich euch die Fragen stellen und hoffe, es gibt jemanden, der sie mir beantworten kann.

    Mein aktueller Wissenstand:
    - Stahlträger sollte mit Rostschutz gestrichen werden.
    - Stahlträger muss vor Feuer geschützt werden (z.B. durch eine Verkleidung mit Gipsfaserplatten)
    - Wie man eine Brandschutzverkleidung für Stahlträger fachgerecht baut, ist mir bekannt.
    - Wie man eine Brandschutzverkleidung an einem NICHT ausgemauerten Stahlträger befestigt ist mir bekannt.

    Meine offenen Fragen:
    1.) Wie stelle ich sicher, dass die Ausmauerung auf dem mit Rostschutz behandelten Stahlträger gut haftet? (Speziell Zugkräfte)
    2.) Gibt es Rostschutz der gleichzeitig auch eine erhöhte Haftung für Mauerwerk mitbringt? (So eine Art Rostschutz + Haftgrund)
    3.) Wie würdet ihr die Brandschutzverkleidung am ausgemauterten Träger befestigen (Dübeln, Kleben, mit Knaggen, oder was ganz anderes?)


    Für die ganz neugierigen unter euch auch gerne noch ein bisschen die Hintergrundinformationen, warum überhaupt ausmauern, etc. :
    Später soll an dem verputzten Träger eine Spanndecke befestigt werden. Diese Decken üben einen gewissen Zug auf die Dübel aus mit denen sie an der Wand befestigt sind. Um die Spanndecke am Träger zu befestigen braucht es also einen ausgemauerten Träger (fürs Dübeln) und die Ausmauerung muss so gut im Träger halten, dass sie die Zugkräfte der Spanndecke aufnehmen kann, ohne herauszufallen.
     
  2. Alex88

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    ich glaube nicht, dass eine Ausmauerung die Zugkräfte aushalten, ich habe vor einiger Zeit ein ähnliches Problem ganz gut gelöst.
    In Abstand von ca. 60 cm ein 3 mm Blech anschweißen lassen, bündig mit der Kante des Stahlträgers,
    Knaggen für die Brandschutzverkleidung eingesetzt, A1 Platten draufgeschraubt und an den
    eingeschweißten Blechen kannst du die Spanndecke problemlos befestigen
     
  3. #3 alexfiftyfour, 31.12.2020
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    Hallo Alex88,

    danke für den Tip. Um das Anschweißen habe ich mich bisher gedrück, da ich selber kein Schweißgerät besitze und auch nicht Schweißen kann. (Wobei das eine Gelegenheit wäre, es zu erlernen)
    Ich müsste irgendeinen Metallbauer finden, der wegen so nem Kleinauftrag anrückt und mir die Dinger einschweißt. Das ist immer schwierig.
    Ich werde mal schauen, ob ich jemanden finden kann.

    Grüße

    Alex
     
  4. #4 alexfiftyfour, 31.12.2020
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    Hallo Alex88,

    ich habe jetzt mal etwas über deinen Vorschlag mit den angeschweißten Stahlblechen nachgedacht. Ich denke, das ist die stabilste Lösung. Ich sehe aber noch ein Problem: die Spanndecke müsste genau an den Metallblechen angeschraubt werden. Es dürfte schwierig sein, duch die Brandschutzverkleidung hindurch genau das Blech zu treffen. Auch das Schrauben in Stahlblech ist nicht gerade einfach.

    Ich habe dein Konzept noch etwas erweitert. Hier ist eine Skizze. Wie ist deine Meinung?

    [​IMG]

    Meine Gedanken dazu:
    Die Holzplatte stellt eine homogene, gut schraubbare Oberfläche dar. Auch wenn diese später noch mit den Brandschutzplatten verkleidet wird, kann ich die Spanndecke einfach an einer beliebigen Stelle per Holzschraube an der Platte befestigen. Zusätzlich lässt sich auch die Brandschutzverkleidung sehr einfach an der Holzplatte befestigen.
     

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  5. Alex88

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    ist doch kein Problem, die Befestigung der Profile der Spanndecke kann man doch vorher einmessen und dort die Bleche anschweißen
    Holz hat bei Brandschutz nicht, aber auch gar nichts zu suchen.
    Für das befestigen der Brandschutzplatten sind ja die Knaggen, einfacher geht nicht
     
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  6. #6 alexfiftyfour, 31.12.2020
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    Hallo Alex88,

    ich kann das leider nicht ausmessen, da das Gebäude noch im Rohbau ist. Ich weiß noch nicht genau, mit welchen Montageleisten die Spanndecke befestigt werden wird. Auch die exakte Positionierung steht noch nicht fest, da an den Wänden noch Putz drauf kommt. Also kann ich nicht genau sagen, an welcher Stelle sich die zukünftigen Schraubpositionen befinden werden.

    Mit dem Holz im Träger hast du Recht. Wenn es brennt, kommt das Holz wahrscheinlich nicht so gut. Wobei man sagen muss, das Holz ist auch durch die Branschutzplatten geschützt ist. Laut Dr. Google verliert Stahl ab 500 °C seine Festigkeit. Holz entzündet sich bei 250-300°C. Es wird also die Zeit bis zum Nachgeben des Trägers verkürzen. Nämlich genau um den Zeitraum, den die externe Wärme gebraucht hätte den Träger ohne innenliegendes Holz auf 500 °C zu erwärmen.

    Sind dir evtl. andere homogene Plattenwerkstoffe bekannt, die schlecht oder gar nicht brennen und ähnlich gut schraubbar sind, wie Holz?

    Mir würden evtl. noch Calciumsilikatplatten oder AESTUVER Brandschutzplatten einfallen. Ich habe damit aber noch nicht gearbeitet und weiß nicht, wie gut die Zugkräfte vertragen.
    Bei den AESTUVER Platten sind zumindest Glasfasern drin, die evtl. die Zugkräfte der Spanndecke gut aufnehmen könnten.
     
  7. #7 alexfiftyfour, 05.01.2021
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    Ich bin mittlerweile mit meiner Recherche nach homogenen Plattenwerkstoffen weitergekommen und möchte das Wissen hier dokumentieren.

    Ich habe nun von der Firma Promat (promat.de) eine zementgebundene Silikat-Brandschutzbauplatte gefunden, die laut Aussage des Promat Beraters einen ausreichenden Auszugswiederstand für Schrauben bietet. Die Platten sind bis 25mm Stärke zu bekommen.

    Das Plattenmodell was ich nun gewählt habe ist die Promatect-H: (promat.de/de-de/produkte/de_promatect-h)

    Erfreulicherweise hat mein lokaler Baustoffhändler das Modell sogar vorrätig. Ich werde es die Tage bestellen und dann einbauen. Meine Erfahrungen werde ich dann hier noch berichten.
     
    simon84 und Maape838 gefällt das.
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