Mit WP auf dem richtigen Weg??

Diskutiere Mit WP auf dem richtigen Weg?? im Sonstiges Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen Würde gerne mal eine neutralere Meinung zu den Vorzeichen unseres Vorhabens hören, ist ja doch keine leichte Entscheidung,...

  1. Jan.

    Jan. Gast

    Hallo zusammen

    Würde gerne mal eine neutralere Meinung zu den Vorzeichen unseres Vorhabens hören, ist ja doch keine leichte Entscheidung, zumindest ich tu mich schwer damit....

    Wir planen den Neubau eines Einfamilienhauses mit ca 150qm Nutzfläche. Ausführung als KFW60 Haus.
    Um die Förderung der KFW zu erreichen ist uns gegen Aufpreis zum normalen ENEV Haus vom Bauträger ein Maßnahmenpaket aus besserer Dämmung, NT Fußbodenheizung, Sole-Wasser WP und dez. Wohnraumlüftung (KWL) mit WRG angeboten worden.
    Aufpreis zum normalen ENEV Haus wären bei diesem Paket ca. 16.800Euro. Eure Meinung zum Preis??

    Der Bauträger baut überwiegend Häuser dieses Energie-Standarts und hat reichlich Erfahrung mit dem was er tut. KFW40 wird auch angeboten (und auch erreicht), ist aber teurer...

    Da Berechnungen, Werte und Erfahrung mit Häusern ähnlichen Typs und Ausstattung vorhanden, wird ein Energiebedarf (Heizlast??) prognostiziert der die Förderungsgrenze nicht nur gering sondern satt unterschreitet.

    Die Wärmepumpe soll eine IVT Greenline sein, als Kollektoren kommen 2m hohe, aufrecht stehende Spiralkollektoren zum Einsatz, die ab 1,5m unter Erdgleiche eingebracht werden. Kollektoranzahl nach Bedarf, Mischer etc. alles im Paket enthalten.
    Die Dimensionierung von Kollektor und Anlage, der Einbau der Pumpe und die Erschließung des Erdreichs wird, soweit ich weiß, wohl direkt durch IVT Deutschland und die Anbindung durch WP-geschulte und routinierte Installateure vorgenommen.

    Die Kollektorleistung wird in jedem Fall (pessimistisch) auf trockenen Kies/Sand ausgelegt und auf 100%ige Bedarfsdeckung (Wärme / Brauchwasser).
    Es wird keine Heizpatronenlaufzeit eingeplant. Außer zum Anfahren des Systems und zum Legionellen killen von Hand.

    Allerdings erreicht man unser Grundwasser hier auch mit einem Spaten wenn man will... Die Kollektoren dürften also einen immens besseren als den veranschlagten Wärmeübergangswert (Wärmeentzugswert??) haben.
    Eine gezielte Verrieselung des Regenwassers im Erdreich über den Kollektoren bietet sich zusätzlich an (sagte der IVT-Mensch auf einer Beratung + Systemvorführung), da wir das Wasser vom Dach eh auf dem Grundstück versickern müssen.

    Die Wärmepumpe (Kombigerät mit WW-Speicher) bietet zusätzlich Wärmerückgewinnung aus der Raumluft. Die Energie wird dem Solekreis zugeführt und sorgt in Stillstandszeiten für eine Regeneration und Aufladung des Erdreichs. So sagte man mir.

    Hier würde indirekt unser Kaminofen ein zusätzliches tun.
    In unsreer Mietwohnung betreiben wir schon einen und der läuft im Winter "durch", also kein "Feierabend-Ofen"

    Der Stromversorger bietet hier einen "Wärmepumpentarif" mit zweitem Zähler und Haupt-/ Nebentarif an, NT allerdings nur 6 Stunden.

    Der Bauträger ist sich der prognostizierten guten Leistungszahlen und den daraus resultierenden geringen Energiekosten (Stromkosten) so sicher, das er die Energiekosten der Anlage auf 10 Jahre schriftlich garantiert und bei Überschreitung die Differenz im garantierten Zeitraum trägt.

    Zitat:
    "Wir gewähren für alle unsere Aussagen und Leistungenumfangreiche und langfristige Garantien (10Jahre). Sie bekommen nach Fertigstellung Ihres Hauses ein persönliches Zertifikat von uns, in dem wir Ihnen verbindlich versprechen, das Sie keine Mehrkosten am Jahresende haben werden"

    Durchforste das Netz seit geraumer Zeit um meine Skepsis abzubauen und lese immer wieder von zu klein dimensionierten Kollektoren, zu großen Anlagen die ihre Leistungszahlen nicht erreichen, wo die Heizpatrone Strom frißt, das Erdreich nichts mehr hergibt, Installateure, die sich nicht auskennen, weil noch nie gemacht usw. etc.

    Kann ich davon ausgehen, das hier unter guten Vorzeichen alles so läuft wie es besser nicht geht oder ist es lediglich "der perfekte" Bluff??

    Danke für Eure Meinungen.

    Gruß Jan
     
  2. #2 bauhexe, 19.07.2005
    Zuletzt bearbeitet: 19.07.2005
    bauhexe

    bauhexe

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    ma ehrlich

    Für den Aufpreis kannst mit ner WP ewig lang heizen.

    Mal gepeilt:
    Verbrauch Heizung + WW bei Fläche 150qm 4 Personen WW geschätzt unter 5000KW Stromverbrauch.
    Rechne grob: 5000KWx 0,11€ = 550€ Heizkosten mit WW im Jahr .
    D.h. nach 34 Jahren rechnet sich der Aufpreis und für den geringeren Verbrauch gegenüber meiner Schätzung und hast immer noch zusätzlich die Zinsen auf fast 17T€.
    Das rechnet sich nach meinem Verständnis nicht!
    Umwelt ist ja schön und gut, aber mit welcher Energie die Baustoffe produziert werden sagt auch keiner!
    Mach nach EnEV, sorgfältig geplant und ausgeführt und außerdem eine gut ausgelegte WP rein. NICHT vom Heizungsmonteur! Dafür gibt's auch Fachleute z.B. hier

    Verkaufparolen eines Bauträgers würde ich niemals glauben, der ist nämlich Fachmann für NIX. :o
    Sprich mit den Leuten, die ihren Beruf lernen mußten. :lock
     
  3. #3 martin.k, 19.07.2005
    martin.k

    martin.k Gast

    Gegenargument

    Hallo!

    Gegenargument. Die Heizungstechnik muss irgendwann ausgetauscht werden. Auch dann wird Energie nicht kostenlos sein. Der Invest in eine Reduzierung der Wärmeverluste wird sich also auf seeeeeehr lange Zeit bemerkbar machen. Auch wenn es in diesem Fall 10 Jahre Preisgarantie gibt - auch diese Zeit geht rum.
    Ich bin auch Freund der WP aber wenn ich nur 2000 kWh Energie zum Heizen brauche werde ich mir fast jede Energie noch als Renter leisten können (hoffentlich).

    Denke Sie an den Gebäude-Energiepass und die Prognosen der "Internationalen Energie Agentur" http://www.iea.org/

    Grüße
    Martin aus Heidelberg
     
  4. #4 Hendrik42, 19.07.2005
    Hendrik42

    Hendrik42 Gast

    Wir haben auch ein KfW60 Haus gebaut. Würde ich jeden Tag wieder machen. Ich würde sogar prüfen, ob ich mir nicht doch KfW40 leisten kann.

    Denn zwei Sachen sind sicher: a) die Energiepreise steigen. Und selbst bei einer kleinen Steigerung hat sich KfW60 bei uns in so 20 Jahren gerechnet. b) Dämmen kannst Du nur sehr, sehr aufwändig "nachziehen". An die meisten Sachen kommst Du nie wieder ran.

    Zu den anderen Sachen habe ich bei haustechnikdialog.de geantwortet.

    Gruß, Hendrik
     
  5. #5 bauhexe, 20.07.2005
    bauhexe

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    "...in 20Jahren gerechnet"

    jau, und in 30 Jahren finanziert.
    Es ist ja nicht so, dass ich sage dämmt nicht, aber was muß ich alles tun um KfW 60 zu erreichen!?!? Das ist doch die Frage. Und z.B. ist bei einigen Fensterherstellern mit den SUPERDÄMMWERTEN eine Garantie auf die Dichtheit und die Gasfüllung auf 10 Jahre beschränk. Und dann??
    Der EnEV Standart ist im Vergleich zu 1995 ein riesen Fortschritt und ich find das auch richtig gut. Ich selber habe 1997 ein NEH gebaut, damals gab es viele der heute geläufigen Baustoffe für Dämmaßnahmen noch gar nicht in der jetzigen Qualität, damals (ich rede von 1997) war ein T16 das Maß aller Dinge.
    In den 10 jahren seit der WSVO hat sich viel getan, und man sollte bei einem Vergleich mit einem "Altbau" von 1994 in betracht ziehen, dass damals noch ganz anders bebaut worden ist.
    Die Einhaltung der EnEV mit einer normalen Kalkulation verlangt schon nach einer komplexen Planung und einer sorgfältigen Ausführung. Wem es um das bequemes Wohnen zum vernüftigen Preis geht hat aus meiner Sicht hier mit der EnEV genüge getan und sollte das Weitere über eine effektive Heizung erreichen.
    Der goldene Mittelweg ist dann eher eine philosophische Frage, sonst wären Passivhäuser Vorschrift, weil machbar.
     
  6. #6 Hendrik42, 20.07.2005
    Hendrik42

    Hendrik42 Gast

    bauhexe, nöö, nicht bei uns. Aber das ist egal, es muß sich sicher jeder selbst ausrechnen, ob er sich KfW60 / 40 / Passivhaus "leisten" will.

    Da ich in der staatlichen Rente drinhänge, gebe ich lieber jetzt etwas mehr aus um später meine Kosten gering zu halten -- vom Umweltgedanken mal ganz abgesehen. Denn der ITER (iter.org) wird wahrscheinlich erst fertig, wenn ich schon in Rente bin... während das Zinsniveau ja im Moment so ist, dass man schon mal 10kEUR mehr investieren kann.

    Aber sicherlich: lieber eine gesunde Finanzierung und EnEV als KfW60 und fies auf Kante genäht. Erst hinterher weiß man, wie man rauskommt... bei uns wäre ein "Upgrade" auf T9 eben Rückblickend noch drin gewesen.

    Gruß, Hendrik
     
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Mit WP auf dem richtigen Weg??

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