Mörtelfüge von Ausgleichsmörtelschicht == Wärmebrücke?

Diskutiere Mörtelfüge von Ausgleichsmörtelschicht == Wärmebrücke? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen! Unter die erste Steinreihe kommt bei Porenbetonsteinen ja eine Ausgleichsmörtelschicht. Im Porenbetonhandbuch findet man z.B....

  1. JarnoC

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    Hallo zusammen!

    Unter die erste Steinreihe kommt bei Porenbetonsteinen ja eine Ausgleichsmörtelschicht. Im Porenbetonhandbuch findet man z.B. folgende Zeichnung:
    moertel_fuge.jpg
    Ist die Mörtelfuge der Ausgleichsschicht nicht eine Wärmebrücke? Oder ist dies vernachlässigbar?

    In folgender Zeichnung wurde die Fuge vermieden:
    ohne_fuge.jpg
    Lässt sich dies aber überhaupt in der Praxis herstellen? Die Kante des Vormauerstein müsste ja perfekt gerade sein.

    Gruß, J.
     
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  3. Yilmaz

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    Hallo,
    ohne Mörtelfuge geht das nicht. Es ist nicht vermeidbar und kann vernachlässigt werden. Man kann auch mit Dämm-Mörtel arbeiten wenn die statisch dort anwendbar ist.
    Mfg.
     
  4. #3 Carden. Mark, 5. Februar 2015
    Carden. Mark

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    Eine Mörtelfuge ist eine vernachlässigbare Lineale Wärmebrücke.
    Ohne bautechnisch notwendige, oder geometrisch entstehende Wärmebrücken zu bauen, wäre nur als Kugel aus allseits selbigen Material möglich.
     
  5. baufix 39

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    dann frag ich mich warum man nicht grundsätzlich mit Mörtel arbeitet,
    wenn :
    "Eine Mörtelfuge ist eine vernachlässigbare Lineale Wärmebrücke."

    Mörtel fügt das Mauerwerk wesentlich mehr zusammen als die Klebetechnik.
     
  6. Yilmaz

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    "Eine Mörtelfuge ist eine vernachlässigbare Lineale Wärmebrücke."

    wenn die Mörtelfugen mehr werden ändert das die Wärmeleitfähigkeit des gesamtmauerwerks...
     
  7. #6 Carden. Mark, 5. Februar 2015
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    und öbuv SV für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    Steht da "Eine" oder was steht da?
    Außerdem,
    ist das auch nicht richtig.
     
  8. JarnoC

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    In diesem Zusammenhang hier ein interessantes Beispiel aus dem Wärmebrückenkatalog des Bundesverband Porenbeton:
    wb-geschossdecke.jpg
    Mit 15mm Mörtelausgleichsschicht Psi=0,135 W/mK
    Ohne Mörtelausgleichsschicht erhält man Psi < 0,06 (wie in DIN 4108 Beiblatt 2 / Bild 71)

    Zumindest in Passivhausbereich dürfte die Mörtelausgleichsschicht relevant sein.
     
  9. JarnoC

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    Mit Dämm-Mörtel ist vermutlich LM 21 oder LM 36 gemeint? Wenn der Statiker es abnickt, wäre dann LM 36 eine Option? LM 21 wurde hier im Forum ja schon kontrovers diskutiert.

    Könnte man nicht einfach in der Mitte der Mörtelausgleichsschicht einen Dämmstreifen einlegen? D.h. Mörtel kommt nur auf den Vormauerstein und die Decke (und die R500 würde nur in die Mörtelschicht auf der Decke eingelegt werden).
     
  10. #9 Alfons Fischer, 16. Februar 2016
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    wenn, dann sollte dieser Dämmstreifen oberhalb der elastischen Dämmschicht innerhalb des Vormauersteins liegen.
    Ich würde es davon abhängig machen, welches Ziel man eigentlich erreichen will. Oftmals toleriert man solche geringfügigen Einflüsse zugunsten einer unproblematischeren Ausführung.
     
  11. JarnoC

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    So ähnlich hatte ich mir das gedacht:

    wb-deckenauflager-mit-daemmsteifen.jpg

    Durch den Dämmstreifen ergibt sich eine Verbesserung von Psi=0,117 W/mK auf Psi=0,057 W/mK.
     
  12. #11 Ralf Dühlmeyer, 16. Februar 2016
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    Sowas planen nur Schreibtischtäter!
    Und Mathematiker :p
    Aber Mathematiker fangen ja auch Löwen per Definition.

    Praktiker suchen bei solchen Ideen ihr Heil in der Flucht!
     
  13. Baumal

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    .... sehr witzig. :D

    schon einmal darüber nachgedacht, wie das einer auf
    der baustelle ausführen möchte.?
     
  14. JarnoC

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    Ja, ja, schon klar. Die Mörtelfuge ärgert mich trotzdem irgendwie...
     
  15. #14 Ralf Dühlmeyer, 16. Februar 2016
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    Dann trenn die Funktionen Tragen und Dämmen von einander, dann stört die Mörtelfuge das psi und das Chi und das Jing und das Jang nicht mehr.
     
  16. #15 Alfons Fischer, 16. Februar 2016
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    ohne jetzt gerechnet zu haben: ich mag so einen großen Einfluss nicht glauben.
    In welcher Stärke und mit welchem lambda wurde denn die Mörtelfuge und die sonstigen Materialien berücksichtigt?
     
  17. Baumal

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    mich ärgert manches auch oft.
    aber eine mörtelfuge, hat mir noch nie schlaflose
    nächte bereitet.
     
  18. JarnoC

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    Die Werte mit denen ich gerechnet habe sind die folgenden:

    42,5cm Stein: 0,09
    2cm Mörtelausgleichsschicht: 1,0
    11,5cm Deckendrandstein: 1,6
    5cm Mineralwolle: 0,035
    2cm PUR: 0,025
    20cm Stahlbetondecke: 2,3
    3,5cm Trittschalldämmung: 0,045
    8cm EPS Zusatzdämmung: 0,032
    6,5cm Estrich: 1,4
    1,5cm Innenputz: 0,5
    2cm Außenputz: 1,0

    Im Wärmebrückenkatalog des Bundesverband Porenbeton findet sich ein ähnliches Ergebnis (siehe #7).

    2cm für die Mörtelausgleichsschicht ist ggf. eine etwas viel. Wobei mit einer eingelegten R500 fand ich 2cm eigentlich recht plausibel. Bei 1cm ergibt sich Psi=0,094.
     
  19. #18 Alfons Fischer, 17. Februar 2016
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    Deckenrandstein mit lambda 1,6 halte ich für extrem hoch, den Wert für den Innenputz halte ich für zu niedrig.
    Auch der Einfluss der Stärke der Ausgleichsschicht ist (natürlich!) bemerkenswert ;)

    Testen Sie mal aus, was es ausmacht, die Ausgleichsschicht im Bereich der Deckenranddämmung nur zu unterbrechen (also Luft) ;) Da wird man in ähnliche Größenordnungen kommen wie mit einer zusätzlichen Dämmung.

    Aber Fakt bleibt: dort eine Dämmung (sicher) einzubauen, wird auf der Baustelle nicht so einfach sein. Man berücksichtige, dass es sich ja um eine Ausgleichsschicht handelt, diese also variable Dicke aufweist.
     
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  21. #19 rechter Winkel, 17. Februar 2016
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    Ich kenne einen Bau in der Nachbarschaft, da bildet sich die Mörtelausgleichsfuge über der EG Decke richtig schön im Aussenputz ab. Das Problem ist ja nicht nur der Wärmeverlust, sondern auch die viel höhere Temperatur, wodurch dier Putz in diesem Bereich anders trocknet. (Jeder kennt bei Altbauten die sich abzeichnenden Lager-/Stoßfugen)

    Der Wärmeverlust ist bei der Ausgleichsfuge auch höher als bei einer normalen Mauerwerkslagerfuge, da:
    1. Die Ausgleichsfuge häufig etwas dicker ist
    2. Die warme Betondecke nur einen Abstand von 1/2 bis 1/3 der Wandstärke zur Aussenluft hat
    3. die Lagerfuge wird über einen großen Querschnitt in diesen Bereich von der Betondecke erwärmt welche ja über den gesamten Querschnitt bis zum Randdämmstreifen in etwa der Raumtemperatur entspricht.

    Praktisch habe ich das Problem bei mir so gehandhabt, dass ich im Bereich über der Randdämmung LM 21 aufgetragen habe; auf dem Deckenrandstein und Betonplatte dann halt den normalen Mauermörtel. Damit ist der Wärmefluß schonmal deutlich verringert.
     
  22. JarnoC

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    Ja, der Deckenrandstein hat vermutlich lambda=1,4 weil es PP4-0,55 ist. Für den Innenputz wäre 0,7 vermutlich besser (entsprechend 4108 Teil 4).

    Ja, richtig. Ich hab mal 0,15 für ruhende Luftschicht angesetzt. Das gibt dann bei 1cm Ausgleichsschicht Psi=0,067. Tja, ob das Auskratzen baustellentauglich ist...

    Wer mit gefüllten Ziegeln arbeitet kann ja vielleicht ein paar der herumliegenden Perlite einfüllen :biggthumpup:
     
Thema:

Mörtelfüge von Ausgleichsmörtelschicht == Wärmebrücke?

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