Monolithisch, zweischalig oder doch WDVS? Vermschmutzung vs. Wirtschaftlichkeit?

Diskutiere Monolithisch, zweischalig oder doch WDVS? Vermschmutzung vs. Wirtschaftlichkeit? im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Hallo, wir wollen uns ein 2-geschossiges Stadthaus von einer Hausbaufirma erstellen lassen. Jede Firma bringt meist "ihr" Wandkonzept mit. Seit...

  1. olaf b

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    Hallo,
    wir wollen uns ein 2-geschossiges Stadthaus von einer Hausbaufirma erstellen lassen. Jede Firma bringt meist "ihr" Wandkonzept mit. Seit Monaten quält uns nun die Frage, welchem Außenwand-Konzept wir den Vorzug geben sollen. Ich sehe hier Zielkonflikte, die ich mit meinem Laienwissen nicht auflösen kann:

    1. Kosten (Bau + spätere Instandhaltung)
    2. Optik (Verschmutzung, Veralgung)
    3. Wärmedämmung (im Hinblick auf KfW 70 als Mindeststandard)

    + Pro WDVS (z.B. Porenbeton+12-16cm Dämmstoff): Preiswert im Hinblick auf erzielbaren U-Wert.
    - Contra WDVS: Schnelle Verschmutzung (Algen, Pilze, Staub) = Optik je nach Baumbestand und Richtung schnell hinüber
    + Pro zweischalig: Geringe Verschmutzung, stabile Außenhülle, gute U-Werte erzielbar
    - Contra zweischalig: Kosten (selbst ohne Klinker viel teurer), Geringe Auswahl an Anbietern (Berlin-Brandenburg)
    + Pro monolithisch (z.B. T9/T8): Geringe Verschmutzung, stabile Außenhülle, preiswerter als zweischalig
    - Contra monolithisch: gute U-Werte nur mit teurem Stein oder sehr dicken Wänden (>40cm) zu erzielen. Je besser gedämmt, umso schlechtere Schallschutzwerte (T8, T7) und Vermutung: Schrauben und Dübeln wird schwieriger.

    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Sollte "zweischalig" unser Budget sprengen, wäre dann monolithisch der beste Kompromiss?
    Oder gibt es noch Ideen und Hinweise, die ich noch gar nicht bedacht habe?

    Gruß und Danke!
    Olaf
     
  2. #2 SmartHome, 12.07.2012
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    Persönlich bin ich ein Freund von monolithischem Mauerwerk. Auch der Schallschutz scheint mir meist ausreichend zu sein. Falls nicht gibt es ja immer noch den WS09. Mit einem T08 oder T07 sollte ein KfW70-Standard problemlos mit 36,5 zu erreichen sein, mit den T08 (W08) 30,0 wird es dann schon sehr eng.
     
  3. #3 Ralf Dühlmeyer, 12.07.2012
    Ralf Dühlmeyer

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    Die Veralgung hängt am Dämmwert der Fassade. Je kälter die Aussenseite ist (also um so kleiner der Wand U-Wert), desto kälter die Oberfläche, desto höher das Kondenswasserproblem = höheres Risiko der Veralgung.

    Eine Verblendung ist da noch der beste Schutz, weil sie Sonnenwärme durch die hohe Masse gut aufnehmen kann.
    Ein T7/8/9 ist da schon schlechter, aber immer noch besser als ein WDVS, weil er zwar deutlich weniger Masse auf der Aussenseite als eine Verblendung hat, aber immer noch mehr als ein WDVS.
    Risiko beim WDVS am höchsten.
    Auf der Nordseite ist das alles relativ, weil keine Sonneneinstrahlung. Da kann eine hohe Speichermasse sogar kontraproduktiv sein, weil sie eben auch die Kälte länger speichert!

    Da wäre noch der Holzrahmenbau. Der ist bei super Dämmwerten rel. günstig und veralgt nicht.
     
  4. olaf b

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    @SmartHome:
    Vielen Dank für Deine Meinung! Wie hast du selbst gebaut?

    @Ralf Dühlmeyer:
    Vielen Dank für die Meinung des Experten, lesen immer gern Ihre fundierten Beiträge!
    Wie würden Sie sich denn persönlich an unserer Stelle entscheiden? Was ist Ihre persönliche Meinung insb. zu WDVS, wie es heute in der preiswerten Hauskategorie verbaut wird?

    Der Zusammenhang Veralgung <- Dauer der Benetzung <- zeitl. Verlauf der Außenwand-Temp. ist mir bewusst. Vorteil zweischalig ebenso. Die Kosten sprengen nur bisher unseren Kostenrahmen, den leider auch die Bank mitbestimmt ...

    Deshalb auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Beim Bau und später (Heizkosten, Fassadensanierung usw.).

    Holzrahmenbau. Das ist doch der "normale" Fertighausbau mit innenliegender Dämmung?
    Davon hatten wir uns vor längerem verabschiedet. Irgendwann muss man die Anzahl der möglichen Optionen einschränken...
     
  5. #5 mastehr, 12.07.2012
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    Meine persönliche Laien-Meinung:

    zweischalig mit Klinker:
    + Optik (das ist natürlich Geschmackssache)
    + wartungsfrei
     
  6. #6 Ralf Dühlmeyer, 12.07.2012
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    Persönliche Meinung?
    Würde ich für mich selber neu bauen, dann entweder reiner HRB oder KS-Mauerwerk mit einer hinterlüfteten Vorhangfassade und Dämmung dazwischen!
    Wenns günstig und gut werden soll und die Lage nicht allzu risikobehaftet ist (keine grossen Bäume o.ä.) - KS Mauerwerk + WDVS.
    WDVS geht auch mit Klinkerriemchen, dann ist die Masse aussen grösser und damit das Risiko kleiner. Allerdings auch nen guten Schlag teurer.
    Monolithisch für Bauherren, die weder HRB noch WDVS wollen. Und dann nicht kleckern, sondern klotzen. 49er Wand!

    HRB hat nur bedingt was mit "normalem" Fertighausbau zu tun. Es gibt in dem Bereich einige HRB-Anbieter, ja. Aber es gibt auch den individuellen HRB.
     
  7. olaf b

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    KS: Der Baustoff der Experten, leider nicht der der Typenhausanbieter. Hinterlüftung: Macht die Wand ja noch mal dicker. ;-) Dachte, das Thema Hinterlüftung hätte man längst schon Richtung Kerndämmung mit Luftspalt entschieden?

    Leider: Große Bäume Nordseite, mit Krone bis/nahe Dachbereich. Dachüberstand >=75cm geplant, aber ob das ausreicht?

    Klinkerriemchen waren für mich immer Tütlkram... aber vielleicht eine Überlegung wert?

    Oha, 49er Wand, das sind ja Burgmauern. Treibt leider die Kosten in die Höhe : 10x10 Meter, 36,5 vs. 49cm = 5 Quadratmeter mehr Grundfläche, 10 qm für die Preisberechnung des Anbieters... bis die Energieeinsparung da wieder reingekommen ist, vergehen einige Jahrzehnte...
     
  8. #8 Ralf Dühlmeyer, 12.07.2012
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    Na dann weg von den Typnehäuslern und hin zu den Experten :D.

    Vorhangfassade nicht gleich Verblendfassade. Grosser Unterschied.
    Kerndämmung bei Verblendung erzwungen durch Zulassung Anger (Länge) vs. Dämmdicke!
     
  9. olaf b

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    Ich lasse den Hauch von Werbung hier gern unkommentiert stehen. ;) Meine Vermutung bleibt: Geld reicht nur für ein Typenhaus mit Sonderwünschen. Wahrscheinlich nicht einmal für eine zweischalige Wand...

    Ah, danke für die Anregung zum Nachlesen "VHF" bei Wikipedia & Co. Wie der Name schon sagt: Die Außenhaut hängt und steht nicht, interessant. Damit fällt dann die klassische EFH-Optik mit Klinker oder Putz wohl aus... und man könnte philosophieren, wie schlimm die Wärmebrücken sind und wie umweltschädlich das viele Alu. :e_smiley_brille02:

    Noch mal zusammengefasst:
    Zur Auswahl stehen derzeit Hausanbieter mit folgenden Wandaufbauten:

    a) Monolithische Wand 36,5cm "T9" Röben (Angebot liegt vor, T8 42,5cm ginge evtl. auch...) + Putz
    b) WDVS 17,5cm Porenbeton + 16cm Dämmung + Putz
    c) Doppelwandig 17,5cm Porenbeton + 6-10cm Dämmung + 15cm Porenbeton + Putz oder alternativ Klinker

    Freue mich über weitere Anregungen!
     
  10. kike

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    Hmm, klingt ein wenig nach "Vorurteil". Bei mir ist es -unter ähnlichen Anforderungen- ein Holzrahmenbau geworden. Viel wichtiger als die Glaubensfrage nach den Wandmaterialien ist aber m.E. WIE sorgfältig die jeweiligen Details geplant und ausgeführt werden.

    Was waren übrigens die Contrapunkte für den bisherigen Ausschluss von HRB?
     
  11. olaf b

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    Bestimmt ein Urteil mit viel "Vor" ;). Nur: Irgendwann muss man als Laie und zukünftiger Hausbauer ja mal urteilen.
    Anscheinend für Dich die richtige Wahl.
    Glaubensfrage hieße, es gäbe keine objektiven Kriterien, anhand derer man entscheiden kann. Das sehe ich derzeit noch anders. Außerdem möchte ich den zukünftigen Bauherren sehen, der im Vorfeld der Baufirmensuche bewerten kann, wie sorgfältig die Architekten planen, die Handwerker ausführen und die Bauleiter überwachen. Ich habe ja schon größte Schwierigkeiten, wenn ich eine Firma mal nach Regeldetails frage. Die Verkäufer wissen noch nicht einmal, was das überhaupt ist. Wie soll ich da Firmen objektiv bewerten und auswählen?
    Wie gesagt, was genau der Unterschied zwischen HRB und Fertighaus-Bauweise ist, weiß ich nicht. Wir hatten uns bei einigen Fertighausanbietern informiert und folgende Punkte haben uns abgeschreckt:
    1. Preis. In Berlin-Brandenburg sind Handwerker preiswert im Vergleich zu anderen Bundesländern. Der Kostenvorteil der Vorfertigung kommt da nicht zum Tragen.
    2. Schallschutz und Speichermasse der Außenwand. Da brauche ich eine Verblenderfassade. Das macht die Sache dann wieder so teuer wie eine zweischalige Steinwand...
    3. Innenwände und Installationstechnik. Schien uns irgenwie zu starr, man muss Grundriss, Elektroinstallation usw. schon sehr früh fertigplanen.
    4. Holz arbeitet. Manche mögen das. Wir nicht. Betondecke hat was.

    So, da habe ich mich mal schnell an meinen Vorurteilen abgearbeitet. ;)
     
  12. olaf b

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    Ich hätte noch eine Frage an die werten Fachleute im Forum:

    Ist es richtig, dass es aktuell große Probleme bei der Verfügbarkeit und dem Preisniveau von Ziegeln der Wärmeleitfähigkeit λ = 0,08 oder besser ("T8/T7") gibt?
    Oder bei Wandstärken >36,5cm?

    Mir wurde heute von einer Hausbaufirma empfohlen, dass ein "T9" in 36,5cm wesentlich wirtschaftlicher wäre, da aktuell die Zielgelhersteller auf Hochtouren produzierten und ein "T8" in 42,5cm nicht bzw. nicht mit kalkulierbaren Lieferzeiten zu bekomme wäre... Die Firma verbaut THERMOPOR-Ziegel des Herstellers Röben.
     
  13. mls

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    zu ersterem gibts (hier) viel zu lesen,
    zu zweiterem zuerst das hier - incl brunos sensationeller optimal-auswahl-tabelle
    (für die insider: karma ..)
     
  14. #14 susannede, 13.07.2012
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    Menno, zum Lesen von Brunos Tabelle gehören ein gewisses Maß
    an Materialvorbildung und ein noch höheres an Ironieverständnis.
    Wem will man dies unterstellen ?:shades
    Dem geneigten Leser der Bastelbranche eher weniger.

    Man bedenke, dass der HRB hier mit 111 erfühlten Punkten
    als mangelhaft abschneidet :mauer
    obwohl doch so hervorragende Eigenschaften wie:

    * U-Wert (10 Punkte !)
    * Bruchfestigkeit bei Fall aus 1 m Höhe (10 Punkte !)
    * Schwimmfähigkeit ( 7 Punkte ... zu wenig imho !)
    und * Entsorgungskosten (8 Punkte)

    aufgeführt wurden !?!:biggthumpup:

    Abwertung wegen KLANG...tzzzz...naja, Xylophone sind halt ned jedermanns Ding.

    Wenigstens Holz. Aber das ist eben auch nicht grundlos überbezahlt.

    Dito Ralf.

    Veralgung, die ja ein gaaanz wichtiges Kriterium zu sein scheint, findet nur auf Fassaden statt,
    die trotz des wunderbaren Sonnentages keine Wärme von außen nach innen speichern können.
    Plaste dämmen halt in jede Richtung. Pech.
     
  15. olaf b

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    Och ne, ihr seid ja richtig anstrengend. :winken Die Karma Tabelle kann ich selbstverständlich auswändig. Was hat die mit Humor zu tun? ;)
    Alle Links von Euch mal quergelesen, zum Fachmann steige ich deshalb aber auch noch nicht auf. Was hängen geblieben ist: es kommt darauf an und: Je Tx, umso sorgfältiger müsste gearbeitet werden!?

    Nehme ich das mit der Veralg-Moos-pilzung zu ernst, susannede? Habe ich nicht ganz verstanden, deinen Sarkasmus.
     
  16. #16 fmw6502, 14.07.2012
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    egal welcher Stein, es muß fachgerecht gerbeitet werden.

    Wenn ein Billigbauer einen Tragstein (T14, KS...) mit zusätzlichen Wärmebrücken versieht, kann das evtl. mit dem WDVS verdeckt werden. Meistens hat man dann aber noch andere Mauerwerksprobleme...

    Gruß
    Frank Martin
     
  17. McCorc

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    Wir haben uns für KS + WDVS entschieden. Innenwände ebenfalls aus KS. Wichtig war uns guter Schallschutz, und stabile Wände (wo nicht die Wand auseinanderbröckelt nur weil man zwei Dübeln reinbohren möchte), sowie kfw70-Standard. Optisch auch deswegen interessant, weil wir kein 0815-Klinker wollten sondern die Aussenwände in unterschiedlichen Farben gestalten wollen.
    War nebenbei auch die günstigste Lösung.
    Der Rohbau wird bald fertig und es sieht soweit richtig stabil aus.
     
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