Mulden-Rigolenversickerung

Diskutiere Mulden-Rigolenversickerung im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Hallo, auf unserem Grundstück sind wir dazu "verdonnert" eine Mulden-Rigolenversickerung anzulegen. :mauer Fragt nicht warum.... wir haben...

  1. HeikoM

    HeikoM Gast

    Hallo,

    auf unserem Grundstück sind wir dazu "verdonnert" eine Mulden-Rigolenversickerung anzulegen. :mauer
    Fragt nicht warum.... wir haben auch Vorgaben für Klinker und Pfanne in Form von RAL-Werten :irre

    Zur Rigole:

    Bei den Berechnungen wird immer von "angeschlossenen Flächen" gesprochen. Welche sind das? Zählt eine Auffahrt auch dazu, wenn diese nicht an die Rigole angeschlossen wird?
    Bei uns sollen laut Archi nur Garagendach und Hausdach angeschlossen werden.
    In die erste Berechnung wurde eine sehr große Hoffläche und auch annähernd das gesamte Grundstück mit einem kleinen Faktor eingerechnet.

    Zur Dachfläche: Nach meiner Logik müßte man die Fläche nehmen, die für den Regen "sichtbar" ist, also nicht die gesamte Dachfläche, sondern nur die Projektion dieser auf den Grund. Bei einer anderen Dachneigung würde sich sonst ja eine andere Rigolengröße ergeben... dennoch wird das Dach nicht mehr oder weniger Regen aufnehmen, als vorher.

    Kurz zur Info:
    Grundstück: 845qm
    EFH: 8,8m*10,6m, Satteldach mit 45° Neigung (~167qm Fläche für Dachpfannen)
    Garage: ca. 66qm Fläche für Dadchpfannen, Grundfläche ca. 8x5m

    Ermittelte Muldenfläche vom Archi: 50qm!! :yikes
    Muldenvolumen: 12 Kubikmeter
    Rigolenlänge: 27m!

    Bei 50qm-Muldefläche wäre diese laut Archi 24cm tief! Wir wissen gar nicht, wo wir diese riesige Mulde unterbringen sollen??!! :cry

    Gruß
    Heiko
     
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  3. Lebski

    Lebski Gast

    Keine Ahnung. Mal an einen Regenwassertank gedacht? :think
     
  4. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "der" Abwasserzweckverband

    wird bei dessen Vorgaben keine extrawürste wie Wassertank zulassen ... "was" wenn der voll ist ??? ... wohin dann mit dem Wasser ???
    .
    12cbm Mulde ... und dann ??? wasserdurchlässiger Boden vorhanden ???
    .
     
  5. Lebski

    Lebski Gast

    Ein Regenwassertank kann Zwischenpuffern, somit kann auch das Versickerungsvolumen kleiner sein.
    Und komm jetzt keiner mit Dauerregen, da Problem hat man auch ohne Tank.
     
  6. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "darum" hab ich ja nach durchlässigen Boden gefragt (!)

    sofern vorhanden kein Problem (!) ... bei uns hat es vorletzte Woche 45Ltr. auf den qm geregnet ... die Woche waren es ebenfalls 40 ltr. ... 200qm Fläche haste gleich zusammen wär´n in den beiden Wochen 17cbm ... "klingelt´s" ??? ... i.d.R. gibt es für jedes Haus einen genehmigten Entwässerungsplan und in der Regel werden sowohl Kanal samt Regenentwässerung von den Behörden abgenommen ... "den" Tank kriegste nicht gebacken "solange" du nicht aufweisen kannst was mit dem Überschuss (Verbrauch) aus dem Tank passiert (!)
    .
     
  7. HeikoM

    HeikoM Gast

    Guten Morgen!

    Zitat aus der textuellen Festsetzung:

    Die Versickerung...hat über Mulden zu erfolgen. Die Bemessung ist nach einem Regenereignis mit einer Häufigkeit von n=0.2 (5-jähriges Regenereignis) vorzunehmen. Als Notüberlauf sind Rigolen anzulegen. Die Rigolen sind für ein Regenereignis n=0.1 (10-jähriges Regenereignis) zu bemessen. Versickerungsschächte als Notüberlauf sowie die ausschließliche Anlage von Versickerungsschächten und Rigolen sind im Plangebiet aufgrund des Wasserschutzgebiets ... nicht zulässig.

    Wie Josef schon angemerkt hat: Wassertank löst das Problem nicht, sondern "verschiebt" es nur.

    Daten aus der Berechnung des Archis:

    angeschlossene Teilflächen:
    - 160qm Dachflächen, mittlerer Abflußwert=1, undurchlässige Fläche=160
    - 190qm Hofflächen, mittlerer Abflußwert=0.75, undurchlässige Fläche=142.5
    - 450qm Grünfläche, mittlerer Abflußwert=0.05, undurchlässige Fläche=22.5
    Gesamt: 800/0.41/325.0

    Dazu nochmal die erste Frage: Warum werden Hoffläche und Grünfläche zu den "angeschlossenen Flächen" gezählt? Diese beiden Flächen werden definitiv nicht angeschlossen an die Mulde/Rigole.

    weiter in der Berechnung:
    Au=325qm
    As=50qm (max. Versickerungsfläche, keine Ahnung woher der Archi diesen Wert hat)
    kf=0.00001m/s (wassergesättigte Bodendurchlässigkeit)
    n=0.2 1/a (Niederschlagsbelastung)
    fz=1.2 (Zuschlagsfaktor)

    Aus den Werten ergibt sich ein notwendiges Speichervolumen von V=12cbm, somit eine mittlere Einstauhöhe von 24cm. Rechnerische Entleerungszeit 13.30h.

    Mit den Werten nMulde=1.0 /a und nRigole=0.1/a (beides Niederschlagsbelastung) ergibt sich unter den Parametern Muldenhöhe=1m, Muldenbreite=0.6m eine notwendige Rigolenlänge von 27.3m.
    Effektives Rigolenspeichervolumen=4.9cbm. Effektives Muldenspeichervolumen=16.9cbm.


    Fragen zu dieser Berechnung habe ich oben schon gestellt:
    Wie ist eine "angeschlossene Fläche definiert"?
    Warum zählt die gesamte Dachfläche und nicht nur die "projezierte Dachfläche", die der Regen "sieht"?

    Gruß
    Heiko
     
  8. #7 HeikoM, 1. Mai 2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 1. Mai 2005
    HeikoM

    HeikoM Gast

    Noch ein kleiner Nachtrag...

    ... wir überlegen uns natürlich auch eine Lösung für den Fall, daß wir um die 50qm Mulde nicht herumkommen.

    Vorschläge, wie man sowas gestalterisch ins Grundstück mit einbauen kann, sind willkommen! Vielleicht hat einer von Euch sowas schonmal gesehen.

    Mir schwebt momentan vor, evtl. später ein Gartenhaus auf "Stelzen" über einen Teil der Mulde zu setzen. Vielleicht mit einer Art Holzterrasse...

    damit Ihr mal eine Idee bekommt, wie groß so eine Fläche auf dem Grundstück sein wird:

    [​IMG]

    Die "hintere Baugrenze" ist falsch. Hintere Baugrenze ist der Strich direkt hinterm Haus. Der obere Strich ist die Grenze für die "5m-Ortsrandbepflanzung", die ebenfalls durch die Gemeinde vorgegeben wird.
    Dort darf die Mulde m.E. nicht reinreichen, also auch noch ein Fehler in der Zeichnung.


    Gruß
    Heiko
     
  9. #8 puschel1st, 1. Mai 2005
    puschel1st

    puschel1st

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    Ist die Entwässerungs schon beantragt im Rahmen des Bauantrags oder sind das hier die Vorüberlegungen dazu? Ist der kf-Wert des Bodens durch einen Bodengutachter nachgewiesen?

    Zur Berechnung der Dachffläche kann ich so nichts sagen, sollte aber in der ATV 138 (Arbeitsblatt A 138 der abwassertechnischen Vereinigung (ATV)) geregelt sein. Wird noch nachgeschaut.

    Grundsätzlich ist für das gesamte Grundstück eine geregelte Entwässerung nachzuweisen, also auch für Zufahrten und Grünflächen. Wenn also die Zufahrt nicht an das Mulden-Rigolen-System angeschlossen ist, wohin entwässert dann das Regenwasser? (Wird die erste Frage des Amtes sein)
    Mit dem kf-Wert dürfte der Boden ein sandiger Schluff o.ä. sein, also auch nicht so schlecht.
    Folgende Abflussbeiwerte können für die Berechnung angesetzt werden:
    Einfache Grassnarbe, intensive Dachbegrünung 0,2 - 0,0
    Schotterrasen 0,3 - 0,2
    Extensive Dachbegrünung 0,5 - 0,3
    Rasengittersteine 0,5 - 0,4
    Mosaik- und Kleinpflaster mit großen Fugen 0,6 - 0,5
    Wassergebundene Decke 0,7 - 0,5
    Mittel- und Großpflaster mit offenen Fugen 0,7 - 0,5
    Verbundpflaster, Plattenbeläge 0,8 - 0,5
    Beton- und Asphaltdecken 0,9
    Metall- und Glasdächer 0,95

    Also, zum eigentlichen Problem: Um die Versickerung des Dachregenwassers kommt man wohl nicht herum, hier ist das Mulden-Rigolensystem sicherlich zwingend zu bauen. Es gibt statt Kies-Schotter-Rigolen noch die Möglichkeit, vliesummantelte Kunststoff-Elemente einzubauen, mit denen man das notwendige effektive Volumen schneller erreicht. Hersteller kann ich nachschlagen, falls gewünscht.

    Entwässerung Zufahrt/Grünfläche:Entwässerung separat nachweisen (sickert z.B. in eine ausgemuldete Fläche, die sowieso bepflanzt wird o.ä. . Wenn an doch an die Mulde-Rigole angeschlossen, versuchen , den Abflusbeiwert durch die Art der Oberflächenbefestigung drücken. Es gibt heute waagerecht verlegte Pflastersysteme mit Splittfugen auf Splitt/Schotter, die als komplett selbstversickernd angerechnet werden können.

    Die angenommenen 50 qm könnten so verkleinert werden. Die 50 qm sind von eurem Archi auch nur angenommen, um eine rechnerische Größe zu haben. Das nachzuweisende Volumen ist wichtig. Warum nicht auf 100 qm nur 12 cm max Anstauhöhe nachweisen? Es geht hier um den rechnerischen Nachweis für ein Regenereigniss, das statistisch alle 5 bis 10 Jahre vorkommt. Im Regelfall wird das tatsächlich anfallende Regenwasser umgehend in die Rigole sickern und oberflächlich wird nichts mehr zu sehen sein. Insofern: Die Mulde geschickt in die Planung der Außenanlagen einfließen lassen...
     
  10. #9 puschel1st, 1. Mai 2005
    puschel1st

    puschel1st

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    Oh, jetzt ist auch ein Plan da ;o)
     
  11. Josef

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    Respekt Puschel (!)

    da wird´s gescheiter sein ich kümmere mich wieder um meine Ziegelsteine ... soll aber nicht heissen das ich da nicht kräftig mitlese :)
     
  12. bauhexe

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    STOPP :eek: : da ist ein Fehler drinn, Dachflächen berechnen sich nur über die überbauten Grundflächen.
    Garage= 40qm
    Haus = 93,28qm
    Summe macht weniger als 150qm
    Einfahrt würd ich versickerungsfähig machen, da gibt es spezielle Pflastersteine für. Manche sind wasserdurchlässig, andere werden auf Abstand gesetzt und sind seitlich ein Stückchen ausgestellt. Der Unterbau ist entsprechend versickerungsfähig zu machen, wenn der Untergrund ein z.B.Lehm ist, sollte der Pflsterunterbau entsprechend tiefer werden, damit der Regen erst einmal eindringen kann.
    Man könnte auch das Pflster mit seitlichem Gefälle in Grünanlagen leiten. 0,5% Gefälle reichen aus =5mm auf 1m Breite.

    Die nach meiner Meinung schönste Lösung wäre Gartenteich mit Sumpfzone als Überlauffür die Dachentwässerung und Außenanlagen in Grünflächen. :lock
     
  13. #12 puschel1st, 1. Mai 2005
    puschel1st

    puschel1st

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    So, mit der Aussage von Bauhexe und der Annahme, dass man den Zufahrtsbereich separat versickern/entwässern kann, reduziert sich die herzustellende Mulde/Rigole doch deutlich! Entsprechend würd ich das mit Archi und Genehmigungsbehörde abstimmen - die ist normalerweise nämlich relativ scharf in der Bauüberwachung. Baubeginn ist anzuzeigen, und ggf. ist Rohplanum und fertige Rigole noch einmal zwischenabzunehmen, bevor die Endabnahme läuft. Also besser (wie immer) vorher klären ;o)

    Teich ist schön, allerdings nur Gestaltungselement, da Zwischenpuffer, Sumpfzone wäre dann die eigentliche Sickerfläche. Schön trennen, sonst wird das Wasser über Kapilarwirkung aus dem Teich gezogen.
    Aber grundsätzlich: Wißt ihr schon, wie Euer Garten aussehen soll? Jetzt liegt die schnöde Mulde-Rigole so richtig mitten drin in der nutzbaren Fläche. Wenn hinten Pflanzgebot besteht, dann darf die Mulde dort nicht reinreichen (eigentlich nur Rasen, da Sickerleistung dauerhaft zu gewährleisten ist).
    Klärt das vorher ab, sonst grabt ihr später auf Schotter ;o) Macht nämlich nie jemand, und meinereiner (=Landschaftsarchitekt) darf dann hinterher mit dem "Zaubern" anfangen!
     
  14. HeikoM

    HeikoM Gast

    N'Abend zusammen!

    Also erstmal möchte ich mich bei Euch für die kompetente Hilfe bedanken! In den Beiträgen stehen sehr viele Infos drin, die ich erstmal sondieren muß, danke dafür :respekt

    Habe ich mir eigentlich auch so gedacht. Gibt's dafür eine Quelle? Wo kann ich das nachlesen, daß das so ist?

    Super Tipp! Ist mir neu.

    Ja, aber der Bauantrag ist noch nicht komplett durch, da die Gemeinde auf die gesicherte Erschließung wartet. Ich gehe davon aus, daß wir an der Entwässerung noch was machen können.

    Gewünscht :D Ich denke, daß könnte uns helfen. Zumindest wäre es gut zu wissen, daß es sowas gibt. Ein Link reicht mir auch schon.

    Ja, das ist klasse! So kommen wir voran :)

    Ich denke auch, daß die Mulde so, wie sie eingezeichnet ist, nicht liegen darf, da sie in die bepflanzte Zone (Ortsrandbepflanzung 5m-Breite) hineinreicht. Klären wir mit dem Archi.
    Wie der Garten aussehen soll, wissen wir noch nicht. Vorerst ist nur viel Rasen geplant. Die obigen Gedanken, ein Holzhäuschen über die Mulde zu setzen (auf Stelzen), sind uns heute gekommen. Dazu würde ich die Mulde auf die linke Seite zwischen Garage und bepflanztem-5m-Streifen setzen. Größe der Mulde dann ca. 7x7m. Das Häuschen dann mit einem Steg zur Terrasse verbinden. Ob das toll aussieht, weiß ich nicht. War nur so eine Idee...

    Wir haben schon darüber nachgedacht, einen Landschaftsarchitekten mit einzubinden. Macht das Sinn? Wird sowas teuer? Jedenfalls bräuchten wir wohl jemanden, der sich mit sowas auskennt...Ich sehe gerade, daß Du aus Hamburg kommst... :Roll

    Danke vorerst, ich hoffe, vor Donnerstag noch einen Termin beim Archi zu bekommen.

    Gruß
    Heiko
     
  15. #14 puschel1st, 1. Mai 2005
    puschel1st

    puschel1st

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    Hier kommt ein Link

    So, hier erst einmal der Link zu Firma Rehau, die Systeme für die Regenwasserversickerung anbietet. Die "Sickerblöcke", die ich meine, finden sich unter der Bezeichnung "RAUSIKKO volume - Systeme mit hohen Speichervolumen"

    http://www.rehau.de/WYS/Pages?&pg=r...ys/de/rehaudebau.nsf&dt=Content&&SCollapse=3&

    Gibt sicherlich auch noch andere Hersteller! Ich hab´ keine Ahnung von den Preisen des Systems - sollte man sicherlich scharf gegeneinander aufrechnen, ob Kies oder Hohlkammersystem letzendlich günstiger kommt - bei der jetzt angedachten reduzierten Rigole könnte Kies durchaus günstiger sein...

    Und: Macht immer Sinn, einen Fachmann einzuschalten, sonst bräuchten wir solche Foren wie dieses hier nicht :)
    Im Garten meint meist jeder, dass die anfallenden Arbeiten locker selbst zu machen sind - und meist haben Architekten und Firmen ihr Budget auch so überschritten, dass außer Rasen sowieso nichts mehr übrig bleibt ;o)
    Spaß beiseite: Ich empfehle eigentlich immer, mindestens einmal die eigenen Ideen mit einen Fachmann durchzusprechen. Erstens, weil das geschulte Auge doch eine andere Warnehmung hat in Bezug auf Räumlichkeit/Funktion/Material- und Pflanzenverwendung, zweitens, weil einfach die Möglichkeiten, was man machen kann, besser bekannt sind, und drittens, weil man durchaus in einigen Bereichen günstiger bauen kann, als wenn man einfach in den nächsten Gartencenter rennt und draufloskauft.

    Kosten: Nach HOAI ca. 15-20% der Bausumme, wenn man das komplette Programm abarbeitet, was bei normalen Doppel-/Reihenhaus oder Hausgärten m.E. viel zu viel ist, gerade, wenn der Fokus noch auf Eigenleistung durch den Bauherrn liegt. Ich halte immer 2-3 Beratungsstunden für sinnvoll, bei denen man ggf. weitere Hilfestellungen festlegt, z.B. Erarbeitung von Details, Materialbemusterung oder - beschaffung, Ausschreibung.... je nach Bedarf und Anspruch an den Garten.
    Bei näheren Angaben zum Standort "Norddeutschland" könnte ich ggf. auch den einen oder anderen Kollegen benennen, der solche Beratungen vor Ort anbietet - ohne hier jetzt für irgendwen Werbung machen zu wollen.
     
  16. Josef

    Josef Bauexpertenforum

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    "bei" soviel

    Kompetenz und Fachlichkeit wird´s "keiner" übel nehmen wenn da auch mal Werbung für den ein- oder anderen gemacht wird (!)
    .
    mein Beitrag trägt zwar zum Thema nix bei musste ich "aber" los werden (!)
    .
     
  17. HeikoM

    HeikoM Gast

    So in etwa würde ich mir das auch vorstellen! Erstmal müssen wir ein paar Ideen sammeln, dann können wir weiter sehen.
    Wir wohnen/bauen zwischen Bremen und Verden. Vielleicht kannst Du jemanden nennen, gerne auch per "private Nachricht".

    Gruß
    Heiko
     
  18. #17 puschel1st, 2. Mai 2005
    puschel1st

    puschel1st

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    Wenn man es einmal genau wissen möchte ....

    .... steht man mit beiden Beinen tief im Normendschugel :cry

    tja, wo steht denn nun genau, ob der Dachwasserabfluß über die echte Dachfläche oder über den Grundriss der dachfläche zu berechnen ist. Die "ATV - A 138 über die Planung, den Bau und den Betrieb von Anlage zur Versickerung von Niederschlagswasser" verwendet immer nur die um den Abflußbeiwert reduzierte angeschlossene Fläche. Die "DIN 1986-100 - Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke Teil 100 - Zusätzliche Bestimmungen zur DIN EN 752 und DIN EN 12056" spricht immerhin schon von der "wirksamen" Niederschlagsfläche, und so findet man dann endlich im Kommentar zur DIN EN 12056-3 unter dem Unterpunkt 4.3:

    "Als wirksame Dachfläche muss in Deutschland grundsätzlich die im Grundriss projizierte Dachfläche verwendet werden, da in den nationalen Regeln (DIN 1986-100) eine Berücksichtigung von Windeinfluss nicht gefordert wird."

    So - da steht´s nun schwarz auf weiß - hat mir ja doch keine Ruhe gelassen :)
     
  19. HeikoM

    HeikoM Gast

    Großartig!!
    Vielen vielen Dank dafür :)

    Heute morgen beim Frühstück wollte ich ganz gerne mit den neuen Erkenntnissen die Berechnung nochmals durchführen. Ich bin schon auf der zweiten Seite hängengeblieben....

    Kurz nochmal diese Frage: Unser Archi hat "Hofflächen" und auch "Grünfläche" (450qm) zu den angeschlossenen Teilflächen hinzugezählt. Bei den Hofflächen würde mir das noch einleuchten, wenn man diese denn anschließt an die Mulde/Rigole. Aber warum geht die Grünfläche (Abflußbeiwert 0,05) in die Muldenberechnung ein?
    Ich würde mir die Berechnung der Mulde/Rigole so vorstellen, daß auch nur die Flächen mit einbezogen werden, die ihr Wasser dort hineinleiten. In unserem Fall:

    - Dachflächen Haus/Garage ~100qm

    mehr nicht.
    Nachweis für die übrigen Flächen:
    - Grünflächen: Regenwasser versickert direkt in den Flächen, kein Nachweis nötig.
    - Hofflächen: Regenwasser versickert durch speziell angelegte wasserdurchlässige Steine direkt in den Flächen, Nachweis über verwendete "Ökosteine" nötig.

    Bitte korrigiert mich, wenn an dieser Annahme was falsch sein sollte.


    Weiter in der Berechnung, nun lediglich 100qm Dachfläche:
    - es ergibt sich eine undruchlässige Dachfläche von Au=100qm.
    - verwendeter Zuschlagsfaktor fz=1.2
    - maximale Versickerungsfläche (angenommen) As=50qm
    - wassergesättigte Bodendurchlässigkeit kf=0,00001 m/s
    - Niederschlagsbelastung n=0.2 1/a

    Nun folgt eine Formel für das notwendige Speichervolumen der Mulde...
    V=[(Au+As)*10^(-7)*rD(n)-As*kf/2]*D*60*fz

    Für rD(n) und D gibt es jeweils eine Tabelle. Dennoch kann ich nicht nachvollziehen, welchen Wert der Archi jeweils verwendet hat. Also endet meine Rechnung schon hier.
    Führt nun vielleicht ein wenig zu weit, wenn wir das hier weiter ausführen. Für mich steht fest, daß diese Berechnung in keinster Weise vom Laien (Bauherrn) nachvollzogen werden kann! :mad:
    Ich werd' den Archi natürlich danach fragen. Termin leider erst nächste Woche Dienstag.

    Gruß
    Heiko
     
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  21. #19 puschel1st, 3. Mai 2005
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    Zu den Flächen:
    Es gelten die an die Mulde/Rigole angeschlossenen, zu entwässernden Flächen (A) bzw. die um den Abflußbeiwert (z.B. 0,05 für Grünflächen) reduzierten Flächen (A red)
    Angeschlossen wird lediglich die Dachfläche mit A=100 qm und Abflussbeiwert 1. Die Pflasterfläche wird über die Fugen versickert und die Grünfläche versickert selbstständig (Abflussbeiwert 0,05 = 5% des Niederschlagswassers laufen oberflächlich ab) Du wirst sicherlich nicht den Garten so ausformen können, dass diese theoretischen 5% auch in die Mulde laufen ;o) Die "Oberfläche" ist so rauh, dass sie kurzfristig den Rückstau dieser 5% aufnehmen kann - denn versickern tut das Wasser ja, nur braucht es eben seine Zeit. (In Hamburg jedenfalls musste ich noch nie Niederschlagswasser aus Grünflächen versickern!)
    Für die Bemessung des Mulden-Rigolen-Systems selbst musst du jedoch einrechnen, dass die Grundfläche der Mulde neben dem zugeführten Wasser auch selbst noch Regen abbekommt, daher ist bei den (bisher) angesetzten 50 qm für die Mulde bei Abflussbeiwert 0,05 noch eine Fläche von A red = 50 x 0,05 = 2,5 qm anzusetzen.
    Gesamte zu entw. Fläche A red = 100 + 2,5 = 102,5 qm

    Weiter: Berechnungsansatz und Formel richtig (Zuschlagfaktor fz kenne ich allerdings nicht - ist aber auch nur ein Zuschlag von 20% auf´s Ergebnis. Sicherheit? Steht m.E. aber nicht in der ATV - A 138)

    Für rD(n) und D gibt es jeweils eine Tabelle. Die gibt für die Regendauer gestaffelte Werte von 5 bis 60 min vor mit der jeweils dahinterstehenden durchschnittlichen Regenspende für diesen Bemessungsregen. Man rechnet die Formel für alle angegebenen Werte der Regendauer mit der entsprechenden Regenspende und erhält entsprechend viele unterschiedliche Volumenangaben für die Mulde. Der größte Volumenwert ist für die Mulde anzusetzen. Warum? Ein 5-minütiger Starkregen mit hoher Regenspende bringt insgesamt viel Wasser in die Mulde, ohne das dies schnell versickern kann. Dagegen bringt ein 30-minütiger Landregen vielleicht insgesamt wesentlich mehr Wasser in die Mulde, allerdings versickert innerhalb dieser 30 min auch schon ein großer Teil. daher wird durch die Verwendung der unterschiedlichen Werte derjenige ausgewählt, der das meiste Volumen benötigt, so dass gewährleistet ist, dass die Mulde bei keinem Regenereignis überläuft.
    Die "Tabelle" sollte aus dem sog. KOSTRA-Atlas stammen, der für alle Gebiete Deutschlands diese Werte angibt. Sie sind normalerweise bei der örtlichen Behörde auch abzufragen.

    So, mit diesen Angaben die Rechnung noch einmal aufstellen, dieser Teil sollte jetzt erst einmal nachvollziebar sein.
    Und mal ehrlich, den Architekten hättest du doch rausgeschmissen, wenn du all seine Planung morgens kurz am Küchentisch selber machen könntest, oder? :)
     
  22. HeikoM

    HeikoM Gast

    Super, vielen Dank!
    Bin die nächsten 3 Tage nicht da. Werde aber die Zeit zum Rechnen nutzen :)

    fz ist ein "Risikozuschlag", da hast Du richtig gelegen.

    Gruß
    Heiko
     
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    Regenentwässerung in oberirdisches Mulde- Kontrollschacht notwendig?: Bei unserem Baugrundstück gibt es ein getrenntes Abwassersystem: für das Schmutzwasser liegt bereits ein Kontrollschacht mit Anschluß an die...
  5. Mulden für Leuchten im Rohbau

    Mulden für Leuchten im Rohbau: Tach zusammen, Wir sind in der Planung des Rohbaus und wollen die Beleuchtung so weit wie möglich in Decken und Wänden haben. Der Blueprint...