Muss Dampfsperrfolie am Boden oder an der Pfette befestigt sein?

Diskutiere Muss Dampfsperrfolie am Boden oder an der Pfette befestigt sein? im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Hallo ich konnte gerade die Dämmung unseres Dachbodens in Augenschein nehmen. Ich hab jetzt gesehen, dass von den Trockenbauern hierbei die...

  1. Hembo

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    Hallo ich konnte gerade die Dämmung unseres Dachbodens in Augenschein nehmen.

    Ich hab jetzt gesehen, dass von den Trockenbauern hierbei die Dämmung nicht auf dem Boden sondern an der Pfette befestigt haben.

    Bei der Rohbauabnahme hatte mir mein Sachverständiger eigentlich gesagt, dass die Dampfsperrfolie nicht an der Pfette, sondern am Boden befestigt werden soll. Das klingt ja besser, da die Pfette nicht unbedingt so Luftdicht sein wird.

    Ist die Befestigung der Dampfsperrfolie aber grundsätzlich falsch oder nur nicht das beste.

    Also muss/sollte/kann ich das reklamieren?

    Ich würde mich sehr über Eure Antworten zum Thema freuen.
     

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  2. Alex88

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    der SV hat absolut recht, also reklamieren und ändern
     
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    Ja - untere Latte lösen, Folie nach unten verlängern und mit spritzbarem Dichtkleber an der Stahlbetondecke anschließen.

    Zwar ist nach din 4108-7 auch der Folienanschluss an Pfetten zulässig (z.B. an Mittelpfetten) aber sie haben ja schon erkannt, dass die Fuge unter der Fußpfette ja auch nicht luftdicht ist und wenn die Fußpfette aus mehreren Teilen besteht, dann sind auch deren Stöße nicht luftdicht. Also Fußpfette raumseitig bis zur Betondecke luftdicht überkleben!
     
  4. Hembo

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    Ah OK Danke,
    also ist das wirklich nicht nur nicht gut gemacht, sondern Pfusch und ein Mangel bei dem ich auf Nachbesserung pochen kann...

    Was mich gerade nur etwas irritiert. Wenn die Din 4108-7 eine Befestigung an der Pfette erlaubt, kann dann der Trockenbauer nicht einfach sagen dass er das DIN gerecht gemacht hätte und es damit gut sei?

    Würde dann ansonsten jetzt schon mal dem Generalunternehmer Bescheid sagen... dass das ich das später bemängeln werde. Mit der Hoffnung dass das dann zwischenzeitlich korrigieren kann...

    PS
    So sah der Dachstuhl übrigens vorher in der Entwicklung aus
     

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    Das gilt nur für die Mittelpfette, bei der von unten und von oben Folie angeschlossen wird.
    Für Fußpfetten gilt der einseitige Anschluss nicht als fachgerecht.
     
  6. #6 msfox30, 06.02.2021
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    Und wenn du den Trockenbauer jetzt so richtig ärgern willst, dann ist es auch ein Mangel, dass die Folie an der Wand nur geklebt ist. Laut DIN 4108-7 (Abb. 21) gehört da noch ein Anpressleiste drauf.
    abb21.jpg
    Erklärung dazu:
    Irgendwo steht, dass die Luftdichtheit dauerhaft gegeben sein muss. Laut unserem Baussachverständigen, heißt dauerhaft, die übliche Nutzungsdauer des Hauses also ca. 60 Jahre. Mit Sicherheit kann der Hersteller der Dichtmasse nicht Nachweisen, dass sein Masse 60Jahre hält!
     
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    Gibt es denn für die Folie selbst eine belastbare Angabe zur Technischen Lebensdauer? 60 oder gar >100 Jahre (wie für ein Massivhaus) würde ich da auch nicht ansetzen wollen.
     
  8. Hembo

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    All right Danke! Das klingt ja dann ziemlich eindeutig!

    Nur noch die Frage, falls das Argument kommen sollte. Das ist auch egal, dass die, die schwarze Folie unter der Pfette ein Stückchen hochgezogen haben und eingearbeitet wurde(Mörtel?)
    Das ändert nichts daran, dass es so falsch ist oder?
     

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    Nein - Schluss aus und Ende
     
  10. #10 msfox30, 08.02.2021
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    Sicher nicht. Aber die Folie wird ja so zugelassen sein - was nichts heißen muss und man hat kaum eine andere Wahl. Im Gegensatz zur Dichtmasse, die laut DIN nur mit Anpressleiste verarbeitet werden soll.
     
  11. Alex88

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    sollte.....
    gem. DIN ist ein dauerhaft luftdichter Anschluss herzustellen, ich persönlich bin auch der Meinung, dass die nur
    mit Anpresslatte zu realisieren ist. Die DIN verlangt eine Anpresslatte nur in Verbindung mit Kompribändern,
    bei Klebemassen "Nach Herstellerangabe" und die wiederum schreiben, Verwendung mit und ohne Anpresslatte
     
  12. #12 msfox30, 08.02.2021
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    In der Beschriftung zu Abb. 21 steht aber: komprimiertes Dichtungsband / Klebemasse
     
  13. Alex88

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    7 Auswahl und Verarbeitung von Bauprodukten für Luftdichtheitsschichten, Fugen und Anschlüsse
    7.1 Baustoffe
    Die Luftdichtheit vorkomprimierter Dichtbänder hängt vom Grad ihrer Komprimierung ab. Deshalb ist ein dauerhafter mechanischer Anpressdruck sicher zu stellen. Klebemassen können, je nach Produkt, mit oder ohne mechanische Sicherung verarbeitet werden, insbesondere müssen die Bedingungen nach 7.2.1 eingehalten werden. Die aufzubringende Materialraupe ist ausreichend zu dimensionieren und darf vor dem Abbinden nicht vollständig flach gepresst werden, um nach dem Abbinden ausreichend Bewegung aus den einzelnen Bauteilschichten aufnehmen zu können.


    Abb 21 zeigt was anderes, kannst du das Bild mal einfügen?
     
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  14. BaUT

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    siehe #6

    ...in der dortigen Bildunterschrift steht dann nichts von Klebemasse. Das ist doch irgendwie inkonsistent.
    Der Normentext klärt dann ja auf, dass bei Klebemassen auf Anpressleiste verzichtet werden darf. Dem Bild ist für Klebemassen nur zu entnehmen, dass eine Folienschlaufe zur Entlastung auszuführen ist.
     
  15. Alex88

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    Asche auf mein Haupt, hab ich nicht richtig angeschaut
     
  16. #16 msfox30, 09.02.2021
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    Ich kenne die Bedingungen jetzt nicht die da stehen. Aber unser Bausachverständiger verwiese bei der Verwendung der Klebemasse auf die Angaben des Herstellers - fiel mir erst jetzt wieder ein. Dort steht, dass die Klebemasse auf einem staubfreien trockenen Untergrund verarbeitet werden muss. Dies ist auf einer Baustelle i.d.R. aber nicht gegeben.
    Soweit zur Diskussion, die bei uns auf der Baustellen bezüglich Anpressleiste geführt wurden. Letztlich hat der Trockenbauer überall Anpressleisten angebracht, was mich ruhiger schlafen lässt :).
    Hier zwei Fotos, wo mit Klebemasse ohne Anpressleiste gearbeitet wurde und diese sich auf Grund der Nässe (Kondenswasser im Winter) wieder löste.
    IMG_1289.JPG IMG_1290.JPG
     
  17. Alex88

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    7.2.1 Allgemeines Untergründe auf denen geklebt werden soll müssen sauber und trocken, frei von Staub, Fett, Öl und weiteren haftmindernden Stoffen sowie ausreichend tragfähig sein. Verunreinigte oder unzureichend tragfähige Untergründe müssen vorbehandelt werden, z. B. durch Auftragen eines Haftgrundes (Primer). Ist die Eignung von Untergrund und Klebemittel unklar, ist seitens der Bauleitung und des Verarbeiters die nötige Sorgfalt angezeigt und es sind Rückfragen beim Hersteller empfohlen. Auf den nötigen Anpressdruck für Klebebänder bei der Applikation ist zu achten (festes Anreiben oder Anrollen mit Gummiwalze). Zudem ist zu beachten, dass Klebemittel erst nach mehreren Stunden oder Tagen ihre Endfestigkeit erreichen (Aufbau Adhäsionskräfte). Es muss sichergestellt sein, das sich die Luftdichtheitsschicht und bereits ausgeführte Verbindungen nicht nachträglich wieder lösen, z. B. durch nachfolgende Arbeiten, zusätzliche Belastungen, Eindringen von Feuchtigkeit, Frosteinwirkung oder Ablösen der Untergrundoberfläche

    da steht nichts ungewöhnliches,
    was die Anpresslatte betrifft, bin ich voll bei dir
     
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  18. #18 msfox30, 09.02.2021
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    Das passt ja zu meiner Aussage oben... Staubfrei ist bei Putz quasi fast nicht möglich und Restfeuchte hat der Putz mit Sicherheit auch.
    @Hembo : Also ist die fehlende Anpressleiste ein weiterer Baumangel... Dein Trockenbauer wird jetzt so richtig auf's Brett kotzen. Aber das sind Arbeiten, welche einfach zu seinem Handwerk gehören.
     
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  19. Alex88

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    ist aber durchaus realisierbar auf Baustellen, nur.... ob es jemand macht???
     
  20. BaUT

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    Es gibt "beidseitiges Klebeband aus der Tube" das klebt auf Putz und sogar auf Gasbeton wie die Pest - z.B. von sikaflex - da zerreißt es mir eher die PE-Folie als dass sich die Paste vom Untergrund löst.
    Statt über theoretische Randbedingungen zu schreiben würde ich mir die Haftung in situ mal mittels Haftzugversuch selbst ansehen und dann selbst entscheiden ob hier die Notwendigkeit einer normativ nicht zwingend vorgeschriebenen Klemmlatte besteht.
     
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