Muss wasserabweisender Außenputz gestrichen werden?

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  1. abakus

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    Hallo zusammen,

    wir haben bei unserem Neubau (der Außenputz wurde Ende 2016 aufgetragen) laut Rechnung/Ausschreibung folgende zwei Positionen zum Außenputz:

    1: Armierungsputz, außen, mit Gewebeeinlage, Dicke 3 bis 5 mm, auf Unterputz, auf Außenwand

    2: Außenputzsystem DIN V 18550 auf Außenwand, Unterputz DIN EN 998-1 aus Putzmörtel P II, Druckfestigkeitsklasse CS II (1,5 bis 5 N/mm2), Dicke Unterputz 20 mm, Oberputz aus Putzmörtel P II, gerieben, wasserabweisend, Körnung 2 mm, zusätzliche Armierungsputzlage wird gesondert vergütet.

    1 müsste der Unterputz und 2 der Fassadenputz/Oberputz sein.

    Soweit ich weiß, ist der Putz nicht eingefärbt, da er laut Architekt sowieso schon hell genug wäre. Tatsächlich sieht die Fassade gleichmäßig weiß (mit leichtem Grauschleier) aus, sodass es fast an eine weiß gestrichene Fassade erinnert. Da uns unser Architekt damals versichert hat, dass ein Anstrich nur zur Egalisierung und daher rein kosmetisch wäre (Beschädigungen hat er explizit ausgeschlossen), haben wir den Außenanstrich erst mal in die Zukunft verschoben.

    Jetzt wollte ich die Jalousien mit Wasserschlauch und Bürste putzen und habe naiv beim Putzhersteller (Baumit) angefragt, ob gelegentliche Wasserschwälle ein Problem für den nicht gestrichenen Putz wären, einfach um mich selbst abzusichern.

    Dieser schreibt mir nun, dass grundsätzlich nichts gegen eine Reinigung spricht. Er empfiehlt allerdings auch, die Fassade schnellstmöglich zu streichen, da es bei langjähriger Bewitterung bei mineralischen Oberputzen sonst zu Schäden wie z. B. Bindemittelauswaschungen kommen kann. Dann habe ich gleich eine Wischprobe mit der Hand gemacht und hatte minimal weiße Handflächen (wie Kreideabrieb), von der Körnung bröselte allerdings nichts weg und auch sonst macht der Putz einen soliden und festen Eindruck.

    Wer hat nun Recht, Architekt oder Putzhersteller? Muss ich um meinen Putz fürchten, wenn ich ihm nicht gleich im kommenden Jahr einen Anstrich verpasse?

    Vielen Dank für eure Hilfe!
     
  2. Berndt

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    Beide haben recht, aaaaaaber :
    Mineralischer Oberputz nimmt halt mehr Feuchtigkeit auf als Kunstharzputze, sprich ist das Wasser schmutzig, verschmutzt dein Oberputz entsprechend schneller.
    Daher habe ich meiner Kundschaft den EG Anstrich immer empfohlen
     
    Jo Bauherr gefällt das.
  3. #3 chillig80, 02.11.2020
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    Wenn der Putz wirklich „wasserabweisend“ (was genau soll das eig. sein?) ist, dann bräuchte man ihn wohl nicht unbedingt zu streichen. Das Thema ist, der Putzaufbau den Du hast ist nicht wirklich „wasserabweisend“, das Wörtchen hat da nur irgendwer einfach reinmontiert, das gehört da aber nicht hin...
     
  4. #4 chillig80, 02.11.2020
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    Kannst mir mal erklären, wie das ohne Anstrich theoretisch geht? Die meisten gängigen Oberputze wie der „Standard 2mm“ sind doch P I irgendwas, allenfalls P IIa, also eigentlich Kalkmörtel. Da ist es dann schon egal ob W1 oder W2, das kannst doch nicht ungestrichen lassen. Das entspricht dann schlicht nicht den aaRdT...
     
  5. Berndt

    Berndt

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    Wie ne Coke ohne Coke, aber wenn ich dir das erklären muss ??
    Haben wir hier nicht schon nicht schon Menge nette Kollegen verloren ??
     
  6. abakus

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    Danke euch! Wie gehe ich dann am besten weiter vor?
    Einfach im nächsten Frühjahr reinigen, Tiefengrund + Fassadenanstrich oder sollte ich noch irgendwas anderes wichtiges beachten?
     
  7. #7 Gast98362, 17.12.2020
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    Hallo Berndt

    dem kann ich nicht so richtig zustimmen deine Aussage beide haben recht das geht nicht.

    Dieser schreibt mir nun, dass grundsätzlich nichts gegen eine Reinigung spricht. Er empfiehlt allerdings auch, die Fassade schnellstmöglich zu streichen, da es bei langjähriger Bewitterung bei mineralischen Oberputzen sonst zu Schäden wie z. B. Bindemittelauswaschungen kommen kann. Dann habe ich gleich eine Wischprobe mit der Hand gemacht und hatte minimal weiße Handflächen (wie Kreideabrieb), von der Körnung bröselte allerdings nichts weg und auch sonst macht der Putz einen soliden und festen Eindruck.

    Abakus hat vom Hersteller schriftlich das er die Fassade streichen muss. Rechtsansprüche gehen immer erst an den Hersteller der prüft ob alles nach Angabe hergestellt worden ist wenn nicht haftet dann der Architekt weil er gesagt hat ist nicht nötig. Ich glaube nicht

    Dann bleibt da noch die Definierung Wasserabweisend was bedeutet das. Für mich bedeutet das der Minaralputz kein Wasser annimmt aber wohl Wasser durch lässt und das ist sowohl problematisch ansonsten würde dort stehen Wasserundurchlässig stehen und habe ich dann undichte stellen in der Dämmung, naja den Rest kannst dir dann denken nicht lustig.
    Wasser auf der Dämmung , Wasser hinter der Dämmung, Dämmung gleich null.
     
  8. #8 Malerkempf, 18.12.2020
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    Der Putzhersteller hat kein Wort von einem "Muss gestrichen werden" geschrieben - er empfiehlt es. Empfehlen kann er viel. Und es ist irrelevant, was sich jemand unter dem Begriff "wasserabweisend" im Zusammenhang mit einem Werktrockenmörtel vorstellt - relevant ist, was in der DIN steht, denn der Begriff "Wasserabweisend" ist eine in der dazugehörigen DIN definierte Eigenschaft:

    "7.4.2.2 Wasserabweisende Putzsysteme
    Putzsysteme gelten als wasserabweisend, wenn sie nach Tabelle 2, Zeile 17 bis 24, aufgebaut sind und die
    wasserabweisenden Eigenschaften nachgewiesen werden. Hierzu muss (müssen) die den Regenschutz
    hauptsächlich bewirkende(n) Putzlage bzw. Putzlagen bei der Prüfung an dem entsprechenden Mörtel oder
    Putz nach Anhang A folgende Anforderungen erfüllen:
    w x sd <= 0,2 kg/(m x h0,5)
    w <= 0,5 kg/(m2 x h0,5) *
    sd <= 2,0 m
    Dabei ist
    w der Wasseraufnahmekoeffizient in kg/(m2 h0,5);
    sd die diffusionsäquivalente Luftschichtdicke in m."
    (* Diese Anforderung gilt bei mineralischen Putzen auch als erfüllt, wenn bei der Prüfung nach 28 d der Wasseraufnahmekoeffizient bis um den Faktor 2 größer ist; bei der Ermittlung von w x sd wird in diesem Fall der Wasseraufnahmekoeffizient w mit 0,5 kg/(m2 h0,5) angesetzt."


    Grundsätzlich halte ich einen nicht-eingefärbten, mineralischen Oberputz ohne Egalisierungsanstrich für zulässig - es wäre mir keine allgemein anerkannte Regel der Technik bekannt, die dies verbietet. Vorteilhaft ist ein Anstrich eines Mineralputzes jedoch immer, da die Verschmutzungsneigung und Dauerhaftigkeit durch das Verschlämmen der Mikroporen eines Putzes verbessert wird. Bei einem Mineralputz empfehle ich grundsätzlich eine diffusionsoffene Silikatfarbe / Sol-Silikatfarbe. Allerdings gibt es keinen Grund für überstürzte Aktionen - Bei einem Wohngebäude mit üblichem Dachüberstand sollte ein ungestrichener Mineralputz ohne Probleme 15 Jahre überstehen, ohne dass technische oder optische Gründe einen Anstrich angebracht erscheinen lassen.
     
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