nachträgliche Leitungen im Holzständerhaus

Diskutiere nachträgliche Leitungen im Holzständerhaus im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, gibt es eine mehr oder weniger elegante Methode nachträglich Elektroleitungen in einem Holzständerhaus zu verlegen? Der Wandaufbau ist...

  1. #1 Salamander, 18.03.2011
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    Hallo,

    gibt es eine mehr oder weniger elegante Methode nachträglich Elektroleitungen in einem Holzständerhaus zu verlegen?

    Der Wandaufbau ist von innen nach außen:
    Tapete - 12,5 Rigips - 13mm Spanplatte - Dampfbremse - 12cm Holständerwerk mit Mineralwolle ausgefacht

    Unter der Decke ist nur Rigips auf eine Konterlattung geschraubt. Dort könnte man relativ einfach Leitungen verlegen, wenn wir uns an zwei Enden ein paar größere Löcher machen.
    Nur wie kommt man am Besten von der Decke in die Wände?
    Oder wie kommt man im Flur vom EG ins OG?
     
  2. Julius

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    In diesen Wänden sind nachträgliche UP-Verlegungen nur mit sehr hohem Aufwand (Wiederherstellung der Luftdichtheit) und diversen Beeinträchtigungen (Einbau von Zugdosen) machbar.

    Ich rate dringend ab!

    Stattdessen z.B. Sockelleistenkanäle verwenden oder Leitungsführung über Keller bzw. Dachboden prüfen.
     
  3. #3 Salamander, 19.03.2011
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    Wir sind ohnehin gerade dabei die Bude an einigen Stellen umzubauen und zu sanieren (wg. Wasserschaden und Baufehlern). Von daher würden wir lieber jetzt noch etwas mehr Aufwand betreiben um es dann so zu haben, wie wir es uns vorstellen.

    Wir haben aber keine echte Idee, wie wir nachträglich die Leitungen von der Decke in die Wand bekommen sollen.

    Das Einzige, was uns im Moment einfällt, wäre folgendes:
    1. großzügiges Loch im Rigips in der Decke herstellen, dort wo das Kabel von der Decke in die Wand gehen soll
    2. Dann mit einer Oberfräße den Rigips und die Spanplatte im Bereich der Deckenfette der Wand aufschlitzen, ohne die Dampfbremse zu beschädigen.
    3. Steckdosenloch so erstellen, dass die Dampfbremse nicht, oder fast nicht beschädigt wird.
    4. Über den vorher erstellten Schlitz mit einem Zugseil zwischen Dampfsperre und Spanplatte bis zum Steckdosenloch vordringen.

    Wir haben das noch nicht ausprobiert, aber mit der Methode bräuchte man nachher nur eine kleine Stelle in der Wand zu spachteln, die Dampfbrmese in der Decke kleben und ein Stück Rigips neu einsetzen.

    Das ist natürlich schon Arbeit, aber es nutzt auch nix, wenn man die nächsten 30 Jahre täglich mehrmals k*tzt, nur weil Steckdosen und Lichtschalter auf der falschen Seite eines Fensters angebracht sind, oder weil der Lichtschalter für die Kellertreppe nicht an der Kellertreppe, sondern mitten im Flur angebracht ist.

    Über einen Zugang über den Keller oder die Decke hatte ich auch schon nachgedacht.
    Bei einigen Dosen und Schaltern gäbe es traufseitig die Möglichkeit von oben durch die Deckenfette in die Wand zu bohren. Allerdings wäre man dann hinter der Dampfsperre und müsste sich dann mit einem Zugseil durch die Mineralwolle kämpfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das geht.

    Beim Zugang über den Keller bestünde IMHO das gleiche Problem.
    Aber vielleicht kenne ich auch nur nicht den entscheidenden Trick. :)
     
  4. Julius

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    Dann ist ME die sinnvollste Variante, nachträglich zumindest alle betroffenen Außenwände mit einer Installationsebene zu versehen (GKP ab, Latten als Abstandhalter drauf, dann wieder beplanken).

    Derartige Erweiterungen sind bei einem solchen "Spar"-Haus eben nicht vorgesehen...

    Das darf man auf keinen Fall machen, ohne vorher einen Statiker die Hauspläne geprüft haben zu lassen!!!
    Häufig wirken die Spanplatten bei solchen Wandaufbauten nämlich aussteifend, sind also bewußt als konstruktive Elemente eingeplant, die nicht linienförmg unterbrochen werden dürfen. Sonst besteht Einsturzgefahr (auch ganz ohne Erdbeben...)!!!
     
  5. #5 Salamander, 20.03.2011
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    Darüber haben wir auch schon nachgedacht, aber das hat auch einige Nachteile.
    1. würden dann die Fliesen teilweise unter dem neuen Wandaufbau verschwinden
    2. alle Sockelleisten müssten neu angebracht werden und die gleichen gibt es nicht mehr
    3. man verliert über eine enorm große Fläche 3cm Raumtiefe und -breite
    4. Im Moment kann an noch einigermaßen anständig etwas an der Wand aufhängen. Wenn man nur noch eine Lage Gipskarton hat, wird das schon schwieriger.

    Die Variante gefällt uns nicht so gut.

    Vielleicht liegt hier ein Missverständnis vor. Ich möchte nicht die Spanplatte von oben bis zur Steckdose aufschlitzen, sondern nur von der Oberkante der Deckenfette, bis knapp unter die Deckenfette. Der Schlitz wäre dann vielleicht 10cm lang. Im Bereich des Balkens hält dieser die horizontalen Kräfte und darunter ist der Schlitz kaum länger, als wenn ich ein dickes Loch gebohrt hätte.
    Ich möchte mit der Fräsung nur gerade eben an der Deckenfette vorbeikommen.


    Wir hatten alternativ noch eine andere Idee, aber die hätte IMHO auch einen dicken Nachteil. Wenn wir nur die Rigipsschicht auffräsen würden und dort dann Stegleitungen legen und später zuspachteln würde, dann würde man die Spanplatte komplett unberührt lassen.
    evtl. Nachteil: Der Rigips wäre über die komplette Höhe zerteile und es könnte dort später Risse geben.
    Allerdings ist der Rigips ja jetzt auch an einigen Stellen unterteilt, sodass es auch klappen könnte.
     
  6. Julius

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    Stegleitung ist dort (aus gutem Grund) absolut UNZULÄSSIG!!!

    Viel Spaß dann noch bei der Totalsanierung bzw. dem Abriß der Hütte. Die wird nämlich bei Umsetzung Eurer Bastelvorschläge in einigen Jahren folgen, wegen großflächig innen verschimmelter Außenwände...


    Es ist doch ganz einfach - zwei Möglichkeiten gibt es ME , die ernsthaft in Betracht kommen:

    1) alles lassen, wie es ist, Ergänzungen nur Aufputz.

    2) Installationsebene nachrüsten (muß ja nicht bei einfacher GKP-Beplankung bleiben - kann auch dopellagig werden oder wieder mit OSB drunter)

    Sorry, aber Argumente wie Scheuerleiste (warum kann man die vorhandenen nicht abmontieren und wiederverwenden?) oder Fliesen sind lachhaft.
    Entweder - oder.
    Aber kein Herumgemurkse mit Schadengarantie!

    P.S.
    An der Angabe "Elektrotechniker" hab ich langsam ernsthafte Zweifel.
     
  7. chipC

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    Einfache Lösung suchen.

    Ich würde mal mit nem Trockenbauer reden was er davon hält einfach nur die Rigipsplatte auszufräsen um im Schlitz die Elektroleitung runterlegen bis zu den (neuen?)Dosen.
    Ich denke, daß man das so hinbekommen kann daß da nichts reißt, es gibt Spezialspachtel, es gibt Glasfasertapes usw. und auch alles technisch und optisch somit o.k. ist.
    Und für den Rest mit Dosen und Dampfbremse gibts auch ne Lösung, was ist so schlimm nahe den Dosen ein Stückchen von den Platten rauszumachen um alles ordnungsgemäß zu Installieren, Sollzustand wiederherzustellen die sind doch schnell wieder eingesetzt.
    Wenn ein Schreiner oder Zimmermann nachträglich ein Dachfenster einbaut dann muß er es auch wieder alles sauber hin und dicht kriegen.
     
  8. Julius

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    Machbar ist vieles.
    Es müßte dann jedoch Mantelleitung sein. Wird knapp mit der Überdeckung, aber solange kein 2,5er Querschnitt gebraucht wird und sich die Aderzahlen in Grenzen halten, könnte das klappen.
    Man müßte ME jedoch die Platten seitlich der Schlitze verschrauben und die Leitungen ankleben (oder mit Schellen heften, die dann wieder entfernt und deren Löcher separat zugespachtelt werden).
    Einem Trockenbauer wird es dabei vermutlich trotzdem übel...

    Kritisch bleibt es weiterhin im Bereich der Dosen. Wenn man das wieder vernünftig dichtbekommen will, wird es u.U. sehr aufwendig.

    Bei zwei oder drei solchen Stellen laß ich mir das ja zur Not noch eingehen, aber wenn es mehr sind (und so hab ich den Fragesteller verstanden) sollte man mit diesen nicht zukunftsträchtigen Klimmzügen erst gar nicht anfangen.
     
  9. #9 Salamander, 21.03.2011
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    Wohnzimmer, Esszimmer und Küche sind bei uns ein großer Raum mit ca. 60 qm in L-Form.
    Wenn ich dort an 4 Wänden eine Installationsebene anbringe, dann wäre das ein enormer Aufwand.
    Es wäre dann nicht nur der Rigips zu entsorgen und neu anzubringen, sondern es müssten auch andere Teile aus- und eingebaut werden und teilweise erneuert werden, z.B. die Sockelleisten, die Fensterbänke, die Türzargen und die Rollladenkästen.

    Da fummel ich mich lieber anders durch, wenn's machbar ist.


    Was die Dichtheit angeht, muss ich vorsichtig sein. In der Nähe der Stechdosen und Schaltern kann ich die Folie flicken, wenn ich sie beschädigen sollte.

    Ich werde aber mal einen Trockenbauer fragen, was von Leitungen in der Rigipsschicht zu halten ist.


    @Julius
    Man kann Dipl.-Ing. Elektrotechnik werden, ohne je an einer Steckdose geschraubt zu haben. Während des Studiums wird man nicht mit VDE-Richtlinien behelligt.
     
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