Nestbau von Vögel(Meisen) in der Anschlussfuge des WDVS zum Flachdach

Diskutiere Nestbau von Vögel(Meisen) in der Anschlussfuge des WDVS zum Flachdach im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Guten Abend, die Anschlussfuge eines WDVS an die Holzwerkstoffplatte der Blechabdeckung (Attika) eines Flachdaches ist mit unverputztem...

  1. #1 Hedi, 15.05.2019 um 17:01 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 15.05.2019 um 21:44 Uhr
    Hedi

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    Guten Abend,

    die Anschlussfuge eines WDVS an die Holzwerkstoffplatte der Blechabdeckung (Attika) eines Flachdaches ist mit unverputztem Fugendichtband ausgeführt.

    Diesbezüglich gibt es die Herstellervorgaben des hier verwendeten WDVS. Dieser Hersteller beschreibt genau wie der obere Putzabschluss zu erfolgen hat: das Dichtband wird in der Regel bündig mit dem Dämmstoff eingebaut und der Putz wird über den Dämmstoff und das Kompriband geführt. Um Haarrisse zu der überstehenden Blechseite zu verhindern, wird ein Kellenschnitt ausgeführt / oder ein Trennband vorab an der Unterseite eingebracht.

    Bei einer Beweissicherung mit Bauteilöffnung in diesem Bereich hat der Sachverständige das Vorhandensein eines Vogelnestes in der Anschlussfuge dokumentiert. Das Fugendichtband fehlt hier bzw. weist an den Rändern eine unregelmäßige Oberfläche auf, welche auf unplanmäßige mechanische Einwirkung, beispielsweise durch ein Picken von Vögeln hindeutet.

    Weil es sich hier um einen räumlich begrenzten Bereich (ca. 25 cm Länge) handelt, der vom Attikablech, um ca 2 bis 3 cm überragt wird, wurde dieser Detailpunkt zwar als Mangel beurteilt, jedoch erklärt, dass es sich hier um eine Bagatelle handelt, welche einer Nachbesserung nicht erfordert.

    Da das Fugendichtband einen ausreichenden Schlagregenschutz bietet, ist ein zusätzlicher Putz nicht erforderlich.

    Das RH wurde vom Bauträger gekauft. Die Herstellervorgaben des WDVS-Herstellers (Putz über das Fugendichtband) für das hier ausgeführte WDVS wurden im Kaufvertrag nicht vereinbart.

    Mich ärgert es, dass der Sachverständige die Anschlussfuge mit freiliegendem Putz als technisch korrekte Ausführung bewertet. Das würde ja bedeuten, dass ich jedes Jahr die Vogelnester entfernen lassen müsste. Sehr teuer.

    Bei Ausführung nach Herstellervorgaben hätten die Vögel keine Chance in die Fuge einzudringen.

    Muss ich das akzeptieren bzw. was könnte ich gegen die Beurteilung durch den Sachverständigen sagen?


    Viele Grüße und Danke
     
  2. chillig80

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    Mal ganz kurz für mich. Wer hat es wie genau kaputt gemacht? Der Vogel, der Bauträger oder Du? Ich komme da nicht ganz mit...
     
  3. Hedi

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    Hallo chillig80,

    die Vögel haben das Fugendichtband, welches die Anschlussfuge abdichtet, zerstört und haben sich dort auf der obersten Dämmplatte ein Nest gebaut.
     
  4. simon84

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    Wer hat den SV beauftragt?

    Bestand der Mangel vor der Übergabe?
    Ist er im Protokoll ?

    Oder ist es evtl. auch möglich, dass nach der Übergabe sich in deinem Haus der Vogel eingenistet hat ?
     
  5. chillig80

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    Wenn der Vogel was kaputt machst, dann müsst ihr wohl auch den Vogel haftbar machen.

    Mir fällt jedenfalls gerade keine Regelung ein dernach irgendwer die dauerhafte „Vogelabwehr“ als Nebenleistung schulden würde.
     
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  6. simon84

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    Wurde denn eine normgerechte Insekten- und Vogellastberechnung durchgeführt ?
     
    S216, Fabian Weber und chillig80 gefällt das.
  7. Hedi

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    Das war ein selbstständiges Beweisverfahren. Der SV wurde vom Bauträger vorgeschlagen und vom Gericht beauftragt.
    Dieser Mangel ist nicht im Abnahme-Protokoll vermerkt, da man das nicht sieht, wenn man auf das Gebäude schaut.
    Die Anschlussfuge an den Dachrand wird von dem Dachrandblech(Attika) bedeckt.
    Das dort oben etwas nicht stimmen könnte, haben wir erst bemerkt, als die Vögel unter die Dachrandabdeckung hingeflogen sind.
    Erst nach einer vom SV durchgeführten Detailöffnung mit Entfernung der Attika, wurde festgestellt, dass die Vögel in der Fuge auf der Dämmung nisten und an dieser Stelle das Fugendichtband zerstört haben.

    Wann die Vögel sich eingenistet haben, wissen wir nicht.
     
  8. simon84

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    Naja, wenn der gerichtlich bestellte SV das als Bagatelle abtut, was willst dann machen? Frag deinen Anwalt.
     
  9. #9 Hedi, 15.05.2019 um 21:13 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 15.05.2019 um 21:53 Uhr
    Hedi

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    Hallo chillig 80,
    den Vogel haftbar machen für eine Fugenausführung, die nicht nach Herstellervorgaben des hier benützten WDVS ausgeführt wurde?

    Der Hersteller sagt Putz muss auf das Fugendichtband aufgetragen werden, dann können die Vögel es nicht beschädigen.
    Da braucht es keine extra "Vogelabwehr"
     
  10. chillig80

    chillig80

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    Der Hersteller stuft ein überputztes Fugendichtband als „meisensicher“ ein?
     
  11. Hedi

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    Hallo chillig80,
    ich kann mir vorstellen, dass du das nachvollziehen kannst, dass die kleinen Meisen eine 4 mm dicke Putzschicht nicht durchpicken können.
     
  12. Fabian Weber

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    Nur mal so am Rande, aber wenn sich da Meisen eingenistet haben, dann wahrscheinlich weil es so schön trocken ist :)

    So ist das halt mit der Natur. Auch Spechte hacken sich in WDVS ein, das kommt regelmäßig vor. Freu Dich doch über die Piepmätze, sagst doch selbst dass man da oben nichts sieht, also stört es doch nicht. Die Meisen sind eh schon eine gefährdete Art. Das WDVS wird's überdauern.

    hier mal etwas ältere Lektüre:

    Klimawandel: Kohlmeisen sind Verlierer der Erderwärmung - WELT
     
  13. chillig80

    chillig80

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    Darum gehts nicht. Es geht darum, dass da ein Vogel was kaputt gemacht hat und jetzt die Frage im Raum steht ob der Schaden bei einer anderen Ausführung hätte verhindert werden können und ob diese andere Ausführung geschuldet war.

    Da ich Vögel auch so hasse wie Du, helfe ich dir jetzt einfach einmal.

    Wenn aus der Einbausituation ein Schädlingsbefall resultiert, dann kann das niemals eine Bagatelle gewesen sein. Wenn aus einem Verstoß gegen die Herstellervorschriften ein Folgeschaden resultiert, dann ist zumindest für den Folgeschaden des Meisenbefalls die Bagatellgrenze überschritten, auch dann wenn der ursprüngliche Mangel eine Bagatelle war.


    Ich hab keine Ahnung ob das funktioniert oder nur weitere Kosten produziert, aber da kucken die dann erstmal dumm.
     
  14. Fabian Weber

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    Ich bin ja mal gespannt, ob die Herstellervorschrift sich wirklich auf die Einbausituation unter der Attikaabdeckung übertragen lässt. Da geht es doch wahrscheinlich eher um irgendwelche sichtbaren Anschlüsse.
     
  15. Fabian Weber

    Fabian Weber

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    Haben sie Dich geärgert? Harte Worte...
     
  16. #16 Hedi, 15.05.2019 um 22:26 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 15.05.2019 um 22:48 Uhr
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    Hallo Fabian Weber,

    die Hinterlassenschaften(Kot) der Meisen landen unten auf der Küchenfensterbank.

    Da wo die Vogelnester sind, ist keine Abdichtung der Fuge mehr. Hier könnte Feuchtigkeit hinter das WDVS gelangen.

    Der Wald ist gleich daneben. Da haben die Vögel viel Platz und werden nicht bedroht.

    Da wo die Spechte sich in das WDVS hacken, kann leicht repariert werden, zum Unterschied von hier.

    Die Anschlüsse werden von der Attika verdeckt.

    Der SV hat die Herstellervorschrift für genau diesen Detailanschluss unter der Attika vom Hersteller angefordert und beschrieben. Diese Herstellervorschrift habe ich vorhin im Text aufgeschrieben.
    Der SV sagt jedoch, sie muss nicht beachtet werden. Warum nicht?

    Er sagt die Ausführung mit Fugendichtband ist a. a. R. d. T.
    Die Herstellervorschrift ist im Rang höherwertiger als die a. a. R. d. T.
    Geschuldet wäre nur eine Ausführung nach den a. a. R. d. T., also unverputztes Fugendichtband.

    Wenn ich begründen könnte, warum eine Ausführung nach Herstellervorschrift geschuldet wäre, könnte ich nochmal nachhaken. Kann mir bitte da Jemand helfen?

    Ich hasse keine Vögel, aber zur WDVS Fassade gehören die auch nicht dazu.
     
  17. chillig80

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    Nö, da geht es einfach nur um die Schlagregendichtheit von Anschlüssen. Ich finde das ja auch immer albern wenn irgendwer zB. an den WDVS-Anschlüssen an Sparrenköpfe bei Schrädächern irgendwas mit „Kompriband“ faselt, aber Vorschrift ist halt Vorschrift und ich muss da meine Meinung auch überdenken. Den „Meisen-Fall“ hatte ich bisher nicht auf dem Schirm.

    Das bedeutet dann aber, dass wir zukünftig eine „Meisenkarte“ brauchen auf der wir die „Meisenklasse“ ablesen können und dann wissen wir, ob das Kompriband aus zähem Leder oder doch aus Federstahl sein muss.
     
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  18. Hedi

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    Hallo chillig80,

    danke, dass du mir hilfst.
    Du hast es erkannt: es geht darum welche Ausführung geschuldet war.
    Weißt du es?
     
  19. chillig80

    chillig80

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    Geschuldet war ziemlich sicher das überputze Kompriband. Aber wenn das nicht gemacht wurde und es ist an einer unschädlichen Stelle, dann könnt ihr da keine großartige Nachbesserung verlangen (da „Bagatelle“).

    So ist das erstmal. Jetzt führt diese eigentlich unschädliche Bagatelle aber zum Meisenbefall und da wirds dann kniffelig...
     
  20. chillig80

    chillig80

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    Wärmedämmverbundsysteme werden im Rahmen einer bauaufsichtlichen Zulassung zugelassen und in den Zulassungen steht, dass die Verarbeitungsvorschriften der Hersteller einzuhalten sind.

    Das hört sich jetzt nach so blödem Juristenkram an, ist es auch, aber die Sache mit der Zulassung ist ein etwas größerer Hebel, da geht es um Stamdsicherheit, Brandschutz, etc., also um Dinge bei denen man in Teutonien keinen Spaß versteht.
     
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