Neubau eines Einfamilienhauses im Außenbereich

Diskutiere Neubau eines Einfamilienhauses im Außenbereich im Baugesuch, Baugenehmigung Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo zusammen, wir (eine junge Familie) würden gerne ein Einfamilienhaus auf dem Grundstück meiner Eltern bauen. Leider handelt sich es hier...

  1. #1 Big Love, 9. Juni 2015
    Big Love

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    Hallo zusammen,

    wir (eine junge Familie) würden gerne ein Einfamilienhaus auf dem Grundstück meiner Eltern bauen. Leider handelt sich es hier um einen 'Ort' mit vier Häusern, was ja nicht als Ortschaft gewertet wird, somit liegt das Grundstück im Außenbereich.

    Heute waren wir auf dem Bauamt der Gemeine, der zuständige Bauamtsleiter meinte, dass zu 95% im Außenbereich nicht gebaut werden darf, also man keine Baugenehmigung erhalten wird, zumindest ist es sehr gering, dass dies positiv ausgehen wird.
    Wir sollen uns jetzt an das zuständige Landratsamt wenden, bevor eine schriftliche Bauanfrage gemacht wird, welche mit Kosten verbunden ist.

    Hat jemand schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Würde mich sehr über Erfahrungswerte freuen!

    Liebe Grüße
    Big Love
     
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  3. R.B.

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    Diese Erfahrung hat wohl jeder schon einmal gemacht der den Versuch unternommen hat, im Außenbereich eine Baugenehmigung zu bekommen. Ich war jung, naiv, voller Tatendrang, und habe es gewagt den kampf aufzunehmen. Nach 2 Jahren mit vielen Plänen, Gutachten, Gesprächen mit Behörden (man glaubt gar nicht wieviele Fachbehörden es gibt die alle ein Wörtchen mitreden wollen), am Ende um viele DM ärmer, dafür um eine Lebenserfahrung reicher, habe ich kapituliert. Dabei wollte ich nicht einmal einen kompletten Neubau, sondern vorhandene Bausubstanz sanieren und erweitern.

    Ein Neubau im Außenbereich ist ein Privileg, und entweder Du bist privilegiert, sprich Landwirt im Haupterwerb, oder Du kannst das gleich vergessen. Die bisherigen Eigentümer, also Deine Eltern, könnten unter vielen Umständen einen Neubau genehmigt bekommen, beispielsweise wenn das bisherige Wohnhaus nicht mehr als Wohnhaus nutzbar wäre und sie ein neues Wohnhaus benötigen um die Landwirtschaft weiter betreiben zu können. Ein Wohnhaus für die Kinder die nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht genehmigt.

    Außenbereich ist halt kein Wohngebiet, und bauen/wohnen im Außenbereich ist somit an strenge Auflagen geknüpft. Stelle Dir mal vor, jeder bekäme auf seinem Wiesengrundstück einen Neubau zu Wohnzwecken genehmigt, was das für ein Chaos gäbe, von der Verunstaltung der Natur ganz abgesehen.
     
  4. reezer

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    vielleicht ist eine Ausnahme möglich wenn die Gemeinde mitspielt, Stichwort Ortsabrundung
    (oder wenn einer den Landrat gut kennt)
    aber grundsätzlich ist es so wie R.B schreibt
     
  5. Big Love

    Big Love

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    Danke für eure Antworten :bef1003:

    Der Bauamtsleiter der Gemeinde hat uns gestern geraten, telefonisch Kontakt mit dem Landratsamt aufzunehmen und zwar mit der Kreisbaumeisterin.
    Der Dame habe ich heute angerufen und sie meinte auch schon, dass es im Außenbereich schwierig wird, aber nicht aussichtslos. Sie hat mich dann mit dem Herrn vom Baurecht verbunden, der wollte aber am Telefon keine konkrete aussage machen, sondern will eine schriftliche Bauvoranfrage, welche ja mit Kosten verbunden sind. Er konnte mir keinen konkreten Preis nennen, aber einte so um die 100€.

    Die Kreisbaumeisterin meinte, dass da zusätzlich die Gemeinde hinter uns stehen muss und dies auch will. Zudem kann es sein, dass das Grundstück als Bauland genehmigt werden muss von der Gemeine, also ein Bebauungsplan erstellt werden muss.

    @R.B.
    Hattest Du damals die Gemeinde mit im Boot und die waren dafür? Oder war dies damals gar nicht nötig, bzw. die hätten da eh keine Entscheidungewalt gehabt?
    Was kamen denn da für Kosten auf dich zu und für was genau?

    Du schreibst, dass Du ein bestehendes Gebäude sanieren und erweitern wolltest.
    Diesbezüglich noch ne Frage.
    Meine Eltern haben einen 'alten' Bauernhof, mittlerweile keine Landwirtschaft mehr, somit steht der Ökonomiebereich leer (alles in einem Haus, also unter einem Dach). Dies ist mehr als die Hälfte des Gebäudes. Weisst Du, ob man da ne Nutzungsänderung machen kann und den leeren Ökonomiebereich als Wohnung umbauen könnte. Ich meine mal gehört zu haben, dass es dafür sogar Zuschuss gibt, wenn man ein solches Gebäude umbauen würde.
    Vielleicht hast Du ja ein paar Infos.

    @reezer
    Der Ort, um den es sich handelt, ist ca. 3 km, von der zugehörigen Gemeinde entfernt, kann man da sowas wie ne Ortsabrundung in Erwägung ziehen?

    Liebe Grüße
     
  6. Taipan

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    Die Genehmigungsgebüren sind auch das, was dich auffressen wird. Es sind die Planungskosten. DU MUSST einen Architekten, der Erfahrung in sowas hat, an Deine Seite holen. Der Kostet Geld, da die Vorbereitung eines solchen Verfahrens eine Menge Arbeit ist (Naturschutzbehörde, Wasserbehörde, Versorger, Entsorger, Straßenbauamt, Gemeinde, Gemienderat, Nachbarn, Vermesser, ...). Wenn Du es ohne erfahrenen Planer versuchst, kannst Du es gleich vergessen. Du kennst nicht die notwendigen Hebel.
     
  7. R.B.

    R.B.

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    Ist schon lange her. Also die Stadt stand hinter mir, haben die Leute zumindest behauptet. Es waren aber auch Stellungnahmen von Umweltschutzbehörde, Landwirtschaftsbehörde, Wasserbehörde usw. usw. erforderlich. Was ich dabei gelernt habe, "was die Leute sagen und was sie machen sind zweierlei Paar Stiefel". Da kommt dann Politik in´s Spiel und die endgültigen Entscheidungen müssen nicht rational erklärbar sein. Da gibt es dann Verhandlungen, Bauausschußsitzungen, wieder Verhandlungen, dann findet sich einer dem das Vorhaben nicht passt, und der, je nach Position, das Vorhaben kippen oder zumindest ewig in die Länge ziehen kann, dann fällt dem nächsten ein, dass er an Demenz leidet und sich an nichts mehr erinnern kann, danach müssen Gesprächsprotokolle und Zeugen rausgekramt werden um dem Erinnerungsvermögen nachzuhelfen, und wenn man den einen wieder auf Spur hat, dann kippt der nächste um.

    Die Kosten für den administrativen Kram waren noch überschaubar, aber ständig Pläne zeichnen lassen, hier eine Änderung, da eine Änderung, dann wird auf irgendeiner Sitzung wieder alles verworfen, das hat Nerven und Geld gekostet. Dazu dann irgendwelche Gutachten usw. usw. Ich kann nicht mehr genau sagen was das gekostet hat, irgendwas zwischen 20TDM und 30TDM, so ganz grob. Dabei hatte ich noch das Glück, dass ich Leute auf meiner Seite hatte, die nicht nach Stechuhr abgerechnet haben, sonst wäre es noch teurer geworden.
     
  8. Taipan

    Taipan

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    Korrektur meines ersten Satzes:

     
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  10. R.B.

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    Ist mir nicht bekannt. Ich unterstelle mal, dass wenn die Landwirtschaft nicht fortgeführt werden soll, dass jegliche Veränderung, zumal wenn diese nicht direkt den ehemaligen Betreibern zugute kommt, nicht genehmigt wird. Um es salopp zu sagen, die lassen das Anwesen lieber den Bach runter gehen und dann wird renaturiert. Hauptsache das wird keine "Wohnsiedlung."
     
  11. #9 Onkel Dagobert, 10. Juni 2015
    Onkel Dagobert

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    Also zum Thema Umnutzung:

    bei uns im Landkreis ist es auf jeden Fall möglich um Wohnraum in vorhandenen Gebäudevolumen im Außenbereich zu schaffen.
    Dies haben wir an meiner vorherigen Wirkungsstätte (Architekturbüro) auch des öfteren genehmigt bekommen und umgesetzt.
    z.B. haben wir ein vorhandenes Wohnhaus (1 WE) mit einem danebenliegendem Schweinestall verbunden und in dem Gesamtensemble dann 2 Wohneinheiten realisiert. War im Außenbereich und keine aktive Landwirtschaft.

    Diese Variante erachte ich für erfolgsversprechender als einen kompletten Neubau.

    Aber auch mein Rat: Suche Dir einen Architekten der das schon öfters umgesetzt hat, sich mit dieser Thematik auskennt und im besten Fall die Leute beim Kreisbauamt kennt und weiß wie die ticken.

    Bevor ich wieder mecker bekomme: ich verweise oben bewußt auf "unseren Landkreis" da der dazu neigt Regeln auch mal anders auszulegen wie allgemein üblich.
     
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