Neubau Gebäudehüllenwert unter ENEV Standard

Diskutiere Neubau Gebäudehüllenwert unter ENEV Standard im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Guten Tag, der Statiker hat beim Wärmeschutznachweis einen U-Wert von 0,33 für die Gebäudehülle ausgrechnet. Aufbau ist: Gipsputz ohne...

  1. #1 AstridRhein, 29.09.2021
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    Guten Tag,

    der Statiker hat beim Wärmeschutznachweis einen U-Wert von 0,33 für die Gebäudehülle ausgrechnet.

    Aufbau ist: Gipsputz ohne Zuschlag//H+H PP4 0,50 0,13//Kunstharzputz.

    Lt. meinen Verständnis erfülle ich damit nicht die ENEV Bedingungen. Dort sollte der Wert mindestens U = ,024 sein. Oder sehe ich das falsch?
    Mache ich mir jetzt unnötig Gedanken? Ansonsten alles im energetisch grünen Bereich: Geothermie und gute FEnster mit 3-fach Verglasung (U = niederiger als 0,95)

    Danke für Eure Einschätzung. Gerne würde ich auch die KFW 55 Zuschußförderung nehmen. Es geht um 2 Wohnungen. Dafür müsste ich Steinstärke wechseln von 36.5 auf 42.5 cm
     
  2. #2 simon84, 29.09.2021
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    Da wird vermutlich das Gebäude gesamt bilanziert und der wand Aufbau anderweitig ausgeglichen durch bessere Fenster oder Dachdämmung oder haustechnik Faktoren (WRG etc.)
     
  3. Alex88

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    einmal einstellen reicht, habe den anderen Thread gelöscht
     
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  4. #4 petra345, 01.10.2021
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    Wenn man schon bei Wandstärken von 36,5 cm ist, sollte auch ein PP2 eine ausreichende Druckfestigkeit und Tragfähigkeit mitbringen.

    Seine Dämmwirkung ist höher und für lange Zeit ohne Wartung garantiert. Man sollte einmal den Mehrpreis mit den Anlagetechniken vergleichen.
    .
     
  5. #5 AstridRhein, 01.10.2021
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    Guten Morgen,

    Danke für die Einschätzung. Mein Architekt und der Statiker meinten aber, dass mit PP2 Porenbeton nicht der schallschutz gewährleistet ist und natürlich für die Statik brauche ich den PP4 (habe großes Haus und offenen Wohn/Essbereich). Und hier ist mir auf lange Sicht der Schallschutz wichtig. Was meinen Sie mit Wartung der Steine? Was ist da der Unterscheid PP4 zu PP2
     
  6. #6 petra345, 01.10.2021
    Zuletzt bearbeitet: 01.10.2021
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    Den Schallschutz verbessert man mit schweren Steinen und dicken Wänden. Dazu werden KS-Steine sogar mit Basaltsplitt versehen.

    Im EFH gibt es aber keine Schallschutznormen. Wenn das Objekt an einer lauten Straße steht, ist PB sowieso nicht der ideale Baustoff. Dann sollte man KS mit aufgeklebter Wäremdämmung planen.

    Der PP2 ist leichter, hat eine höhere Wärmedämmung, ist nicht so druckfest und etwas teuer als PB4. Aber 42,5 cm sind auch teurer als 36,5 cm und verbrauchen immer Platz.

    Ob der Schallschutz bei einem PP4 so viel besser ist als bei einem PP2 kann man nur ausprobieren. Welten würde ich mir davon nicht versprechen. Evtl. gibt es von XELLA dazu Literatur. Einen Unterschied von 3 dB kann man hören, wenn man einen unmittelbaren Vergleich in einer umschaltbaren Versuchseinrichtung hat. Sonst wird man 3 dB noch nicht feststellen können.

    Wegen der Statik den PP4 zu verwenden halte ich bei 36,5 cm Wandstärke für überflüssig. Aber es wird Punkte geben, die man beim PP2 einzeln nachweisen muß. Also Mehrarbeit für den Statikus, die man sich beim PP4 sparen kann. Außerdem kann man dann die Baustelle mit einer Steinfestigkeit ausstatten. Das vermeidet Verwechselungen.

    Zur Übung habe ich eine 11,5-er Wand bei einem Reihenhaus mit PP4 betrachtet. Man könnte das gesamte Reihenaus in 11,5 cm Wandstärke und PP4 herstellen. Im konkreten Fall wird es aber an einzelnen Stellen Lastspitzen geben, der eine solche Mauer nicht gewachsen ist. Aber bereits mit der ungebräuchlichen Mauerstärke von 15 cm gibt es keine Probleme mehr

    Alle mechanischen Einrichtungen zur Energieeinsparung brauchen irgendwann eine Wartung. Steine behalten ihre Wärmedämmung auch ohne Wartung.

    Es ist natürlich auch beim PB nicht verboten, die Wärmedämmung mit einer aufgeklebten Dämmschicht zu erbringen. Die Dämmmaterialien haben etwa die doppelte Wärmedämmung gegenüber PB. Man kann also mit 15 cm Dämmmaterial etwa 30 cm eines sehr gut dämmenden Mauerwerkes ersetzen. Ich habe in Erinnerung, daß diese Faustformel sogar für den PB2 gültig ist.

    Jetzt werden die verschiedenen Lösungen aber wirklich unübersichtlich. Aber es gibt sie.
    .
     
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  7. #7 petra345, 01.10.2021
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    Wenn man den Schallschutz beiseite läßt, kann man mit einer 24 cm statt 36,5 cm starken Außenwand bei 50 m Länge 6 m² Wohnfläche gewinnen. Das sind heute 30.000 €.

    Bringt man eine Dämmschicht auf die Außenwand von 50 m x 2,7 m = 135 m² so ergeben sich Kosten von 13.500 € für die Dämmschicht. Der Verputz sind letztlich sowieso-Kosten.

    Dabei macht man heimlich die Dämmschicht auf die Mauern, die genau eingemessen wurden.
    Aber auch ohne diese Schummelei ist es ein Gewinn.
    .
     
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