Neubau: Kaltdachboden oder Dach dämmen?

Diskutiere Neubau: Kaltdachboden oder Dach dämmen? im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, stehe vor folgender Entscheidung: Neubau - 2 Vollgeschosse - Dachboden mit ca. 120m² mit 22er Stahlbetonboden zum OG Wir wollten diesen...

  1. #1 Franky1927, 23.07.2019
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    Hallo,

    stehe vor folgender Entscheidung:
    Neubau - 2 Vollgeschosse - Dachboden mit ca. 120m² mit 22er Stahlbetonboden zum OG
    Wir wollten diesen normal mit 22er Dämmung + 2cm OSB Platten belegen und somit als kalten Dachboden nutzen. Der Dachboden soll auch in Zukunft nicht als Wohnraum dienen.
    Nachteil: Geringe Höhe durch Bodenaufbau + extreme Temperaturen im Sommer/Winter

    Jetzt kam die Idee auf ob man nicht doch eine Zwischensparrendämmung durch Einblasen von Zellulosedämmung einbaut, anstatt den Boden zu dämmen. Dadurch hätte man mehr Deckenhöhe und geringere Temperaturschwankungen. So einfach wie jetzt wird man das Dach wohl nie gedämmt bekommen.
    Einziges Problem: Dachboden wird nicht geheizt und ist nur über die 22er Betondecke vom OG getrennt, man hätte keine Dämmung. Das würde also das ganze Heizkonzept, durch die neue Fläche innerhalb der beheizten Gebäudehülle, etwas aus dem Lot bringen.
    Unser 36,5cm Ziegel haben einen U-Wert von 0,21 W/m²k, Stahlbeton dagegen von ca. 3,8 W/m²K. Der Beton wäre nur zwischen zwei gedämmten Räumen, trotzdem gäbe es einen Temperaturunterschied und damit Wärmeverlust im OG. Ich gehe mal davon aus, dass die Wärmepumpe + FBH das ohne Probleme mitheizt, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Wir haben hier doch recht kalte Winter im Süden.
    Jetzt könnte man das Dach und den Boden dämmen aber das wäre für einen Dachboden der als Speicher dient zu viel des Guten.

    Was meint ihr?
    Lieber den Boden Dämmen und später mal ein paar Rollen Dämmwolle zwischen die Sparren klemmen damit der Dachboden besser gedämmt ist?
    Oder besser gleich das ganze Dach dämmen und diesen über das OG mitheizen?

    Danke vorab!
     
  2. #2 chillig80, 24.07.2019
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    Wenn man das Schrägdach gut dämmt incl. Dampfbremse und paar „Haltelatten“ dann spricht da wenig dagegen. Der Mehraufwand ist bei Eigenleistung wohl überschaubar (hängt auch von den Quadratmetern „Boden vs. Schrägdach“ ab), macht halt nicht so viel Freude sowas zu dämmen.

    Bei der Heizung bist ein bisschen schief gewickelt. Du musst die thermische Hülle betrachten und die ist nicht der Beton, die ist bei der Variante mit „Styro+OSB“ die waagrechte Fläche da oben und bei dem gedämmten Schrägdach halt das Schrägdach. Aber wenn Du das Schrägdach dämmst, dann brauchst den Beton nicht mehr beachten (man kann da alberne Rechentricks veranstalten, aber man kann ihn wohl auch gedanklich einfach weglassen).

    Für die Heizlast kannst überschlägig wie folgt rechnen:

    U-Wert „Beton+Styro+OSB“ x Fläche Decke x 30K (oder 35, für ganz Ängstliche). Das gibt dann eine gewisse Wattzahl die Du da bei 30K Temperaturdifferenz rausjagst.

    Zum Vergleich dann:
    U-Wert Schrägdach x Fläche Schrägdach x 30 K (35)

    Der Unterschied in der Wattzahl der Varianten ist ungefähr das was sich da an der Heizlast ändert, dürfte (bei guter Dämmung des Schrädachs) irgendwo im Bagatellbereich liegen. Das wäre eigentlich sogar die vollkommen korrekte Rechenmethode, aber bis ich dir die Randbedingungen dazu erklärt habe dauert mir das zu lange und darum betrachtest Du das als „gute Schätzung“.

    Was Du mit „Heizkonzept“ meinst ist mir nicht ganz klar, aber wenn Du den Unterschied in der Heizlast erstmal ausgeknobelt hast kannst ja immer noch mal in dich gehen und prüfen ob Du da größere Probleme befürchtest (ich tue das gerade nicht).
     
  3. #3 Franky1927, 24.07.2019
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    Wow das nenne ich mal eine fundierte Antwort! Danke.
    Ich habe jetzt gefühlsmäßig immer den Dachboden als große Wärmesenke mitgerechnet aber es zählt so gesehen nur die Außenhülle und nicht das zu beheizende Volumen des Hauses.

    Hab im Energieausweis die Werte gefunden, da wir vorher schon Teile des Daches dämmen wollten:
    Bodendämmung: 0,15 W/m²K * 35K * 135m² = 708W
    Dach: 0,20 * 35K * 142 m² = 994W
    Da fehlt jetzt noch die Giebelseite die aktuell nur mit einem T16 Stein gemauert ist. Diese müsste man noch einen U-Wert von 0,2 dämmen, dann kommen hier nochmal ca. 180 Watt dazu.

    Also im Endeffekt 370W die wir bei -15° Außentemperatur mehr heizen müssten. Das sind bei unser mit 7,3kW ausgelegten Heizung wohl nicht die Mengen über die man sich Gedanken machen sollte.
     
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  4. #4 chillig80, 24.07.2019
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    Einzig wenn Du die Räume unter der Betondecke sehr ungleichmäßig beheizst müsdtest da bisschen nachdenken. So lange da aber ein einigermaßen gleichmäßig beheizter „Wohnstock“ ist sollte das gehen. Ein paar Meter Rohre vom FB-Verteiler nach oben und ein kleiner Niedertemperatur-Radiator würden die Sache wohl auch nochmal deutlich entschärfen (oder nur die Rohre „trocken“ reinlegen, für Notfall und das gute Gewissen.
     
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