Neuer Lack wirft risse / reißt und splittert

Diskutiere Neuer Lack wirft risse / reißt und splittert im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich habe in meinem Haus 70 Jahre alte Holztüren. Der Aufbau ist so: Die Flächen sind aus einem Sägefurnier (ca. 3-5mm stark)...

  1. #1 hacklschorsch, 17. Januar 2016
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    Hallo zusammen,

    ich habe in meinem Haus 70 Jahre alte Holztüren. Der Aufbau ist so: Die Flächen sind aus einem Sägefurnier (ca. 3-5mm stark) auf Latten im Inneren der Türe verleimt.
    Ich habe den alten Lack und die vorherige Grundierung (keine Ahnung, was das war, würde mich auch interessieren, was man damals genommen hat: Vielleicht so eine Art Leinölkit?) entfernt.

    Nun habe ich die Tür neu lackieren wollen (HVLP Sprühpistole). Der Lack ist ein Hesse Lignal HB 615. Wird der direkt draufgesprüht, wirft der Lack an zahlreichen Teilen Risse.
    Dann habe ich ihn wieder runtergeschliffen und vorher mit Hesse Lignal Hydro-Isolier-Füller HP 670-9343 behandelt. Er ist speziell ausgewiesen mit: "Im gesamten Innenausbau auf verschiedensten Holzarten, Grundierfolien und MDF, MDF - auch Kanten".

    Aber auch dieser wirft schlimme Risse, wie auf den Bildern zu sehen. Das Holz selbst ist wirklich trocken, die Tür hängt ja nun schon ein paar Jährchen im beheizten Zimmer.

    Jetzt meine Frage: Was mache ich falsch? Wie muss ich das Holz vorbehandeln, damit das nicht passiert?
    Und die Bonus-Frage: Was wurde vor 50-100 Jahren für Material genommen, um wirklich glatte Untergründe für die Lackierung zu bekommen? War das ein Leinölprodukt?

    Vielen herzlichen Dank!

    IMG_0476.jpg IMG_0475.jpg IMG_0474.jpg
     
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  3. Taipan

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    Ganz einfach. Das Zeug, was du nimmst, hält nicht auf dem Zeug, dass auf der Tür drauf ist. Passiert, wenn man Wasser auf Öl gießt.
     
  4. #3 hacklschorsch, 17. Januar 2016
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    Das kann nicht sein. Die Tür ist komplett entlackt und das pure Holz ist nur noch da. An den Seiten hält der Lack auch perfekt. Auf Holz hält der Lack sehr gut, ist ja dafür gedacht. Alle alten Beschichtungen sind komplett entfernt. Nur eben auf "diesem" Holz habe ich die Probleme.
     
  5. Taipan

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    Da Öl hatte aber die letzten hundert Jahre keine Lust in der Farbe zu bleiben und ist tief ins Holz eingedrungen.

    Obe jetzt abwaschen oder der Wechsel des Farbsystems oder irgendwas anderes zielführend ist, kann vom Schreibtisch aus keiner beurteilen.
     
  6. #5 hacklschorsch, 17. Januar 2016
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    Danke für deine Antworten Taipan. Klingt auch nachvollziehbar. Dagegen spricht aber 1., dass auf der Rückseite der Lack ziemlich gut gehalten hat. Dort war nur an ganz kleinen Stellen leichte Risse und die konnte ich gut korrigieren und weiter lackieren. Und 2. ist ja gar nicht sicher, ob auf dem Holz Ölfarbe drauf war. Es war ja zuerst gefüllert worden, die Frage ist halt, mit was.
     
  7. Taipan

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    Ein Füller ist chemisch nichts anderes als die eigentliche Farbe, nur, dass diesem eben Füllstoffe (Sande, Korunde, Kunststoffgrnaulate o.ä.) begegeben sind, damit Unebenheiten aufgefüllt werden können. Hält die Deckebeschichtung nicht, hält auch der Füller nicht. Und dass sich die beiden Seiten der Tür unterschiedlich verhalten, ist ebenfalls nicht verwunderlich, waren sie ja villeicht über die Jahrzehnte unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Wenn ich mir dein Bild 1 anschaue, dann hast du den alten Anstrich ÜBERHAUPT nicht entfernt. Du hast lediglich die oben auf liegenden Pigmente runtergerubbelt.

    Ich würde hier nach einem Abwaschen mit einem höchflüchtigen öllösenden Verdünner eine Absperrung aus bspw. Alkyhdharz oder DD aufbringen. und darauf nach ausreichender Aushärt- und Ausdünstungszeit mit deinem Farbsystem weitermachen. Ich vermute aber, die übersteigt deine fachlichen und technischen Möglichkeiten.
     
  8. Skeptiker

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    Dass sich Untergründe auf den zwei Seiten historischer Türen unterschiedlich verhalten, ist so selten nicht, können sie doch über Jahrzehnte unterschiedliche Oberflächen gehabt haben oder unterschiedlichen Umgebungsbedingungen unterworfen worden sein. Auch dass die Oberflächen benachbarter Türen nicht gleich überstreichbar sind - auch nach vermeintlich gründlicher Beseitigung aller alten Schichten - ist nicht verwunderlich.

    Das weiss hier aber auch niemand. Frag einen technisch versierten Maler oder Tischler aus der Umgebung mit Erfahrung bei alten Lackoberflächen!
     
  9. #8 hacklschorsch, 17. Januar 2016
    hacklschorsch

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    Ich habe die alten Lackschichten und Füller zuerst mit einer speziellen Lackfräse runtergehobelt (damit natürlich auch Dicke beim Sägefurnier verloren) und danach die Türen mehrfach geschliffen, 80er Korn bis 150er. Ich denke, mehr kann man den alten Anstrich nicht entfernen ohne das Furnier zu verlieren. Das Bild 1 soll nur zeigen, was für Holz dort aufgeleimt ist. Die weißen Reste sind vom neuen Füller. Die Tür war restlos lackfrei.

    Ob tief im Holz noch Bestandteile vorhanden sind, die die Aufnahme des neuen Lacks verhindern, ist natürlich völlig offen. Meine anderen Türen habe ich ablaugen lassen, vielleicht ist es dort dann besser. Ich probiere nun mal eine Vorbehandlung mit öllösenden Mitteln.
     
  10. Taipan

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    Du darfst mir (als Tischlermeister) glauben: Einen Scheiß von dem alten Anstrich hast du unten!
     
  11. Taipan

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    Ich würde ne Mischung aus Natriumhydroxid, Nitrat, Natriumcarbonat und Aluminium in wässirger heißer Lösung vorziehen. Da besteht wenigstens nicht die Gefahr, dass die Stoffe weiter in die Oberfläche eingeschwemmt werden. DAS ist aber defnitiv nix für Amateure.
     
  12. Rico M

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    ich setz gleich noch mal einen obendrauf - ein Sägefurnier hast du auch noch nie gesehen...
    Dies was du Fotografiert hast, ist jedenfalls geschält...
     
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  14. Bauking

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    Versuch den Anstrich mit einem Alkydharzlack, keine Ahnung warum sich die Leute mit dem Öko-Murks von Acryllacken rumärgern.
     
  15. Skeptiker

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    Das ist insbesondere bei Metall sicherlich richtig, aber ob es hier die primäre Ursache ist, bezweifle ich.
     
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