Neutralleiterüberlastung

Diskutiere Neutralleiterüberlastung im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; voriges Jahr hatten wir (Freiwillige Feuerwehr) einen Brandeinsatz in einem Elektrogeräteverkaufsraum. Und zwar bei der TV-Wand. Die...

  1. fuchsi

    fuchsi

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    voriges Jahr hatten wir (Freiwillige Feuerwehr) einen Brandeinsatz in einem Elektrogeräteverkaufsraum. Und zwar bei der TV-Wand.

    Die Brandursachenermittlung ergabe inen elektrischen Defekt.
    Genauer: die Steckdosen für die Fernseher waren mit einer 5x2.5mm² Leitung versorgt, die einzelnen Steckdosen hiengen auf den 3 Phasen, die Neutralleiter waren zusammengeklemmt.

    Das ganze funktionierte jahrelang, solange da noch hauptsächlich Röhrengeräte angesteckt waren. Mit dem Einzug der Flachbildschirme kam es jedoch zu dieser Neutralleiterüberlastung und damit zum Brand im Verkaufsraum.
    Das hat anscheinend irgendwas mit der 3. und/oder 5. Oberwelle zu tun, die sich anscheinend nicht aufheben, sondern addieren ??

    Ist es jetzt für solche Anwendungen besser gleich echte 4polige (bzw. echte 2polige) Leitungsschutzschalter (wo auch der N überwacht wird) einzubauen.
    Erkennen normale LS überhaupt diese oberwelligen Überlastströme ?

    Dieses Problem müsste doch seit den Computern mit den Schaltnetzteilen auch in EDV-Stromkreisen bekannt sein.
     
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  3. Bauwahn

    Bauwahn

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    Das Problem IST seit Jahren bekannt. Wie tausend andere Probleme auch, deren Lösung - obgleich technisch machbar - nicht mal in Aussicht ist.
    Tun sie.

    Thomas
     
  4. R.B.

    R.B.

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    Unter normalen Umständen sollten die Netzoberwellen und somit die etwas höhere Belastung des N kein Problem sein.
    Die Geräte haben ja ein CE-Zeichen, und da sind bei jedem netzbetriebenen Gerät mit mehr als 50W Aufnahmeleistung, Netzoberwellen / Flicker & Co. zu prüfen. (EN61000-3-2 bzw. -3-3...sind so ziemlich in jeder EMV-Produktnorm enthalten).

    Aber bei diesen Prüfungen geht man nicht davon aus, daß an einer Installation einige Hundert Geräte gleichzeitig angeschlossen und in Betrieb sind.

    Ähnliche Probleme stellen sich auch im Maschinenbau / Fertigungsstraßen etc. Ich kenne Hersteller, die haben in den letzten JAhren systematisch ihre Verkabelung überarbeitet und dabei so manche Schwachstelle entdeckt (und beseitigt).

    Bei der von Dir genannten TV-Wand frage ich mich, ob die 5x2.5mm² (welche Vorsicherung? Leitungslänge?) überhaupt ausreichend waren. Mag ja sein, daß dies in der Vergangenheit problemlos funktioniert hat, das muß aber noch lange nicht heissen, daß es auch korrekt war. Wer weiß, vielleicht kamen jetzt mehrere unglücklichen Umstände zusammen, evtl. mehr Geräte als früher, dazu noch höherer Netzoberwellenanteil, und schon isses passiert.

    N-Überwachung ist sicherlich ein Thema, aber vielleicht lag es auch nur an einer grenzwertigen Installation die jetzt erstmals richtig ausgereizt und somit überlastet wurde.

    Gruß
    Ralf
     
  5. fuchsi

    fuchsi

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    Es handelte sich dabei keineswegs um eine TV-Wand ala Blödmarkt, sondern einfach um eine Regal mit vielleicht maximal 20 TV-Geräte. Vielleicht war auch dort der N-leiter nicht sauber verklemmt, oder sonst irgendein Fehler, der schon wochenlang vor sich hingewerkelt hat. (wer weiss das wirklich schon so genau)

    Mir gehts aber um was anderes. Wird die N-Leiterüberwachung ein Thema, sollte man sich damit auch in einer normalen Hausinstalltion beschäftigen (also ich baue normalerweise 1+Npol. und 3+Npol LS ein. Die sind ja eigentlich nur unwesentlich teurer als die 1pol bzw. 3pol.).
     
  6. R.B.

    R.B.

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    In einem EFH sehe ich da weniger Probleme. Ein PC und ein TV, dazu noch ein paar Kleingeräte (Router o.ä.) und Energiesparleuchten, produzieren zwar Netzoberwellen, aber die dadurch verursachten Ströme sind nicht so gewaltig. Je nach Geräteklasse und Leistungsaufnahme kommen da in einem kompletten Haus nur ein paar Ampère zum Tragen.

    Auch wenn die Grenzwerte zuerst etwas hoch erscheinen, so sollte man nicht vergessen, daß die typischen Verbraucher weit unterhalb der Grenzwerte liegen. Das ist auch darauf zurückzuführen, daß die heutigen Geräte mit einer deutlich geringeren Leistungsaufnahme auskommen.

    Gruß
    Ralf
     
  7. Julius

    Julius

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    Jaja, die lieben Oberwellen...

    Dieses Problem ist aus den Anfangszeit der massiven Verwendung von Schaltnetzteilen durchaus bekannt. Damals ist so mancher größere Gerätevorführstand (auch und gerade im EDV-Bereich) auf diese Weise abgebrannt...
    Inzwischen sollte das Problem aber beseitigt sein, durch die Vorschrift, "PFC"-Schaltungen primärseitig einzubauen.
    Deswegen tippe im geschilderten Fall auch ich auf eine unzulängliche Ausführung oder sonstige Auslegungsfehler.

    Zweipolige sind nicht nötig, da im Wechselstromkreis der Strom im N nie höher sein kann als der (stets überwachte) im L. Aber vierpolige sind da sinnvoll.

    Vorsicht:
    LS der Bauart 1+Npol. und 3+Npol. überwachen den N nicht! Sondern schalten ihn nur mit.
    Wenn, dann müssen echte 4-polige eingesetzt werden, die also auch den Strom im N überwachen. Echte 2-polige sind hingegen nur bei Dreiecksnetzen oder bei Wechselstromverbrauchern an 400V (z.B. kleinere Durchlauferhitzer) nötig.

    Ja, deren thermischen Überstromauslösern ist die Signalform zum Glück völlig egal.
     
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