noch trauriger

Diskutiere noch trauriger im Baufinanzierung Forum im Bereich Rund um den Bau; Dann wird doch nix aus "Ebel for Präsident" 2 Haken habe ich dann wohl gefunden.

  1. #41 C.. Schwarze, 30.06.2003
    C.. Schwarze

    C.. Schwarze Gast

    Dann wird doch nix aus "Ebel for Präsident"
    2 Haken habe ich dann wohl gefunden.
     
  2. Ebel

    Ebel

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    Es geht doch gar nicht um "Ebel for Präsident", sonderm um sinnvolle Rahmenbedingungen.

    Zur Zeit brauchen wir etwa sagen wir 1300 Jahresarbeitsstunden, das sind 15 % der 8760 Gesamtjahresstunden. Selbst wenn jeder 500. ein Selbständiger, der Tag und Nacht durcharbeitet, wäre, müßte der Mittelwert nur um 1 % geändert werden. Und Tag und Nacht arbeitet keiner durch und wenn, dann nicht lange.

    Also bloß berücksichtigen und kein Haken.
     
  3. Gast

    Gast Gast

    abschliessend

    ja, Herr Gräfe, volle Zustimmung, das war ja meine Rede, irgendwie muss ich das Deutsch verlernt haben. Und, Herr Ebel, es ist schon ermüdend, wenn einem erzählt wird dass 1 + 1 = 2 ist. JEDER Fachanwender hier im Forum weiss wozu Sicherheitsbeiwerte da sind. (Leider weiss ich auch wie diese bisweilen ermittelt werden: Wie machen mal fünf Versuche, mehr wird sonst so teuer....). Nur ich bitte Sie immernoch bei Ihrem Arbeitszeitverkürzungsmodell uns doch einmal vorzurechnen, wie das in der Planung funktionieren kann. Der Stundensatz beträt 52 EUR, von mir aus rechnen sie mit 60 EUR (kaum durchsetzbar). Ich möchte wirklich mal ganz ganz konkret hören, was dann (unter Berücksichtigung von normaler Auslastung, Lohnnebenkosten, Miete, etc.) ein studierter Bauingenieur verdienen darf. (Kleiner Hinweis Herr Ebel, da ich das Ergebniss kenne, reicht es aus, dies nur durchzurechnen und noch einmal über Arbeitszeitverkürzung nachzudenken. Falls sie es nicht überdenken möchten, können sie sofort in "global intergalaktische" Betrachtungen verfallen.
    MfG
    E. Brunn
     
  4. Ebel

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    Herr Brunn, Sie haben z.B. noch die Versicherung vergessen, die ja auch noch bezahlt werden muß. Das da die 52 EUR zuwenig sind ist doch unbestritten (ich weiß das auch eine Enquete-Kommision festgestellt hat, daß die HOAI-Sätze zu niedrig sind). Und Sie sagen richtig, daß zur Zeit höhere Sätze kaum durchsetzbar sind.

    An dieser Situation ändert auch eine Reduzierung der Abgaben nicht viel, weil ein derartiger Selbständiger kaum noch Steuern zahlt (mangels Einkommenshöhe) und die Krankenkassenbeiträge auch bei mehr Einzahlern um höchstens 10 % sinken. Ich bezweifle sogar, daß sich überhaupt etwas an der Situation ändert, denn bei einer Reduzierung der Abgaben glauben Einige sich durch Preisdrückerei einen Wettbewerbsvorteil verschaffen zu können (und müssen, weil sie eigentlich schon geschäftlich tot sind) - und weil das dann alle machen (müssen), ist der Vorteil dahin und es werden dann nur 45 EUR. Aber vielleicht können Sie die Kosten in einem Jahr aus dem Enquete-Bericht oder einer anderen Quelle mal hier einstellen.

    Wegen des Preisdumpings ja auch meine Forderung, daß bei Überangebot in einer Branche ein menschenwürdiger Umstieg in eine andere Branche (bei der Bedarf herrscht) ermöglicht werden muß. Und im Zuge der immer schnelleren Entwicklung wird sich die sinnvolle Verteilung auf die einzelnen Branchen immer schneller ändern. Und dann können in jeder Branche etwa durchschnittliche Einkommen erzielt werden.

    Und dann muß bei den Politikern auch mal ankommen, da die Bildung der Bevölkerung nicht mehr das Privatvergnügen Einzelner ist, sondern ein notwendiger Bestandteil der Infrastruktur und z.B. den Studenten menschenwürdige Arbeits- und!!! Lebensbedingungen gesichert werden müssen. Über die Höhe eines nichtrückzahlbaren BAFöG in Abhängigkeit von zu erwartenden Bedarf und Leistungen kann dann auch die Studentenzahlverteilung sinnvoll werden. Von der notwendigen Qualität der Schulen braucht man ja nichts mehr zu sagen.
     
  5. #45 C.. Schwarze, 01.07.2003
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    C.. Schwarze Gast

    Herr Ebel, sie sind nicht konsequent, räumen Probleme bei der Umsetzung ein, verharmlosen das aber im gleichen Satz.
    Sie wollen Rahmenbedingungen, dann aber auch für alle Bevölkerungsschichten.

    Wenn Sie über mein Vorschlag nachgedacht hätten, dann hätten Sie gemerkt das nicht nur der Bau, der Selbstständige sondern auch andere Berufszweige profitieren würden.(Gastronomie etc.)
    Und das im Wettbewerb gegenüber anderen Ländern.
    Das allein reicht zwar auch nicht, wäre aber immerhin ein spürbarer Weg-für alle.
     
  6. #46 NBasque, 01.07.2003
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    Rahmenbedingungen

    Alle Diskussionen hin und her; ich vermisse eindeutig die Einbindung des deutschen Lohn- und Preissystems in die europäische Wirklichkeit.

    Mit Wirkung vom 1.1.2004 wird die EU um ca. 65 Mio. Konsumenten erweitert. Leider ist dort die Kaufkraft noch erheblich niedriger - und damit auch das Lohnniveau.

    Ein "normaler" Lohn in der tschechischen Fertighaus-Industrie beträgt heute ca. 300 €; Montagekräfte, die diese Häuser in Deutschland aufbauen erhalten ca. 800 €. Ab 1.1.2004 können und dürfen diese Arbeitskräfte u.a. auch in Deutschland tätig werden. Auch das wird wieder einige tausend deutsche Arbeitsplätze vernichten.

    Wer heute nicht erkennt, daß deutsche Arbeitsleistung einschließlich aller staatlich verordneter Nebenkosten deutlich zu teuer ist, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.

    Nationalökonomisch müssen wir uns davor hüten, mehrheitlich eine Dienstleistungsgesellschaft werden zu wollen; denn dank massivster Gesetzgebung (ca. 80,000 Gesetze und Verordnungen), sowie komplizierter Steuergesetzgebung; undurchschaubarer Subventionsmöglichkeiten wird eine Scheinwelt geschaffen, die ursprünglich durch die Ertragskraft einer Industrieproduktion geschaffen wurde. Nur ohne (oder mit deutlich geringerem ) Produktionsanteil, ist auch eine umfangreiche Dienstleistungsgesellschaft schnell am Ende.
     
  7. Ebel

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    Bemerkungen zu Ihren vorschlägen:
    Gegen den Wettbewerb bin ich gar nicht. Und bis jetzt hat Deutschland gar nicht das Geld anderer Leute, sondern hat einen gewaltigen Exportüberschuß. Geldmäßig profitieren also die anderen von Deutschland. Das die Tauschpreise genau genommen Betrug sind (Monopolpreise durch starke Wirtschaftsmacht) gehört allerdings auch dazu.

    Das würde überhaupt nichts bringen. Die Reduzierung der MWST verbilligt zwar den Bau, aber das Geld muß der Staat auf anderen Weg hereinholen (oder wo wollen Sie Staatsausgaben streichen, die nicht gleichzeitig die Staatseinnahmen senken und ans Militär will noch keiner ran). Das heißt das verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung sinkt, so daß die Verbilligung nichts nutzt. Und die Lage der Handwerker würde sich auch nicht ändern, die Preise sinken zwar - aber die Gewinnspanne ändert sich nicht.

    Und genau dieser Effekt tritt aus den vorgenannten Gründen nicht ein.

    Herr Schwarze eine absolute Gerechtigkeit
    ist unmöglich - schon weil jeder darunter etwas anderes versteht. Also muß man sich bemühen und darauf beschränken zumutbare und praktizierbare Randbedingungen zu schaffen, die dem Ideal einer Gerechtigkeit möglichst nahe kommen.

    Und deshalb verharmlose ich nicht (oder sind meine Zahlen falsch?), sondern schätze nur den Einfluß von möglichen Ungerechtigkeiten ab.
     
  8. Ebel

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    Abgaben

    Herr Basque ich stimme Ihne bei
    voll zu. Es gab eine Zeit da war die Landwirtschaft dominierend, ist heute aber sehr gering - aber ohne Landwirtschaft wäre die Gesellschaft auch am Ende.

    Die Abgabengesetze usw. sind zwar komisch geworden:
    aber die Abgabensumme muß!! laufend steigen (und der Nettolohn sollte es auch). Denn mit den Erzeugnissen der Beschäftigten in Landwirtschaft und Produktion (die immer weniger werden) muß die ganze Bevölkerung versorgt werden, d.h. ein Beschäftigter in Landwirtschaft und Produktion darf (und kann) sich von seinem Lohn immer weniger von den produzierten Gütern kaufen. Wenn die Beschäftigten in Landwirtschaft und Produktion alle Güter selber kaufen könnten - woher bekäme dann der Rest der Bevölkerung seine Waren her? Da heißt von den Preisen der Produkte muß ein ständig steigender Anteil als Abgaben in den Rest der Bevölkerung fließen. Und das Verhältnis von Preis, Lohn, Abgaben in Landwirtschaft und Produktion ist automatisch Maßstab auch für die anderen Bereiche. Deshalb ist der Tatbestand von meinem Lohn kann ich nur 1/8 kaufen richtig und notwendig - mit Einschränkung infolge Ungerechtigkeiten. Denn nur ca. 1/5 würde dem gegenwärtigen Stand der Produktivität entsprechen.

    Ohne die ebenfalls notwendige Einbeziehung der Produktivität wird die Einbindung zur Farce.

    Besser wäre die Umkehrung: das Lohnniveau ist niedriger und deshalb die Kaufkraft - aber das ist wie die Frage: Was war zuerst da: Huhn oder Ei? Aber das spiegelt das Produktivitätsniveau wieder.

    Richtig. Aber da gibt es nur den Ausweg die hochqualifizierte Arbeit, die eben nicht ins Ausland oder auf ausländische AK (Stichwort Produktivität) verteilt werden kann, auf alle zu verteilen und d.h. Arbeitszeitverkürzung.

    Hausaufgaben hat die Politik nicht gemacht, so daß ein Großteil der Bürger die Zusammenhänge nicht durchsieht. Das fängt schon bei einfachen Sachen an: siehe PISA.
     
  9. #49 Gast217, 01.07.2003
    Gast217

    Gast217 Gast

    Zur Eigenheimzulage und MWSt

    Hallo,

    ich möchte nur kurz Ihre Bemerkungen zur Eigenheimzulage und MWSt kommentieren:

    Im deutschen Steuersystem findet eine Verschiebung von den direkten Steuern hin zu den indirekten Steuern statt.
    Volkswirtschaftlich gesehen, braucht der Staat seine Einnahmen, das ist schon richtig, aber betrachtet man den einzelnen Privathaushalt, so ist nicht nur das verfügbare Nettoeinkommen entscheidend, sondern die steuerliche Gesamtbelastung des Jahreseinkommens. Was nützt es, wenn mehr verfügbares Nettoeinkommen vorhanden ist, aber die Nachfrage nicht erhöht bzw. befriedigt werden kann, weil das Nettomehreinkommen durch indirekte Steuern abgeschöpft wird. Soll Konsum angekurbelt werden, müsste echte Kaufkraft dort geschaffen werden, wo Konsumbereitschaft vorhanden ist und der Staat sich seine Einnahmen dort holen, wo Einkommensteile wegen Sättigung nicht für Konsum verwendet werden. Ob die vorgezogene Steuerreform dies schafft?

    Viele Grüße
    Marion :)
     
  10. Gast

    Gast Gast

    Re: Zur Eigenheimzulage und MWSt

    Nein.
     
  11. Ebel

    Ebel

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    Marion - ganz kurz: Klasse.

    Ich bezweifle auch den Effekt der Steuerreform.
     
  12. #52 C.. Schwarze, 01.07.2003
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    Herr Ebel, Sie weichen aus.
     
  13. #53 NBasque, 01.07.2003
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    @Marion und Rest

    genauer gesagt geht es um Steuern und Abgaben.

    Es geht also um die Zeit der "Nach-Vollkasko-Gesellschaft"

    oder anders herum:

    wie weit sollte Eigeninitiative gehen ? Sollten zukünftige Renten sich weiterhin ausschließlich an der individuellen Lebensarbeitszeit (Rentenbeitragszeitraum) orientieren ? Oder sollten andere volkswirtschaftlich relevante Faktoren (wie zukünftige Beitragszahler - Kinder in unserer vielfach kinderlosen Gesellschaft) mehr Gewicht bekommen ?

    Sollte der Fortpflanzungsdrang einiger Weniger (Viagra) weiterhin von der Allgemeinheit getragen werden ?

    usw, ...... (beliebig fortsetzbar)
     
  14. Gast

    Gast Gast

    nach Vollkasko Gesellschaft

    Genau das ist das Stichwort.
    Aber zuvor:
    Ersteinmal geht es ja auch gar nicht darum ob die Steuerreform es schafft die Kaufkraft zu stärken. Für mich ist dies nur ein Zeichen das wir wieder etwas optimistischer in die Zukunft gucken. Das eigentliche Bedürfnis ist Planungssicherheit und die empfindet keiner, wenn man sich kontinuierlichen Reformvorschlägen gegenüber sieht, die dann letztlich alle nicht umgesetzt werden.

    Aber nach meinem Empfinden hat sich in der Gesellschaft ein großer Wertewandel vollzogen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass "in meiner Jugend" (hust) Freiheit etwas wichtiges war, was aber auch direkt mit Unabhängigkeit von staatlicher oder privater Einmischung zu tun hatte. Heute dagegen ist eine Art Gesellschaftkonsenz, dass das Abstraktum "Staat" für alles mögliche zu sorgen hat. Leider ist dieses Abstraktum eben direkt an die Steuerlast gekoppelt. Und bisweilen kann ich den Eindruck nicht erwehren, je mehr der Staat unter unsere Arme greift, desto weniger reicht es nach "unserem" Verständnis aus. Und dies kann ja aus offensichtlichen Gründen nicht gut gehen. Deshalb müssen sich Werte Vorstellungen wieder ändern. Wir können uns nicht zu Dauerpupertierenden entwickeln, die ihr Taschengeld vom Staat bekommen.
    E. Brunn
     
  15. #55 Gast217, 01.07.2003
    Gast217

    Gast217 Gast

    Hallo,

    grundsätzlich hat das Steuerrecht die rein fiskalische Aufgabe, die Einnahmen des Staates zu regeln. In meinem obigen Beitrag habe ich mich sehr nah an dieser Aufgabe gehalten und lediglich aufgezeigt, welche Wirkung die Verlagerung der Steuereinnahmen innerhalb verschiedener Steuerarten beim einzelnen Bürger bewirkt. Der Trend von direkter zu indirekter Besteuerung läuft schon sehr lange und wohl noch weitergeführt. Ich nehme an auch im Rahmen einer europäischen Anpassung und führt eigentlich zu mehr Steuerungerechtigkeit.

    Das Problem, das Sie, Herr Basque aufzeigen, ist, dass das Steuerrecht für viel zu viele nichtfiskalische Zwecke herhalten muss: Familienförderung, soziale Aspekte, Wirtschaftförderung, Strukturförderung usw.

    Wenn ich nur über das Steuerrecht nachdenke, sollte dieses grundlegend (!) vereinfacht werden, also keine kleine Kosmetik hier und da. Und da sollte durchaus auch mal der Splittingtarif in Frage gestellt werden. Provokativ, aber genau das ist der Punkt: Eigeninteressen mal vergessen und kein Lobbyismus....

    Viele Grüße
    Marion :)
     
  16. Ebel

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    Wie weit kann denn Eigen... gehen? Man kann zwar statistisch die Lebensdauer des Durchschnittsbürgers abschätzen, aber wie lange lebt der Einzelne persönlich? Das gilt auch für weitere Fragen. Ein Verunglimpfen der richtigen Schlußfolgerungen daraus als "Nach-Vollkasko-Gesellschaft" bringt dabei nichts.

    Auch die Anzahl der Kinder zeigt das gesellschaftliche Klima an. Wenn auch jeder Vergleich hinkt - in Zoos gilt zahlreicher Nachwuchs als Beweis für gute Haltungsbedingungen. Dazu gehören stoffliche Umgebungsbedingungen und psychologische. In den letzten 50 Jahren ist die Anzahl der Spermien bei Männern auf ca. 50 % zurückgegangen. Wenn die Zukunft des Nachwuchses (z.B. das der Nachwuchs wieder Nachwuchs hat) nicht gesichert ist, sorgt die Natur dafür das keine Energie umsonst investiert wird, d.h. der Nachwuchs wird reduziert (in Australien haben die importierten Kaninchen in 200 Jahren gelernt Schwangerschaften ggf. rechtzeitig abzubrechen). Also müssen kinderfreundliche Bedingungen geschaffen werden, denn auch die Kinderlosen brauchen später die Produktion der jetzigen Kinder - Geld (in Form der Rentenzahlung) kann man nicht essen und auch die Brötchen kann man nicht beliebig lange lagern.

    Gesundheit ist auch eine Definitionsfrage. Wenn der Arm von jemand funktionsunfähig ist, gibt es kaum Diskussion, das Krankheit vorliegt. Manche haben aber schon Probleme eine Geisteskrankheit als Krankheit anzuerkennen. Und funktionsunfähige Fortpflanzungsorgane als krank anzusehen fällt Manchen noch schwerer.

    Also die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums soll schon die Weiterentwicklung personell, entwicklungsmäßig usw. stimulieren.

    Noch eine Bemerkung zur Steuerreform. Selbst wenn das überflüssige Geld anders verteilt wird, wird das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage ohne Arbeitszeitverkürzung nicht erreicht.

    Zu Herrn Schwarze. Ich bin nicht der Meinung auszuweichen. Sie haben sich darauf fixiert, daß die Arbeitszeitverkürzung nichts bringt und sehen durch diese Brille alles was ich schreibe - und da kann es schon geschehen das jeder etwas unterschiedlich sieht. Aber mit so global kann ich nichts anfangen. Könnten Sie das bitte präzisieren?
     
  17. #57 Gast217, 01.07.2003
    Gast217

    Gast217 Gast

    Ergänzung zu E. Brunn

    Stichwort:

    Umverteilungs- und Vollkaskogesellschaft.
    Abstraktum Staat: Das Nehmen und Geben ist für den Einzelnen sehr abstrakt geworden.

    Marion :)
     
  18. #58 C.. Schwarze, 01.07.2003
    C.. Schwarze

    C.. Schwarze Gast

    Herr Ebel,

    1. Haken, mehr Freizeit führt unter Umständen zu mehr Eigenleistung bzw Schwarzarbeit.(Beispiel Wolfsburg und VW nach Einführung des neuen Arbeitszeitmodells.)

    2. Haken, das Modell betrifft nicht alle Bevölkerungsgruppen.
    (meins jedoch auch Ausländer die hier (wieder vermehrt) einkaufen würden.)

    3. Haken, Selbstständige und ihre Arbeitszeit.

    4. Haken, unzureichene Vergleiche in einem nicht vergleichbaren Zeitraum(130 Jahre)

    5. Haken, ihr Vorschlag ist KEINE Rahmenbedingung des Staates, sondern eher eine Tarifangelegenheit.

    Und noch etwas, die Reduzierung z.B. der MWST ist genau das Gegenteil von dem was bisher getan wurde, welches bekanntermaßen dazu gefürht hat, das der Kunde, wenn möglich nicht mehr zum Einzelhändler geht, sondern beim Hersteller oder Großhandel anklopft, wo er dann auf einen viel geringeren Grundwert die MWST bezahlen muß.
    Ein Grund warum der Einzelhandel stirbt.

    Bevor Sie wieder ellenlange Texte tippen, möchte ich nur 1 eine Antwort ja oder nein. Entweder, oder
     
  19. Ebel

    Ebel

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    Herr Schwarze, ich versuche kurz zu antworten - aber mit ja / nein geht das nicht - ich würde mir noch nicht mal bei Gericht so eine Antwort aufzwingen lassen - denn da lautet die Versicherung nichts zu verschweigen.

    1. Haken, mehr Freizeit führt unter Umständen zu mehr Eigenleistung bzw Schwarzarbeit.(Beispiel Wolfsburg und VW nach Einführung des neuen Arbeitszeitmodells.)
    Zu mehr Eigenleistung ja, aber das ist der Zug der Zeit, wie viele backen heute z.B. das Brot selbst und kaufen es nicht mehr - zu Schwarzarbeit nicht unbedingt, das hängt von vielem ab - aber ich soll ja kurz antworten.

    2. Haken, das Modell betrifft nicht alle Bevölkerungsgruppen.
    (meins jedoch auch Ausländer die hier (wieder vermehrt) einkaufen würden.)
    Zur absoluten Gerechtigkeit habe ich ja schon geschrieben oder glauben Sie wir hätten jetzt absolute Gerechtigkeit?

    3. Haken, Selbstständige und ihre Arbeitszeit.
    siehe Punkt 2.

    4. Haken, unzureichene Vergleiche in einem nicht vergleichbaren Zeitraum(130 Jahre)
    Doch es ist eine konstante Entwicklung - einer e-Funktion liegen nur in Ausnahmefällen nicht konstante Verhältnisse zugrunde. Und wenn andere Bedingungen sind (Kriegsvorbereitung und Kriegsfolgen) tritt auch eine Abweichung von der e-Funktion ein. Worin sehen das Unzureichende?

    5. Haken, ihr Vorschlag ist KEINE Rahmenbedingung des Staates, sondern eher eine Tarifangelegenheit.
    Steuern festlegen und ähnliches sind Rahmenbedingungen, die der Staat schafft.
     
  20. #60 C.. Schwarze, 01.07.2003
    C.. Schwarze

    C.. Schwarze Gast

    zu. 1
    ups, Sie geben mir ja recht.

    zu 2
    nein, aber das wäre ein größter "gemeinsamer" Nenner, die MWST.

    zu. 3
    siehe Punkt 2

    zu 4.
    Ich sage bereits, das Sie viele Faktoren einfach außer acht lassen. Einer der größeren Punkte wäre, das viele Haushalte "Selbstversorger" waren, deren Leistung in keiner Statistik auftaucht. etc..
    Für jemanden der in anderen Sachen, soviel mit Zahlen und Formeln erklären will ist das für mich unverständlich.

    So, und jetzt habe ich genug geschrieben und verdiene mir so 10-12 Euro nebenbei, indem ich mich mit 2-3 Kilo Kirschen selbst versorge. Eingemacht wurden dieses Jahr bei uns, für etwa die Hälfte meines Nettomonatslohnes.

    Gute Nacht Deutschland
     
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