Parafoudre

Diskutiere Parafoudre im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; also Überspannungsableiter Moin! Was ist von solchen Dingern zu halten? Auf meiner Lieblingsdauerbaustelle in F sind solche Dinger verbaut....

  1. Lukas

    Lukas

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    also Überspannungsableiter

    Moin!

    Was ist von solchen Dingern zu halten?
    Auf meiner Lieblingsdauerbaustelle in F sind solche Dinger verbaut.
    Scheinbar sind sie in ihrer Wirkung aber eingeschränkt. Im letzten Sommer hat es dort trotzdem zwei Steckernetzteile und die Basisstation der DECT-Telefone zerledert.

    Bitte fragt mich jetzt nicht nach den Bezeichnungen. :o Die hab ich nicht dabei und bin weit weg davon. Sie sind fest in der UV verbastelt.

    Der örtliche Eli meint nun, daß man zusätzlich noch diese tollen schützenden Steckerleisten und je eine Zauberkiste an Telefon- und Satdose installiert.
    Er schien auch nicht sonderlich beeindruckt, ob der unzureichenden Funktion der installierten Dingse.

    Dagegen hat niemand etwas.
    Mich interessiert die grundsätzliche Tauglichkeit und die Frage, warum es scheinbar doch nicht schützt.

    Gruß und Dank

    Lukas
     
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  3. Julius

    Julius

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    Überspannungsschutz funktioniert nur vernünftig als umfassendes Konzept mit gestaffelter Ausführung.
    Man unterscheidet auch mehrere Schutzklassen (Schutzgrade).

    Je wirksam, desto viel teuer...
    Antennen- und Telefonleitungen müssen dann natürlich mit abgeblockt werden.

    Der beste Schutz ist aber nach wie vor das Ziehen der Stecker, bei Gefahr oder Abwesenheit.
     
  4. R.B.

    R.B.

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    Puuuh....das ist ein schwieriges Thema.

    Also zuerst einmal stellt sich die Frage, welche Art von Überspannungsableiter verbaut ist und wie diese verbaut sind. Da gibt es einfache Ausführungen die nur zwischen L und N verbaut sind, und andere die auch gegen PE verbaut werden.

    Überspannungen treten meist gegen PE auf.

    Die verbauten Funkenstrecken (Gasableiter) haben den Vorteil, dass sie eine relativ hohe Energie überstehen. Nachteilig ist die verbleibende Restspannung und deren Trägheit.

    Deswegen hat jedes Gerät mit Netzanschluß einen Feinschutz. Die DECT Basistation würde normalerweise nach EN55024 geprüft, und diese sieht für den Netzanschluß eine Prüfung nach EN61000-4-5 vor, einmal mit 1kV zwischen L und N und einmal mit 2kV mit L/N gegen PE, wobei der Prüfpuls mit 1,2/50µs zur Anwendung kommt.

    Früher wurde die angeschlossenen Telefonleitung noch nach CCITT K.21 mit 10/700µs geprüft. Heute kommt auch da der 1,2/50µs Puls (mit 1kV) zum Einsatz der einen deutlich geringeren Energieinhalt hat.

    Diese Norm-Pulse können aber die Praxisbedinungen nur bedingt nachbilden, und so kann es passieren, dass trotz Prüfung und CE Zeichen ein Gerät sein Leben aushaucht.

    Zusätzlicher Überspannungsschutz kann helfen, aber ich habe auch schon Situationen erlebt, da kamen durch Blitzeinschlag die Dosen aus der Wand. Da ist der beste Überspannungsschutz machtlos.

    Du kannst mir Dein nächstes Telefon schicken und ich sage Dir bis zu welcher Überspannung das Teil überlebt......nach den Tests isses aber kaputt. :D

    Gruß
    Ralf
     
  5. Lukas

    Lukas

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    Dank Euch sehr!

    Bis jetzt werden die Stecker gezogen. Das aber von mir am Ende der Saison. Das bringt also nur Schutz über den Winter.

    Ich hatte vor einiger Zeit schon mal von dem französischen "Vor-FI" erzählt, der immer rausfliegt, wenn in der Ferne ein Gewitter ist. Es ist das gleiche Haus und scheinbar fliegt das Ding doch nicht immer. :o

    Blitzschutz gibts dort sonst nicht. Exponierte Lage ists auch nicht. Die Freileitungen sind wohl das Problem.

    Die Nutzer kümmern sich eher um nix. Es muß also die Rundumsorgloslösung her.

    Wie geht man da ran?
    Der örtliche Eli, sein Vater hat die Anlage dort gebaut, ist wohl an seinen Grenzen angekommen.

    Ende Januar bin ich wieder dort und könnte sagen, was auf den verbauten Kästchen steht. Ob das sinnvoll ist wage ich zu bezweifeln. Dabei kommt höchstens heraus, warum es nicht funktioniert.

    Mich interessiert, was man machen kann, damit es funktioniert. Die Steckerleistenlösung finde ich nicht wirklich toll, weil nicht kontrollierbar ist, wann wer was wo reinsteckt.

    Gruß und Dank

    Lukas
     
  6. R.B.

    R.B.

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    Kennst Du das Netzsystem dort?
    Gibt´s Unterverteilungen?
    Wie ist die Installation aufgebaut?

    Google mal nach "Blitzplaner", dann findest Du auf der Webseite eines Herstellers ein umfangreiches pdf. Dort in Kapitel 8 mal genauer reinschauen.

    Gruß
    Ralf
     
  7. Lukas

    Lukas

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    Netzsystem - ich??? :o
    UVs gibts. Je eine Pro Haus.
    Was meinste damit, wie die Installation aufgebaut ist?

    Ich hab gegoogelt und den;) auch gefunden. Das sagt mir nur, daß auch ich da an meinen Grenzen gelandet bin. :o Es sei den, ich blätter zu Kapitel 9 und bau ne Biogasanlage. :)

    Danke!

    Lukas
     
  8. R.B.

    R.B.

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    Na ja, wo kommt der Hauptanschluß in´s Haus, was ist wo und wie verbaut, welche Leitungen usw. usw. usw.

    Hintergrund meiner Fragen, man kann den besten Überspannungsschutz durch ungeschickte Leitungsverlegung "umgehen", und dann gehen die Endgeräte doch noch in´s Nirwana.

    Gruß
    Ralf
     
  9. Lukas

    Lukas

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    Aha!

    Die Stromtierchen kommen unterirdisch ins Haus. Dann kommt der elektronische Zähler und die UV.
    Du bringst mich aber auf nen neuen Ansatz, weil es jede Menge Außenlampen gibt. Die laufen über die selbe UV. Irgendwie sind die aber separiert. Ich weiß aber nicht mehr, ob die einen extra Parafoudre haben. Mir ist aber so. Funktionieren die Dinger in beiden Richtungen?

    Gruß Lukas
     
  10. R.B.

    R.B.

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    Ja.

    Sie sollten (müssen) aber an der Quelle eingesetzt werden, denn die Leitungen sind ja nicht ideal, sprich, der Leitungswiderstand, und vor allen Dingen die Induktivität, können dazu führen, dass ein Überspannungsschutz zu spät anspricht.

    Klingt kompliziert, ist es aber nicht.

    Beispiel.

    Steckt in der UV der Überspannungsschutz und wird von dort über eine, sagen wir mal, 20m Leitung eine Leuchte betrieben, dann schützt der Überspannungsschutz vor Überspannung die vom Hauptanschluß kommt.
    Sollte aber der Blitz (Überspannung) in der Nähe der Leuchte einschlagen, dann ist die Leuchte hinüber bis der Überspannungsschutz in der UV in 20m Entfernung überhaupt reagieren kann.

    Man muss immer daran denken, dass eine el. Leitung (Bsp. NYM-J) nicht ideal ist. Sie besteht aus einer Induktivität von 600-700nH/m, Kapazität von ca. 120pF/m und einen ohmschen Widerstand von etwa 20-40mOhm/m. Diese Werte variieren von Leitung zu Leitung, und sind durch den Aufbau der Leitung bestimmt.

    Um beim obigen Beispiel zu bleiben, die 20m Leitung hätte eine Induktivität von 14µH. Setzt man nun voraus, dass Blitze eine Anstiegszeit von wenigen µs bis hin zu ein paar ms haben können, dann erkennt man schnell die Auswirkung einer so hohen Induktivität.

    Leider ist es nicht möglich im Labor alle denkbaren Varianten zu testen. Deswegen hat man sich auf ein paar Norm-Prüfpulse geeinigt.

    Gruß
    Ralf
     
  11. Lukas

    Lukas

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    Hi Ralf,

    dem entnehme ich, daß die Idee mit den Steckerleisten also der richtige Weg sein könnte.

    Sollte man dann gleich Kühlschränke und sowas, also alles, was mehr als nen Hunderter kostet, einzeln schützen?

    Gruß und Dank

    Lukas
     
  12. R.B.

    R.B.

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    Normalerweise kann man innerhalb des Gebäudes auf einen aufwendigen Schutz der einzelnen Endgeräte verzichten, vorausgesetzt die "Zugangswege" für die Überspannung werden entsprechend abgesichert.

    Aber so eine Steckdosenleiste mit integriertem Überspannungsschutz ist besser als gar kein Schutz. ;)
    Es gibt solche Elemente auch in Steckergehäusen die man in die Steckdose steckt.

    Gruß
    Ralf
     
  13. Julius

    Julius

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    Nach meiner Kenntnis wird in F generell TT angewandt.

    Das beste an den Steckerleisten mit integrierten Ableitern ist, daß es sie auch mit einer Geräteversicherung gibt! Deren Einmalprämie ist mit dem Kaufpreis abgegolten und für einige Jahre gültig.
     
  14. R.B.

    R.B.

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    Jepp. Sehe ich auch so.

    Ein Überspannungsschutz nahe am Endgerät hat an sich nur einen Nachteil, und das wäre der PE, denn der ist ja auch über xx Meter Leitung angebunden und somit (s.o.) mit einer nicht unerheblichen Induktivität angebunden.
    Eine Funkenstrecke funktioniert aber nur dann, wenn an beiden Anschlüssen unterschiedliches Potenzial herrscht.

    Das muss ich ständig den Kunden erklären wenn die sich wundern, dass ihre Entstörung nicht so funktioniert wie gewünscht. 10m Leitung, und schon hat man locker 1kOhm Impedanz bei 30Mhz und die Entstörung war für die Katz´.

    Gruß
    Ralf
     
  15. Lukas

    Lukas

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    So ein Mist! Ich versteh die Funktionsweise irgendwie nicht. :o
    Heißt das
    , daß der PE nicht geschützt ist?

    Gruß Lukas
     
  16. R.B.

    R.B.

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    Der PE wird nicht geschützt sondern er soll ja die Energie "ableiten", oder anders gesagt, Du brauchst eine Potenzialdifferenz zwischen PE und sagen wir mal L, damit die Funkenstrecke zündet.

    In diesen Steckdosenleisten sind beispielsweise solche Teile verbaut.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gasableiter

    Gerne noch ergänzt mit Varistoren.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Varistor

    Gruß
    Ralf
     
  17. Lukas

    Lukas

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    Danke Ralf!

    Nun hab ichs wohl kapiert. :)

    Gruß Lukas
     
  18. #17 Stromfresser, 6. November 2010
    Stromfresser

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    Leute, ist google kaputt oder wie?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Überspannungsschutz

    Die Stichworte heissen Grobschutz - Mittelschutz - Feinschutz. Die müssen aufeinander abgestimmt sein, die Steckdosenleiste allein nützt nur in wenigen Fällen was. Und ob eine in D gekaufte Leiste für F einen Versicherungsschutz bietet...?

    Abgesehen davon muss man abwägen, ob es sich lohnt. Da kommen schnell paar Hunderter zusammen, so dass zumindest viele Elis hier sagen: Lass man, zahlt doch eh die Versicherung.
     
  19. R.B.

    R.B.

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    Anscheinend ist ja schon etwas vorhanden, wir wissen nur nicht was dort verbaut wurde. Das erzählt uns aber der Lukas wenn er das nächste Mal wieder dort ist.

    Wen interessiert schon der Versicherungsschutz? Es geht darum, dass das Endgerät besser geschützt wird, und wenn man dessen Schutz für ein paar Euro erhöhen kann, dann hat man bereits etwas gewonnen.

    Gruß
    Ralf
     
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  21. Lukas

    Lukas

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    @Stromfresser

    Es geht darum den bestmöglichen Schutz zu realisieren, weil die Leute die das nutzen sich nicht um defekte Geräte kümmern möchten.
    Es geht nicht ums Geld. Es geht um Komfort und Zuverlässigkeit.

    Ich habe mich dort um solche Dinge zu kümmern und es liegt in meiner Natur, daß ich gern verstehe, was in den Zauberkisten so passiert.
    Es ist schon manchmal nicht leicht sich mit deutschen Elis über solche Sachen zu unterhalten. Was meinst Du, wie lustig das erst mit französischen Elis ist. Da ist ein Grundverständnis zwingend nötig.
    Der Eli sagte einfach: "Was willste denn? Hier sind doch Parafoudre verbaut." damit war es eigentlich für ihn erledigt. Erst, nachdem ich ihm die zerschossenen Geräte unter die Nase hielt, kam er mit den Steckerleisten und Telefon- und Satschutz um die Ecke.
    Die dortigen Handwerker machen irgendwas, die Kunden zahlens brav und wenns dann doch nicht funktioniert, dann muß ich mich fragen lassen, warum?

    Ich glaub der Ralf kennt mich inzwischen ganz gut und gibt mir dann die richtigen Stichworte. :)

    Gruß Lukas
     
  22. R.B.

    R.B.

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    Auch wenn mein Roman ab und zu etwas länger wird. :D

    Gruß
    Ralf
     
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