Pelletsheizung - Größe von Pufferspeicher und Silo

Diskutiere Pelletsheizung - Größe von Pufferspeicher und Silo im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, Es geht um einen Altbau, rund 280 qm, gering gedämmt, Dämmung von Kellerdecke und Dach sowie neue Fenster sind geplant. Zur ungefähren...

  1. Wooody

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    Hallo,

    Es geht um einen Altbau, rund 280 qm, gering gedämmt, Dämmung von Kellerdecke und Dach sowie neue Fenster sind geplant.

    Zur ungefähren Orientierung würde mich interessieren, wir groß ihr hier den Pufferspeicher sowie das Pelletssilo bei einer 25 kW Pelletsheizung dimensionieren würdet. Platz ist im Keller mehr als genug vorhanden.

    Danke!
     
  2. #2 simon84, 23.10.2020
    simon84

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    Doppelt so viel wie die Ölheizung oder mehr
    Also wenn die Ölheizung 6000 Liter hatte dann ca 12000 kg

    Das schlimmste was es gibt wenn du 2x pro Jahr „tanken“ musst oder jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt. im späten Hochsommer ist es meist am billigsten, da sparst du ein größeres Silo schnell ein

    Puffer kann nicht zu groß sein, für Förderungen gibt es Richtlinien mind 30-55 Liter Puffer pro kw Leistung damit bist du gut bedient also zb zwei 600 Liter Speicher
     
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  3. Wooody

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    Vielen Dank für die Antwort.
    Das deckt sich in etwa mit dem was ich so geschätzt hatte - 10-12 t Silo und etwas mehr als 1000 Liter Puffer.

    Beim Ölverbrauch habe ich nur den Erfahrungswert eines Jahres, da waren es knapp 2000 Liter (bei zwei Holzöfen und bisher noch elektrischer Trinkwassererwärmung)

    Angeboten bekamen wir vom Heizungsbauer ein 7,5 t Silo und einen 1000 Liter Pufferspeicher.

    Hintergrund meiner Frage ist v.a. der Pufferspeicher. Im Vorgespräch hatte ich den Heizungsbauer noch gefragt, ob ein größerer Puffer nicht von Vorteil wäre (Platz wäre genug da). Diese Frage hat er deutlich verneint. Ich hatte das dann so hingenommen, schließlich ist er der Experte und ich nur Laie.

    Nun wurde die Heizung eingebaut. Als ich sie mir nun genauer angesehen habe, fiel mir auf, dass der Puffer entgegen dem Angebot sogar nur 810 Liter Nettovolumen hat (und, wenn ich es richtig verstehe, ein Teil davon exklusiv für die Trinkwassererwärmung reserviert wird).

    Was heißt das nun für die Lebensdauer der Heizung und den Energieverbrauch in den nächsten 30 Jahren? Macht sich das deutlich negativ bemerkbar gegenüber einem 1000 Liter oder sogar einem 1500 Liter Puffer oder sind die Unterschiede eher marginal?

    Danke euch!
     
  4. #4 simon84, 24.10.2020
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    @Wooody , die Anlage ist also schon eingebaut. Das heisst alles was in Richtung Bafa Förderung usw. geht ist ja eh schon durch, also entweder hast du es schon bekommen oder du kannst es zu dem Zeitpunkt eh nicht mehr bekommen, da das Bauvorhaben abgeschlossen ist.

    Für die Bafa wird mit Pellets vermutlich 30 Liter / kW, also 750 Liter Netto bei 25 kW Puffer gereicht haben.
    Ausserdem handelt es sich wohl laut deiner Beschreibung um einen Kombispeicher.

    Zum Thema Lager/Brennstoffvorhaltung, wichtig ist wie gesagt, dass der Vorrat mindestens eine ganze Heizperiode reicht.
    Sonst ist es praktisch gesehen einfach blöd.
    Das 7,5 Tonnen Silo ist meiner Meinung nach gerade noch richtig dimensioniert.
    Aber das kommt ja auch drauf an, welche Angaben für das Angebot/Berechnung zugrunde lagen.
    Denn größere Silos sind dann meist andere Bauart und somit auch teurer/aufwändiger.

    Wenn die Angabe war 280 qm mit 100-150 W/qm/a war, dann kommt da eben ein Wert zwischen 28000 und 42000 kWh pro Jahr raus also respektive ca 6-9 Tonnen Pellets pro Jahr.
    Wenn die Angabe "vorher ca. 2000 Liter Öl pro Jahr" war, dann wäre der Wert geringer, also ca 4 Tonnen.


    Warum baut man bei einer Pelletsheizung überhaupt einen Puffer ein?
    Physikalisch bedingt hat eine Pelletsheizung (andere Feststoffheizungen wie Hackschnitzel, Holzvergaser etc. sogar noch mehr) einen sehr guten Wirkungsgrad bei hoher oder voller Leistung.

    Das heisst, es ist vereinfacht gesagt (nur als Beispiel) besser in Bezug auf Effizienz und vor allem auch Abgase, die Heizung 10 Minuten auf Vollgas laufen zu lassen, als 20 Minuten auf Halbgas.

    Gesagt habe ich, dass es einen zu grossen Puffer (in gewissem Rahmen) eigentlich nicht gibt. Dieser Punkt wäre meiner Meinung nach in der Praxis erst dann erreicht, wenn die Heizung es innerhalb von 18-24 Stunden Volllastbetrieb nicht mehr schafft den Puffer auf die gewünschte Temperatur zu laden.

    Wichtig wäre noch zu wissen, wie beheizt wird, also FBH oder Heizkörper.
    Welche VL Temperaturen werden gefahren ?
    Welche Heizzeiten, gibt es Tag/Nachtabsenkungen oder Abschaltung ?

    Ansonsten kannst du bei deiner Heizung sicher auch die Daten loggen und auswerten, wann, wie oft und wie lange Pufferladung und Entladung passiert.
    Das ganze am besten gleich jetzt starten, denn das Heizverhalten ist über die gesamte Heizperiode doch stark unterschiedlich zwischen Anfang, Ende und richtigem "Winter" :)

    Da kann man eigentlich immer noch was für den persönlichen Bedarf optimieren.

    Eine Falschberatung kann man an der Stelle eigentlich schon ausschliessen, du bist auch mit mind. 750 Liter Puffer gut bedient und hast keine massiven Effizienzeinbussen zu erwarten.
     
  5. #5 chillig80, 24.10.2020
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    Ja ne jein. Holzvergaser haben prinzipiell ein ganz mieses Anheizverhalten und dann auch noch sehr viel Kesselwasser, 200-300Liter würde mich bei 30kW nicht wundern. Ungepuffert heizt man also permanent viel Kesselwasser hoch und die Wärme verliert man dann oft fast ganz. Dazu kommt noch das miese Anheizverhalten, bei zu vielen Zyklen wird das in der Wartung (Reinigung) auch ein Alptraum und von den durchschnittlichen Abgaswerten reden wir jetzt lieber erst überhaupt nicht.

    Die paar % die modulierende/mehrstufige Pelletsbrenner im Teillastbetrieb zusätzlich verlieren sind da fast nur Nebensache...

    Zuerst einmal, das Folgende beruht auf meinen Erfahrungen, es ist aber nur eine Einschätzung aus der Ferne und das auch noch aufgrund sehr lückenhafter Angaben, man kann das alles wohl auch anders sehen, aber ich seh es halt so.

    Was das „ausmacht“, kommt sehr auf den tatsächlichen Wärmebedarf, das Lastprofil und die Systemtemperaturen an.

    Ich fange mit den Systemtemperaturen an. Es ist ein Unterschied ob FBH oder Radiatoren. Sagen wir die Puffertemperatur wäre (geladen) 80C, der Rücklauf der Radiatoren 45C und der Rücklauf der FBH 30C. Dann kann man mit Radiatoren 35K und mit der FBH 50K an Temperaturdifferenz nutzen. Das bedeutet bei 750l könntest bei FBH 44 kwh und bei Radiatoren wären es nur 31 kwh (In der Praxis in beiden Fällen weniger, man schafft es nicht das zu 100% auszunutzen).

    Das entspricht dann ungefähr 1 Stunde, bzw. 1,5 Stunden Laufzeit des Brenners. Auch das wird in der Praxis regelmäßig länger sein, da ja idR gleichzeitig auch noch Wärme für die laufende Beheizung der Räume entnommen wird. Aber man sieht doch, der Unterschied bei den Laufzeiten ist halt nicht Null.

    Jetzt können wir darüber spekulieren wie viele Anheizvorgänge das zusätzlich verursacht, ich sage über 30 Jahre werden es schon einige sein.

    Für die 200l (nehm ich jetzt einfach mal) Kesselwasser, die bei jedem Anheizen hochgeheizt werden müssen, nehme ich jetzt einfach einmal 45K Temperaturdifferenz (es kühlt ja oft nicht ganz aus, bisschen lau könnte das schon joch sein). Das sind dann 10,5 kwh alleine für das Kesselwasser, den gusseisernen Klotz darum herum lasse ich einfach mal weg. Dass die Abwärme vom auskühlenden Kessel noch irgendwie sinnvoll genutzt werden kann bestreite ich jetzt mal einfach.

    Dann hast also ungefähr 10,5kwh mal irgendwas über 30 Jahre. Kannst ja selbst ausrechnen....

    Und jetzt zum reklamationstechnisch unschönen Punkt, die 750l sind mit hoher Wahrscheinlichkeit noch als „fachlich richtig“ zu werten. Ich finde es aber im mäßig gedämmten Altbau mit 280m2 doch einen ganzen Zacken zu wenig. Eine gute Beratung (ehrlich und ausführlich) sieht mE jedenfalls anders aus.

    Und zur Bafa. Das Problem mit der „Bafa-Puffergröße“ ist, die stellt nur auf die Nennleistung des Kessels ab. Das ist eine Vereinfachung um die Förderung nicht vollkommen zum Bürokratiemonster machen zu müssen, mir persönlich ist aber auch das bisschen zu wenig. Eine „Beratung“, geschweige denn eine treffende Berechnung, ist dieses Förderkriterium jedenfalls auch nicht.

    Und nun zum schönen Teil, „schlecht“ ist die Heizung wohl trotzdem nicht, evtl. bisschen „suboptimal“ halt.
     
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  6. #6 simon84, 24.10.2020
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    @chillig80 du hast recht ich hab mich nicht klar genug ausgedrückt. Bei einem holzvergaser ist das noch viel krasser.

    mein Beispiel mit 10/20 minuten ist falsch. Machen wir einfach 4/8 Stunden draus.

    deshalb gibt die bafa für holzvergaser auch mehr vor glaube 55 l/kW

    alles andere perfekt Beschrieben „es kommt drauf an“

    mehr Speicher würde sicher nicht schaden !
     
  7. Wooody

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    Hallo nochmal!
    Vielen Dank für eure bisherigen Antworten!
    Ich hatte zuletzt leider keine Zeit, nochmal im Forum vorbeizuschauen. Jetzt will ich mich aber noch einmal melden.

    Zusammengefasst habe ich nun die Infos herausgelesen, dass der eher kleine Puffer hinsichtlich laufenden Kosten und Lebensdauer schon nachteilig ist, aber in welcher Größenordnung der Nachteil besteht, schwer abzuschätzen ist..
    Von den Kosten für das häufigere Aufheizen des Kesselwassers (btw: das ist doch auch wärmegedämmt?) und den Stromkosten für die elektrische Zündung abgesehen - warum genau beeinflusst ein häufigeres Starten der Heizung die Lebensdauer negativ? Ist es die suboptimale Verbrennungstemperatur zu Beginn?

    Was das Thema "Fehlberatung" ja oder nein angeht - der jetzt eingebaute 810-Liter-Puffer in der Größe ist vom Hersteller wohl durchaus für die Heizung empfohlen. Allerdings hatte ich im Angebot einen (mit 1.000 Liter etwas) größeren Puffer stehen und bin davon ausgegangen, dass mir dieser eingebaut würde. Wie kann ich das bewerten?

    Übrigens hatte ich im Infodisplay der Heizung keine Angaben zu der Zahl der Zündvorgänge und die durchschnittliche Brenndauer bis Abschaltung gefunden. Ich kann nur folgende Infos liefern (für die paar Wochen Betrieb bei noch relativ milden Herbsttemperaturen und Brauchwassererwärmung derzeit noch über Elektroboiler):
    Betriebsstunden Steuerung: 390 Std., Heizung: 47 Std., Zündung: 4.1 Std.
    Die Temperatur des Puffers ist voll geladen, glaube ich, so knapp über 60 °C, von 22:00 bis 5:30 Uhr Nachtabsenkung, beheizt wird über herkömmliche Flachheizkörper, die Vorlauftemperatur wird in Abhängigkeit von der Außentemperatur geregelt.

    Soweit meine Rückmeldung. Wer dazu noch Antworten geben kann/möchte, sehr gern! :-)

    W.
     
  8. #8 Hercule, 08.11.2020
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    Ich bin kein Heizungs Fachmann aber moderne Vergaseröfen haben niedrigere Abgastemperaturen als die früheren Holzheizungen. Das ist natürlich für den Kamin und den Ofen suboptimal da es zu einer höheren verrußung kommt - auch wenn man mit Rücklaufanhebung etc gut gegenlenken kann. Es ist also sinnvoll möglichst lange Vollgas durchzuheizen damit es auch mit der Abgastemperatur passt. Und durch reduzierte Start Stop Vorgänge (Zündung bei Pellets) schont man natürlich auch die restliche Technik.
    Meiner Meinung nach wäre es sinnvoll einen Puffer, oder Hygieneschichtspeicher, so auszulegen, dass er im Winter nur einmal pro Tag auf sagen wir mal 85-90° hochgeheizt werden müsste. Bodenheizung läuft mit maximal 30°, Warmwasser sollte nicht unter 35° fallen, also wäre 35° die niedrigste Temperatur ab der ein Ofen wieder losheizen sollte. Bei Heizkörpern natürlich höher. Bei einem 1000 Liter Speicher hat man also von 35 auf 90° ca. 64 kwh Energie gespeichert die man nutzen kann bis die Heizung wieder startet. Nicht viel weshalb ein größerer Speicher durchaus Sinn machen würde.
    Der Speicher ist in deinem Fall bestimmt nicht falsch. Wird vermutlich auch einwandfrei funktionieren. Wenn du optimieren willst, und Platz für einen z.B. 3000 Liter Speicher wäre, frag doch einfach nach wie viel das kosten würde. Dann kannst du entscheiden ob es dir das Wert ist.
     
  9. #9 simon84, 08.11.2020
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    Zum Thema mit dem Angebot/brutto/netto

    Exakten Wortlaut aus dem Angebot einstellen und die Modellnummer / Bezeichnung des Speichers

    an der zündungsdauer kannst du ja ablesen wie oft die Anlage startet. (Ungefähr).

    einfach mal beim zünden daneben stellen und die Zeit stoppen wie lange die Anlage zündet. Denke mal so ca 5 Minuten maximal

    ansonsten Bietet die Anlage bestimmt auch Daten logging per Netz oder seriell dann kannst du genauer aufzeichnen
     
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