Phellinus Pini im Dachgeschoßfußboden

Diskutiere Phellinus Pini im Dachgeschoßfußboden im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo Bauexpertengemeinde, vorweg: ich bin eher der Laie, denn selbst ein Bauexperte. Ich tapeziere, streiche und lege Laminat. Weitergehende...

  1. skeiwooka

    skeiwooka

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    Hallo Bauexpertengemeinde,

    vorweg: ich bin eher der Laie, denn selbst ein Bauexperte. Ich tapeziere, streiche und lege Laminat. Weitergehende Arbeiten werden von mir eher nicht ausgeführt. Daher mein Hilferuf in dieses Forum.

    Bei Renovierungsarbeiten in meinem Dachgeschoßbüro 25m² habe ich das Laminat entfernt um es gegen ein anderes austauschen zu wollen. Dabei bin ich böse überrascht worden. Unterm Laminat waren zum großen Teil ca. 10-15 m² die Spanplatten und auch darunterliegend der Rauhspund total weggefault. Der Fußboden von unten nach oben war so aufgebaut: Gipskartondecke im Untergeschoß, Dampfsperre?, Deckenbalken, dazwischen Dämmung mit Mineralwolle, Rauhspund, Bodenverlegeplatte, Trittschalldämmung, Laminat.

    Ich habe dann einen benachbarten Trockenbauer auf meinen Bau gebeten. Der wiederum ziemlich ratlos einen Maurermeister und der einen Sachverständigen für Holz- und Bautenschutz zur Probenentnahme hinzugezogen. Selbiger Sachverständiger hat eine chemische und mikroskopische Untersuchung (Kosten mit Anfahrt 468 Euro) durchgeführt. Es ergab sich der Befall mit Kiefernfeuerschwamm Phellinus Pini.

    Nach meiner Recherche braucht dieser Pilz relativ viel Feuchtigkeit. Die einzige Wasserzuleitung durch ein Heizungsrohr ist definitiv nicht der Auslöser.
    Meine Vermutung:
    Der Dachboden wurde in Trockenbauweise im Jahr 2000 gleich mit fertiggestellt. Die Heizung ist erst ca. 3 Wochen nach Fertigstellung in Betrieb gegangen. Am Anfang gab es so viel Feuchtigkeit dass die Tapete nicht an Wand kleben blieb. Mit Inbetriebnahme der Heizung ist soweit die Feuchtigkeit wieder raus. Konnte aber wohl nicht ganz aus dem Fußboden entweichen. Die Spanplatten und Laminat fungierten eher als Bremse und die Staunässe ließ den Pilz entstehen. Direkt auf dem Laminat stand an der am meisten betroffen Stelle ein Sofa und im Zimmer drunter war die Oberseite des Schlafzimmerschranks bündig mit der Zimmerdecke in Berührung.

    Ich habe jetzt die Mineralwolle, die Spanplatten und den Rauhspund komplett entsorgt. Es ist angedacht die von oben ca. 3-4 cm tief, auf einer länge von 2-3 m angegriffenen Dachbalken wieder instandzusetzen und den Boden wieder aufzubauen.
    Ich will für die Zukunft solche Schäden vermeiden. Ein Holzbauer hat mir angeboten die Dachbalken instand zu setzen und OSB-Platten drauf zu verlegen und darauf ich mein laminat. Ich habe die Befüchtung dadurch erneut wieder Nässe aufzustauen. Die OSB-Platten sind Luftundurchlässiger als die bisher verwendeten Spanplatten.
    Besteht überhaupt die Gefahr erneut Nässe aufzustauen? Welche Alternative eines ca. 5cm dicken Bodenaufbaus ist möglich/empfehlenswert?
     
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  3. Dachi

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    Nachdem die Kosten

    für die Sanierung des vorh. Schimmelbefalls hoche genug sein dürften, ist wohl noch etwas übrig um einen Planer einzubeziehen, der sich die Gegebenheiten auch vor Ort ansehen kann.

    Mir pers. wäre es das wert!
     
  4. skeiwooka

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    Erstmal danke für die Antwort.

    Wie aus meinem Beitrag hervor geht, waren bereits Trockenbauer, Maurermeister, Sachverständiger und ein Holzbauingeneur vor Ort. Deren Bewertungen waren eben wiedersprüchlich. Der Holzbauingeneur hat mir die Instandsetzung der Balken und den Aufbau mit OSB-Platten empfohlen. Im Übrigen bewerte ich den Schaden als finanziell nicht soo dramatisch. Ich habe selber alles rausgerissen und entsorgt. Kosten dafür 0 Euro. An den Balken sollen die betroffenen Stellen großzügig rausgeschnitten werden. Sie werden dann beidseitig in gleicher Stärke wieder aufgebaut. Die Kosten dafür sind überschaubar. Dann noch Mineralwolle und evtl. OSB-Platte. Mir stellt sich nur die Frage ob das mit den OSB-Platten zweckmäßig ist oder wieder die Gefahr des Feuchtigkeitsstaus besteht? Oder ob es bessere/ sichere Alternativen gibt?
     
  5. Neutal

    Neutal

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    Ein Maurermeister wäre auch meine erste Wahl bei Holzfäule. Ein Holzbauingeniuer kennt sich in der Regel mit sowas noch weniger aus. Auf diesem Gebiet tummeln sich viele mit sehr gefählichem halbwissen herum. Ich habe in den letzten Jahren schon die schlimmsten Dinge gesehen und erlebt.
    Ich empfehle einen wirklichen Holzfachman hinzuzuziehen und die Hölzer auf jeden Fall behandeln zu lassen.
     
  6. Neutal

    Neutal

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    Um hier schlimmeres zu vermeiden. Bitte mit dem Wiederaufbau warten, bis sich ein richtiger Fachmann das alles angesehen hat. Der Kiefernfeuerschwamm hat die unangenehme Eigenart das Holz vom Kern her zu zerstören. Das heißt, obwohl der Balken noch völlig intakt aussieht, kann der Kern schon völlig zerstört sein und die Tragfähigkeit des Balkens ist nicht mehr gegeben.
    Auch muß unbedingt die Ursache gefunden und abgestellt werden. Ein so hohes maß an Holzfeucht muß schon längere Zeit anliegen um einen Schaden zu verursachen.
    Also nochmal die bitte: UNBEDINGT FACHMANN HINZUZIEHEN der die beschaffenheit des Kernholzes beurteilen kann.
     
  7. skeiwooka

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    Danke für die Reaktionen.

    Fachmänner hinzuziehen ist mir, - so denke ich, gelungen. Mit einem Sachverständigen für Holz- und Bautenschutz, welcher mir chemisch und mikroskopisch den Pilzbefall analysiert hat, dem Holzbauingeneur (ist auch ein gelernter Zimmermann) und dem Maurermeister hatte ich reichlich Kompetenz auf meinem Bau.
    Ist aber wohl wie mit Ärzten... 3 Ärzte ergeben nicht selten 4 Meinungen.

    Ich (und auch der Sachverständige) gehe jetzt davon aus, dass die Feuchtigkeit mit eingebaut wurde oder während der Bauphase durch ein geöffnetes Dachlukenfenster eindrang. Nichts anderes scheint mit den Erkenntnissen plausibel.
    Der Rauhspund unter den Spanplatten hatte wohl auch eine große Restfeuchte. Er hat sich im laufe der Jahre um einiges zusammengezogen.

    Die Schalung des Bodens und die Balken von der Unterseite, sehen aus wie gerade eingebaut. Ich denke dass sich die Feuchtigkeit des Neubaus + die Restfeuchte des Rauhspunds nicht die Spanplatten durchdringen konnten. Mangels Heizung in den ersten 3 Wochen hat sich dann das Dilemma entwickelt. Es ist nun absolut keine Restfeuchte mehr zu erkennen. Feuchtigkeitsmessungen der betroffenen Balken zeigen Werte zwischen 5-9%.
    Damit ein Pilz wieder wächst, brauchst es einiger Umgebungsvariabler, die jetzt hoffentlich nicht mehr gegeben sind.
    Ich habe eben nur Angst, dass z.B. OSB-Platten auf ihrer Unterseite wieder Feuchtigkeit anstauen.
    Daher nochmal die Frage: Gibt es zum Aufbau des Fußbodens eine gute/ sichere Alternative?
     
  8. Neutal

    Neutal

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    Ich sage es noch einmal. Kurzfristige durchnässungen reichen nicht aus um solch einen Pilz wachsen zu lassen. Die brauchen für Ihre entwicklung ein sehr spezielles Milieu. Wenn schon kurzzeitige durchnässungen für Pilzwachszum ausreichen würden, dann stände in Deutschland kein Haus mehr. Sowas entwickelt sich über Monate und Jahre wenn gute Bedingungen herrschen. Bei allen Projekten die ich bisher betreut habe, waren der Sachverständige und ich immer einer Meinung. Es gibt in diesem Bereich meist eine Ursache und die gilt es zu finden. Passiert dies nicht, gibt es schon nach kurzer Zeit wieder Probleme. Ich kenne genügend Zimmerleute die bei Spinnennetzen schon schreien: Hier ist auch Schwamm... Auf diesem Gebiet ist Erfahrung wichtig, man darf sich nicht auf Vermutungen stützen.
     
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  10. skeiwooka

    skeiwooka

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    Wer wäre denn ein Fachmann - wenn nicht ein Sachverständiger für Holz- und Bautenschutz? Es sind keine äußerlichen Ursachen zu ermitteln. Mineralwolle, Holzbalken, etc, weisen jetzt keine Feuchtigkeit mehr auf. Es ist nun auf jeden Fall nicht mehr das Millieu vorhanden welches den Kiefernfeuerschwamm wachsen ließe.
    Wie ich ausführte, wird als warscheinlichste Ursache die Baufeuchte oder Wassereinfall während der Bauphase angenommen. Ich habe auch schon im Internet gelesen, dass diese Thema bei Neubauten oft aktuell ist. Bauträger HeinzVanHeiden lässt sich z.B. unterschreieben, dass der Dachboden 2 Jahre nicht verbaut wird, damit die Baufeuchte entweichen kann.
     
  11. Julius

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    Bei der Gelegenheit sollte mal das Fragezeichen in Deinem
    überprüfet werden!

    Und ein Belag, der weniger dicht ist als Laminat, wäre sicherlich auch kein Schaden.
     
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