Plausibilitätskontrolle: Regelung mit Nibe-Wärmepumpe

Diskutiere Plausibilitätskontrolle: Regelung mit Nibe-Wärmepumpe im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, ich habe in unserem Altbau (1930, gute 100m²) vor recht genau einem Jahr eine Luft-Wärmepumpe installieren lassen (Nibe F2120). Zur...

  1. #1 Kamajii, 14.11.2021
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    Hallo,

    ich habe in unserem Altbau (1930, gute 100m²) vor recht genau einem Jahr eine Luft-Wärmepumpe installieren lassen (Nibe F2120).

    Zur Substanz:
    Zuvor hat der NT-Ölbrenner (16kW) jährlich ca. 1800 Liter verheizt, einschließlich Brauchwasser. Grob über den Daumen habe ich überschlagen:
    - etwa 1800l * 10kWh/l = 18MWh Energieeintrag im Jahr,
    - etwa 3000kWh für Brauchwasser (3 Personen, Vielduscher),
    - ergibt eine Heizlast von ca. 110kW/a/m² im Jahresmittel, also rund 13W/m²
    - oder grob umgelegt auf 2000h Heizperiode rund 60W/m²,
    - was im Mittel rund 7kW Heizbedarf ergibt.
    Das Haus ist ungedämmt (45cm Bims, Dach ausgebaut und gedämmt), steht aber einseitig ans Nachbarhaus an. Neue Fenster sind drin. Wärmeabgabe erfolgt unverändert über Heizkörper Typ 33.

    Die Wärmepumpe ist mit 16kW ausgelegt, das liegt aber daran, dass mittelfristig noch ein Anbau angeschlossen werden soll. D.h., aktuell ist die prinzipiell noch zu groß. Die Arbeitszahlen sind ganz passabel, errechnet laut Strom- und Wärmemengenzähler.

    Grundsätzlich funktioniert das ganz gut. Im letzten Jahr habe ich knapp 7000kWh Strom verheizt, was selbst mit Ökostrom schon günstiger ist, als Öl.
    Was die Hydraulik angeht: Abgleich wurde durchgeführt. Alle Heizkörper haben Thermostatventile, die sind aber stets voll geöffnet (bis aufs Dachgeschoss, dort steht das Abgleichventil schon auf kleinster Stufe, und trotzdem wirds viel zu warm...).

    Zur Frage:
    Was aktuell aber stört, ist die Temperaturschwankung im Tagesverlauf. Ich habe jetzt illegalerweise mal ein Protokoll über Nacht gespeichert (seitens Nibe gibt es da recht wenig Unterstützung), da sich nachts am wenigsten im Haus verändert:
    vlrl.png

    Das Protokoll läuft von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr morgens, in der Zeit wurde kein Warmwasser bereitet. Aufgetragen sind Vorlauf und Rücklauftemperatur in 1/10°C. Die Schwankungen decken sich mit den Verdichterstarts, und es schwankt zyklisch über 2,5 Stunden um etwa 8K...

    Passend dazu:
    vd.png
    (Achtung: Verdichterfrequenz in 1/10Hz! Läuft also bei 30Hz oder so.)
    Im Jahresmverlauf komme ich auf 1,2 Verdichterstarts pro Betriebsstunde, das ist ja nicht ganz verkehrt.

    Zur Befürchtung:
    Es ist ein 300-Liter-Puffer installiert (für den Heizkreislauf, Warwasser-Puffer ist nochmal 300 Liter separat). Der ist hydraulisch aber parallel zum Verteilerbalken mit den Pumpengruppen angeschlossen und hat ansonsten keine Temperaturfühler. D.h., der Puffer ist auch mit nur zwei Anschlüssen bestückt:
    hydraulik.jpg

    So als Elektro-Ingenieur ohne Ahnung von der Materie (...) hätte ich jetzt irgendwie erwartet, dass der Puffer direkt vom (heißen) Rücklauf der Wärmepumpe durchströmt und aufgeladen wird, bevor es in die Pumpengruppen geht. Und dass bei Stillstand der Wärmepumpe dann wiede entladen wird, damit es eben nicht binnen einer guten Stunde zu 10K Temperaturabfall im Vorlauf kommt?

    Also prinzipiell frage ich mich, was das Wasser überhaupt dazu bewegen soll, durch den Puffer zu strömen, da er ja nur parallel dranhängt. Die stillstehende Umwälzpumpe...?
    In den spärlichen Hydraulik-Beispielen von Nibe sind die Puffer jedenfalls in allen Konfigurationen so angeschlossen, dass sie irgendwo in Reihe zur Wärmepumpe liegen (entweder im Vorlauf oder im Rücklauf der Wärmepumpe):
    nibe_vlrl.png


    Was soll ich denn davon halten?

    Vielen Dank & viele Grüße,
    K
     
  2. #2 Donpepe, 14.11.2021
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    Moin,

    also wenn dein Anbau nicht mit ca 200-300m2 geplant ist, ist die einfach viel zu groß… und das Problem spürst du jetzt:

    Sie wird die Wärme nicht los und kann nicht weiter runtermodulieren… Bei einer FBH merkt man das nicht so stark, bei HZK je nach Dämmstandard schon…

    Dazu kommt, dass sie in der gesamten Heizperiode viel Takten wird, was aufs Material und Effizienz geht.

    Du schaffst aktuell eine JAZ von 2,x… das ist alles nur nicht gut…

    Würde mal ein Thema im Haustechnikdialog.de erstellen, da sind einige die sich mit Nibe ausgehen und evtl bei der Schadensbegrennzung helfen können….

    Grüße
     
  3. #3 Kamajii, 14.11.2021
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    Da bin ich ja extrem froh, dass die Heizung von einem Fachbetrieb installiert wurde, der noch dazu den Nibe-Werkskundendienst in meiner Region übernimmt.

    Was ist denn mit dem Verdacht, dass die Pumpe ihre Wärme ja an den Pufferspeicher abgeben könnte, und das wegen möglicherweise fraglicher Verrohrung nicht tut...?

    Im Prinzip hat die Regelung ja nur zwei Fühler am Verteilerbalken (VL+RL), aber keinen am Speicher. Das heißt, annehmend dass kaum Wasser durch den Puffer strömt, regelt sie nur das bisschen Wasser im Heizkreislauf selbst. Könnte ich ja nachvollziehen, dass das quasi Zweipunktregelung wird, ist ja eher wenig Wasservolumen zum speichern/dämpfen.
     
  4. #4 Kamajii, 14.11.2021
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    Ich hatte noch einen ungebrauchten Raumtemperaturfühler auf Lager.
    Den habe ich nun umgelötet und etwas unterhalb des Vorlaufs am Pufferspeicher angebraucht und als "Innenraumfühler" an die Regelung angeschlossen.

    Die Regelung läuft natürlich ohne Innenraumfühler (wie vorher auch), aber die Temperatur wird nun mitprotokolliert. Daran müsste ja dann zu sehen sein, ob der Puffer geladen und entladen wird :think
     
  5. #5 Fabian Weber, 14.11.2021
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    Der Puffer wurde zum Abtauen eingebunden, weil die Heizkörper nicht genügend Wasser beinhalten.

    Es kann aber sein, dass dieser wie ein großer hydraulischer Kurzschluss agiert.

    Kannst Du den Puffer mal testweise etwas drosseln?

    Das müsste schon eine Verbesserung bringen.
     
  6. #6 Kamajii, 15.11.2021
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    Aktuell nicht, es sind keine (Drossel-)Ventile zum Puffer installiert.

    Ich dachte, der Puffer soll als Dämpfung im System arbeiten, um die sich einstellende Hystereseschleife (d.h., Temperaturhub in den Schaltintervallen der Pumpe) klein zu halten? :confused:

    Hier die vergangenen 24 Stunden:
    vl_puffer.png

    Die obere Kurve ist die Temperatur des Puffers (etwa auf 3/4 Höhe, dort habe ich den "Raumtemperaturfühler" platziert), die untere der Vorlauf.
     
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