Praktischer Umgang neue VOB/C, 2. Thema für Spezialisten: Verbau

Diskutiere Praktischer Umgang neue VOB/C, 2. Thema für Spezialisten: Verbau im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Auch dieses Thema ist sicher nicht für die große Masse in diesem Forum gedacht aber vielleicht ergibt sich für mich oder andere Planer aus einer...

  1. #1 Manfred Abt, 21.10.2015
    Manfred Abt

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    Auch dieses Thema ist sicher nicht für die große Masse in diesem Forum gedacht aber vielleicht ergibt sich für mich oder andere Planer aus einer Diskussion die eine oder andere Erkenntnis.

    In diesem Jahr wurde die 18.300er Normenreihe der VOB/C mit zwei für den Tiefbau maßgebenden Änderungen erneuert. Für Planer, Ausschreiber und Baugrundgutachter ergeben sich daraus erhebliche Auswirkungen.

    In diesem Thema will ich die zweite maßgebende Änderung diskutieren.

    Zweite Änderung: Verbauplanung jetzt Aufgabe des Bauherren
    • Die ATVen wurden so geändert, dass der Verbau jetzt weiter als bisher vom AG zu planen ist
    • d.h. im Normalfall muss der AG den Verbau als Baubehelf genau planen und bemessen
    • Honorartechnisch bildet der Verbau nun ein gesondertes Bauwerk, für den der AG eine gesonderte Objekt- und Tragwerksplanung erbringen bzw. beauftragen muss.

    Fragen dazu:
    • für euch schon relevant? Erfahrungen?
     
  2. mls

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    zum erstgenannten punkt (wer machts): das ist für mich
    noch nicht final oder eindeutig. kaum ein gebiet, wo mehr
    sonder-/alternativvorschläge (auch sinnvolle) gemacht werden ..
    zum letztgenannten punkt (honorierung): das ist schon ein
    paar jahre so und wird auch so von bauherrenvertretern (!)
    dargestellt. insofern folgt die atv der rechtspraxis.
     
  3. #3 Gast vS, 21.10.2015
    Gast vS

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    Hallo,

    für uns jetzt nicht wirklich relevant, aber der Ansatz gefällt mir.

    Es geht mir manchmal auf den Senkel, dass Bauherren und Planer diverse Planungsleistungen den ausführenden Firmen auf' Auge drücken. Ich bin der Aufassung, dass eine saubere Planung ausgeschrieben gehört = und die ist vollumfänglich bauseitig zu erbringen. Ich kann diese Ausschreibungen "ich will ein Stück Bauwerk einschl. Bodengutachten, Statik und alle sonstigen Leistungen ... einmal Pauschal zum mitnehmen" nicht so wirklich gut vertragen.

    find ich gut !
     
  4. #4 Manfred Abt, 21.10.2015
    Manfred Abt

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    Wir haben die gleiche Entwicklung schon bei den Linern (Innenauskleidung von Rohren) gehabt.
    • In den ersten Jahren haben wir einen Liner DN 300 ausgeschrieben, Wandstärke gem. AN-Statik, incl. geprüfter AN-Statik
    • inzwischen machen wir die Statik vorher und schreiben die Wandstärke und andere Parameter genau vor.

    Heute deutlich besser.
     
  5. #5 OLger MD, 21.10.2015
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    Aber die Art des Verbaus / Baubehelfs hängt oft mit der übrigen Bautechnologie / mit dem Bauablauf und den vom AN verwendeten Verfahren ab. Das heißt, ein gut geplanter Verbau kann für die Tonne sein, wenn der Baubetrieb den geplanten Verbau nicht nutzen kann. Denn dann muss ja der Planer schon ganz genau wissen, welche Geräte der AN einsetzt. Ist der Verbau oder ein baubehelf in einer ganz bestimmten Art und Weise vorgegeben kann es passieren, dass einige Bieter ausgeschlossen werden, weil der Verbau / der baubehelf nicht zu ihren Maschinen und Geräten passt. das kann dann dazu führen, dass eine preiswertere Lösung oder ein nebenangebot nicht zum Einsatz kommen und die Maßnahme dadurch teurer wird:
    -Spundwandverbau.
    -Bodenklassen und -Arten stehen fest, Baugrubentiefe, Wasserstände und Lasten sind definiert.
    -Planer des AG plant mit Bohlentyp H.
    -Baufirma könnte aber deutlich preiswerter Bohlentyp TK anbieten.
    -?

    Was ist wenn z.B. eine Ortbetonkonstruktion vorgesehen ist, der Anbieter aber eine gleichwertige (in Dauerhaftigkeit, Tragfähigkeit und Optik) Halbfertigteillösung oder eine Fertigteillösung anbieten möchte? Schon braucht es ganz andere Baubehelfe.


    Na was denn nun. Planung mit Ausschreiben oder vom Bauherren dem Bieter mit der Ausschreibung übergeben?

    Eins ist klar, Baugrundgutachten und Vorstatik und eine schlüssige Entwurfsplanung muss der Bauherr liefern.
    Im Brückenbau wird i.d.R. die Ausführungsplanung (Statik, Schal- und Bewehrungspläne, usw.) mit ausgeschrieben. Das hat u.a. den Vorteil, dass mögliche Fehler im Entwurf durch die Ausführungsplanung aufgedeckt werden. Statik und PLäne werden nach Prüfung durch den AG dann zur Ausführung freigegeben. Einige Auftraggeber lassen es auch nicht zu, dass der Planer auch die Bauüberwachung durchführt.

    Mit der Planung des Verbaus durch den AG greift dieser schon sehr weit in den Bauablauf ein und der AN hat nur eingeschränkte Möglichkeiten für eigene Verfahren/Technologien und für die Materialauswahl. Bezahlen muss es der Bauherr sowieso. Von daher kann auch der AN den Verbau - auf seine Geräte und bautechnologie abgestimmt - planen.

    Gruß
    Holger
     
  6. #6 OLger MD, 21.10.2015
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    So ähnlich haben wir vor einiger Zeit auch einen Kurzrohr-Inliner ausgeschrieben.
    - Form entsprechend vorhandenen Querschnitten vorgeplant
    - Wandstärken geschätzt
    - Altrohrzustand festgelegt
    und auf Basis dieser Daten eine Vorstatik erstellt.
    Ausgeschrieben war dann eine Feinvermessung des Kanals, die Überprüfung der Inlinerform und die Erstellung der Ausführungsstatik.

    Wir haben nur eine Vorstatik erstellt und dafür typische Eigenschaften des Inliners angesetzt, da diese je nach Hersteller unterschiedlich sein können (Langzeit/Kurzzeit-E-Modul, Langzeit/Kurzzeit-Biegefestigkeit, usw.). In der Ausführungsstatik wurden dann die genauen Werte der eingebauten Materialien berücksichtigt. Ausgeschrieben hatten wir die Wandstärke von...bis. So konnten die Baufirmen die Inliner von verschiedenen Herstellern anbieten.

    Wandstärken und Form wurden dann auch wie in der Vorstatik ausgeführt.
     
Thema: Praktischer Umgang neue VOB/C, 2. Thema für Spezialisten: Verbau
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