Probleme beim Bodenausgleich (auf Asphalt) - Lösung gesucht

Diskutiere Probleme beim Bodenausgleich (auf Asphalt) - Lösung gesucht im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich habe folgendes Problem: In mehreren Räumen unseres Hauses (Baujahr Mitte der 1960er-Jahre) ist der Boden uneben und...

  1. #1 Marco2022, 08.05.2022
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    Hallo zusammen,

    ich habe folgendes Problem:

    In mehreren Räumen unseres Hauses (Baujahr Mitte der 1960er-Jahre) ist der Boden uneben und soll/muss nivelliert werden. Dieses Vorhaben ist jedoch in zwei Anläufen gescheitert, weshalb ich hier dringend Rat suche.

    Ich beginne vorne und gehe den Ablauf der Geschehnisse einmal chronologisch durch. Zur besseren Verständlichkeit füge ich eine Skizze des Grundrisses (ohne Maßstab) bei. Die in der Skizze gelb markierten Räume sind unterkellert, die anderen nicht.

    Das Gästezimmer soll neu gestaltet und möbiliert werden. In diesem Zusammenhang bot sich die Gelegenheit, den Boden zu begutachten und instandzusetzen/zu sanieren. Die Unebenheiten von bis zu 3 cm sind überall im Raum verteilt. Die Ränder gehören jedoch durchgängig zu den höchsten Stellen.
    Im ersten Gang habe ich selbstständig, mit Grundierung und Bodenausgleichsmasse aus dem Baumarkt versucht, den Boden zu nivellieren. Anwendungsfehler sind hierbei mutmaßlich nicht gemacht worden. Dennoch riss der Ausgleich nach ca. zwei Wochen und wölbte sich stellenweise hoch. Eine Haftung zum Untergrund war an vielen Flächenabschnitten nicht gegeben. Daraufhin wurde der komplette Ausgleich wieder abgetragen, entsorgt und eine Bodenfirma beauftragt.
    Im Rahmen dieser Auftragsvergabe wurde festgestellt, dass es sich bei dem Boden um Asphalt zu handeln scheint und meine Grundierung aus dem Baumarkt dafür wohl die falsche gewesen sein soll. Die Firma hat dies dann mit mutmaßlich hochwertigeren Materialien nochmals versucht. Jedoch ist auch hier nach ca. zwei Wochen das selbe Mängelbild wieder entstanden.
    Nach Besuch des Anwendungstechnikers der Materialfirma sind sich Hersteller und Bodenfirma bezüglich der Ursache einig, Anwendungs- oder Materialfehler würden demnach nicht vorliegen.
    Mein Asphaltboden soll mutmaßlich keine Feuchtigkeitssperre besitzen oder diese soll beschädigt sein. Dadurch soll beim Bodenausgleich Dampfdruck entstehen, welcher die Nivelliermasse während der Trocknungsphase nach oben drücke.
    Mir wurden daher bislang durch die Bodenfirma, zu welcher ich übrigens ein gutes Verhältnis habe, folgende drei Möglichkeiten des weiteren Handelns aufgezeigt:

    1. Vollständige Rückerstattung und selbstständige/anderweitige Problemlösung.
    2. Neuer Versuch mit Epoxy-Harz anstelle der "normalen" Grundierung, wobei das Epoxy als Sperrschicht dienen soll, um weitere Mängel durch Dampfdruck zu verhindern. Hierfür soll ich die vollständigen weiteren Materialkosten tragen, die Lohnkosten trägt die Bodenfirma. Dies soll jedoch unter Ausschluss der gesetzlichen Gewährleistung geschehen. Sollte der Versuch also scheitern, bleibe ich auf den zusätzlichen Kosten sitzen.
    3. Kompletten (Asphalt-)Boden entfernen, Untergrund prüfen und vollständig neu aufbauen, z. B. mit Estrich usw. Dies jedoch über eine andere Firma oder in Eigenregie, da dies die Bodenfirma nicht anbiete.
    Alternativ auch erstmal nur einen Teil des Bodens (eine Ecke) vollständig entfernen, um den Aufbau des Bodens mit Blick auf weiteres Vorgehen zu prüfen.

    Aus meiner Sicht entspricht keine der drei Möglichkeiten dem, was ich mir gewünscht oder erwartet habe.

    Dieses Problem, welches ich nun im Gästezimmer habe, werde ich absehbar auch in den weiteren Räumen, für welche die Bodensanierung beabsichtigt ist, nämlich Büro, Wohn- und Esszimmer, haben.
    Insbesondere im Wohnzimmer ist es wichtig, den Boden zu sanieren, da hiervon aktuell auch die große PSK-Tür zur Terrasse betroffen ist. Dies ist aber wieder ein anderes Thema, soll nur zeigen, dass es auch in den anderen genannten Räumen notwendig ist.
    Ich versuche parallel Verbindung zu der Firma aufzunehmen, welche bei den Vorbesitzern des Hauses Flur, Bäder und Küche gefließt hat, um herauszufinden, ob dort ähnliche Probleme bestanden haben und was die mir bzgl. des Untergrundes sagen können. Das Wohnzimmer hatte ich zwar schon mal abgedeckt, jedoch nicht mehr in Erinnerung, welcher Untergrund dort vorzufinden war.

    Nun benötige ich Unterstützung wie ich weiter vorgehen kann/soll, welche weiteren Möglichkeiten es gibt, usw.
    Gibt es Möglichkeiten herauszufinden, wie der Bodenaufbau unter dem Asphalt ist, ohne diesen abzutragen? Wie ist der Aufbau grundsätzlich, insbesondere unter Bezug auf das Baujahr? Gibt es immer eine Bodenplatte, auf der dann weiter aufgebaut wird? Nicht, dass ich den Asphalt abtrage und dann plötzlich im Erdreich herauskomme.

    Ich brauche dringend Rad, Tipps und Tricks für das weitere Vorgehen. Vielen Dank dafür vorab.
     

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  2. #2 simon84, 08.05.2022
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    3) ist die einzige Option nach meiner Meinung
     
  3. #3 Manufact, 08.05.2022
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    Ich bin bis jetzt davon ausgegangen, das Gusasphalt-Estrich keine Feuchtigkeit durchlässt... ?

    Vielleicht mal einen Quadratmeter mit Steinklebeband und Baufolie abkleben und nach einer Woche nachsehen ob darunter Kondenstion aufgetreten ist.
     
  4. SIL

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    Gefräst - geschliffen oder wie - die beauftragte Firma?
    Der Firma war dies bekannt und nun erfolgte mit ' mutmaßlich .....was ' der Aufbau?

    Wenn ich richtig interpretiere - hier wurde eine Bodenegalisition auf Asphalt vorgenommen?

    Wad für Unsinn .....

    Bei BJ 1960.

    Na klar, was haben sie auch sonst erwartet ....

    Kernbohrung oder Bohr halt selber , stemm eine Ecke auf.. eventuell eine Probe ins Labor...

    Erstmal ist dies Problem der Firma die den Auftrag angenommen hat, Kosten würde ich keine übernehmen.

    Nein, dies muss nicht sein.

    1. aber mit Rückbau ihres Produktes.

    2.scheidet aus

    3.liegt am vorhandenen Aufbau und ob sie Ihren Untergrund definieren können
     
  5. #5 Marco2022, 08.05.2022
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    Nein. Die Ausgleichsmasse hat großflächig nicht oder kaum gehaftet. Ich habe diese größtenteils selbst wieder abgeklopft, abgetragen und entsorgt.
    Die Firma hat dann an den Rändern die Reste abgeklopft (mit Spachtel und Hammer) und dann wieder mit Grundierung begonnen.


    Ja, mit der Firma wurde besprochen, was ich gemacht habe und was genau nicht funktioniert hat. Daher habe ich auch die Info, dass mutmaßlich kein Anwendungsfehler vorliegt, weil sowohl meine Werkzeuge als auch meine Arbeitsschritte genau besprochen wurden. Zurückgeführt wurde mein Versagen auf falsche Grundierung, falscher Randdämmstreifen und ggf. falsche Lüftung (zu schnelles trocknen durch verfrühtes Lüften).


    Richtig. Auf den Asphaltboden, welcher für mich Laien wie Estrich oder Beton aussah, wurde Grundierung aufgetragen und einen Tag später die Ausgleichsmasse. Bei mir aus dem lokalen Baumarkt, von der Firma von einem namhaften Hersteller.


    Weil es dort wie war oder nicht war?
    Wie war denn zu dieser Zeit der typische Aufbau?
    Asphalt auf Mutterboden?


    Falsche Grundierung oder etwas in der Art. ;)


    So in etwa sehe ich das auch. Durch die Gewährleistung müsste dies ja abgedeckt sein.
    Ich wäre ggf. aber bereit, die Differenz der Materialkosten zu tragen. Nicht aber die vollständigen und auch nicht den Arbeitslohn.


    1. Ja, der Rückbau inkl. Entsorgung wurde mir auf Nachfrage auch zugesagt.

    2. Sehe ich auch so, das Risiko bin ich nicht bereit einzugehen.

    3. Ja, unter anderem hier benötige ich eben Rat, ob es sich lohnt bzw. ob es sein muss, den Boden komplett zu öffnen und wenn, dann bei der Bewertung der verschiedenen Materialien, die da zum Vorschein kommen.
     
  6. #6 simon84, 09.05.2022
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    Oft ist bei dem Baujahr nur ein Streifenfundament vorhanden

    kann gut sein dass kurz nach dem gussasphalt Estrich (falls es wirklich einer ist) nur Erde kommt

    Probebohrung ?
     
  7. SvenvH

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    Wenn das wirklich so sein sollte, warum startet die Firma weitere Versuche? Was passiert mit dem Oberbelag wenn weiter Feuchtigkeit durchdringt?
    Für Gussasphalt ist eine CA Ausgleichsmasse besser geeignet, allerdings nicht wenn Feuchtigkeit durchdringt.
    Ich würde ganz klar den Estrich entfernen und neu aufbauen. Wenn Erdreich drunter ist umso besser, dann kann man noch zusätzlich Dämmung einbringen.
    Ein Zementestrich ist am Ende günstiger in der Weiterverarbeitung.
     
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  8. SIL

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    Von wie viel m² reden wir hier überhaupt? Wenn dort ein Epoxy vernünftig aufgetragen wird, mehrlagig und die dazugehörige je nach ( Hersteller vom Epoxy) Ausgleichsmasse - kostet das enorm oder es wird wieder 'Fuddel' , Bohr mal rein und schau wie stark das ganze überhaupt ist.

    Das bezog sich auf den 'Dampfdruck' wo immer der jetzt herkommen sollte...
     
  9. #9 Marco2022, 10.05.2022
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    Die Idee ist ja, dass Epoxy keine Feuchtigkeit mehr durchlässt und das angebliche Problem damit behoben wäre. Jedoch sind sich die Firmen nicht sicher und wollen deshalb die Gewährleistung ausschließen. Das ist mir zu riskant.


    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich deine Frage richtig verstehe. Die Feuchtigkeit dringt ja angeblich durch die Ausgleichsmasse i. V. m. der fehlenden Sperrschicht durch bzw. daraufhin soll der Dampfdruck entstehen. Mir leuchtet diese Erklärung jedoch keineswegs ein.


    Jetzt muss ich als Laie direkt mal zu der Dämmung fragen: Was gibt es zu beachten? Was sollte da für eine Dämmung verwendet werden, also welches Material und in welcher Stärke. Ist dies als handwerklich begabter Laie selbst zu lösen oder sollte hier zwingend ein Fachunternehmen beauftragt werden, weil Risiken bestehen? Was kostet mich der Spaß geschätzt? Ich weiß, dass ein paar Grunddaten bzgl. Tiefe usw. aktuell noch nicht vorliegen und es nur ein grober Anhalt sein kann.


    Das jetzt betroffene Zimmer hat ca. 16qm. Hinzu kommen dann noch das Büro (ca. 8 qm) sowie Wohn-/Esszimmer mit nochmal um die ca. 35 qm. Wobei ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen kann, ob die anderen Räume den gleichen Boden drinhaben.
    Das Wohn-/Esszimmer hatte ich zwar auch mal abgedeckt, jedoch keine Bilder gemacht. Ich meine mich aber zu erinnern, dass da zumindest Teilflächen schon mal ausgebessert worden sind.
    Den Boden in allen Räumlichkeiten zu ersetzen dürfte bestimmt ziemlich aufwendig und teuer werden vermute ich.


    Ich nehme für mich mit, dass eine Probebohrung zwingend erforderlich ist, um Aufschluss für das weitere Vorgehen zu geben.
    Dazu habe ich auch direkt nochmal ein paar Rückfragen, da ich es nicht besser weiß.
    Wenn von Probebohrung die Rede ist, wie groß sollte die dann sein? Ich gehe mal davon aus, dass ein 0-8-15 Bohrloch mit einem Standard-Bohrhammer zu klein ist, da ich dann ja nichts wirklich sehen kann und auch den "Bohrkern" in "Pulverform" herausnehme. Also werde ich hier vermutlich mindestens einen Spezialaufsatz mit ordentlichem Durchmesser brauchen, bei welchem der "Bohrkern" erhalten bleibt, richtig?
     
  10. #10 Dietrich von Bern, 10.05.2022
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    Asphalt ist Bitumen mit kleinkörnigem Schotter als Zuschlagsstoff für die Druckfestigkeit. Etwas dichteres für Dampf oder Wasser gibt es nicht. Bitumen ist eine Flüssigkeit welche je nach Temperatur mehr oder weniger viskos ist.
     
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