Querschnitt Zuleitung HAK zum Zählerkasten und Absicherung

Diskutiere Querschnitt Zuleitung HAK zum Zählerkasten und Absicherung im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen! Folgende Situation: Ich habe 2018 einen Neubau (Einfamilienhaus) von einem Bauträger gekauft, Bezug/Abnahme war im Frühjahr 2019....

  1. #1 andreh87, 30.05.2023
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    Hallo zusammen!

    Folgende Situation:
    Ich habe 2018 einen Neubau (Einfamilienhaus) von einem Bauträger gekauft, Bezug/Abnahme war im Frühjahr 2019. Bei einem Nachbar von mir (gleiches Haus) wurde nun eine PV-Anlage installiert. Der Elektriker hat beim Anschluss des Wechselrichters festgestellt, dass die Zuleitung HAK zum Zählerschrank unzureichend war und hat darauf eine neue Leitung gelegt (ich glaube 5x16 mm²). Dabei wurde ich stutzig und habe den Istzustand mal bei mir geprüft.

    Folgende Fakten:
    - HAK und Zählerschrank befinden sich im Hausanschlussraum im Keller
    - Zuleitung HAK zum Zählerschrank mit NYM 5x10 mm²
    - Leitungsführung: Vom HAK nach oben (!) ins EG, in den Estrich rein und wenige Meter weiter wieder nach unten in die Ecke vom HAR. Fußbodenheizung vorhanden.
    - Kabellänge ca. 5 m
    - Wärmepumpe vorhanden (5 kW Nennleistung, elektrisch habe ich nie mehr als 2,5 kW gesehen); hängt an separatem Zähler
    - Beide Zählerplätze mit jeweils einem eigenen 63A SLS abgesichert
    - NH-Sicherungen im HAK unbekannt
    - Bereich Wärmepumpe: 3x16A Absicherung für Verdichter + 3x10A Absicherung für Zusatzheizung (bei extremen Niedrigtemperaturen) + 1x16A für Steuergerät
    - Bereich Haus: 3x35A Neozed-Sicherung hinter Zähler, danach alle Verbraucher
    - SPD Typ1+2 im Zählerschrank vorhanden (DEHNshield ZP basic), aber ohne separate PE-Leitung zur HES
    - (Insgesamt die gleiche Situation wie beim Nachbar)

    Dadurch, dass ja einige Meter der Zuleitung im Estrich verlaufen, ist ja (vermutlich) Verlegeart A2 anzunehmen (also max. 39A bei 10mm²). Die 39A reiße ich ja theoretisch schon fast "nur" mit dem Haus, dann kommt aber noch die Wärmepumpe hinzu. Liege ich damit richtig, dass ich im ungünstigsten Fall die Zuleitung überlaste, wenn sowohl der Zweig Wärmepumpe als auch Haus (im Fehlerfall) überlastet sind?
    Was ist von den beiden SLS zu halten? 2x63A (die liegen ja parallel) sind doch auch viel zu viel für die Zuleitung, oder?
    Dann noch Thema Blitzschutz: PE-Anbindung des SPD findet ja aktuell "nur" über PE in der Zuleitung, also über 10mm² statt. Das müssten doch auch mindestens 16 mm² sein wegen Blitzstromtragfähigkeit, oder?

    Was ist insgesamt von der Situation zu halten? Ist das Pfusch? Was sollte man hier ändern? Zuleitung auf 16 mm² Aufputz innerhalb des Raumes (so wurde es beim Nachbarn jetzt gemacht)? SLS auf 35A abstufen?

    Sollte hier Pfusch vorliegen: Die Abnahme ist ja noch keine 5 Jahre her. Schaden ist hier ja glücklicherweise nicht entstanden, aber kann ich die Elektrofirma bzw. den Bauträger damit konfrontieren und ihn auffordern, hier nachzubessern?

    Vielen Dank und Grüße
    André
     
  2. #2 JohnBirlo, 30.05.2023
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    Das ist im Neubau mit Wärmepumpe schon sehr unüblich. Wie hast du denn festgestellt, wie viel quadrat das Kabel hat?

    Ohne zu Wissen, welche Sicherung im HAK sitzen, kann man nicht beurteilen, ob aktuell "Gefahr" droht. Allerdings wohnst du ja schon seit 5 Jahre in dem Haus....

    Was sagt denn der aktuelle Elektriker zu der von dir angesprochenen Punkten?
     
  3. #3 Tilo, 30.05.2023
    Zuletzt bearbeitet: 30.05.2023
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    Hallo Andre
    Schreib deinem Vertragspartner, vermutlich der Bauträger, eine Mängelanzeige.

    In deinen Bauunterlagen müsstest du finden:
    - eine Bau- und Leistungsbeschreibung
    - eine Elektroplanung

    Die Unterlagen zum Gewerk Elektro genau lesen und vor Ort die tatsächliche Ausführung prüfen.

    Alles was abweicht und fachlich aus deiner Sicht falsch ausgeführt worden ist, listest du Punkt für Punkt auf.
     
  4. #4 andreh87, 30.05.2023
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    Beim Nachbarn hat der Elektriker die alte Leitung einfach abgeschnitten, so dass man die einzelnen Adern sehen konnte. Hier haben mich 5 Einzeladern angeguckt (also nicht mehradrig). Soweit ich weiß, sind die Adern ab 16 mm² immer mehradrig ausgeführt, dadrunter nur als Einzelader (oder auch feinadrig). Zudem beträgt der Außendurchmesser des Kabels ca. 18,5 mm (gemessen mit Schieblehre), was zu 5x10 mm² passt. 5x16 mm² hat ja eher 22-23 mm.

    Das Elektrounternehmen, das "damals" im Auftrag des Bauträgers die Installation gemacht hat, gibt es dummerweise nicht mehr. Den Bauträger habe ich jetzt noch nicht kontaktiert, weil ich bis jetzt erstmal "nur" Informationen sammeln wollte.

    Zum Thema Bauunterlagen: Eine Elektroplanung gibt es nicht, eine Bau- und Leistungsbeschreibung natürlich schon, die auch Bestandteil des Kaufvertrages ist. Die ist aber im Bereich Elektro sehr dürftig. Da wurde aufgeführt, wie viele Steckdosen/Schalter in jedem Raum zum Leistungsumfang gehören. Dazu noch allgemein: "Zählertafel mit Unterverteilung, Klingelanlage, 1 Stück Anschluss Heizung, [...]" Das wars auch schon, also irgendwelche Querschnitte, Leitungsführung etc. wurden da nicht spezifiziert.

    Rechtlich stelle ich mir da also die Frage, wo ich da stehe. Elektroinstallation muss ja wohl nach geltenden Normen durchgeführt werden. Wenn jetzt - sagen wir mal einfach - pauschal gesagt wird, dass die Zuleitung für 63A ausgelegt werden muss, dies aber aufgrund der vorliegenden Verlegeart nicht erfüllt werden kann, müsste doch automatisch das Elektrounternehmen bzw. der Bauträger ein Problem haben, oder?

    Ist natürlich ärgerlich, dass mir das erst jetzt aufgefallen ist und nicht schon viel früher. Aber andererseits bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass die Installation seine Richtigkeit hat, zumal ja alles verplombt ist und Westnetz (unser VNB) das ja auch (offensichtlich?) abgenommen hat.
     
  5. #5 andreh87, 16.06.2023
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    Ich habe nun mal prüfen können, welche NH-Sicherungen verbaut sind im HAK. Es sind, wie ich fast schon vermutet habe, 63A Sicherungen. Also potentiell gefährlich und Pfusch nehme ich an, oder?
     
  6. artibi

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    Die 39A bzw. 35A reißt du so schnell auch nicht. Das sind 3x 35A bzw. 24kW - da kannst schon n bissl was drüber ziehen. 10mm2 HAK-Zähler ist tatsächlich sehr schräg.
     
  7. #7 andreh87, 16.06.2023
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    Das stimmt, so schnell reiße ich die nicht. Aber m.E. ist es halt auch einfach nicht zulässig, eine Leitung zu verlegen, die ich mit 63 A absichere, die aber nur 39 A verträgt. Ich habe jedenfalls meinen Bauträger mal angeschrieben... Der hat sich auch schon gemeldet, zeigte sich auch verständlich und hat das an seinen Elektriker weitergeleitet. Noch bin ich ja in den 5 Jahren Gewährleistung drin. Sollen die Elektriker einfach 5x16 mm² Aufputz im Raum neu verlegen und dann sollte ja gut sein. Wer weiß, was auch noch in Zukunft alles für Verbraucher kommen. Eine Wallbox z.B. kommt irgendwann auch auf jeden Fall.
     
  8. #8 andreh87, 21.06.2023
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    Hier noch ein Update, wie es ausgegangen ist (bzw. ausgehen wird):

    Das Unternehmen, das damals die Elektroinstallation gemacht hat (hat nun einen neuen Inhaber), hat sich bei mir gemeldet. Der Chef hat mir voll zugestimmt und sagte durch die Blume, dass sein Vorgänger Mist gebaut hat. Ich bekomme nun eine neue Zuleitung mit 5x16 mm² Querschnitt, Aufputz direkt zwischen HAK und Zählerschrank. Das Ganze läuft dann als Gewährleistung und ich muss nichts zahlen.
     
    Viethps gefällt das.
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