Radon Sanierung - Erfahrungen?

Diskutiere Radon Sanierung - Erfahrungen? im Baubiologie Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo zusammen, meine Eltern haben schon gesagt, dass es immer etwas zu tun gibt in einem Haus. Das belächelt man gerne und lächelt nicht mehr,...

  1. #1 BlackFlag, 13.12.2019
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    Hallo zusammen,

    meine Eltern haben schon gesagt, dass es immer etwas zu tun gibt in einem Haus. Das belächelt man gerne und lächelt nicht mehr, wenn man ein Haus hat.
    Nachdem wir unser Haus (BJ 1959) vor sechs Jahren kernsaniert haben, musste ich wegen Kind Nummer drei mein Büro in den Keller verlegen. Unser Haus liegt an einem leichten Hang, daher hatte ich einen Raum mit Tageslichtfenster zur Verfügung. Wir haben den Raum ein Jahr umgebaut, neben einem Badezimmer wurde eigentlich alles in dem Raum in die Hand genommen. Jetzt liegt der Parkett und da fällt mit wieder das Radon ein. Eigentlich wusste ich, dass im Keller geprüft werden sollte, aber hey, im Alltag gehen solche Sachen unter, werden verdrängt oder schlicht ignoriert.
    Jetzt habe ich einen aktiven Radonmesser (Airthings) im Zimmer und - wie könnte es auch anders sein - die Werte sind nicht akzeptabel. Ich liege in dem Büro schnell über den 300 Bequerel, wenn es schlecht läuft auch über 500.
    Mich würden einfach Erfahrungen mit der Radonsanierung interessieren. Welchen Weg seid Ihr gegangen (Lüftung, Abdichtung, Absaugung mit Kernbohrung)? Welche Werte habt Ihr/akzeptiert Ihr in Euren Wohnräumen?
    Ich freue mich über jede Rückmeldung.
    Beste Grüße und schon jetzt vielen Dank
     
  2. SIL

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    Die Grenzwerte sind doch bekannt, je nach Novelle 300 250 200 etc dezentrale Lüftung mit WRG. Kernbohrung bissel Elektrik und ein je nach Raumgrösse und Mauwerk benötigtes 'Lüfterlein'.
     
  3. #3 BlackFlag, 14.12.2019
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    Tja, Du ahnst es schon, es wird immer irgendwie kompliziert.
    Die Grenz- und Referenzwerte sind bekannt. Aktueller Zielwert bei 100 - Grenzwert bei 300. In der Schweiz bis vor einem Jahr bei 1.000 bzw. 3.000. Das macht es nicht leichter, das reele Risiko einzuschätzen.
    Wenn Du bei den im Internet stark vertretenen Sanierungsfirmen anrufst, bekommst Du die Kernbohrung, egal ob 300 oder 30.000 Bequerel. Ich bin sicher, diese Bohrung ist eine sichere Sache, aber mit 10.000,00 € etwas üppig. Hätte ich 30.000 Bequerel, wäre das kein Thema, in meinem Fall wäre mir etwas mehr Augenmaß lieber.
    Die Lüftung mit Wärmerückgewinnung habe ich im Blick, aber zuvor muss ich natürlich viele Informationen sammeln, wie sinnvoll das in meinem Fall ist.
    Aktuell habe ich noch das Radon Eye bestellt und werde mir ein Messgerät mit Kompressor und Ansaugung besorgen, um die Eintrittspfade zu finden. Dann wird wohl Maxit SDS 16 zum Einsatz kommen und dann sieht man, ob das irgendwie senkt.
    Ich freue mich natürlich über praktische Erfahrungen, sprich, Erfahrungen von Leuten, die schon saniert haben.
     
  4. SIL

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    Ja 2018 erst runter.
    Bei diesen Werten würde ich beim mechanischen zwangslüften bleiben, wenn gelüftet ist? Wie schnell stellt sich das wieder ein? Schlagartig oder "dauert" es?
     
  5. #5 BlackFlag, 14.12.2019
    Zuletzt bearbeitet: 14.12.2019
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    Das ist schwer zu sagen, denn aktuell messe ich mit dem Airthings Tester, der träge ist wie ein altes Muli. Die Werte zockeln nach oben und zockeln nach unten. Wenn ich lüfte, steigen die Werte, irgendwann fallen sie wieder. Das ist eher unbefriedigend, weshalb jetzt das Radon Eye und zumindest für einen Tag der 15.000,00 € Tester ins Haus kommt. Damit kann ich das sicher recht gut erfassen und bekomme hoffentlich ein Gespür dafür, wie es sich verhält mit der Lüfterei.
     
  6. #6 BlackFlag, 16.12.2019
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    Ein kurzes Update: Das Radon Eye misst deutlich flexibler und schnller durch die Ionisationskammer, zeigt aber ähnliche Werte wie das Airthings Gerät. Der Wert wird durch Lüften auf 200 gedrückt und steigt dann wieder an, geht aber eben nicht wirklich über 400 Bequerel.
    Eine günstige Methode wäre der "Bayernlüfter", der ja immer wieder auch verwendet wird, um für eine Belüftung zu sorgen in dem betroffenen Raum. Erfahrungen würde mir helfen, danke schon jetzt für Eure Mühen.
     
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  7. #7 Hercule, 23.12.2019
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    Lässt sich feststellen wo das Radon ins Haus kommt ?
    Bei Durchführungen könnte man ggf mit Spezialschäumen wie Waterfix von Pichler Chemie arbeiten.
    Kann Radon eigentlich auch durch Beton diffundieren ? Wenn ja, wirds kompliziert.
    Und dann müsste man natürlich auch noch wissen, ab welcher Konzentration es wirklich kritisch wird. Oft werden die ja irgendwie festgelegt.
     
  8. #8 BlackFlag, 23.12.2019
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    Hallo und vielen Dank für Deine Überlegungen,

    diese Sniffer gibt es, im neuen Jahr wird ein Radon-Sachverständiger hier im Haus auf die Suche gehen mit einem solchen Gerät. Das Nervige ist natürlich, dass der Raum fertig saniert ist, hier wieder anzupacken wird schmerzhaft.
    Durch die neuen Türen und den deutlich besser isolierten Raum gehen die Werte durch die Decke, wenn ich nicht lüfte. In 48 Stunden reichern sich gerne auch 1.700 Bequerel an. Das ist aber eben auch nicht wirklich aussagekräftig, denn das wäre ja kein normales Nutzerverhalten. Ich habe in den vergangenen Tagen mehrere Dinge getestet, unter anderem folgendes Szenario: Was passiert bei dauerhaft gekipptem Fenster (der Raum hat lediglich ein Tageslicht-Fenster von 80x80): Hier fallen die Werte auf 50-80 Bequerel und steigen durch die Lüftung auch nicht mehr an. Sprich, die Verdünnung durch diesen Luftwechsel ist ausreichend, um das Problem zu beheben. Meine Überlegung ist folglich, eine Lüftungsanlage einzubauen, die meine Kellerräume mit dem Luftstrom eines gekippten 80x80 Fenstern versorgt. Ich weiß, es wird durch viele Faktoren beeinflusst, aber hört es sich realistisch an, einen Luftstrom von ca. 20qm3 anzunehmen für ein gekipptes Fenster dieser Größe? Das wäre ein leicht zu realisierender Luftaustausch, der hoffentlich das Problem behebt.
    Hört sich das sinnvoll an für Euch? Wir sprechen hier auch von mindestens 3.000,00 Euro Investitionssumme, daher ist es nicht ratsam, einfach drauf´ los zu sanieren.
    Kritisch ist eine schwierige Frage. Ich habe die Studien der WHO gelesen, aus denen ersichtlich wird, dass Radon Prävention eher Raucherschutz ist. Bei den Nichtrauchern bewegen sich die Fallzahlen und Steigerungsraten bei Radonkontakt unter 1.000 Bequerel unter einem Prozent. Bei Rauchern ist das deutlich stärker, die Doppelbelastung der Lunge schlägt hier durch. Dennoch: Wenn man das Problem kennt, will man es vom Tisch haben, Geld hin oder her. An den paar Euro mehr sterbe ich sicher auch nicht, auch wenn ich andere Dinge lieber kaufen würde.

    Vielen Dank für Eure Hilfe und euch ein frohes Fest.
     
  9. #9 Hercule, 23.12.2019
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    Nachdem deine Messungen zeigen, dass lüften die Radon Konzentration so dramatisch senken, würde ich auch darauf setzen.
    Wie viel m³ Volumen haben die Räumlichkeiten ?
    Diese m³ / 4 = m³ Leistung die der Lüfter pro Stunde haben sollte.
    Auf einer Seite sollte Frischluft reinkommen (logisch, sonst saugst du dir das Radon rein), auf der anderen abgesaugt werden.
    Ich habe bei mir in der Werkstätte am Lufteingang einfach ein normales Rohr und einen groben Filter von Rital reingemacht damit die Zuluft etwas gefiltert wird (da gehts wirklich nur um gröberen Staub - verhindert aber auch ungewolle Luftbewegungen).
    Kostet übrigens nicht die Welt.
    Die Frage ist nur, welcher Zuluft / Abluft Durchmesser bei dir ideal wäre. Beides 100mm oder 150mm ? Da könnte villeicht ein Belüftungsprofi etwas helfen. Nicht das an einer Stelle zu wenig Luft reinkommt bzw zu viel (Winter - Energieverlust usw).
    Hast du auch eine Heizung im Keller ? Das müsste man auch berücksichtigen, nicht das du dir dann was anderes ins Büro saugst :)
     
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  10. #10 BlackFlag, 24.12.2019
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    Hallo und vielen Dank für Deine Rückmeldung,
    hier in den Kellerräumen ist das umzuwälzende Luftvolumen überschaubar, weil die Deckenhöhen deutlich niedriger sind. Ich habe hier in meinem Büroraum knapp über zwei Meter, nicht ideal natürlich, aber eben ausreichend. Daher hat auch keine Fußbodenheizung mehr unter den Parkett gepasst.
    Die drei Räume, die ich recht leicht mit einem zentralen Gerät belüften könnte (Raum Nummer vier liegt ungünstig, hier würde ich einfach weiter die Fenster nutzen) haben eine Grundfläche von 65-70qm - bei einer Deckenhöhe von ca. zwei Metern sprechen wir also von unter 150qm3 Luftvolumen.
    Es erscheint mir recht klein ausgelegt, wenn ich den Wert durch vier Teile, die Anlage müsste dann lediglich 30-40qm3/h Leistung erbringen. Ich hatte eher Anlagen mit 100-150qm3/h im Blick, einfach auch deshalb, weil zentrale Geräte meist nicht weniger Leistung als das haben.
    Ich/wir wollten ursprünglich selbst einbauen, ich denke aber, hier macht es wirklich Sinn, die Anlage von einem Profi verbauen zu lassen. Das Thema "Lüftung" ist im Wohnbereich (Schimmel, Taupunkt etc.) doch komplexer, als gedacht. Ich habe auch begrenzte Möglichkeiten was die Ansaugung und die Abluft betrifft, denn ich will meinen schicken Baukörper so wenig wie möglich mir Rohren verschandeln :) In der kommenden Woche kommt eine Firma, die ich ganz gut kenne, und schaut sich die Sache an. Ich plane mit ca. 3.000,00 Euro an Kosten und werde gerne berichten, wie der Status ist.
    Euch frohe Weihnachten heute, bei mir sind die Kids schon nervös, die müssen jetzt erstmal eine Runde durch den Park gejagt werden.
     
  11. #11 Hercule, 24.12.2019
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    Guter Plan. Bin schon gespannt auf deinen Umsetzungsbericht.
    30-40m³ werden schon passen. Machst du mehr, musst du eine Wärmerückgewinnung für Winter ranmachen was teurer wird. Ziehen sollte es ja auch nicht zu sehr wenn es als Büro genutzt wird.
    Für Rohre die aus der Fassade rausschauen gibt es übrigens superschöne Edelstahlabdeckungen mit Gitter (gegen Mäuse).
     
  12. #12 BlackFlag, 25.12.2019
    Zuletzt bearbeitet: 25.12.2019
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    Hallo Hercule und vielen Dank für Deine Hilfe,

    ich denke, ich werde die Anlage etwas üppiger auslegen (müssen), denn die Radonwerte schwanken extrem. Läuft die Anlage schon grundsätzlich am Limit, habe ich keinen Puffer, um etwaige Schwankungen auszugleichen. Ich denke aber, dass die zentralen Geräte, mit denen man überhaupt mehrere Räume beliefern kann, ohnehin stärkere Volumen stemmen können. Die Abdeckungen habe ich mir schon angesehen, da gibt es zum Glück wirklich coole Teile. Die Anlage wird sicherlich eine Wäremrückgewinnung haben, wahrscheinlich sogar einen Zuheizer. Mir geht das da rein um den Wohnkomfort, die Betriebskosten fallen am Ende doch ohnehin kaum auf bei drei Kindern, die sich ja alle ohnehin wenig Sorgen um Warmwasser und Heizung machen. Ich habe das Dach mit PV zugekleistert, aber klar, wenn ich Strom brauche, scheint keine Sonne, wenn die Sonne scheint, brauche ich kaum welchen.

    Ein kleines Update für alle Leidensgenossen, die sich mit Radon beschäftigen: Wie geschrieben, hängt es ganz stark von dem Wetter ab, wie sich die Werte im Keller entwickeln. In der Nacht steigen die Werte meist deutlich an und das sicher nicht nur, weil das Fenster geschlossen ist. An milden Tagen gibt es teilweise keine Veränderungen am Tag, auch wenn das Fenster geschlossen ist. Meine Vermutung ist also, dass Kälte (und damit die kälteren Nächte) aufgrund der dann größeren Wärmedifferenz zwischen Obergeschoss und Keller zu dem besagten Kamineffekt und damit zu einem Ansaugen des Radon führt. Regen verursacht, warum auch immer, einen ähnlichen Effekt. Wann immer stärkerer Regen einsetzt, steigen die Werte. Diese Schwankungen kann man gut mit dem RadonEye beobachten, da die Messungen durch die Ionenkammer recht valide im zehn Minuten Takt eintreffen. Die Messungen mit dem Airthings Messgerät sind sicher auch korrekt, aber eben so langsam und träge, dass ich kaum Aussagen zu der Radon Entwicklung treffen konnte.
    Steigen die Werte im Keller stark an, steigen auch die Werte in den folgenden Geschossen. Das merkt man dann unter dem Dach (wir haben ein Pultdach, daher sind die Kinder- und Schlafzimmer direkt unter dem Dach. Dort haben wir große Luftvolumen, da die Decken teilweise vier Meter hoch sind), wenn auch in deutlich geringerer Ausprägung. Lange Rede kurzer Sinn: Meine Überlegung ist, den Keller durch ein konstantes Lüften immer auf niedrigem Radonlevel zu halten. Sind die Werte im Keller okay, bleiben sie zwangsläufig auch oben gut. Ich hätte sicherlich auch die Absaugung mittels Erdbohrung in Betracht gezogen. Hier wurden aber schnell 10.000,00 Euro in den Raum geworfen und das halte ich bei meinen Werten schlicht nicht für angemessen. Ich habe relativ viel Kontakt mit Firmen und Behörden in Sachsen. Dort hat man ganz andere Werte, insbesondere in den ehemaligen Erz-Abbaugebieten. Dort hat man bezüglich der Erdbohrung und Absaugung allerdings auch angemerkt, dass immer die Gefahr besteht, durch die Borhung neue Eintrittspfade im Erdreich zu schaffen, sprich, neue Wege für das Radon zu bohren. Ich kann das nicht einschätzen und verweise auf die guten Erfahrungen, die ein User hier im Forum mit der Methode gemacht hat.

    Ich halte Euch auf dem Laufenden und bin guter Dinge, die Sache in den Griff zu kriegen. Es nervt, aber solche Problemchen hält das Leben ja dauerhaft bereit.

    Edit: Das Risiko ist in der folgenden Grafik schön und simpel aufbereitet - die Studien sind meist eher überkomplex und bieten selten eine so leicht nachvollziehbare Übersicht. Man sieht, wie stark das Risiko bei einem Raucher steigt und wie sich das Risiko im Prozentbereich (bzw, knapp darüber) bei Nichtrauchern bewegt.
    Lungenkrebsrisiko durch Radon
     
  13. #13 Hercule, 25.12.2019
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    Das Radonthema ist superspannend und ich finde es Klasse, dass du hier deine Erfahrungen teilst.
    Interessant ist die Entstehung. Radon ist ein Zerfallsprodukt von z.B. Natururan und das kommt quasi überall vor. Sogar im Meerwasser. Die Chinesen holen Uran sogar aus Kohlekraftwerkasche raus um Brennstoff für AKWs zu bekommen.
    Hier ein interessanter Link: Rohstoff Uran

    Bis zu einem Meter Tiefe soll die Witterung Einfluss auf die Radonausgasung haben.
     
  14. #14 Lexmaul, 25.12.2019
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    Zum Glück gibt es aber nicht überall Radon-Belastungsgebiete. Hier ist das zum Beispiel kein Thema!
     
  15. Skogen

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    Nee nee, das Thema wird hier nur sträflichst vernachlässigst.

    Es war sogar mal auf der Agenda der Grünen, zu Zeiten eines Außenministers F. wurde dann aber nicht weiter verfolgt um es mal so auszudrücken.

    Radon in der Boden-Luft in Deutschland

    Les es Dir mal durch: die Messungen in einem Zeitraum bis 2003 (!!) Das heißt man hat es (wohlwissentlich?) nicht weiter verfolgt. Unsere Nachbarländer sind jedenfalls bei dem Thema erheblich weiter. Wir selbst bauen seit 15 Jahren auch nur noch mit Radonsperre, egal wo.
     
  16. #16 Lexmaul, 25.12.2019
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    Naja, es steht auf der verlinkten Seite mehrmals

    Und solange man gegen Bodenfeuchte abgedichtet hat und ne KWL besitzt, hat man ja schon fast alles richtig gemacht.
     
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  17. #17 BlackFlag, 25.12.2019
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    Hallo Hercule,
    besten Dank für die nette Rückmeldung, ich berichte gerne und finde das Thema selbst spannend und wichtig.
    Es werden hier natürlich alle Trigger bedient. Ein geruchloses, radioaktives Gas dringt in Häuser ein und ist krebserregend. Da bleiben die Wenigsten locker. Man neigt schnell dazu, mit Geld um sich zu werfen, nur, um die Sache vom Tisch zu haben. Genau das lockt natürlich auch die Firmen. Erstberatungen werden mit 800,00 Euro veranschlagt - erst dann werden überhaupt Kostenvoranschläge erstellt. Es lohnt sich, ruhig zu bleiben und die Studien sowie die eigene Situation möglichst genau zu analysieren. Wenn ein gekipptes Mini-Fenster reicht, die Werte in den optimalen Bereich zu drücken, kann eine Lösung nicht so schwierig zu finden sein. Ich hoffe, ich behalte am Ende auch recht mit meiner Einschätzung. Zudem muss man die Studien im Auge behalten. Die Risiken werden dort auf Belastungen bezogen, die über viele Jahrzehnte andauern. Mit nur etwas Sorgsamkeit ist das leicht zu verhindern.

    Ihr ahnt es: Ich selbst wohne in keinem Radon Gebiet. Nach Rücksprache mit dem Bundesamt für Strahlenschutz dürfte an meiner Adresse nichts aus dem Boden kommen, denn in der Radon Karte (die nur ein sehr grober Anhaltspunkt ist) gibt es hier nur Sandstein und Muschelkalk. Das Bundesamt sagt es aber schon: Die Situation unterscheidet sich von Haus zu Haus. Ist irgendwo im Erdreich ein großer Stein reicht das aus - bei mir, um Werte im vierstelligen Bereich zu produzieren ohne jegliche Kellerlüftung. Ich würde ja sagen, ich bin ein Einzelfall, aber scheinbar nicht. Meine Eltern wohnen ca. 15km von hier, ebenfalls kein Radon Gebiet, logisch. Dort habe ich aufgestellt und in einem der ausgebauten Räume im Keller (ebenfalls Hanglage) 600 Bequerel gemessen. Als Kontrast meine Schwiegereltern, die nur einen Steinwurf entfernt von meinen Eltern wohnen. Hier war auch im Keller faktisch nichts messbar, 20 Bequerel, was in etwa der Außenluft entspricht. Gleicher Wohnort, also vergleichbare Situation, vollkommen anderes Ergebnis.
    Es ist, wie hier schon festgestellt, ein Thema, das niemand auf dem Schirm hat. Wir haben befreundete Architekten angerufen, die für riesige Bauträger tätig sind. Niemand hat das Thema auch nur auf dem Schirm. Kein Bauherr hätte jemals danach gefragt, es ist eigentlich verrückt. Ich verleihe mein Messgerät aktuell an alle, die testen wollen. Zehn Minuten, und es wird recht klar, ob einen das Problem betrifft. Aber wer hat schon ein 300 Euro RadonEye im Bekanntenkreis und genau hier ist der Grund, warum niemand eine Ahnung hat. Die klassische Messung dauert mindestens sechs Monate, die meisten Leute können sich keine fünf Minuten auf ein Thema konzentrieren und haben keine Lust, sich über eine solche Distanz mit dem Thema zu befassen.
     
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Radon Sanierung - Erfahrungen?

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