Randdämmschalung, BoPl und Sockel nicht abgedichtet -> Ytong feucht. Wie vernünftig (!) angehen?

Diskutiere Randdämmschalung, BoPl und Sockel nicht abgedichtet -> Ytong feucht. Wie vernünftig (!) angehen? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo liebes Forum und liebe Bauexperten, Vorstellung / zu mir ich möchte mich zuerst kurz vorstellen: Mein Name ist Willy, ich bin 39 Jahre...

  1. #1 FreeWilly83, 27.10.2022
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    Hallo liebes Forum und liebe Bauexperten,

    Vorstellung / zu mir

    ich möchte mich zuerst kurz vorstellen: Mein Name ist Willy, ich bin 39 Jahre alt, verheiratet und habe eine zweijährige Tochter. Trotz erwiesenermaßen zweier linker Hände musste ich die letzten Wochen unter anderem Meißeln und Presslufthämmern lernen und habe schlaflose Nächte und viel Verunsicherung hinter mir und vermutlich auch noch vor mir.

    Ich habe diesen Sommer ein 7 Jahre altes Haus erworben und stellen zunehmend Feuchtigkeit außen im Sockel- und Wandbereich fest. Ich habe in diesem Zusammenhang die letzten Woche immer wieder über Google Seiten hier gefunden und festgestellt, dass hier wirklich zahlreiche "Bauexperten" anzutreffen sind. Statt nur immer in fremdgenerierten Beträgen zu suchen, die meine Probleme streifen, möchte ich nun direkt anfragen und erhoffe mir von euch viel "Hilfe zur Selbsthilfe".

    Ich halte diesen Beitrag bewusst etwas länger, weil ich aus anderen Threads sehen konnte, wie schwierig es teilweise ist, aus den Ausführungen des Threadstarters schlau zu werden und man kann selbst wenn man es will eigentlich gar nicht weiterhelfen wegen zu weniger Ausgangsinformationen. Ich hoffe, ich mache es zumindest etwas besser und möchte schon jetzt jedem danken, der sich bis zum Ende meines Romans durchliest und dann vielleicht sogar noch eine Hilfestellung für mich dalässt....

    Bauliche / örtliche Gegebenheiten und Schadensbild

    Vorab zum Rahmen: einschaliges Ytong 36,5cm EFH, zweigeschoßig auf Bodenplatte, kein Keller. Bindiger Boden, moderate Hanglage. Kalkablagerungen und Feuchtigkeit wie gesagt in allen Sockelputz-Schichten und im unterem Teil des Mauerwerks. Daher auf 3 von 4 Wandseiten inzwischen von mir ausgebuddelt worden bis zur Unterkante Bodenplatte, teilweise in Verbindung mit dem Abhauen von paar cm Sockelputz, der teils noch bis weit unter XPS-Dämmung auf den Bodenplatten drübergeputzt war bis ins Erdreich. So haben wir zumindest keinen Primärkontakt mehr vom Sockelputz zum immerfeuchten Lehmboden.

    upload_2022-10-27_17-30-27.png

    An mehreren Teilen (die jetzt schon wieder am feuchtesten sind) war letztes Jahr im Herbst nochmal drübergeputzt worden. Allerdings nur in den sichtbaren Bereichen, wie wir nun festgestellt haben. Ab Noppenbahn abwärts überall Urzustand. Der Putz muss auch weiter oben wahnsinnig stark abgesandt haben, macht er jetzt nämlich auch noch unterhalb der zuvor dort befindlichen Noppenbahn).

    Das mit dem zweiten Putz wurde uns damals vorm Kauf alles halbwegs plausibel begründet und als "sicher und auf Dauer erledigt durch Fachbetrieb" dargelegt. Ein Anwalt ist beauftragt, SV war mehrmals da und schreibt derzeit seinen Bericht. Die Klärung, ob wir in Richtung arglistigen Verschweigens tätig werden möchten, läuft aktuell. Dies ist aber gar nicht mein Fokus. Ich will ein trockenes Haus, bevor die Feuchtigkeit drinnen ankommt. Bisher toi toi toi, trotz den Schreckensmeldungen "Ytong saugt sich voll wie ein Schwamm". Mir geht es erstmal mit voller Leidenschaft nur ums Trockenlegen, um

    Ursachen, soweit bisher bekannt und festgestellt

    Was wir nach und nach aufgearbeitet haben, ist eine Verkettung diverser negativer Umstände, die sich letztlich zusammen fassen lassen mit "Murks" - wenn man sich kurz fassen will - oder ansonsten etwas länger mit:
    • Fehlen jeglicher Abdichtung im Sockelbereich (bestehend aus Armierungsputz + Sockelleichtputz von Akurit - eigentlich ja eine mögliche Wahl für einen Sockelputz, wenn ordnungsgemäß abgedichtet)
    • Umstand, dass der Sockelputz ganzjährig 5-10 cm in feuchtem bindigem Lehmboden (Traufstreifen waren im unteren Drittel mit dem vorhandenen Aushub verfüllt worden, zahllose Direktkontakte zwischen Sockelputz und Erdreich). Dies gilt an allen 4 Seiten, sowohl den 2 Seiten mit Traufstreifen als auch den beiden Seiten, die bis ran gepflastert wurden.
    • trotz anstauenden Sickerwassers in Hanglage haben wir keine Drainage am Haus
    • Bodenplatte wurde mit 4cm XPS-Platten geschalt, keine stirnseitige Abdichtung (laut unserem SV zwar nicht (haupt-) ursächlich, mir aber ein gewaltiger Dorn im Auge
    upload_2022-10-27_17-27-19.png

    Ursache für die bestehende Durchfeuchtung des kompletten Sockelputzes sowie der unteren Mauerteile ist lt. SV klar die Kombi aus in keinster Weise abgedichtetem Sockelbereich plus Umstand, dass dieser auch noch durchgängig "im Dreck" gestanden hat jahrelang auf bindigem Boden, der eigentlich nie trocken war in dieser Erdschicht. Preisfrage nun: Wie schaffen wir dauerhaft Abhilfe? Natürlich wird auch mein SV noch eine Empfehlung aussprechen. Allerdings habe ich inzwischen - auch dank hier - gelernt, dass es oftmals nicht die "eine" Lösung gibt. Und nach all den Recherchen und all dem Ärger will ich die weiteren Schritte nicht von einer einzelnen Empfehlung abhängig machen, sondern mir alle Seiten der Medaille mal angehört haben. Und ich hoffe hier insbesondere auf Impulse und Ideen, die ich in diese Gespräche mit Planern und Firmen dann auch mitnehmen kann im Sinne von "Warum nicht mit diesem Baustoff" oder "Warum die Anbindung an die Horizontalsperre nicht so"? Damit ich nicht von einem Murks beim nächsten lande....

    Größe Lösung und Fragen hierzu:

    Ich meine nach all meinen Recherchen sagen zu können, dass es ja auf jeden Fall die "saubere Lösung" geben müsste. Diese würde m.E. bedeuten:
    • Rest vom Haus auch noch ausbuddeln bis runter
    • verlorene Schalung in Form der XPS Platten komplett wegreißen
    • vernünftige Abdichtung auf der Bodenplatte beginnen, vertikal hoch und an die (zum Glück bestehende) Horizontalsperre anbinden und ausreichend weit über GOK weiterführen
    • neue Dämmung auf die stirnseitige Abdichtung (vermutlich wieder XPS aufgrund des nicht ausschließbaren aufstauenden Sickerwassers - wenns was noch besseres im feuchten Raum gibt, gerne Tipps)
    • Drainage auf der Hangseite legen
    • nach der erfolgten Bauwerksabdichtung gleichermaßen für eine vernünftige Sockelabdichtung sorgen
    Mir kommen dann aber eine Reihe von Fragen in den Kopf, z.B. nach der vernünftigen Anbindung der vertikalen Abdichtung an die horizontale Abdichtung "ums Eck" herum (Ytong überragt die BoPla um ca. 6cm) und bei kaum überlappender Horizontalsperre. Welches Material empfiehlt sich in einer solchen baulichen Situation? Bekomme ich da überhaupt was sauber angebunden oder muss ich letztens mit einem stumpfen Stoß leben und mich trösten, dass bisher lt. SV das Problem ja nicht (primär) aus dieser Richtung herrührte?

    K(l)eine Lösung und Fragen hierzu:

    Sehr verwirrend ist für mich, dass es scheinbar andere (kurzlebige?) Lösungen zu geben scheint, die zumindest so praktikabel erscheinen, dass mir diese ständig genannt werden von Leuten "vom Fach". Sowohl SV als auch ein befreundeter Bauunternehmer brachten "Light-Varianten" ins Spiel, die man so in keiner Norm finden würde. Beispielsweise, die XPS-Platten im unten Drittel schräg abzuhauen und dann an der Bodenplatte beginnend die Abdichtung über die abgeschrägte XPS-Platte hochzuführen. Das Ganze bis ausreichend weit über GOK, auch mit anschließender Sockelabdichtung gegen Feuchtigkeit.
    Aber da frage ich mich (unter anderem), wie da bitte schön die eigentlich unmögliche Anbindung zur Horizontalsperre erfolgen soll? Bzw. ansonsten hätte ich ja dann immer die Angst, dass dort eine Feuchtigkeitsbrücke besteht und die Probleme irgendwann wieder losgehen.
    Würde ich dann nochmals dämmen mit XPS, dann erscheinen mir die 4mm fast bissl wenig. Dann hätten wir aber ggf. einen Vorsprung am Übergang Mauerwerk / Bodenplatte. Ist dies eher gut oder schlecht gegenüber dem bisherigen bündigen Abschluss?

    Letzte Überlegung: Die kleine Lösung klingt für mich selbst bissl nach Murks. Wir haben aber sehr unterschiedliche Schadensbilder / Feuchtigkeitswerte an den 4 Hausseiten. (2x viel Sonne - kaum Probleme, erster Putz mit leichten (!) Kalbablagerungen, 2x kaum / keine Sonne - Riesenprobleme, zweiter Putz, durchfeuchtet bis Mauerwerk).

    Wäre vielleicht ein Ansatz denkbar, dass wir auf den Sonnenseiten eventuell bissl mehr "murksen" im Sinne eines "Überdichtens" der bestehenden Dämmung und nur an den beiden Problemseiten nach allen Regeln der Kunst abdichten mit XPS wegnehmen und allem? Oder ist das zu kurz gedacht, weil die Probleme dort genauso bestehen und wir in paar Jahren dann doch auch dort nochmal aufmachen und dann doch das große Rad wahrscheinlich drehen müssen?

    Danke fürs Lesen, Danke für jeden "sachdienlichen Hinweis" und vielmals sorry für den Roman...

    Euer Willy
     
  2. #2 Hercule, 27.10.2022
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    Ist die Bodenplatte aus WU Beton ?
    Und die Ytong liegen direkt auf der Bodenplatte und es wurde an der untersten Reihe keine Dichtschicht aufgebracht sondern einfach EPS aufgeklebt und verputzt ?
    Noch eine Frage: sind die Ytongs auch feucht (aussen / innen) oder nur der Putz ? Hast du Innen Feuchteprobleme (hohe Luftfeuchte, Schimmel) ? Ist innen verputzt oder Gipskarton mit Installationsebene ?
     
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  3. #3 petra345, 27.10.2022
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    Das sind zwar alles Mängel, aber der Kaufvertrag hat bestimmt solche Mängel, die man jederzeit feststellen konnte, ausgeschlossen.
    Den SV nimmt man eben vor der Unterschrift mit zum Objekt.

    Warum das vorhanden XPS abreißen? Wenn die Oberfläche eben ist, macht man noch eine Lage drauf. Dann erübrigt sich auch das Problem mit den 6 cm. Das Ganze wird dann mit Dickbeschichtung, fugenlos auch auf der Bodenplatte, überzogen.

    36,5 cm Ytong ist nicht schlecht. Aber weitere 15 cm Dämmstoff auf der Außenseite plus 20 cm auf dem Dachboden und alle Wärmebrücken beseitigen, ist besser als vor Gericht zu ziehen.

    Natürlich legt man noch eine Drainage rund um das Haus und 30 bis 50 cm unter dem Niveau der Bodenplatte.
    Dann sollten die meisten Problem beseitigt sein.

    Man kann doch nicht erwarten, daß ein bestehendes Haus beim Verkauf auf dem neusten Stand ist.
    Es verkauft auch keiner sein Auto nachdem er es gerade vollständig instand gesetzt hat.
    .
    .
     
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  4. #4 FreeWilly83, 27.10.2022
    Zuletzt bearbeitet: 27.10.2022
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    „Stahlbeton (Güte C25/30)“, spezifischere Angaben sind bisher Mangelware.
    Die Ytong liegen auf einer Horizontalsperre auf, die aber nichts brachte, weil vorne vertikal die Feuchtigkeit über den Putz hoch und seitwärts oberhalb der Hori ins Mauerwerk gelangte.
    Der Ytong ist definitv feucht, in den Bereichen mit den feuchtesten Werten im Sockel haben wir 3 Reihen Ytong feucht, ansonsten meistens zumindest direkt oberhalb der Sperrbahn die erste Reihe oder die ersten beiden Reihen - wie gesagt, bis dahin ist im Regelfall der durchfeuchtete Putz, der anliegt.
    Wir haben innen verputzt, aber (noch) ganz normale Werte bzgl. Luftfeuchte, Wandfeuchte und keinerlei Schimmelsporen. Das Problem scheint aktuell noch nicht den Ytong komplett durchdrungen und nach innen übergegriffen zu haben. Wir haben ihn seitwärts „angefeuchtet“ und haben aktuell auch die Hoffnung, dass durch das Ausschachten und Abtragen von Erdreich am Sockel in den nächsten Tagen / Wochen jetzt erstmal ein Abtrocknen folgt.

    Den SV schon vorher mitbringen klingt im Nachhinein nach einer guten Idee - ohne Frage. Da mir aber glaubhaft versichert wurde, dass im ersten Anlauf falsch verputzt wurde und dies nachträglich an 2 Wänden nochmals korrigiert wurde, nahm ich das als Laie so hin und erwarte bei einem so jungen Haus einfach nicht, dass mich ein halbes Jahr nach Kauf sowas erwartet. Leicht blauäugig, das mag sein. Aber mir wurde das Bearbeitungsfehler des Putzers an 2 Wänden präsentiert, was „behoben“ sei und „nur noch im Sommer überstrichen werden muss“. Jetzt haben wir an 4 Wänden ein Feuchtigkeitsproblem, wo es mit Überstreichen nicht getan ist. Das kann man ggf. schon auch nochmal hinterfragen (lassen) über die Rechtsschutz, in wiefern das in den Bereich der Arglist geht. Beim „neuwertigen Haus“ ohne jewede Mängel lt. Kaufvertrag und Expose (natürlich leider mit der üblichen Sachmängel-Klausel im Kaufvertrag…..)

    XPS wegreißen daher, weil ich überall lese, dass das Bauwerk auf dem Bauwerk abgedichtet gehört, nicht auf der Dämmung. Das kriege ich nicht hin mit dem vorgeschlagenen Ansatz. Dann haue ich unten ein bisschen weg, muss passend dazu dann eine zweite Schicht davor machen, das ganze dann fugenlos „überdichten“ und hab nachher immer noch die Frage zu klären, wie ich die Feuchtigkeitsbrücke am Ende des Horizontalsperre löse, die irgendwo 5mm nach Ende der ersten Dämmplatte aufhört und die ich bei dem Aufbau nach meinem Verständnis dann überhaupt nicht angebunden bekäme.

    Zumal das XPS vermutlich ziemlich leidet, wenn wir den ganzen Sockelputz erstmal da runterholen. Und der muss runter, weil an den Übergängen zwischen den Platten auch nichts abgedichtet wurde. Die stecken nur ineinander, und an manchen Stellen nicht mal besonders gut. Das gehört nach meinem Verständnis eigentlich auch anders und müsste man m.E. nachholen an allen Fugen. Stand so in den Anwendungshinweisen, die ich zu Styrodur bei Anwendung als Sockeldämmung im aufstauenden Wasser finden konnte.

    Danke für die weiteren Hinweise zwecks Drainage und Dämmung.
     
  5. #5 Hercule, 27.10.2022
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    Nachdem es zum Glück nur eine Bodenplatte ist würde ich bis zur dritten Ytong Reihe einfach alles XPS EPS entfernen, abdichten, XPS EPS wieder rauf (natürlich neues - oder alles XPS da weniger Wasseraufnahme), verputzen, fertig.
    Und der Putz unter Beton muss natürlich mit so einem elastischen zementeren Zeugs gemacht werden. Das sollte der Fachmann wissen.
    Aber ob du dafür vor dem Winter einen Handwerker findest...
     
  6. #6 FreeWilly83, 27.10.2022
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    die XPS gehen nur exakt so hoch wie die Bodenplatte, dämmen dort die Stirnseite der Platte. Darüber kommt der Ytong mit Putzschichten ohne Dämmung. Bis zur dritten Reihe Steine kann ich also keine XPS entfernen, sondern maximal den Putz in dem Bereich entfernen.
     
  7. #7 Hercule, 27.10.2022
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    Na dann ist es ja noch leichter: Putz runter, XPS runter. Staubfrei machen. Fett Dichtmasse rauf, neues XPS mit Perimeterkleber ankleben und neu verputzen.

    Eins muss man aber auch sagen: das Haus steht jetzt 7 Jahre und hat innen keine Probleme.
    Es gibt elastische zementere Dichtmassen für den Perimeterbereich. Villeicht würde es reichen einfach sowas im ausgebuddelten Bereich aufzutragen. Hasit Optiflex 1k hab ich für sowas mal genommen.
    Kannst mal googlen.
    Würde mich nicht wundern wenn das eine low cost do it yourshelf Lösung wäre die dein Problem lösen könnte.
    Du könntest es ja auch testen und wenn es nächstes Jahr wieder feucht ist auf die harte Tour renovieren.
     
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  8. #8 FreeWilly83, 27.10.2022
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    Danke, das werde ich auf jeden Fall mal von vorn bis hinten durchhirnen.

    Die 7 Jahre sind ein Argument, nicht ganz pessimistisch zu werden. Allerdings haben wir zum Beispiel in den Bereichen der bodentiefen Fenster und Türen Bereiche, wo - sicherlich nicht schon im ersten Jahr, aber irgendwann bis jetzt - beispielsweise das gestrichene Bitumen unten am Übergang XPS unterm Fenster auf Wandputz daneben tiefe Risse aufweist, weil sich daneben der Putz komplett deformiert hat, wo er im Dreck stand.

    upload_2022-10-27_21-5-56.jpeg

    Ich will nur sagen: weil die ersten 7 Jahre trocken blieben innen, bleibt es drinnen nicht nochmal 7 weitere Jahre trocken. Das würde mich schwer wundern und ich will es auch nicht ausprobieren. ;)
     
  9. #9 Hercule, 27.10.2022
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    Richtig sanieren wäre bestimmt die beste Lösung.
    Ich wollte nur anführen, dass es villeicht eine einfache - wenn auch nicht 100% sichere - Alternative geben könnte.
     
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  10. #10 Fabian Weber, 27.10.2022
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    Auf jeden Fall die große Lösung. Abdichtung außen auf der Dämmung ist immer Kacke.

    Die Sache mit dem Versprung kannst Du auch so lösen, dass Du die unteren Reihen Yton bis 30cm über Gelände (1-2 Reihen vermutlich) auch ausklinkst. Ein Statiker wird Dir das bestätigen können. Der Yton lässt sich ja wunderbar mit einem Fuchsschwanz bearbeiten, das schaffen auch Deine zwei linken Hände.

    Das müsste ja eh die Höhe des Sockelputzes sein.

    Dann die Stirnseite der Bodenplatte ordentlich aufrauhen und dann mit KMB oder sogar Schweißbahn und Kappleiste abdichten.

    Also KMB geht auch in Eigenleistung.

    Danach wieder neues XPS bzw. Sockeldämmung mit der KMB drankleben und neuen Sockelputz. Auf den Sockelputz dann Dichtschlämme bis ca. 20cm nach unten auf das XPS und 5cm über Gelände.
     
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  11. #11 Fabian Weber, 27.10.2022
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    Jetzt hast Du wahrscheinlich nur noch das Problem an den Türen und Terrassenfenstern, die solltest Du dann gleich mit untersuchen und ggfs. entsprechend an die neue Abdichtung anschließen.
     
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  12. #12 Hercule, 28.10.2022
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    Fairerweise muss man aber sagen, dass bei Bodenplatte mit XPS Schallung die Abdichtung immer aussen rankommt.
    Bei WU Bodenplatte mauert man dann auch die Steine direkt auf die Bodenplatte und streicht dann im unteren Bereich Bitumenzeugs drauf bevor auf die Fassade die weitere Dämmung geklebt wird.
     
  13. #13 FreeWilly83, 28.10.2022
    Zuletzt bearbeitet: 28.10.2022
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    Hallo Fabian,

    da waren einige für mich sehr gute und spannende Denkanstöße dabei. Vielen Dank! Sowas würde ich natürlich nicht ohne Statiker angehen, auch wenn ich nachvollziehen kann, dass eigentlich da "grundsätzlich" kein Problem auftreten dürfte. Aber der Ansatz würde in meinen Augen gut das Problem lösen, dass ich bei den meisten anderen Varianten die vertikale Abdichtung nicht vernünftig an die Horizontalsperre angebunden kriege.

    Würde ich die KMB oder Schweißbahn dann stumpf auf die Horizontalsperre drauf- und drüberführen? Oder mache ich dort noch irgendwas Spezielles zum Verbinden, um das Risiko einer sich dort aus einem unsauberen Anschluss ergebenden Feuchtigkeitsbrücke zu vermeiden?

    "Immer" würde ich relativieren. Sehr viele machen das so, um sich zusätzliche Arbeitsgänge zu sparen und billiger zu bauen. Aber macht es das besser oder richtiger?

    Nach meinen - überschaubaren - Kenntnissen ist es doch kein Problem, erst zu schalen, anschließend dann die gegossene Bodenplatte abzudichten und darauf dann zu dämmen. Geht halt nur länger und wird teurer als die Dämmung direkt als verlorene Schalung zu verwenden.
     
  14. #14 Hercule, 28.10.2022
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    Da hast du Recht.
    Aber es gibt halt von Dämmstoffherstellern fertige Systeme für diese Dämmschallung (z.B. Austrotherm). Eine schnelle und saubere Sache. Und anscheinend funktionieren die auch sonst würde man die nicht schon seit Jahrzehnten so anbieten.
    Bei Austrotherm ist mir auch aufgefallen, dass die auch Dichtsysteme in dem Übergang anbieten. Siehe Bild - schwarze Folie/Matte.
    Oder man entfernt nach dem betonieren die oberen Metallwinkel (siehe Bild) und dichtet den Übergang mit Streichdichtung, bevor man nach oben weiterdämmt.

    [​IMG]
     
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  15. #15 FreeWilly83, 28.10.2022
    Zuletzt bearbeitet: 28.10.2022
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    Habe mich heute morgen mal in Paint verkünstelt, weil ich nicht weiß, ob ich mich für jeden verständlich ausdrücken könnte bzgl. des Wandaufbaus.

    Wir sind mit der nachfolgend abgebildeten Situation konfrontiert. Wie gesagt sind alle Putzschichten nass bis weit über GOK und auch die ersten Ytong-Reihen an 2 Hauswänden. Gretchenfrage lautet, was alles weg muss und welchen Ansatz bzw. welche ggf. verschiedenen Varianten es gibt, das vernünftig abzudichten.

    upload_2022-10-28_10-44-34.png

    An der Wand mit der per Foto gezeigten Bauteilöffnung werden wir notgedrungen einen Großteil des Sockelputzes von ganz unten bis vermutlich weit über GOK entfernen, weil dieser augenscheinlich ein anderer als an den anderen 3 Hausseiten ist (die leichter durchfeuchtet sind). Man sieht hier mit bloßem Auge Beigaben von Styropor im Putz, die wir bei den Probeentnahmen an den anderen 3 Sockelseiten nicht feststellen konnten -> definitiv anderes Material (wir befürchten der Oberputz) verwendet worden, zieht jedenfalls noch mehr als an den anderen Wänden.

    Das heißt, wir streben einen Neuaufbau + Neuabdichtung für mindestens eine Wandseite an. Und für den Rest zumindest eine "Teilinstandsetzung" , wenn es denn so etwas gibt. Wer hier Material-, Ausführungs- und sonstige Hinweise geben kann und geben möchte, sei sich meines Danks gewiss.

    Sauber angebunden bekomme ich das in meinen Überlegungen immer nur, wenn ich die Dammplätten komplett wegnehme. Und selbst dann ist mir nicht klar, ob man das mit allen marktgängigen Abdichtmethoden hinkriegt bzw. welche Kombination von Material(ien) und ggf. Hilfskonstruktionen für die "Winkel" es braucht. Eigentlich müsste man doch - wenn man keine Steinreihen ausklinkt, wie weiter oben vorgeschlagen - die vertikale Abdichtung Z-förmig am Ytong runter, zur Mauersperrbahn rüber und an der Bodenplatte runterführen (nachdem das XPS entfernt wurde).

    upload_2022-10-28_10-26-21.png

    Oder hänge ich das Thema mit der Anbindung der fehlenden vertikalen Abdichtung zur bestehenden horizontalen Abdichtung insgesamt viel zu hoch und mach mir das Leben komplizierter als nötig?
     
  16. BaUT

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    Bitte du must 2 Sachen unterscheiden:

    1. Abdichtung nach DIN 18533 (früher DIN 18195)
    Diese muss bei deinem Sockeldetail tatsächlich so geführt werden wie in deinem Bild
    [​IMG]
    Dabei sollte die Abdichtung hinter dem Putz also direkt auf Mauerwerk und Betonplatte verlaufen und in den Ecken und Ixeln rissüberbrückend verstärkt sein.

    2. Feuchteschutz für Sockelputz gemäß "Sockelputz-Richtlinie"
    Dabei wird der Sockelputz, wenn er fertig ist im erdberührten Bereich (bis 5 cm über GOK) mit einer Dichtschlämme beschichtet, damit er keine Bodenfeuchte aufnimmt und diese Kapillar nach oben steig, und über der GOK unter Ausblühungen von Salzen ablüftet. Dabei ist es wichtig, dass die Dichtschlämme weiter nach unten geführt wird als der Putz und auf der "nackten" Dämmplatte unterhalb der Unterkante des Putzes endet.
    upload_2022-10-28_11-11-7.png
     
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  17. #17 FreeWilly83, 28.10.2022
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    Hallo und danke für die klarstellenden Ausführungen. Den Unterschied musste ich im Rahmen meiner zurückliegenden Recherchen auch erstmal verstehen und werfe trotzdem noch teilweise die Begrifflichkeiten durcheinander. Mir geht es wie gesagt im Schritt 1 ganz besonders um die Gebäudeabdichtung, also das was in DIN 18533 (als das Haus erbaut wurde, war es noch die 18195) beschrieben ist und wo wir nach meinem Verständnis auch Mängel haben.

    Und auch wenn unser aktuelles Feuchte-Problem hauptsächlich dem fehlenden Feuchteschutz im Sockel zuzuordnen ist, so wollen wir nun - wenn eh offen ist - gerne beides richtig machen - Gebäude abdichten und Sockelputz schützen. Sonst haben wir nachher zwar einen funktionierenden Feuchteschutz im Sockelbereich, aber nach ein paar Jahren Ruhe holt uns die offensichtlich nie zu Ende gedachte und vernünftig ausgeführte Gebäudeabdichtung dann ein und wir reißen wieder auf....

    Vermutlich wollen mir die bisher ans Haus zitierten Firmen etwas "Gutes" tun mit ihren Lösungsansätzen, indem sie versuchen einen Teil des vorhandenen Aufbaus zu erhalten. Deshalb wurde ja z.B. der Vorschlag geäußert, die Gebäudeabdichtung "über" die vorhandenen XPS-Dammplätten zu ziehen und unten an den Beton der Bodenplatte anzuschließen.

    upload_2022-10-28_11-31-51.png

    Mein Studium sagt bisher Murks -> Gebäude dichtet man immer am Gebäude ab. Ich weiß nur nicht, ob ich die Lösung komplett ad acta legen soll oder eventuell zumindest für die 2 deutlich leichter betroffenen Hausseiten im Hinterkopf behalten soll. Wenn mir jemand beispielsweise die Sorge nehmen kann bzgl. der "Luft" zwischen Horizontalsperre und der 5 cm weiter vorne befindlichen vertikalen Abdichtung. Das will mir wie gesagt so gar nicht einleuchten, weil ich dann hier Feuchtigkeit / Wasserdampf habe, der so gut wie nirgends hinkann und im Zweifelsfall dann wieder hoch in den Ytong geht? Und ist der Aufwand (Zeit, Kosten) wirklich so viel geringer, ob ich das XPS nun teilweise oder komplett runter hole? Klar, dann zahle ich nochmal für neue Dämmung nach der erfolgten Abdichtung. Das wird aber nicht den Riesenausschlag machen in der Gesamtbetrachtung....
     
  18. #18 Hercule, 28.10.2022
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    Übrigens: wenn man das XPS unten abschrägt, bekommt man theoretisch dort eine Wärmebrücke.
    Schließlich dürfte auch unter der Bodenplatte XPS sein.
    Ohne die Schräge sollte es auch funktionieren. Wird auch genau so vielfach gemacht.
    Leg mal ein Stück XPS ins Wasser. Das säuft sich nicht voll. Es ist geschlossenzellig.
     
  19. BaUT

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    Glaub ich nicht.

    Schlimmer geht immer und billiger Pfusch hält vielleicht auch ne Weile aber...
    Wenn es sowieso Bedenken hinsichtlich der Abdichtung nach DIN 18195 gibt dann einmal alles runter und korrekt abdichten gemäß Systemdetail siehe #16.
     
    FreeWilly83 gefällt das.
  20. #20 Hercule, 28.10.2022
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    Was ich schon öfter gesehen habe: statt vollflächig unter der Bodenplatte wird XPS nur am Rand gelegt.
    Wenn der Bauherr keine Ahnung hat und nicht kontrolliert fällt das nie auf. Schnell PE Folie drüber und rein mit etwas Eisen und Beton.
     
Thema:

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