Regenwasser in Dämmmaterial eingedrungen

Diskutiere Regenwasser in Dämmmaterial eingedrungen im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Als ein Mitbetroffener beschäftigt mich folgendes Problem und ich bitte um Rat seitens der Experten des Forums: Im Mehrparteienhaus, das ich...

  1. #1 Friedrich Hagen, 17.05.2021
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    Als ein Mitbetroffener beschäftigt mich folgendes Problem und ich bitte um Rat seitens der Experten des Forums: Im Mehrparteienhaus, das ich bewohne, wurde die Fassade bei ihrer Errichtung vor etwa 12 Jahren mit Mineraldämmmaterial ausgestattet und anschließend verputzt. Sie besteht allerdings nicht nur aus senkrechten Flächen, sondern auch - als Übergang zu einem Flachdach - aus ca. 60° Bögen die von den senkrechten Wänden ausgehen. Die Oberfläche dieser Bögen ist damit zumindest teilweise der direkten Bewitterung (Regen, Schnee) ausgesetzt. Nun ist vermutlich an den Enden dieser Bögen (oder auch über einen undichten Verputz) Wasser in die Dämmung eingedrungen und das Dämmmaterial "blüht" an horizontalen Überkopf-Flächen (Decke des Balkons wo die Dämmung in den Betonteil über geht) bereits aus. Eine thermografische Untersuchung brachte ein (mir noch nicht näher bekanntes) schlechtes Ergebnis.
    Meine Fragen:
    - Darf eine solche Dämmung die nur durch den Verputz gegen Bewitterung geschützt ist überhaupt auf nicht senkrechten Flächen angebracht werden?
    - Trocknet die Dämmung wenn sie bei einer Sanierung mit einem z.B. hinterlüfteten Blechdach geschützt wird (oder muss sie jedenfalls entfernt werden)?
    - Ist die bauausführende Firma haftbar?

    Liebe Grüße
     
  2. Alex88

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    ja, aber sie wird mit Sicherheit einen großen Teil ihrer Dämmwirkung verlieren
    nach 12 Jahren wohl kaum
     
  3. #3 BaUT, 17.05.2021
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2021
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    Da können Sie nur noch den bauleitenden Planer ans Bein pinkeln, wenn sie ihm "Organisationsverschulden" nachweisen können. Aber wenn da was zu holen gewesen wäre, hätt man es sicher auch früher getan. Die Chancen stehen denkbar schlecht.

    Für die Feststellung der tatsächlichen Schadensursache und ensprechende Empfehlungen für eine sinnvolle Sanierung hätt ich gern mal ein paar Fotos von dem Gebäude und von dem Nässe-Problem, denn das textliche Geschwurbel über "nichtsenkrechte" Flächen und 60°-Bögen lässt hier kein sinnvolles Bild vor meinem geistigen Auge entstehen. Es gibt einen Dachüberstand und darunter einen voutenförmigen Übergang von Fassade zu Dach, also einen Dachkasten bzw. bogenförmiges Traufgesims das mit gedämmt wurde? Oder was meinen Sie?

    Fotos!!!!
     
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    Stellen Sie in den von Ihnen angefragten Foren doch bitte auch Bilder des Problems ein.
     
  5. #5 Friedrich Hagen, 19.05.2021
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    Beiliegend kein Foto (dieser Bereich im 7ten Stockwerk lässt sich auch schwer fotografieren) sondern eine Handskizze. Der kritische Bereich ist der Bogen von der senkrechten Hauswand zum Flachdach. Hier sammelt sich Schnee bzw. Eis und liegt dort über über mehrere Tage oder auch Wochen. Zusätzlich ist auch die Beanspruchung durch Regen vermutlich stärker. Ich vermute, dass dadurch der Verputz undicht geworden ist und die Feuchtigkeit in die Dämmung eingedrungen ist. In weiterer Folge führte dies zu den erwähnten weißlichen Ausblühungen an der Decke einiger Balkone

    Hauptfrage in der bevorstehenden Auseinandersetzung wird wohl sein, ob eine solche Dämmung mit Mineralwolle, welche nur mit einer relativ dünnen Verputzschicht geschützt ist, in einer solchen Anordnung verwendet werden darf. Oder ob sie nur für senkrechte Wände mit entsprechend geringerem Bewitterungseinfluss geeignet ist.
     

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    Da müssen Sie sich wohl auf den Gutachter verlassen der vor Ort war.
    Wenn sie kein Foto für uns haben sind wir raus und können die Details gar nicht beantworten.
    Ihre Skizze ersetzt auch keine Werkplanung (Ausführungsdetail) so dass man Abdichtungsführungen und Entwässerungen und Anschlüsse genauer hätte nachvollziehen können.

    Ich denke übrigens, dass nicht der Bogen die Schwachstelle darstellt, sondern vielmehr Hinterläufigkeiten im Anschluss zwischen oberem Bogenrand und Flachdach zu den Schäden geführt haben. Da ist siczher irgendwie Treibregen reingedrückt worden und von dort unter bzw. in das WDVS gelangt.

    Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass es sehr schwer sein dürfte dem Architekten dieses Bogendetail als Planungsfehler nachzuweisen und auf diesem Wege einen Umbau zu erstreiten. Es soll durchaus Architekten geben, die erheben Urheberrechtsschutz auf ihre Fassaden und verbieten mit dieser Begründung jegliche Änderungen.
     
  7. #7 Fred Astair, 19.05.2021
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    Und eine Fassade lässt sich nicht fotografieren?
    So wie Du gemalt hast, ist das ein Dach, welches in eine Fassade übergeht.
    Der Systemhersteller des WDVS, und nur der, kann Dir Auskunft geben, ob sein System für eine fast waagerechte Konstruktion geeignet ist.
    Ich kanns mir nicht vorstellen.
     
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  8. #8 Friedrich Hagen, 19.05.2021
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    @ Fred Astair
    Genau - es ist ein Flachdach, das in eine Fassade übergeht. Wobei der Bogen zur Fassade gehört und mit Mineralwolle gedämmt und mit Verputz abgedichtet ist. Es gibt noch in einem anderen Bereich des Hauses eine ganz ähnliche Anordnung: Da geht die Fassade mit einem gleichen Bogen in die Brüstung eines Balkons über. Ich hab mich öfters in der Heimatstadt und in anderen Städten umgesehen - mir ist noch keine gedämmte Außenwand in der skizzierten Ausführung aufgefallen. Frage wäre ja auch, ob der Hersteller des WDVS und des zugehörigen Verputzes samt Farbe den Einsatz auf schrägen Außenwänden zulässt.
     
  9. #9 Friedrich Hagen, 19.05.2021
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    @BaUT
    Ja, kann natürlich sein, dass es auch andere Schwachstellen gibt. Was aber vom angefertigten Gutachten durchgedrungen ist, ist eine Diskussion über die Ausführung der Bögen. Jedenfalls wurde auch darüber gesprochen, dass die Bögen als Sanierungsmaßnahme mit Blech verkleidet werden sollten...
    Sehe schon, bleibt abzuwarten, wie es weiter geht
    Danke für die Einschätzungen
     
  10. BaUT

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    Verraten Sie uns in welcher Stadt dies Kunstwerk zu bewundern wäre?

    Gern können Sie uns auch Fotos aus dem Gutachten schicken, wenn es denn veröffentlicht ist.
     
  11. #11 Friedrich Hagen, 20.05.2021
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    @BaUT
    Die Architektur hat ja wirklich gut ausgesehen. Die Bögen münden nämlich nicht nur in den Flachdachbereich ein, sondern an anderen Stellen auch in Balkonbrüstungen und Schrägdächern. War zu Beginn recht nett anzusehen - hat sich dann aber in eine eher unangenehme Situation entwickelt bei der sich der Außenverputz an einigen Stellen infolge der Feuchtigkeit abgelöst hat. Diese Fehlstellen wurden provisorisch mit einem Dichtmaterial abgedichtet. Das Haus steht in einer bekannten süddeutschen Stadt - bitte um Verständnis, dass ich vor der ersten Gerichtsverhandlung in etwa einem Monat noch nicht zu viele Details preisgebe. Wenn dann bekannt wird, in welche Richtung sich das Verfahren bewegt, werde ich ggfs. mehr einbringen (Gutachten).
     
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