Reicht Heizungsanlage für 4-köpfige Familie???

Diskutiere Reicht Heizungsanlage für 4-köpfige Familie??? im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Schönen guten Abend liebe Bauexperten, ich hoffe ich habe hier in das richtige Unterforum gepostet, da ich vorm Erwerb einer neuen Immobilie...

  1. #1 alfredino, 29. März 2010
    alfredino

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    Schönen guten Abend liebe Bauexperten,

    ich hoffe ich habe hier in das richtige Unterforum gepostet, da ich vorm Erwerb einer neuen Immobilie dringend fachmännische Meinungen einholen möchte. Ich interessiere mich für eine neu gebaute DHH mit einer Wohnfläche von ca. 149 m², bei der die Heizungsanlage bereits eingebaut wurde. Wenn ich mich gestern nicht verlesen habe, dann handelt es sich um eine Gasbrennwerttherme der Firma ’Wolf’ Modell CGB-K-24 mit Speicherwasserwärmer CSW-120.
    Da ich mir aber nicht sicher bin, ob diese Anlage tatsächlich für eine 4-köpfige Familie ausreicht, habe ich beim Bauträger angefragt, ob es denn nicht möglich wäre, den vorhandenen 115 l Speicherwasserkessel gegen einen größeren (150 l) auszutauschen. Daraufhin habe ich folgende Antwort erhalten:

    … Nach Rücksprache mit unserer Projektierungsabteilung ist festzuhalten, dass nicht das Speichervolumen für die Leistung einer Anlage entscheidend ist, sondern die Dauerleistung des Brenners. Die Heizungsanlage von Wolf hat eine Dauerleistung von 710 Liter/pro Stunde.
    Innerhalb dieser Stunde ist es fast unmöglich, den Verbrauch von heißem Wasser so zu steigern, dass mehr als 6x der Speicher innerhalb der Stunde geleert wird. Hier bitte ich um Verständnis dafür, dass wir keinen Austausch des Speichers auf unserer Kosten vornehmen. Der Austausch kostet ca. 1200 Euro.“

    Auf der Homepage von Wolf habe ich nachgelesen, dass die Speicherdauerleistung 29 kW-710Ltr./h beträgt. Als absoluter Laie würde ich von euch Profis jetzt gerne erfahren, ob sich der Bauträger nur vor einem Austausch der Heizungsanlage drücken will, oder die Aussagen in dem Antwortschreiben der Wahrheit entsprechen und der 115 l Speicherwasserkessel für eine 4-köpfige Familie tatsächlich ausreichend ist …:confused:
     
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  3. #2 ReihenhausMax, 30. März 2010
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    Ein oder mehrere Bäder? Bei der Leistung sollte (vorsicht, bin selber Laie)
    ein Bad selbst ohne Speicher problemlos permanent mit Warmwasser zu
    versorgen sein. Wie ist denn die Heizlast des Gebäudes bzw. der energetische
    Baustandard? Ist der Brenner ggf. überdimensioniert und kostet Dich unnötig viel Geld, weil er in der Leistung nicht tief genug nach unten gehen kann und damit nicht so
    effizient arbeitet wie das ein kleinerer Brenner könnte?
     
  4. #3 alfredino, 30. März 2010
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    Schönen guten Morgen,

    also bei dem beschriebenen Objekt gibt es nur ein Bad plus einem Gäste-WC. Der Energiebedarf der DHH ist mit 60kWh/(m²*a) angegeben. :confused:

    Soweit ich weiß, wurde das Haus nach den Vorgaben der EnEV 2007 gabaut und im November 2009 fertiggestellt. Da der damalige Bauherr aus finanziellen Gründen abgesprungen ist, müsste in den nächsten Wochen eigentlich nur noch der Innenausbau abgeschlossen werden. :bau_1:

    Zur Dimension des Brenners habe ich außer den bereits genannten Daten vorerst keine weiteren Infos, da müsste ich dann nochmals nachfragen...
     
  5. R.B.

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    Ich würde mal nach einer Heizlastermittlung (EN12831) fragen.
    Wer heute noch in ein hoch gedämmtes Gebäude eine 24kW Therme einbaut, hat den Schuß nicht gehört. 145m2 und dann noch als DHH, da wirst Du kaum in Richtung 10kW Heizlast kommen, eher noch weniger.
    d.h. Die meiste Zeit des Jahres hängt die 24kW Therme am unteren Anschlag.

    Schaltet sie dann Ein/aus, dann wird während der Ein-Phase soviel Energie erzeugt, die muss man zuerst einmal in´s System bringen.

    Zum Thema WW, da hat der Planer prinzipiell Recht. Je mehr Leistung die Kiste hat, um so kleiner kann der Speicher werden. Die o.g. Therme liefert bei WW Betrieb immerhin gut 27kW. Bei ausreichend Leistung könnte man theoretisch auch ganz auf den Speicher verzichten, dann wären wir beim Durchlauferhitzer. Gleichzeitig kann man auch noch die Wassertemperatur in die Höhe treiben, dann reicht es auch für eine Badewanne.
    ABER WER PLANT SO ETWAS?

    Jetzt fehlen nur noch überall Heizkörper, und irgendwo im Haus die Alibi-FBH, fertig ist die Hütte. :mauer

    Um die benötigte WW-Leistung und Speichergröße zu planen, sollte man zuerst einmal wissen wieviele Zapfstellen (und welcher Art) vorhanden sind und mit welchem Nutzerverhalten zu rechnen ist.
    Um dann den Wärmeerzeuger planen zu können, benötigt man noch zusätzlich die Heizlast des Gebäudes.

    Gruß
    Ralf
     
  6. #5 Jürgen V., 30. März 2010
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    Warmwasserkapazität eines Speichers wird in den Datenblättern. i. a. mit der sog. "NL"-Zahl angegeben.

    NL=1 (bei der dabei angegebenen Kesselleistung) bedeutet ausreichende Versorgung einer 3,5-Köpfe-Normfamilie bei durchschnittlichem Standard; Ansonsten- bei Abweichungen vom Standard- kann man das auch berechnen, z.B. mit Kalkulationsblättern oder mit dem Summenlinienverfahren.

    Gruß
     
  7. #6 alfredino, 6. April 2010
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    Ich war gestern bei einer zweiten Besichtigung und habe mir vor allem die Heizungsanlage noch Mal genauer angeschaut. Bei der Gasbrennwerttherme handelt es sich nicht wie ursprünglich gedacht um das Wolf-Modell CGB-K-24, sondern um das Modell CGB-K-20 mit Speicherwasserwärmer CSW-120 und der "NL"-Zahl 1.

    Ich als absoluter Laie verstehe allerdings nicht, warum diese Wolf-Anlage heizungsseitig total überdimensioniert sein soll!?! Was meinst du damit, dass hier locker weniger als 10kW genügen würden ...
    Heißt das jetzt, dass die Anlage ziemlich unwirtschaftlich arbeitet und durch die 'überdimensionierte' Heizleistung zwangsläufig auch höhere Kosten verursachen wird?

    P.S.: Laut Bauleistungsbeschreibung wurde das Haus doch "nur" nach den Vorgaben der EnEV 2004 gebaut - der endgültige Baubeginn hatte sich wohl mehrfach verzögert - und auch dementsprechend gedämmt...
     
  8. R.B.

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    Siehe mein obiger Beitrag. Einfach noch einmal in Ruhe durchlesen.

    Eine DHH mit 145m2 wird wohl eine Heizlast irgendwo zwischen 6kW und 10kW aufweisen. Genaueres sagt die Heizlastermittlung nach EN12831.

    d.h. bei Auslegungstemperatur (Bsp.: AT -14°C) reicht diese Leistung aus um die gewünschten Raumtemperaturen zu halten. Die meiste Zeit des Jahres liegt die benötigte Heizleistung deutlich niedriger (ca. 50%), das wäre dann eine Heizlast zwischen 3kW und 5kW.

    Die o.g. Therme hat eine Mindestleistung von 6kW, max. 20kW. Die Mindestleistung liegt also deutlich höher als die während der meisten Zeit des Jahres benötigte Leistung. Der Modulationsbereich (Leistungsregelung) kann also nie genutzt werden

    Das Haus benötigt jedoch Energie und nicht nur Leistung.

    Energie = Leistung x Zeit.

    An der Leistung kann man nicht mehr drehen, also muss der Faktor "Zeit" verändert werden. Das macht die Therme indem sie Ein- und Ausschaltet. Somit verteilt sie die Energiemenge über die Zeit.

    Ein weiterer Punkt ist, dass die erzeugte Leistung auch transportiert und von den Heizflächen in den Raum geliefert werden muss. Sind die Räume jedoch auf Solltemperatur und somit ein Teil der Kreise geschlossen, dann erzeugt die Therme aufgrund der Leistung schneller Energie als diese in´s System transportiert werden kann. Das führt dann erst Recht zu dem bekannten Ein-/Aus-effekt.

    Eine Therme erzeugt gerade in der Startphase hohe Verluste (bedingt durch schlechte Verbrennung usw.), deswegen versucht man die Anzahl der Starts auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Das erhöht auch die Lebensdauer der verwendeten Bauteile.

    Bei einer modulierenden Gastherme ist eine Überdimensionierung nicht ganz so kritisch wie bei einem alten Ölkessel, aber Faktor 3-4 ist doch etwas heftig.

    Immer wieder wird das Argument "WW-Erzeugung" hervor gekramt. Da muss man einfach mal rechnen. Dazu sollten die Nutzergewohnheiten betrachtet werden. Wie oft wird beispielsweise der komplette Speicherinhalt benötigt? In welchen Zeitabständen?

    Um Deinen 120 Liter Speicher komplett von 10°C auf 50°C aufzuheizen sind ca. 7kWh nötig. Bei einer Heizleitung von 20kW ist das in ca. 20 Minuten erledigt. Eine Therme mit 10kW benötigt halt etwa 40 Minuten. In der Praxis wartet der Wärmeerzeuger aber nicht bis der Speicher komplett leer ist, sondern er schaltet früher ein. Zudem habe ich unterstellt, dass die erzeugte Leistung auch vom Wärmetauscher direkt in das WW befördert wird (was in der Praxis nicht unbedingt der Fall ist).

    Fazit:
    Bei einer Heizlast im Bereich 5-10kW und einem 120 Liter WW-Speicher im EFH, gibt es in meinen Augen keinen Grund warum man eine Therme mit 20kW wählen sollte.

    Es gibt auch Thermen die arbeiten im Bereich 2kW bis 11kW oder 3kW-15kW. Diese würden bei der vermuteten Heizlast besser passen. Durch die niedrigere untere Modulationsgrenze könnten diese auch während der Übergangszeiten ihre Regelfähigkeit nutzen und wären somit ein bischen effizienter.

    Es handelt sich dabei sicherlich nicht um Welten, aber wenn man das so einfach haben kann...;)

    Gruß
    Ralf
     
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  10. Pascal82

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    Hallo,

    ich hab den gleichen brennwerter GCB 20 oder so, hängt bei mir an einem 1000er puffer. aber selbst beim estrichheizen mit ungedämmten puffer lief der nur intervallweise:winken.:mega_lol:

    da ich aber eh fast kein gas brauch is es mir egal und zu wissen das leistung ohne ende bereitsteht wenn ich sie brauchen würde tut auch gut.

    das das gasgerät für unser haus zu groß ist hat uns unser heizi gesagt, aber das komplettset (gasbrennwerter, solar, puffer FWS steuerung ect. gabs nicht anders....und als sonderangebotsset war es zu günstig um es nicht zu kaufen.) also von uns abgesegnet.

    bezüglich deines wasserverbrauchs denke ich als laie brauchst du keine angst zu haben das ihr nach 20 minuten duschen nur noch lauwarme brühe aus dem hahn kriegt:bierchen:

    viele grüße
    pascal
     
  11. #9 alfredino, 6. April 2010
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    Hallo nochmals,

    super, dass einem in diesem Forum meistens postwendend geholfen wird! Finde ich wirklich klasse!!!:28:

    Da ich an der verbauten Heizungsanlage mit der - mir als Laien von Ralf wirklich gut erklärten - überdimensionierten Heizleistung ja nichts mehr ändern kann bzw. aufgrund der hohen Austauschkosten nichts mehr ändern will, bin ich froh jetzt zu wissen, dass die Aussagen in dem Antwortschreiben des Bauträgers der Wahrheit entsprechen und der 115 l Speicherwasserkessel für eine 4-köpfige Familie tatsächlich ausreichend ist... :konfusius
     
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Reicht Heizungsanlage für 4-köpfige Familie???

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