Renovierung des Schlafzimmers unter komplexen Umständen

Diskutiere Renovierung des Schlafzimmers unter komplexen Umständen im Mein Hausbau Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo zusammen, wir wollen irgendwann unser Schlafzimmer renovieren und so "sanieren", dass es schimmelfrei "bleibt" und das wir das Optimum an...

  1. #1 PBSAndreas, 06.04.2021
    Zuletzt bearbeitet: 06.04.2021
    PBSAndreas

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    Hallo zusammen,

    wir wollen irgendwann unser Schlafzimmer renovieren und so "sanieren", dass es schimmelfrei "bleibt" und das wir das Optimum an Möglichkeiten rausholen.

    Vorgeschichte:

    Das Haus wurde 1959 gebaut. 1963 kam ein Anbau mit Innenmaß 16 m² mit 3 Außenwänden dran, in dem sich das Schlafzimmer befindet. Über dem Schlafzimmer ist ein nicht beheizter Raum, der eigentlich eine Terrasse ist, seit jeher aber vollüberdacht war, und von uns später nur noch teilüberdacht sein wird.

    Das Schlafzimmer ist also der Außentemperatur quasi von 5 Seiten ausgesetzt. 3 Außenwände, Decke und Boden. Das Erdgeschoss liegt aber 70 cm über dem Erdreich.

    Die Mauern sind nicht gedämmt, 2 Außenmauern stehen auf der Grundstücksgrenze. Das Mauerwerk dürfte vermutlich - wie der Rest des Hauses - aus Hohlblocksteinen gebaut sein, habs noch nicht gemessen, aber glaub 24-30 cm, sicher weiß ich das aber nicht, da wir die Wände noch nicht geöffnet haben.

    2012 haben wir das Haus gekauft und in einer Hauruckaktion im Schlafzimmer Laminat gelegt und Tapeten erneuert, ne Tür versetzt und sind eingezogen. Der Boden ist Betonplatte mit Estrich, vermutlich ungedämmt. Die Decke ist laut Bauplan eine Wasserdichte Betondecke, Dicke nie nachgemessen, weil noch verkleidet.

    An einer Außenwand haben wir einen großen Kleiderschrank, hinter einer Ecke hat es hinten unten geschimmelt, da stand richtiggehend Schwitzwasser, deswegen haben wir einen Teilbereich des Schranks abgebaut und die Stelle ist jetzt offen (und wieder trocken).

    Es ist noch ein Fenster aus den 80gern drin, 2fach verglast sowie ein Rollladenkasten, der mehr schlecht als recht gedämmt ist.

    Im Zuge der Umbaumaßnahmen wollen wir neue Fenster reinmachen, den Laminat rauswerfen, Elektrik neu machen, Deckenverkleidung (Panelen) runter machen und alles neu aufbauen.

    Ich traue meinem handwerklichen Geschick und meiner 9 jährigen Erfahrung als Hausbesitzer, der bisher alles selbst saniert hat, schon einiges zu. Aber diese Baustelle birgt einfach zu viele Fallstricke, was Kältebrücken, Taupunkte und Schimmelbildung angeht, zumal es sich um ein Schlafzimmer handelt.

    Daher stelle ich mir die Frage, wen man am besten mit der Aufgabe betraut, allumfassend die Planung des Bauvorhabens durchzuführen? Die Bauausführung kann ich vermutlich selbst machen, nur muss ich vorher wissen, was ich zu machen habe.

    Stichworte sind:

    Fenster 2 oder 3 fach verglast?
    Rolladenkasten zu machen und an der Außenwand einen außen anbringen?
    elektrische Fußbodenheizung (ergänzend zur normalen Heizung)?
    Deckendämmung?
    Innendämmung der Wände? (würde ich wegen Raumverkleinerung am liebsten vermeiden)
    optimaler Standort für den Kleiderschrank? (vermutlich NICHT an der Außenwand?)
    Außendämmung (scheidet wg. Grenzbebauung eher aus, auch weil der Rest des Hauses auch nicht außen gedämmt ist und wir das auch nicht vorhaben)

    Also, wen fragt man in einem solchen Fall am Besten? Ich hab das Wort Bauplaner mal aufgeschnappt, aber so richtig griffig erscheint mir das auch nicht.
     
  2. #2 matschie, 07.04.2021
    matschie

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    Einen Energieberater. Und zwar jemanden, der den Namen auch verdient.
    Bei dem Raum ist ein besonderes Augenmerk auf das Lüftungskonzept zu legen.
    Kaltpunkte können ggf. durch punktuelle Erwärmung durch Heizkabel o.ä. entschärft werden.
    Kleiderschrank nicht an Außenwand oder nur mit ausreichender Belüftung dahinter.

    Eine gute, nachhaltige Lösung ist eigentlich nur die Außendämmung.
     
  3. BaUT

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    egal - Hauptsache mit Fensterfalzlüftern gemäß Lüftungskonzept nach DIN 1946-6.
    Deshalb lieber WDVS an die Fassade (mindestens 8 cm Dännstoffdicke).
    Nee kannste trotzdem. In den meisten Bundesländern ist eine Überbauung mit Außendämmung zulässig und vom Nachbarn zu dulden. Sollte der irgendwann mal anbauen wollen, ist die Fassadendämmung eh rückzubauen und brandschutzgerecht zu erneuern.
    Richtig! Nur an die Innenwand oder im Nachbarzimmer (dort auch an der Innenwand)
     
  4. #4 Fabian Weber, 07.04.2021
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    Am einfachsten klingt hier für mich eine Innendämmung.
     
  5. #5 PBSAndreas, 09.04.2021
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    Danke schon mal für die Rückmeldungen.

    Wir werden vermutlich mal einen Energieberater drüber schauen lassen und dann sehen wir weiter. Ich berichte nach.
     
  6. #6 Andreas Teich, 09.04.2021
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10.04.2021
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    Bei Wänden und Decke sofern vom Raum her machbar nach der Sanierung einen ähnlichen U-Wert anstreben-
    der Boden kann geringer gedämmt werden, da der Temperaturunterschied von innen nach außen geringer ist.

    Alkalische Oberflächen/Farben vorsehen, da sich Alkalität schimmelverhindernd auswirkt.
     
  7. #7 PBSAndreas, 10.04.2021
    PBSAndreas

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    Danke für das Angebot, da werde ich mich die Tage mal dransetzen und ne Übersicht machen.

    Ich hab bisher 2 Energieberater kontaktiert. Der erste war ganz offensichtlich mit der Fragestellung überfordert und dem zweiten konnte ich nur auf den AB sprechen.
     
  8. BaUT

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    Das ist für einen EEE auch Spielerei. Die meisten kennen sich nur mit EnEV-Programm und kfw-Richtlinien aus aber nicht mit den Details einer kostengünstigen Sanierung zwecks Schimmelpilzbeseitigung bzw. zukünftigen Schimmelpilzvermeidung.
     
  9. #9 PBSAndreas, 10.04.2021
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    Ja, der war schon ganz irritiert, als ich von "Raum" anstatt "Haus" sprach :-) Die Anzahl der Fragezeichen vor seinen Augen stieg expotential an, als ich von 3 Außenwänden und alten Fenstern und nicht gedämmt anfing...
     
  10. BaUT

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    Naja bei dir gibt es ja auch Fragezeichen oder zumindest Widerstände, wenn du meine Antworten bekommst:

    Lösung 1:
    Neue Fenster + WDVS inkl. Dämmung der äußeren Fensterleibungen

    Lösung 2:
    Neue Fenster inkl. Falzlüfterelemente + Innendämmung aller Außenwände inkl. Dämmung der inneren Fensterleibungen
     
  11. #11 PBSAndreas, 11.04.2021
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    Hi BaUT

    Klar wäre Lösung 1 die effizienteste, das ist mir schon klar. Aber aus verschiedenen Gründen haben wir uns dagegen entschieden. Fehlender Dachüberstand, Dach müsste dann neu eingedeckt und der Dachstuhl angepasst werden, Gartenlaube des Nachbarn an der Außenwand, Terrasse würde optisch leiden, Balkon würde an Tiefe verlieren, Hausecken sind mit fremden Mauern verbaut, so dass die Dämmung dann nicht um die Ecke ginge... und und und... Also daher scheidet Außendämmung aus.

    Lösung 2 erscheint mir auch sinnig. Gibt es da ne Faustregel, wie dick die Dämmung sein soll? Als Material wurde mir von anderer Stelle Knauf TecTem empfohlen. Also die Mauer ist aus 24er Hohlkammer Bimssteinen, zur Ergänzung. Die Decke könnte man gleich mit dämmen...

    Und zur Komplettierung: Bis auf die Schrankaktion hatten wir keinen Schimmel im Raum, das war nur weil wir den Schlafzimmerschrank dahin gestellt hatten (den Fehler haben wir mittlerweile eingesehen und der käme da so auch nicht mehr hin nach der Renovierung.

    Was meint ihr eigentlich zu der Idee, den Rolladenkasten zu "schließen" und einen neuen Rolladen an der Außenseite des Hauses anzubringen? Ist auch aus schalltechnischen Aspekten ein Ansinnen.
     
  12. #12 Fabian Weber, 11.04.2021
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    Nix, sieht erstens meistens besch.... aus und man kann ja oft auch den alten Rolladenkasten nachdämmen.
     
    BaUT und PBSAndreas gefällt das.
  13. #13 PBSAndreas, 12.04.2021
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    So, dann lad ich mal paar Sachen hoch...

    Also ich muss vorneweg sagen, dass die Baupläne nur ein grober Anhaltspunkt sind. Bereits die Bauherren sind davon abgewichen und haben einige Elemente anders gestaltet und abgewandelt. Als an das 1959 gebaute Anwesen ein Anbau kommen sollte, wurde der Hinterausgang, der von der Küche nach draußen führte, abgerissen, geschlossen und bildet jetzt die Trennwand zwischen Schlafzimmer und Küche. Der im Plan eingezeichnete "Zwischenraum" wurde nie im Schlafzimmer integriert, sondern von Beginn an als "weiterer" Anbau angesetzt. Dieser Raum diente dann als Durchgangsflur mit Schiebetür zum Wohnbereich, einer Haustür zum Garten und einer Zimmertür zum Schlafzimmer. Als wir das Haus kauften, gestalteten wir diesen Durchgangsraum zu einer nur noch zum Wohnbereich offenen Speisekammer um. Alle anderen Durchgänge wurden nach und nach geschlossen. Die Tür zum Schlafzimmer wurde dann dort hin gemacht, wo sie laut Bauplan ursprünglich vorgesehen war. Soviel zu der Korrektheit der Pläne.

    schlafzimmer 2.jpg 20210412_091204.jpg Schlafzimmer.jpg 20210412_091101.jpg 20210412_090757.jpg 20210412_090727.jpg

    Also abschließend kann ich sagen, dass wir den kompletten Raum entkernen werden und neu aufbauen. Elektrik neu, Boden nochmal begradigen, Fenster raus, ggf. Heizkörper neu, Rolladenkasten optimieren (vlt bauen wir einfach die Wand vor, so dass der Kasten mit der Wand eine Ebene bildet), neuer Boden rein, denken auch über Teppichboden nach, scheuen uns aber wegen Schimmelgefahr??, Tapeten runter, Gipsputz runter, Kalkzementputz drauf.

    Und dann halt je nach Entscheidung Innendämmung inkl. Laibung und Wandanschlussdämmkeilen. Ich weiß halt noch nicht, wie es unter den Panelen aussieht. Im Plan steht Fertigdecke, was genau ich mir da vorstellen muss, weiß ich nicht, aber wenns nen graden Untergrund hätte, könnte man auch von unten die Geschossdecke dämmen.
     
  14. BaUT

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    Wenn das mein eigenes Haus wäre würde ich nicht mit Arme-Leute-Mietwohnungs-Bastellösungs-Innendämmung anfangen, sondern es einmal richtig machen und den gesamten Anbau in EG und OG einmal komplett aufwerten.

    WDVS+Fenster
     
  15. #15 PBSAndreas, 12.04.2021
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    Lieb gemeint, aber für eine solche Baumaßnahme in seiner Gesamtheit steht kein Geld zur Verfügung, da das auch gleich mit nem neuen Dach einherginge. Auch der Rest des Hauses ist von seiner Gestaltung her eher ungünstig für eine Außendämmung. Ich habe ja Verständnis dafür, dass dieser Vorschlag einmal angesprochen wird, aber ich hab dazu ja nun einige Male Stellung genommen. Ich schrieb ja oben schon, dass eine Außendämmung aus verschiedenen Gründen nicht in Betracht kommt. Ich kann den Nachbarn beispiesweise ja nicht zwingen seine Mauer, die an meiner Hausecke auf der Grenze steht, abzureißen, damit ich die Hausecke dämmen kann. Und das ist ja nur ein Grund von mehreren gewesen.

    Und was das OG angeht. Das gestalten wir ja auch um. Die eigentliche Terrasse da oben ist wieder dicht, ich mach noch n Ablauf, damit wir das Dach halbseitig wieder aufmachen können. Dann kommt die gewurschtelte Fensterfront da oben auch wieder weg die ist eh nur Murks. Also da ist was in der Mache. Und wenn alles gemacht ist, dann lass ich das Haus neu verputzen, dann sieht es auch nicht mehr so "schlecht" aus.
     
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