Richtig lüften

Diskutiere Richtig lüften im Sonstiges Forum im Bereich Sonstiges; Hallo erstmal, ich bin der Manfred und ich habe sofort schon eine Frage die mir keine Ruhe lässt und ich will nicht irgendwelche...

  1. Springbok

    Springbok

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    Hallo erstmal,

    ich bin der Manfred und ich habe sofort schon eine Frage die mir keine Ruhe lässt und ich will nicht irgendwelche "dat-passt-scho" Antworten sondern will eine Antwort die dem entspricht was wirklich Sache ist.
    Problem ist folgendes: Wir haben eine 1-Zimmer-Wohnung wobei nur auf einer Seite eine Fensterfront ist. Zur Fensterabgewandten Seite sind Küche und Bad. Heute hab ich festgestellt, dass ich vermutlich Schimmel im Bad habe. Hab dann mal ein Silika-ähnliches Gel dahingelegt um zu schauen ob das so richtig ist, oder ob es nur Schmutz war der so schlecht abgeht. Nun hab ich schon etliche Seiten im Internet gelesen aber irgendwie kommen immer wiedersprüchliche Aussagen dabei raus, weshalb ich mal Gewissheit haben will bevor ich da irgendwas neu mache oder so. Das Bad hat also kein Fenster, wie die Küche auch (Pantryküche ohne Dunstabzug). In beiden Räumen (Küche=Eingangsbereich) haben wir aber so ein Schacht installiert der die Zirkulation machen sollte, was es aber nicht macht (wieso auch immer - das Haus (ist eine Art Plattenbau) ist ausserdem knappe 40-50 Jahre alt). Wir sind ziemlich geizig was die Energiekosten angeht. Die Heizung ist eigentlich immer aus (in allen Räumen) und das Fenster steht immer in Kippstellung. Nun ja man muss halt sparen da nicht alles vom Himmel fällt...
    Jetzt aber zu den Fragen:
    1) Stimmt es, dass man immer heizen sollte um die Raumluft zu erwärmen damit die Feuchtigkeit von der Raumluft aufgenommen werden kann? Was ist dafür denn die ideale Heizungsposition? (Heizungsknopf geht von Stufe 1 bis Stufe 5). Sollte die Heizung wirklich den ganzen Tag über laufen? Und in allen Zimmern oder nur im Bad (was ja der feuchteste Raum der Wohnung ist - Keller ausgeschlossen).
    2) Das Fenster ist immer (Tag & Nacht - Winter wie Sommer) in Kippstellung. Manchmal (so 1 Mal alle 2 Wochen) mache ich die Fenster auch gross auf. Reicht das nicht aus für die Auslüftung? Muss ich dies öfter oder weniger öfter machen?
    3) Um den Schimmel wegzubekommen muss ich ihm ja den Nährstoff (=Luftfeuchtigkeit) entziehen? Oder muss ich den Schimmel wirklich mit einem knapp 100 Alkohol abwischen damit er wirklich weggeht?
    4) Wie kann ich alledem vorbeugen?

    Wie gesagt ich bin einer der Sparer. Deshalb hatte ich bisher nie die Heizung an und bisher auch nie (sichtbare) Probleme bis ich eben heute den Schimmel an der Decke (wenn es denn Schimmel ist und ich nicht einfach etwas zu pingelig bin) gesehen habe.

    Ich hoffe ihr könnte mir helfen. Vielen Dank!
    Manfred
     
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  3. H.PF

    H.PF

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    Fenster auf Kipp ist Energieverschwendung und bringt kein Lüftungserfolg.

    2 - 3 mal Fenster komplett auf für 5 - 10 Minuten und fertig. Dann die Wohnung wieder hochheizen. Ja, Heizung an. Auf jeden Fall Bad und Küche beheizen.
     
  4. Springbok

    Springbok

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    Ok. Erstmal vielen Dank für deine Antwort H.PF!
    Ich hab keine Heizung in der ganzen Wohnung an und das Fenster immer auf Kipp deshalb wollte ich das fragen. In der Küche habe ich leider keine Heizung und ehrlich gesagt weiss ich nicht was ein gesundes Maß an heizen im Badezimmer ist (am besten sagst du mir die Stufe weil ich davon wirklich keine Ahnung habe) :S
     
  5. Taipan

    Taipan

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    Temperaturen so einstellen, dass Du dich wohl fühlst. Damit solltest Du die 20°C locker erreichen. Hygrometer erwerben, im Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche und Bad aufstellen. Sollte die relative Luftfeucht im Winter (draussen kälter als 5°C im Tagesmittel) die 55% überschreiten zusätzliche Lüftungen á 5-10 Minuten einschieben. Wenn Du dir sicher bist, dass du die Fenster nicht offen vergisst, kann in dieser Zeit die Heizung einfach anbleiben. Heizung immer einfach auf der eingeregelten Komforttemperatur es Raumes stehen lassen.
     
  6. ultra79

    ultra79

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    Seine Wohlfühltemperatur scheint unter 20°C zu liegen - wenn das Fenster Sommer wie Winter auf Kipp steht.

    Ein dauerhaft angekipptes Fenster führt dazu das die Wand/Decke über dem Fenster auskühlt - ganz schlecht. Kann dort auch zu Schimmel führen und evtl. auch die Wohnung darüber beeinflussen.

    Sollte man so nicht machen...
     
  7. Julius

    Julius

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    Ich sags jetzt mal so deutlich, wie es offenbar nötig ist:
    Solch ein asozialer Mieter verstößt massiv gegen seine mietvertraglichen Nebenpflichten, schädigt die Mietsache und seine Nachbarn (Wärmediebstahl) und würde bei mir hochkant wieder rausfliegen!
     
  8. truxen

    truxen

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    Also bitte, Julius!

    Manfred sucht Rat und liest sich anderswo in eine Materie ein. Er hat erkannt das ein evtl. nicht korrektes Verhalten zu Schimmel führt.

    Finde ich überhaupt nicht richtig ihn dann so zu beschimpfen!

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  9. ThomasMD

    ThomasMD

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    Leute, das ist ein Fake.
    So blöd kann einer allein nicht sein und dann solche Fragen stellen.
    Wer so lebt, ist davon überzeugt, alles richtig zu machen.

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  10. sniper

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    genau solche typen wie du, sind die problemkinder wenn es schimmelt

    du brauchst hier garnicht weiterlesen ,wenn du deine einstellung nicht änderst ,wird das nix
     
  11. Springbok

    Springbok

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    Um es mal vorweg zu nehmen: wir (meine Frau und ich) sind Eigentümer der Wohnung. (Sie gehört also uns.) Ich komme aus einer Region in der es die meiste Zeit eher kalt ist und deshalb fühl ich mich bei 15-17°C auch noch wohl. Deshalb ließ ich das Fenster immer auf. Dies hat nix damit zu tun, dass ich "asozialer" Mieter bin oder so, sondern ich war es gewöhnt, dass man nicht bei 19°C die Heizung sofort auf Stufe 5 stellt. Und falls ich alles richtig machen würde, würde ich ja sicher nicht diese Frage hier stellen... (ich finde es schon krass, dass manche solche Sachen hier sagen/schreiben).

    Ich hab mal um einen Feuchtigkeitsindiz zu bekommen Nano Charcoal im Badezimmer ausgelegt und jetzt nach ein paar Stunden (so ungefähr 5hrs) hat der Stoff schön an Volumen zugenommen. Ich hab die Heizung auch mal auf Stufe 1 gesetzt im Bad und das Fenster wie empfohlen geschlossen.
     
  12. Springbok

    Springbok

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    Nur noch mal ne Frage zur Beseitigung des Schimmels: Am besten entferne ich den ja mit knapp 80 prozentigem Alkohol. Ist es da egal welchen ich nehme oder bevorzugt der Schimmel einen besonders? Also ist Ethanol gut oder sollte ich besser zu Butanol oder ... greifen? Im Internet liest man dazu verschiedene Sachen. Natürlich mit Mundschutz und Handschuhen (was ja wohl klar ist wenn man mit Pilz-(sporen) arbeitet.
     
  13. the motz

    the motz

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    Als erster Schritt muß dem Schimmel die lebenssubstanz entzogen werden...
    -> heizen/lüften...
    Auch wenn der TE ein Sparer ist- auch sparen sollte man mit Hirn!
     
  14. Springbok

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    Ja genau, heizen und lüften machen wir seit gestern schon da wir eingesehen haben dass unser "sparen" uns nun doch teurer werden könnte als die ganzen Heizkosten, Sanierung, etc..
    Ab wann merke ich denn zum Beispiel ob ich ein gesundes Maß an heizen & lüften habe? Also ich erwarte ja jetzt nicht dass man dies im Minutentakt erkennt sondern mit was sollte ich so rechnen Tage, Wochen, Monate?
     
  15. H.PF

    H.PF

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    Kauf dir mal so eine Wetterstation, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit anzeigt (praktisch mit dem abgesetzen Aussenteil)

    Damit kannst du schauen, wie sich die Luftfeuchtigkeit entwickelt. Bei 60% ist zu viel, bei 30-40 biste im recht grünen Bereich.

    Wenn du das mit 19 Grad hinbekommst alles gut. Brauchst du 20 oder 21 Grad auch gut. Kostet halt. Bad ruhig auf 22 Grad erwärmen
     
  16. mastehr

    mastehr

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    Zum Trockenlegen der Wohnung sind 30 % bis 40 % nicht verkehrt. Aber auf Dauer sollte die relative Luftfeuchtigkeit um 50 % liegen, darunter haben es die Schleimhäute nicht so gerne.
     
  17. Springbok

    Springbok

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    Also heute an meinem freien Tag (ich liebe montags :) ) war ich dann mal so einen digitalen Hygrometer mit eingebauter Temperaturanzeige kaufen. Draussen haben wir aktuell 7,2°C mit 40% und hier im Badezimmer (in ca. 1,8m Höhe vom Boden aus) haben wir 19,4°C und 43% Luftfeuchte. Ich hab das nun mal näher beobachtet und im Badezimmer sind wir immer in dieser Nähe um 42% oder 43%, jedoch nie höher als 45%. Deshalb mal eine Frage, weil in der Bedienungsanleitung nichts steht. In welcher Höhe soll ich das Hygrometer stellen im Bad? Unser Bad ist knapp 2,50m gross. Wieso befindet sich denn die Luftfeuchte im "normalen" Bereich obwohl ich nur die Heizung im Bad auf Stufe 1 habe und die Fenster nur zu Stoßlüften aufmache?
     
  18. Springbok

    Springbok

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    Jetzt macht mich doch etwas stutzig. Bevor wir gestern Abend in die Dusche gingen war es 19,4°C und 43% Luftfeuchte. Nachdem wir geduscht waren, zeigt die Anzeige 23,5°C und 55% Prozent Luftfeuchte. Heute morgen dann hatten wir 20,1°C und 45% Luftfeuchte. Wenn ich dies jetzt ja richtig deute habe ich besser die Heizung mal aufzudrehen auf Stufe 2-3 oder nicht?
     
  19. mastehr

    mastehr

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    Ist Dir eigentlich klar, dass ein Großteil Deiner Heizungskosten nicht über den tatsächlichen Verbrauch, sondern über Deine Wohnungsgröße abgerechnet wird? Das Geizen am Thermostat bringt also viel weniger, als Du denkst.
     
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  21. sarkas

    sarkas

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    Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube.
    Der Idealfall (abgesehen natürlich von kurzfristigen Feuchtespitzen) liegt zwischen 40% und 50%

    Meistens ist es schlichtweg "schlechte" Luft, die sich durch zu geringe Lüftungsintervalle durch Kunststoffe, Möbel (Aldehyde) etc. konzentriert bildet, und dadurch Schleimhäute reizt
     
  22. OLger MD

    OLger MD

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    Auch mit einem sparsamen Einsatz von Heizenergie kann man einen Raum effektiv „entfeuchten“. Je weniger man heizen möchte, desto mehr muss der Kopf rauchen. Insbesondere dann, wenn die baulichen Voraussetzungen schlecht sind.

    Als allererstes sollte man überlegen, wie man weniger Feuchtigkeit / Wasserdampf in die Raumluft entlässt. Das beginnt z.B. damit, dass der Duschvorhang bzw. die Duschabtrennung möglichst dicht geschlossen sind.

    Bei einer Duschtasse also Türen geschlossen halten, ggf. mal die Dichtungen erneuern und möglichst die Dichtstreifen mit den Magneteinlagen nehmen, damit die Türen auch gut geschlossen bleiben. Bei einer Wanne hilft ggf. ein zweiter Duschvorhang um den Duschbereich komplett zu schließen. Nachdem die ersten Tropfen am Duschvorhang herabgelaufen sind, ist die Überlappung nochmals zu prüfen. Ein nasser Duschvorhang „klebt“ nicht nur an sich selbst sondern auch ganz gut an gefliesten Wänden. Oben kann ruhig eine Lücke zwischen Vorhang/Duschabtrennung und der Decke sein, wichtig ist, dass unten keine Öffnungen sind. Das verhindert dass von unten Luft nachströmt und der Wasserdampf konstant nach oben entweichen kann. Ein ganz grober Index (nicht wissenschaftlich, nicht messbar, schlecht reproduzierbar), ob viel oder wenig Wasserdampf ausgetreten ist, zeigt ein beschlagener oder – im günstigen Fall – ein nichtbeschlagener Spiegel.

    Hilfreich bei der Verwendung von Duschvorhängen ist die richtige Montage. Der Vorhang sollte am oberen Ende etwas außerhalb des Randes der Wanne/Duschtasse befestigt werden. Beim Duschen hängt er dann schräg nach unten, am unteren Ende immer IN der Wanne. So hat man in Schulterhöhe etwas mehr Platz und das Wasser läuft trotzdem in die Wanne. Wasser das auf den Boden tropft, reichert später die Luftfeuchtigkeit an.

    Direkt nach dem Duschen befindet sich noch viel Spritzwasser und Kondenswasser an den Duschabtrennungen und an den Wänden. Üblicherweise verlässt man die Dusche und das Wasser an den Wänden trocknet mit der Zeit. Trockenen heißt: die Raumluft muss die Feuchtigkeit aufnehmen, gibt sie aber gerne wieder ab, am liebsten an kühle Flächen, an denen sie kondensiert. Um dies zu verhindern oder zu minimieren hilft es, die Fliesen und die Duschabtrennungen mit einem Fensterwischer (aus Silikon, keine mit schwarzer Gummischiene!) abzuziehen. Wasser, das im Ausguss verschwindet, muss später nicht durch Lüften nach außen gebracht werden. Wer’s genau wissen will, kann ja mal den Stöpsel verschließen und das Wasser auffangen und wiegen. Während das Wasser von den Wänden abgezogen wird, hat auch die Feuchtigkeit im Duschbereich die Möglichkeit, zu kondensieren, sodass weniger davon in die Raumluft übergeht. Das Öffnen der Duschabtrennung/des Duschvorhanges hat meistens ein Beschlagen des Spiegels zu Folge. Je weniger er beschlägt, desto weniger Feuchtigkeit geht in die Raumluft über. Ganz verhindern lässt es sich nicht – wohl aber reduzieren.

    Die Feuchtigkeit, die in die Raumluft übergeht, folgt unweigerlich den physikalischen Gesetzen und kondensiert an ausreichend kalten Flächen (Fensterscheiben, Wände, kalte Armaturen, etc.). Deshalb sollte das Bad vor dem Duschen ausreichend lange gut vorgeheizt sein. Der Heizkörper kann vor Beginn des Duschens wieder nach unten geregelt werden (z.B. von Stellung 4 auf 3). Vor dem Duschen kann man kurz durchlüften, um die Feuchtigkeit, die beim Vorheizen in die Raumluft übergegangen ist, wegzulüften. Die kühle nachströmende Luft wird sich recht schnell erwärmen, wenn die Umgebungsbauteile ausreichend warm sind. Nur um die reine Luft zu erwärmen ist recht wenig Energie erforderlich.

    Damit das Lüften des Bades nicht in die falsche Richtung driftet, ist es wichtig, die Luftströmung innerhalb des Hauses zu beachten. Strömt die Luft zum Badfenster herein und über die Badtür in das Haus, sollte die Badtür geschlossen bleiben, sofern nicht gleich auf der anderen Flurseite ein weiteres Fenster offen ist, um die Luft nach draußen zu befördern. Strömt die Luft in die andere Richtung, kann die Badtür einen kleinen Spalt offengehalten werden, während das Badfenster offen ist. Das kann auch während des Duschvorgangs so gemacht werden – Tür und Fenster einen Spalt weit öffnen.

    Direkt nach dem Aussteigen aus der Dusche hilft es, das Fenster kurzzeitig komplett zu öffnen, um den Nebel schnellstmöglich nach außen zu geleiten, bevor er an den Wandflächen kondensiert. Ja, das ist mit einer kühlen Brise verbunden. Wer trocken werden will, muss leiden.

    Nach dem Ankleiden geht die Arbeit weiter. Jetzt heißt es, die Restwärme nutzen um den Raum effektiv zu lüften. Fenster auf, lüften, Fenster zu, Luft erwärmen lassen und Feuchtigkeitsaufnahme, Fenster wieder auf, usw. usf.. Zum Rhythmus gibt es verschiedenen Ansichten. Von 30 sec. auf + 2 min. zu über 1min. auf + 5 min. geschlossen bis zu 5 min. auf + 15min. geschlossen. Da die Veränderung der Raumluft-Feuchtigkeit mit zunehmenden Lüftungsvorgängen immer weiter abnimmt, kann man mit einem kurzen Rhythmus anfangen und mit den längeren fortfahren. Je kälter es draußen ist, umso kürzer kann die Öffnungszeit sein. Ist das Fenster zu lange geöffnet, besteht die Gefahr, dass nahegelegene Bauteile stark auskühlen und anschließend wieder warmgeheizt werden müssen.

    Um den Lüftungsvorgängen und dem Feuchtetransport nicht entgegenzuwirken, dürfen die nassen Handtücher nicht im Bad zum Trocknen aufgehängt werden. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Handtücher außerhalb der Wohnung (Balkon, Garten, Fensterwäschetrockner, etc.) trocknen.

    Je schlechter die baulichen Vorraussetzungen sind, desto mehr muss der Nutzer selber tun. Kann man die baulichen Gegebenheit nicht oder nur sehr geringfügig beeinflussen, muss umsomehr das Nutzerverhalten angepasst werden. Dafür müssen ab und zu auch alte eingeschliffene Gewohnheiten über Bord geworfen werden.

    Man kann das Ganze auch sportlich sehen und daran arbeiten, soviel wie möglich Wasser im Syphon verschwinden zu lassen oder das Bad mit einem feuchten statt mit einem nassen Handtuch zu verlassen. Wer will (oder muss) kann das bis zum cherry-picking / Erbsenzählen steigern. Das sind am Ende ein Dutzend oder mehr zusätzliche Handgriffe, aber wir wollen ja auch nicht an der Wassertemperatur oder der Duschzeit sparen.

    Sind die baulichen Vorraussetzungen ganz schlecht, hilft ein elektrisch betriebener Kondenstrockner mit automatischer Steuerung. Das kostet Geld für den Strom, aber weniger als regelmäßige Schimmelbekämpfung, Zerstörung der Bausubstanz und Gesundheitsschäden.



    Erreicht man Luftfeuchtigkeiten unter 40%, ist das sehr gut und für die Schleimhäute überhaupt kein Problem, da während des Duschens die Luftfeuchtigkeit weitaus höher ist und die restliche Zeit des Tages hält man sich üblicherweise eher kurzzeitig im Bad auf.

    Gruß
    Holger
     
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