Riss Dachgeschoss

Diskutiere Riss Dachgeschoss im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo, gestern hat der Wind die Verkleidung an unserem Dachgiebel entfernt. Da kam ein unschöner Riss zum Vorschein. Ein befreundeter Maurer...

  1. #1 Stefan1985, 25.04.2019
    Stefan1985

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    Hallo,

    gestern hat der Wind die Verkleidung an unserem Dachgiebel entfernt.
    Da kam ein unschöner Riss zum Vorschein. Ein befreundeter Maurer meinte das käme von der ungleichen Ausdehnung von Mauerwerk/Betondecke. Was wären die nächsten Schritte zur Reperatur?
    Haus wurde in den 60ern gebaut falls das relevant ist.

    Grüße
    Stefan
     

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  2. #2 chillig80, 26.04.2019
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    Das ist ein sog. Deckenschubriss und den im eigentlichen Sinn zu „sanieren“ ist nicht ganz so einfach. Man könnte ihn aber auch einfach lassen wie er ist und wieder was davor machen.

    Über Rissanierung kann man heutzutage auch ganze Bücher schreiben, Möglichkeiten gibts jedenfalls genug, nur ganz kurz, es gibt prinzipiell drei Möglichkeiten.

    1. Oberfläche und Struktur weitgehend erhalten, den Riss „ausspritzen“ oder irgendwelchhe Bewegungsfugenfrofile einarbeiten. (Günstigste Möglichkeit, optiisches Ergebnis oft besscheiden und Dauerhaftigkeit fraglich).

    2. Im Zuge einer Aussendämmung den Riss einfach mit dem Dämmstoff übeerarbeiten, bei WDVS zB. mit Steinwollelamellen geht das mit hoher Wahrscheinlichkeit gut.

    3. Abdecken durch vorgehängte Konstruktionen („vorgehängt hinterlüftet“). Also sowas wie deine Holzverkleidung die. der Wind abgebaut hat. Nur halt in. schön und stabil.

    Bei den Varianten 2 und 3 ist die Rissanierung in der Praxis oft der „Nebeneffekt“, als nur zur Rissanierung macht man das selten und die Variante 1 ist oft nur eine vorübergehende Sicherungsmaßnahme bis die Variante 2 o. 3 dann irgendwann mal gemacht wird.
     
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  3. SIL

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    Dieser Riss ist Kraft und formschlüssig zu verschließen, 2 K Zementleim ggf noch mit Schubeisen ergänzen ggf Epoxy oder Expand Mörtel, messen Sie bitte die Breite und Tiefe @Manufact wird das sicher ähnlich sehen:winken Da sie wieder verkleiden wollen, erübrigt sich eine aufwendige Fassade in Putz
     
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  4. #4 Stefan1985, 02.05.2019
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    Erst einmal vielen Dank für die Antworten.
    Richtig wäre jetzt den Riss zu verschließen und danach wieder zu verkleiden?
    Breite und Tiefe kann ich aktuell nicht messen. Was würde das Aussagen?
     
  5. #5 chillig80, 02.05.2019
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    Richtig wäre es theoretisch, es so zu machen @SIL sagt und das erstmal form- und kraftschlüssig zu verharzpappen.

    Jetzt sind Deckenschubrisse aber meisst uneinsichtig und lassen sich das oft nicht gefallen. Die thermische Längenausdehnung der Deckenplatte bekommst ja mit dem Harz nicht weg und die Spannungen führen dann gerne mal einfach zum nächsten Riß, entweder direkt daneben oder halt in der nächsten Mauerwerksfuge, halt da wo es gerade nachgibt. Gerade so weit oben ist das bisschen blöde, weil dort oben nur noch relativ wenig Auflast vorhanden ist, in den unteren Stockwerken ist das oft besser, dort hält die Schwerkraft die Situation viel besser unter Kontrolle. Wie auch immer, den Riß im eigentlichen Sinn zu „sanieren“, also ihn seiner Existenz zu berauben, das wird schwierig.

    Wieder theoretisch kann da je nach Risstiefe sogar Einsturzgefahr bestehen, mit extrem geringer Wahrscheinlichkeit bildet sich da auch ein schwarzes Loch und verschluckt die ganze Erde (ist quantentheoretisch durchaus denkbar, hat aber nix mit dem Riß zu tun, kann überall passieren). Ganz korrekt wäre also die Selbstanzeige bei der unteren Baurechtsbehörde wegen vermuteter Gefährdung der Standsicherheit, die könnte dann die weitläufige Notfallevakuierung einleiten.

    Jetzt mal Spaß beiseite, ist der flachdachartige Hut des Hauses ein Sparrendach oder ein Pfettendach? Ich frage wegen dem unregelmäßigen Rissbild an der linken Ecke. Eigentlich würde ich persönlich nur zusehen, dass ich den Riss, dort wo er einigermaßen „glatt“ durchläuft, irgendwie „wasserdicht“ bekomme. Aber die Ecke dort bedarf nochmal einer genaueren Betrachtung, das sieht mir nicht 100%-ig koscher aus.
     
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  6. #6 Stefan1985, 03.05.2019
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    Da ich jetzt keine Stiele und Pfetten erkennen konnte würde ich sagen es ist ein Sparrendach. Auf der rechten Dachhälfte liegt eine PV Anlage auf.
     
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    Fehlende Dämmung an der Decke, insofern correct.
    Völlig normal, begünstigt durch die Verschlankung in der Fassade, das MW ändert seine Mächtigkeit. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist der Drempel unbewehrt zumindest keine 'Stummelstützen' und auch keine Dämmung am Deckenband,bzw am Drempel, ab 0,2 mm Rissbreite frei bewittert ist zu verschließen im AW. Endgültige Abhilfe würde nur eine Fassade als Vorhang oder Dämmung schaffen.
    Eher nicht wenn reisst es wieder am Materialwechsel Beton zu MW.
     
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  8. #8 Stefan1985, 15.05.2019
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    Wenn jetzt eine WDVS aufgebracht würde müsste der Riss noch verschlossen werden oder reicht die Dämmung davor?

    Die Decke zum Dachboden ist gedämmt allerdings nur mit 3 oder 4 cm. Würde es dann im gleichen Schritt Sinn ergeben die Deckendämmung zu erneuern?
     
  9. SIL

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    Dann vermörtelt man diesen. Vor Verbringung Dämmung.
    Nein, maßgebend ist die Dämmung auf der 'sonnen zugewandten Seite-ergo die äussere, nicht eine innere OGD oder Boden Dämmung-das Deckenband der Geschoss Decke muss gedämmt sein, um eine' massive Aufnahme'von Temperatur zu verhindern.
     
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