Risse in Porenbeton

Diskutiere Risse in Porenbeton im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo an alle, ich bin hier neu angemeldet und hoffe einen Rat zu bekommen. Ich hab ein kleines Gartenhaus 3x4m gebaut, und habe 15cm dicke...

  1. #1 Hans500, 31.03.2019
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    Hallo an alle,

    ich bin hier neu angemeldet und hoffe einen Rat zu bekommen.

    Ich hab ein kleines Gartenhaus 3x4m gebaut, und habe 15cm dicke Porenbetonsteine (PPW4-0,6) genommen.
    Steinkleber ist vom Hersteller.

    Als Fundament habe ich eine STB-Bodenplatte d= 15cm auf Schotterbett 16/32 (20cm dick) mit einer Q257 Baustahlmatte.

    Ich habe die PB Steine äußerst gewissenhaft verarbeitet, habe vor dem Aufkämmen des Klebers immer eine Kleber-Kontaktschicht aufgekratzt, habe alle Stoßfugen vermörtelt, und alles immer frisch in frisch verklebt.
    Die Steine waren trocken, und während des Mauerns hat es auch nicht geregnet.
    Die Klebeflächen der Steine habe ich mit einem Handbesen immer angefeuchtet, da es im Sommer sehr warm war. Natürlich habe ich vor dem Auftragen des Klebers so lange gewartet, bis das Wasser einzogen war.
    Das Mauerübernindemaß habe ich immer eingehalten, und habe nahezu fast überall mit Halbverband gemauert.

    Als Dach habe ich ein Pultdach mit Holzschalung und Dachpappe draufgemacht, also auch nicht viel Gewicht.

    Nach dem Verputzen mit einem vom Steinehersteller zugelassenem Putz (ohne Armierung) stellten sich Risse im Putz ein.
    Ein Riss (ca. 1,5m lang) verläuft etwa 20cm von der Mauerecke vertikal, und andere Risse verlaufen auch diagonal.
    Um zu prüfen, ob nur der Putz betroffen ist, habe ich an einem Riss den Putz entfernt, und konnte so sehen, das da auch der Stein einen Haarriss hat.
    Innen an der selben Stelle der Mauer sieht man noch nichts, ich denke aber, das das noch kommt.

    An der Bodenplatte selbst konnte ich bislang keine Risse feststellen.

    Mir ist klar, das eine Ferndiagnose nicht möglich ist, aber vielleicht hatte jemand das gleiche Problem und weiss Rat.

    Kann es sein, das diese Porenbetonsteine sehr rissanfällig sind?
     
  2. #2 Fred Astair, 31.03.2019
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    Auf Zugkräfte sind alle unarmierten Wandbildner anfällig.
    Wenn die bei Dir entstehen, wird wohl die Bodenplatte abgesackt sein. Ein hundertstel Millimeter unten macht schon einen halben Millimeter oben aus.
    Mach eine Gipsmarke auf den Riss und beobachte, ob es weitergeht.
     
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  3. #3 Leser112, 31.03.2019
    Zuletzt bearbeitet: 31.03.2019
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    Ich teile hier die Auffassung von @Fred Astair, obwohl er nachweislich nicht zu meinen Freunden gehört.;)
    Die zulässigen Druck- und Zugspannungen der verwendeten "Steine" stellt jeweilige Hersteller zur Verfügung. Ob man diese jeweils zu 100% ausnutzen sollte, liegt in der Wahrnehmung/Ermessen des Anwenders.;)
    Eine Statik geht stets vom Lastabtrag aus, woraus unter Beachtung der Tragfähigkeit des Bodens, die statische Bemessung der BPL abgeleitet wird. Danach erfolgt die statische Notwendigkeit des aufgehenden Mauerwerks.
    Nur, wenn man dessen attestierte Zug- und Druckspannungen überschreitet bzw. bis zur statisch belastbaren Grenze ausnutzt!
    Infolge der zunehmenden Anforderungen hinsichtlich der Wärmedämmung an AW (EnEV), werde ich zunehmend immer weniger Freund von monolithischen AW.;)
     
  4. #4 Hans500, 31.03.2019
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    Okay, danke für die Antworten.

    Aber was soll ich jetzt tun?
    Ich dachte eine Bodenplatte setzt sich immer irgendwie ein wenig.
    Die Risse verharzen und mit Gewebe neu verputzen?
    Wird die Hütte jetzt kaputt?

    Wäre es besser gewesen in die Lagerfugen der Porenbetonsteine das Glasfasergewebe des einen Herstellers einzulegen?
    Ist ein Poroton nicht so rissanfällig?
    Oder kann es auch deswegen sein, weil etwa 3m nebendran jeden Tag einige LKW's vorbeifahren?

    Mein BU wird demnächst mein Haus bauen, das ebenfalls mit Porenbeton geplant ist, nun hab ich schon mächtig Schiss, denn auf Risse etc. hab ich keinen Bock, weil man dann damit wohl immer zu tun hat.
    Klar könnte ich den dann belangen, aber wenn diese Firma in ein paar Jahren nicht mehr ist (ist ja heutzutage öfters der Fall) bleibe ich auf den Kosten sitzen.
     
  5. #5 Fred Astair, 31.03.2019
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    Mach keine Panik, sondern beobachte.
    Was Dein Wohnhaus angeht, nehme ich an, dass Dich der BU die Bodenplatte nicht selbst basteln lässt?
    Eine nach Bodengutachten (hast Du eins?) gegründete Bodenplatte wird nicht absacken, zumindest nicht einseitig und nach statischen Erfordernissen dimensioniert und armiert wird sie nicht reißen.
     
  6. #6 Fabian Weber, 31.03.2019
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    Ringanker vergessen?
     
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  7. #7 Hans500, 31.03.2019
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    Für das kleine Gartenhaus wurde kein Ringanker gemacht
     
  8. #8 Fabian Weber, 31.03.2019
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    Das wäre dann mein Verdacht.
     
  9. #9 Fred Astair, 31.03.2019
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    An sowas Simples hatte ich gar nicht gedacht.
     
  10. #10 Hans500, 31.03.2019
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    Ich hatte nicht gedacht, das man das für so eine kleine Hütte braucht, da ja das Dach sehr leicht ist (ca. 300kg)
     
  11. #11 Fred Astair, 31.03.2019
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    Das Gewicht ist nebensächlich. Die Schubkräfte der Dachkonstruktion sind es, die Deine Mauern auseinanderdrücken.
     
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  12. #12 Leser112, 01.04.2019
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    Windlasten etc.?;) Besonders bei fehlenden Auflasten durch die Dachkonstruktion wird aufgehendes Mauerwerk ohne Ringbalken statisch anfällig.
    Grundsätzlich verstehe ich den TE nicht.
    Es ist ein unbeheiztes Nebengebäude, an welches keinerlei Anforderungen hinsichtlich Wärmedämmung gestellt werden (z.B. EnEV).
    Porenbeton ist meist die teuerste Variante, neben porosierten Ziegeln oder KS (€/m³).
    Je geringer die Druckfestigkeit, je höher die Wärmedämmung (kleiner λ), je höher der Preis.
    Auf den teuren Kleber hätte man auch verzichten können und stattdessen KS + Mörtel verwenden sollen.
     
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  13. #13 Hans500, 01.04.2019
    Zuletzt bearbeitet: 01.04.2019
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    Ich habe die Steine sehr günstig bekommen.
    Deswegen habe ich sie genommen.
    Ich dachte die schwereren Porenbetonsteine PPW4-0,6 wären gut dafür.
    An Ringbalken dachte ich nicht, eben wegen der geringen Last.
    Gibt es jetzt noch Möglichkeiten das auszubessern?
    Ein Ringbalken nachträglich kommt ja wohl nicht mehr in Frage, sonst müsste ich das Dach runter reissen.
    Aussenputz mit Glasfaserarmierung?
    Oder die Risse etwas aufschneiden und verharzen?
    Kann man einen kleinen Schlitz ringsum einschneiden und ein Rundstahl mit 8 oder 10mm einlegen und einmörteln? (Wird wohl nichts helfen denke ich)

    Zur Info:
    Ich hab vor 10 Jahren eine Werkstatt (5x6m) für mich gebaut mit 24er Hohlblocksteinen.
    Auch da ist kein Ringanker draufgekommen und Risse hat es bis heute nicht gegeben.
     
  14. #14 Leser112, 01.04.2019
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    Gut, Resteverwertung macht ja auch Sinn. PPW4-0,6 hat sicherlich ausreichend statische Reserven.
    Die Rissbildung überprüfen, abwarten, aussitzen. Danach ggf Armierungsgewebe direkt auf das aufgehende Mauerwerk aufbringen.
    Korrekt.
    Jedes BV ist hinsichtlich seiner Randbedingungen/ Anforderungen/Notwendigkeiten stets spezifisch, wie Du ja bereits selbst inzwischen festgestellt hast.
     
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  15. #15 Hans500, 01.04.2019
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    Okay,
    vielen Dank für die hilfreichen und informativen Antworten
     
  16. #16 Fred Astair, 01.04.2019
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    Du hast keinen verbrieften Anspruch auf Risse nach Baufehlern. Das Risiko, dass welche auftreten ist nur ungleich höher.
    Wind als Rissursache schließe ich mal in unseren Breiten aus. Einseitige Senkungen der Grundplatte und/oder nichtabgeleitete Schubkräfte des Daches dürften hier als Ursache ausreichen.
    Eine umlaufende Stahlbandage, vom Tragwerksplaner dimensioniert, dürfte weiteren Schäden vorbeugen.
     
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  17. #17 Hans500, 01.04.2019
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    Naja,
    fürs Gartenhaus kann ich jetzt keinen Tragwerksplaner holen.

    Das Stahlband dürfte ja ein gutes Armierungsgewebe mit 210g/m2 und 3000 N/5cm ersetzen?
     
  18. #18 Fred Astair, 01.04.2019
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    Nein.
     
  19. #19 Hans500, 01.04.2019
    Zuletzt bearbeitet: 01.04.2019
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    Du meinst das Stahlband so weit es geht oben rum und aussen?
    Das einzige was ich gefunden habe wäre ein Windrispenband in 40x2 oder 40x1,5mm
    oder in 60x2mm.
    Der Vorteil wäre, das es hierfür Spanngeräte gibt.
     
  20. #20 Fred Astair, 01.04.2019
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    Was ich persönlich nehmen würde, weiß ich.
    Da Statik aber nicht mein Fachgebiet ist, hüte ich mich vor Dimensionierungsratschlägen an Dritte sondern empfehle Dir jemanden, der das kann. Da Du für Dein Wohnhaus ohnehin einen Tragwerksplaner brauchst, liegt es nahe, den gleich zu fragen.
     
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