Saniertes Schieferdach nachträglich dämmen

Diskutiere Saniertes Schieferdach nachträglich dämmen im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, wir haben uns letztes Jahr ein Haus gekauft. Das Dach wurde 2015 komplett neu eingedeckt (Schiefer). Jetzt möchten wir das...

  1. #1 Tobiwan23, 17.11.2020
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    Hallo zusammen,

    wir haben uns letztes Jahr ein Haus gekauft. Das Dach wurde 2015 komplett neu eingedeckt (Schiefer). Jetzt möchten wir das Dachgeschoss von innen sanieren. Und es stellt sich die Frage ob wir das Dach eigenständig dämmen können.

    Ich bin in der Tragwerksplanung tätig habe jedoch kaum Ahnung von der Bauphysik. Daher suche ich hier nach Rat.

    Zum vorhandenen Dachaufbau:
    Dachhaut - Schiefereindeckung (2015)
    direkt darunter - hochdiffusionsoffene Unterdeckbahn (Delta-Foxx Plus)
    Schalung - ( Die Nägel der Schieferdeckung ragen zwischen die Sparren)
    Sparren 10 x 10
    Querlattung enschmaschig und verputzt.

    Der Sparren liegt auf First-Mittelpfette-Fußfpfette. Im bereich der Mittelpfette ist eine zwischendecke - Kehlbalkenlage. diese ist bereits gedämmt und auch unterseitig verputzt. diese möchte ich möglichst nicht Abreißen was bedeutet das auch hier eine Dampfsperre nicht überlappen kann. Der Dachraum über der Kehlbalkenlage ist gut belüftet.


    Meine Frage: Zwischensparrendämmung

    Kann ich hier bedenkenlos mit einem Dämmstoff (weich, wegen der Nägel) den 10 cm (Sparrenstärke) Zwischenraum füllen, also ohne Hinterlüftung arbeiten?
    Muss ich innen zwingend eine Dampfbremse aufbringen? Wenn ja wie ist das mit den Zwischenwänden, die Dampfsperre wäre hier genau wie am Übergang zur Kehlbalkendecke unterbrochen.
    Um möglichst wenig Raum zu verlieren würde ich direkt unter dem Sparren eine Lattung aufbringen und eine Unterkonstruktion befestigen. Hier weiß ich auch nicht wirklich wie das aussehen kann. OSB Platten oder direkt Rigips vielleicht. Oder gibt es einen Dämmstoff der aufgebracht werden kann max 4cm stark und direkt als träger für eine Tapete dient?

    Ich hoffe ich konnte meine Frage ausreichend darstellen.

    Gruß Tobi
     
  2. #2 BaUT, 18.11.2020
    Zuletzt bearbeitet: 18.11.2020
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    Als was bist du im Statikbüro tätig? Da gibt es doch mit Sicherheit Kollegen die einen Tauwassernachweis rechnen können - kannst du ansonsten auch selbst online mit UBAKUS.de

    Deine bisherigen Ideen solltest du dringend mit einem Bauphysiker diskutieren. Da besteht hinreichend Korrekturbedarf und bei nur 10 cm Sparrenhöhe würde ich zur Erhöhung der Dämmstoffdicke über eine raumseitige Aufdopplung nachdenken.
     
  3. #3 Tobiwan23, 18.11.2020
    Zuletzt bearbeitet: 18.11.2020
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    Ich bin als Tragwerksplaner tätig. Unsere Tätigkeit beschränkt sich jedoch auf die Bemessung, Aussteifung und Anschlüsse vom Tragwerken. Spezialisierung ist das Schlagwort. Mach eine Sache, diese dafür richtig.

    Ich könnte mir das ganzen auch anhand eines Glaser Diagramms anschauen. Da ich mich in der Bauphysik jedoch nicht wirklich auskenne suche ich hier nach Rat.

    Und das mein U-Wert hier Bei ca 0,40 liegt und nicht dem ENEV Lobbyisten-Standard entspricht ist mir auch klar.

    Mit nur einem Energieberater zu sprechen ist der schlechteste Rat den ich je gehört habe. Ich habe mit Dreien gesprochen und habe dadruch 3 verschieden Meinungen.

    Ich Suche hier weitere Meinungen du meinem Thema!
     
  4. #4 chillig80, 18.11.2020
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    Was ich nicht ganz verstanden habe ist die Sache mit der „Hinterlüftung“, ist da wirklich keine Hinterlüftung zwischen Unterspannbahn und Eindeckung?

    Alleine von der Dämmung her, MiWo rein und gut. Da die Dampfbremse/-sperre (die ist da gleichzeitig oft die winddichte Ebene) das größere Problem, vor allem die umlaufenden Anschlüsse. Die „modernen“ Konstruktionen reagieren da nicht besonders gut auf Schwachstellen, weil es da oft so ist, dass da dann Tauwasser massiv anfällt. Bei den „alten“ Konstruktionen gab es oft so viele Schwachstellen, dass sich das Tauwasser auf sehr viele Stellen verteilt hat und dann auch wieder schnell „weggelüftet“ wurde (da pfiff oft der Wind durch). Darum solltest Du dir den Punkt mit der Mittelfette auch nochmal ansehen. Wovon ich jedenfalls abrate ist das Prinzip „Mittelweg“, das funktioniert da einfach nicht...
     
  5. BaUT

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    Dann stell doch die drei Sanierungsvorschläge der drei Energieverbrater zum Thema Dachgeschossausbau/Dachdämmung hier einfach mal online statt uns hier erneut von vorne anfangen zu lassen. Jaja - fragen kost ja nischt! (außer unsere Zeit)

    Als Bauing solltest du dich im Zweifel selbst in die Fachregeln des DDH, die DIN 4108 und die EnEV Anlage 3 einlesen können, dann weist du auch welcher der drei Energieberater für dich die richtige Lösung hat.
     
  6. #6 Tobiwan23, 18.11.2020
    Zuletzt bearbeitet: 18.11.2020
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    Tatsächlich, der Schieferwird direkt auf die Schalbretter genagelt. Früher wurde das auch noch ohne Unterdeckbahn gemacht da die Eindeckung ohne Fehlstellen scheinbar Wasserdicht genug ist. Die Eingebaute Unterdeckbahn ist anscheinend nur ein weiterer Schutz für Beschädigungen.

    Berater 1: Zwischensparren können ohne Hinterlüftung bis zur Schalung gedämmt werden. Dampfsperre Innen nötig. (Mein Problem: Ich bin mir sicher das diese nicht Vollflächig funktioniert. Zu hohes Schadenspotenzial. Das ist meine bescheidene Meinung.)

    Berater 2/3: 6cm Zwischensparrendämmung, damit das Dach ausreichend belüftet ist (hier habe ich zweifel, da die Traufe keine Lüftungsöffnung aufweist, hinterlüftung ab Kehlbalkenlage ist gegeben) zusätzlich eine Querlattung mit 2ter Dämmebene zur Installation der Rigipsplatte.
    Einer der beiden sagt hier ist keine Dampfbremse notwendig da sich das Dach selbst reguliert. Der andere ist der Meinung hier ist eine Dampfsperre notwendig mit der Dampfsperre brauche ich auch noch eine weitere Konstruktionsebene um diese nicht zu beschädigen.

    Mein Problem ist immernoch das ich meiner Meinung nach eine Dampfsperre im Neubau einbauen kann, aber in der Sanierung ist das sehr problematisch. Ich kann nur von Raum zu Raum arbeiten. Und die Kehlbalkenlage möchte ich auch nicht wieder Angehen um auch hier eine Dampfsperre einzubrigen. Ich habe zu viele stöße die als fehlerquelle dienen.
     
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  7. BaUT

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    Und keiner der drei Energieverräter hat einen Tauwassernachweis nach DIN 4108-3 gerechnet für ihren jeweiligen Vorschlag??? :motz
    Dann waren die alle drei ihr Geld nicht wert.

    1. Kläre welchen sd-Wert hat die Unterdeckbahn?
    2. Gib deine Aufbauvarianten mit/ohne DB mal bei UBAKUS ein.

    Mach dir klar, dass fehlende Anschlüsse der raumseitigen DB immer eine Fehlstelle in der Luftdichtheitsebene sind und ein fettes Schadenspotential mitbringen. Klar dass du keinen Bock hast eine Großbaustelle am Kehlbalken aufzumachen aber ohne wird es dann wohl Pfusch.

    Ich denke du brauchst einen bauphysikalisch versierten Planer, der alle Anschlussdetails mit dir vor Ort klärt.
     
  8. #8 Tobiwan23, 18.11.2020
    Zuletzt bearbeitet: 18.11.2020
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    Die Energieberater wurden alle nicht bezahlt sondern nur nach Ihrer Meinung gefragt.
    Das Problem das entsteht ist das der Taupunkt irgendwo in der Dämmung liegen kann.
    Jedoch ist diese ja hinterlüftet und kann wieder trocknen wenn sich hier Feuchtigkeit bilden sollte.

    Da das Auflager am Kehlbalken dementsprechend auch hinterlüftet ist sehe ich hier kein Problem wenn keine Grundsätzlichen bedenken gegen ein Kaltdach ohne Dampfsperre bestehen.

    Ich kann bei Ubakus leider keine Balkenlage drehen, aber Prinzipiell stimmt das so wie angehangen.

    Ps.: sd_Wert liegt bei 0,02
     

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  9. BaUT

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    Wenn du die Zuluft unten an der Traufe und die Abluft im First gemäß Fachregeln des DDH mit ausreichendem Querschnitt einbauen kannst, dann ist das schon eine Variante.
    Lt. DIN 4108-7 darf man die Luftdichtheit ja auch mit GK-Platten herstellen WENN die Fugen und durchdringungen auch alle dauerhaft luftdicht sind - was ich nicht ganz glauben kann. Also würde ich raumseitig der Dämmung eine Dampfbremse einbauen und an alle Durchdringungen und benachbarten Bauteile ordentlich anschließen. sd-Wert von 1m sollte da locker ausreichen.
     
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  10. #10 Tobiwan23, 19.11.2020
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    Vielen Dank an alle beteiligten,

    ich habe nun geprüft, einen Lüftungsschlitz am Kehlbalken ist kein Problem, an der Traufe entspricht die Lüftung nicht der Norm, hier muss ich ein Lochblech in den Gesimskasten einbauen lassen. Diesen weg werde ich gehen.
     
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Saniertes Schieferdach nachträglich dämmen

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