Sanierung Altbau zum Effizienzhaus

Diskutiere Sanierung Altbau zum Effizienzhaus im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo Zusammen, Ich habe ein Haus BJ 1956 gekauft, das komplett saniert und auch angebaut bzw erweitert werden muss. Nun bin ich hin- und...

  1. #1 Sandrino, 01.05.2020
    Sandrino

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    Hallo Zusammen,

    Ich habe ein Haus BJ 1956 gekauft, das komplett saniert und auch angebaut bzw erweitert werden muss. Nun bin ich hin- und hergerissen ob ich die Sanierung "nur" nach ENEV Standard machen soll und die Mittel für das kfw85 Haus inanspruch nehmen soll oder ob ich kfw55 anstreben soll.
    Hier paar Fakten zum Bestand:
    -KG / EG / OG, Dach unausgebaut
    -erbaut aus Bimsstein 24cm
    -Fenster total veraltet z.T einfach verglast
    -gebläse Gasheizung d.h. ohne Heizkörper
    -Gasanlage 23 Jahre alt

    Hier paar Fakten zum Vorhaben:
    -KG / EG / OG jeweils um 18qm ausbauen
    -im DG entsteht eine neue Wohneinheit, d.h. das Dach wird komplett abgebaut und ein neues Dach, das auch den Anbau mit abdeckt, entsteht
    -Treppenhaus von KG - DG entsteht neu um ins Dachgeschoss zu führen
    -Fassade soll mit Mineralwolle gedämmt werden
    -da das Dach neu wird ist eine Aufsparren- und Zwischensparndämmung geplant
    -Aufsparendämmung mit PUR
    -Zwischensparndämmung Wolle
    -Keller wird von außen gedämmt
    -neue Fenster u-wert abhängig ob kfw85 oder kfw55
    -Heizung gerade noch unklar. Da ich komplett neue Leitungen verlegen muss ist auch eine Fußbodenheizung möglich. In diesem Fall würden wir die Wärmepumpe nehmen. Da wir aber einen Gasanschluss haben, war auch die Überlegung Gas mit Solar zu kombinieren, aber hier ist das Problem , dass wir ein Dach mit Ost West Ausrichtung haben und einige haben mir deshalb von Solar abgeraten.

    Wenn ich das kfw85 Haus anstrebe, bekomme ich die Förderung nur für die Erweiterung und Sanierung des Bestands. D.h. für das Dach und Treppenhaus gibt es keine Förderung, da dies Neubau ist.

    Wenn ich das kfw55 Haus anstrebe, bekomme ich das ganze Haus gefördert. Da der Neubau Standard 55 erreichen muss und der Bestand muss dann auch 55 erreichen.

    Das Kfw55 Haus ist für mich sehr lukrativ, da ich aktuell sehr gute Förderungen bekomme und vorallem für mein komplettes vorhaben. Der Energieberater sagt, dass es möglich ist. Allerdings raten mir einige Baufirmen und Statiker ab, weil es ein Altbau ist und es wohl nicht gut ist ein altes Haus so zu verpacken. Außerdem frage ich mich ob der Mehraufwand für das 55 Haus sich wirtschaftlich wirklich lohnt.

    Hat jemand einen ähnlichen Fall und kann mir einen Ratschlag geben?
     
  2. SvenvH

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    Da haben die Baufirmen nicht ganz Unrecht. Es geht schon mit der Fbh los. Hast du soviel Aufbau, dass du genügend Dämmung unterbekommst? Das Bj. des Hauses lässt da einige Zweifel offen. Allein die Kellersanierung verschlingt schon so viel Geld dass sich das zu deinen Lebzeiten nicht Armortisieren wird. Wenn du so vorgehen willst dann nur aus Umwelttechnischen Gründen. Finanziell wird sich das nicht lohnen. Dann musst du schon sehr viel selbst machen.
     
  3. #3 Sandrino, 01.05.2020
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    Die Fbh mit trockenestrich hat einen Aufbsu von 7 cm. Die Raumhöhe ist 253-254m.

    Der Keller wird so oder so neu gedämmt. Beim 55 Haus ist die Dämmung um 10cm stärker. Das ist jetzt kein soo großer Merhraufwand.

    Wir machen vieles selber.

    Hast du einen ähnlichen Fall gehabt?
     
  4. SvenvH

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    Ich hab mehrere alte Häuser saniert und weiß um die Tücken. Da lauern viele Überraschungen oder unvorhergesehne Dinge. Im grundegenommen müsste man ein Haus wenn man es wirklich perfekt haben will, zunächst vollständig entkernen und dann entscheiden wie man weiter vorgeht.
    Wenn ich an mein erstes Haus denk, noch völlig unerfahren, da sind am Ende viele Dinge nicht so geworden wie ich sie ursprünglich geplant hab. Allerdings war das Budget auch mehr als knapp.
     
  5. #5 Sandrino, 01.05.2020
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    Ok. Also wir haben es komplett alleine entkernt. Als nächstes steht der Rohbau an, d.h. wir können noch so einiges in der Planung ändern.
    Was schlägst du konkret vor?
     
  6. #6 Fred Astair, 01.05.2020
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    Von solchen "Fachleuten" würde ich mich ganz schnell trennen. Die gehören der Fraktion der atmenden Wände an und tragen heimlich Aluhüte.
    Aus bauphysikalischer Sicht kann man nicht zuviel dämmen. Irgendwann wird es nur unwirtschaftlich und dafür, das auszurechnen und Dir verschiedene Lösungsansatze zu unterbreiten, gibt es Fachleute.
    Wenn Du bereits das alte Haus komplett entkernt hast, stehen Dir alle Wege es jetzt richtig zu machen, offen.
    Ich personlich wurde versuchen, den Altbau energetisch auf den Stand des Neubaus zu bringen. Du willst ja sicher für beide Gebäudeteile eine gleichlange Nutzungsdauer vorsehen.
     
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  7. #7 Sandrino, 01.05.2020
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    Ja das planen wir ja auch. Der Altbau wird selbstverständlich mit saniert. Die Frage war nur nach kfw55 oder kfw85 und ob kfw 55 beim Altbau wirklich gut ist oder ob es zu langfristigen Problemen kommen kann.

    Wie gesagt ist es finanziell für mich besser das kfw55 Haus zu machen obwohl die Kosten etwas höher sind aber dafür kann ich alle Kosten geltend machen. Beim Kfw85 können die Kosten für Dach, Dachgeschoss und alles was mit dem Treppenhaus zu tun hat, nicht eingereicht werden, da dies alles Neubau ist und für Neubau muss man kfw55 erreichen.
    Es ist nicht möglich ein Teil des Hauses kfw 85 zu machen und ein Teil kfw 55 obwohl es getrennte Wohneinheiten sind. So hat es der EB gesagt.
     
  8. #8 Fabian Weber, 01.05.2020
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    Diese wären dann bei mir schonmal raus.

    Wenn man wenig dämmt hat man dann nach deren Logik nur wenig Schaden?

    Bauschäden entstehen durch Pfusch und nicht durch richtiges Dämmen.

    An Deiner Stelle würde ich aber Baustoffe wählen, die ökologische unbedenklich sind und später auch kein teurer Sondermüll. Daher würde ich mich weder für Pur noch für Mineralwolle entscheiden.

    Bei Altbauten sind vor allem oft die Anschlüsse das Problem. Wenn es zum Beispiel eine außenliegende Kellertreppe gibt, dann ist hier das Abdichten der Kellerwand nicht ganz einfach. Dasselbe gilt für Lichtschächte.

    Balkone sind auch genau hinsichtlich Dämmung zu untersuchen.
     
  9. #9 Wilma66, 01.05.2020
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    Dein Energieberater kann dir doch für beide KfW-Klassen ausrechnen, was du an Dämmung etc brauchst. Dann kannst du dir die Preisunterschiede doch ausrechnen, oder? Das dann mit der Förderung verrechnet sollte zeigen, was sich mehr lohnt.
     
  10. #10 Sandrino, 01.05.2020
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    Das ist bereits erfolgt. Mir geht nur darum ob es wirklich unbedenklich und ratsam ist ein Altbau auf den Stand eines kfw55 Hauses zu bringen. Ich will nicht im nachhinein keine Probleme bekommen weil es ein Altbau ist und dann irgendwelche unvorhersehbare Dinge aufkommen, die ich jetzt noch nicht kenne.

    Mein EB ist etwas wortkarg. Erst sagt er wir sollen kfw55 machen um alle Zuschüsse zu bekommen aber wenn es sein eigenes Haus wäre würde er kfw 100 oder 85 machen weil es ausreicht. Er ist nicht so transparent. Daher interessieren mich ehrliche Ratschläge. Ich hoffe ihr versteht was ich meine
     
  11. #11 Fabian Weber, 01.05.2020
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    Geht’s Dir um die Förderungen oder um die Dämmstärke.

    Faustregel ist, dass die ersten 10cm am meisten bringen, danach kommt nicht mehr viel Effekt. Gleichzeitig ist aber die Arbeit ob 10cm oder 15cm Dämmung geklebt werden ja die gleiche, es ändert sich fast ausschließlich der Materialpreis.

    Irgendwann sitzen Deine Fenster recht tief in der Leibung oder Du passt hier die Planung an die Dämmstärke an.
     
  12. #12 Wilma66, 01.05.2020
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    Wir sanieren gerade ein Haus aus den 60ern. Hatten erst auf KfW55 abgezielt, das ist also zu schaffen. Wüsste nicht, was da für Probleme auftauchen sollten.
    Haben uns jetzt doch für KfW70 entschieden, da es sich unterm Strich finanziell mehr lohnt (wir brauchen z. B. keinen detaillierten Wärmebrückennachweis).
     
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  13. #13 Fred Astair, 01.05.2020
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    Na das ist ja wohl selbstverständlich wenn das Haus entkernt ist und neue Fenster reinkommen.
     
  14. SvenvH

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    Was hast du denn mit dem Keller vor? Soll der später beheizt werden?
     
  15. #15 Sandrino, 01.05.2020
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    Den Wärmebrückennachweis hat der EB nur beiläufig erwähnt. Was hat das genau aufsich? Ist das für alle kfw Varianten wichtig?
     
  16. #16 Sandrino, 01.05.2020
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    Nur ein Teil wird beiheizt und als Gästezimmer genutzt, d.h. der EB hat es als beheizt berechnet
     
  17. #17 driver55, 01.05.2020
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  18. #18 Wilma66, 01.05.2020
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    Bei der "normalen" Berechnung wird ein Pauschalwert angesetzt, der unter Umständen zu hoch ist und dadurch eine bessere KfW-Klasse verhindert. Der EB kann die Wärmebrücken auch berechnen. Das kostet halt ein paar Tausender. Am Ende hast du dann (hoffentlich) einen besseren Wert und erreichst die höhere KfW-Klasse.
     
  19. #19 Wilma66, 01.05.2020
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    Das ist wahrscheinlich energetisch super schlecht. Wie soll der Kellerraum denn gedämmt werden?
     
  20. #20 Sandrino, 01.05.2020
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    Der Keller wird mit xps 12cm von Außen gedämmt.

    Im Falle von kfw55 müssten wir mit 22cm dämmen und auch den Kellerboden mit ca. 5-6 cm
     
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