Sanierung Altbauwohnung - Was macht Sinn?

Diskutiere Sanierung Altbauwohnung - Was macht Sinn? im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, wahrscheinlich komme ich jetzt schon wieder mit einem Altbekannten Thema - Energetische Maßnahmen im Altbau. Kurze Beschreibung...

  1. datzi

    datzi

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    Hallo zusammen,

    wahrscheinlich komme ich jetzt schon wieder mit einem Altbekannten Thema - Energetische Maßnahmen im Altbau.

    Kurze Beschreibung meiner Ausgangssituation:
    - Anstehende Sanierung der ehemaligen Wohnung meiner Großeltern für die Eigennutzung
    - Ehemaliges Stallgebäude, Baujahr ca. 1900 - Bausubstanz gut, Satteldach wurde 1999 neu gedeckt, kein Reparaturstau
    - Außenwände aus 24cm Vollziegeln (verputzt) - keine Dämmung
    - Ausbau zum Wohngebäude: 1969
    - Im EG befinden sich Heizungsraum, Hauswirtschaftsraum, 1 Badezimmer und eine Fahrradgarage - HWR und Bad leicht beheizt, Heizungsraum + Fahrradgarage nicht beheizt
    - 1.OG ist der komplette Wohnbereich mit ca. 150m²

    Da die Heizkosten meiner Großeltern in den letzten Jahren ziemlich hoch waren, würde ich da beim Anstehenden Umbau gerne primär angreifen. In den letzten Jahren betrug der Energieverbrauch nur für die Heizung 45-50.000kwh für die Wohnung der Großeltern + kleine EInliegerwohnung.

    Meine geplanten Maßnahmen wären:
    1. Dämmung der Geschossdecke zum Spitzboden hin / Spitzboden wird nicht genutzt
    2. Innenwanddämmung mit 6cm oder 8cm Multipor (8cm ist wahrscheinlich vernünftig, jedoch kostet das natürlich auch mehr und ich verliere Wohnraum)
    3. Neue Fenster - Vorausgesetzt die Wände sind ordentlich gedämmt.
    4. Zentrale Warmwasseraufbereitung über Heizungsanlage (bisher Durchlauferhitzer und Boiler) / Auch wenn dafür wahrscheinlich die funktionierende Heizung: Brötje TE23 von Anfang der 2000er vorzeitig ausgetauscht werden müsste.
    5. Heizungsunterstützung mit Grundofen / PV oder Solar ist auch alles in der Überlegung - erstmal stehen jedoch die Basics auf dem Plan.

    Einen Energieberater werden ich natürlich auch zur Hilfe nehmen. Da käme aber auch schon die erste Frage an euch auf: Woran erkenne ich einen guten Energieberater? Vielleicht hat jemand einen Tipp für den Raum Frankfurt/Main...

    Mir geht es primär darum, ein gesundes Mittelmaß zu finden. Ich möchte keine fantastischen Dämmwerte, deren Mehrkosten sich niemals rechnen. Gleichzeitig denke ich aber, dass ich bei meiner (schlechten) wärmedämmtechnischen Ausgangssituation relativ einfach einen sichtbaren Fortschritt erzielen kann. Was sagt ihr dazu? Was haltet ihr für absolut notwendig und was haltet ihr für übertrieben?

    Vielen Dank für Eure Hilfe und sorry für den langen Text.
    Gruß
    Datzi
     
  2. #2 chillig80, 14.12.2021
    chillig80

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    Also, man technisch schön wäre es erstmal die Hülle zu machen und dann erst die Heizung, weil sonst ist die Heizung auf Denkarten Energieverbrauch ausgelegt und damit „zu groß“. Das ginge bei modulierenden Gas-/Ölkesseln und gepilgerten Holzvergasern wohl noch einigermaßen gut, spätestens bei einer Wärmepumpe wird es aber ganz kritisch, wenn die deutlich zu groß ist läuft die nie gut, evtl. sogar immer schlecht…

    Zuerst wäre einmal zu definieren was denn überhaupt zu tun ist. Wird’s ne „Generalsanierung“ oder werden einzelne Teile/Gewerke ausgeklammert? Und dann ist die Reihenfolge wichtig, sonst wird’s nur teures Chaos…

    Zur Hülle, das wäre überwiegend Dach, Außenwände, Fenster+Türen, Kellerböden/Kellerdecken. Man sollte da eher von oben nach unten arbeiten, also Dach und dann Außenwände und Fenster. Man muss sich hierbei überlegen ob man das nicht doch lieber alles in einem Aufwasch macht, weil diese Arbeitsweise bei der dann in 10 Jahren dreimal ein Gerüst am Haus war ist nicht günstiger und oft baut man dann auch noch unnötige Schwachstellen ein, weil man ja immer ein „Provisorium“ baut und das oft nicht mehr einfach wieder ganz weg bekommt.

    Bei der Innendämmung bin ich skeptisch. Das ist mE nichts anders als ein mittelfristiges Provisorium, aber dass das über Jahrzehnte so bleiben wird glaube ich nicht. Du als reicher Hausbesitzer willst doch nur nicht dämmen, dir sind deine 3 Porsche wichtiger als eine ordentliche Dämmung, na warte, das wird man dir schon austreiben 1!11 Verstehst schon…

    Bei den zusätzlichen Wärmeerzeugern bin ich auch skeptisch. Da werden oft fünfstellige Beträge rausgehauen um ein im Grundsatz doofes Konzept noch irgendwie zu retten. Ein „Hauptwärmeerzeuger“ der in einem einigermaßen gut gedämmten gut läuft, macht alle Planspielchen mit der „Zusatzwärme“ wirtschaftlich uninteressant. Nur mal als Beispiel, bei einer wirklich gut laufenden Wärmepumpe kostet die kWh Wärme derzeit unter 8ct. Und nun zeig mir mal wie man da mit einem zweiten Wärmeerzeuger noch was spart, da kommst auf unmögliche Amortisationszeiten. Leider laufen viele Wärmepumpen nicht gut (falsch ausgelegt, falsch eingebaut, falsch eingestellt, etc) und dann ist der zweite Wärmeerzeuger plötzlich wieder attraktiv, also wenn man einen Haugen Geld ausgeben will um den grundsätzlichen Pfusch zu jkaschieren halt…


    Alle Energieberatern schwafeln gerne. Aber manche schwafeln nur und manche können dir vorrechnen was sie sich bei ihrem Geschwafel gedacht haben…
    Spaß beiseite, mE trennt sich da die Spreu vom Weizen wenn es um die Heizung geht und diejenigen die nicht ganz so sattelfest darin sind meinen da oft viel helfe viel. Meine Meinung…
     
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  3. datzi

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    Vielen lieben Dank schonmal für die ausführliche Antwort:
    Zum Thema Außendämmung vs. Innendämmung: Eine ausreichende Außendämmung lassen leider die baulichen gegebenheiten nicht zu, da der angrenzende Gehweg sehr schmal ist und der Linienbus ohnehin schon Probleme hat durch unseren Ortskern zu manövrieren. Da es in den vergangenen Jahren immermal zu kleineren Kolissionen zwischen Außenspiegel-Bus und Fassade kam möchte ich dem Bus ungern noch weitere cm entgegenkommen - wenn das denn überhaupt genehmigt werden würde. Bis auf eine Ausnahme war das immer mit ein paar Pinselstrichen zu richten, aber den Ärger einer beschädigten Dämmung möchte ich ehrlich gesagt umgehen.

    Dass die Dämmung der "Hülle" an erster Stelle steht, ist klar. Es wird auch so lange wie möglich noch die "alte" Heizung drin bleiben - Nur werde ich an allen notwendigen Stellen schon die Verohrung für eine zentrale Warmwasserbereitstellung mit einziehen, sodass ich bei einer späteren Umrüstung keinen großen Mehraufwand habe.

    Die Frage des Dämmungsumfanges ist natürlich nicht ganz einfach. Mir ist klar, dass Wärme durch den Boden in die unteren, teils ungeheizten Räume verloren geht. Bevor ich jedoch auch das EG dämme, würde ich erst alternative Möglichkeiten zur Dämmung des Bodens in Betracht ziehen, da sich die eigentlichen Umbau-/Sanierungsarbeiten eigentlich nur im 1.OG abspielen sollen. Das EG ist einrichtungstechnisch im guten Zustand und kann vor uns unverändert genutzt werden.

    Bezüglich Wärmeerzeuger: Solar/PV schwebt nur in meinem Kopf herum - als optionale Möglichkeit. Einen kleinen Grundofen / Speicherofen wollen wir eigentlich nicht aufgrund der Heizkostenreduzierung haben, sondern weil wir das einfach mögen. Nicht von Nachteil ist natürlich, dass wir durch diverse Grundstücke (Obstbau/kl. Privatwald) kein Brennholz kaufen müssten, sondern vorwiegend eigenes Holz verheizen könnten. - Ich will da keine große Kostenrechnung aufsetzen und glaube auch nicht, dass ich dadurch wirklich etwas spare (bzw. die Kosten des Ofens wieder hereinbekomme).
    Tatsächlich hätte ich die wenigsten Bedenken, wenn ich schlussendlich bei einer klassischen Gastherme als Primärerzeuger lande. Da weiß ich, dass der Installateur meines Vertrauens das kann und ich weiß, dass ich auf eine weitestgehend ausgereifte Technik setze (meine persönliche Meinung).

    Der letzte Absatz bezüglich Energieberater drückt etwa meine Bedenken aus. Ich gebe einen ordentlichen Betrag für eine fachliche Energieberatung aus und bekomme am Ende super tolle Konzepte, die vllt nicht falsch, aber vllt. auch maßlos übertrieben sind.

    Letztes Thema - Generalsanierung?!: Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich die Umbauarbeiten bezeichnen soll. Für eine Generalsanierung ist mir ehrlich gesagt die Substanz noch zu gut. Da ich aber letztendlich fast alles zumindest "an unsere Bedürfnisse" anpassen möchte, wird es wohl auf so etwas hinauslaufen, weil ich (wie du auch sagtest) lieber einmal die Wand offen habe, als in zehn Jahren ein zweites Mal.
    Ich bin in der glücklichen Lage, quasi in einer Handwerkerfamilie großgeworden zu sein, sodass geschätzt 80-90% in EIgenregie passieren werden. Für den Rest (Sanitär, Elektro..) habe ich zumindest gute Bekannte mit eigener Firma, die das zuverlässig für mich machen.
     
  4. #4 chillig80, 14.12.2021
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    Ja ne, das haben mir in letzter Zeit mehrere „Heizer“ gesagt. Wenn sie derzeit selbst bauen würden, dann würden sie gerade ne FBH machen und aber erstmal ne „günstige“ Therme in den Heizraum nageln, die kann man nämlich am „schmerzfreisten“ ersetzen sobald sich das alles mal sortiert hat am Energiemarkt…

    Und zum Rest, wenn Du zuverlässige Leute in der Familie hast die das ordentlich machen, dann mach es SOFORT, günstiger kommst nicht mehr dazu, wenn die erstmal die Knochen kaputt haben und Du Firmen bezahlen musst, dann kostet es dich das Doppelte…
     
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  5. datzi

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    Hallo mal wieder,

    die Räumung und Entkernung der Wohnung ist aktuell im vollen Gange und zeitgleich natürlich auch die Planung für den neuen Aufbau.

    Aktuell mit im Boot sind ein Statiker, da wir gerne tragende Wände entfernen würden und eine Architektin, da einige bauliche Ausführungen meiner Großeltern wohl nicht genehmigt waren und das jetzt nachgezogen werden soll - (Das geht vom Schlafzimmer in der Scheune, bis zu Fenstern in einer Brandwand zur Nachbarin). Einiges werden wir wohl auch rückbauen müssen.
    Eine komplette Bauleitung durch die Architektin findet jedoch aus Kostengründen nicht statt. Das erfolgt weitestgehend in Eigenleistung.

    Hier einige Infos zum Grundkonzept und ein paar Fragen meinerseits:
    Wir tendieren aktuell in die Richtung Lehmbau. Heißt, dass wir einerseits die Wände mit Lehmputz verputzen wollen und auch die Trockenbauwände mit Lehmbauplatten und die Decken voraussichtlich mit Holzfaserplatten (wahrscheinlich Claytec) bekleiden werden. Da ich insbesondere im Winter (bei trockener Heizungsluft) immer wieder Probleme mit der Atmung habe, erhoffe ich mir durch den Einsatz von Lehm ein generell ausgewogeneres Raumklima und weniger Probleme. Außerdem passt diese Lehmbauweise zu den alten Gebäuden und gibt uns die Möglichkeit etwas nachhaltiger zu bauen.

    Die Dämmung wird wohl so aussehen, dass wir mindestens eine Fassade doch von außen dämmen können und die verbleibenden Außenwände wohl von innen mit Holzweichfaserplatten dämmen. Bei der Innendämmung werden wir U-Werte von ca. 0,5-0,6 erreichen, bei der großen Fassade mit Außendämmung natürlich dann deutlich bessere Werte. Hole ich mir da Probleme ins Haus oder kann man das machen? Ich denke, dass mir alles eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur heutigen 24er Ziegelwand oder zur 24er Wand aus Leichtbeton-Vollsteinen bringt. Bei einem Energieverbrauch von 50.000kWh/Jahr für ca. 230m² beheizte Fläche sollte man dann doch mal tätig werden...
    Geplant sind 60mm Holzweichfaserplatten in die dann Nuten für eine Wandheizung gefräst werden sollen. Ich könnte auch 40mm Dämmplatten nehmen, die Heizungsrohre darauf befestigen und dann mit Lehm verputzen, jedoch hätte ich bei der ersten Variante zwischen den Rohren mehr Dämmwirkung nach außen hin. Macht das Sinn oder habe ich da einen Denkfehler? Den Platz im Raum verliere ich mit beiden Varianten.

    Das Dach besitzt zwar eine Zwischensparrendämmung, die aber so schlecht ausgeführt ist, dass im Winter trotzdem annähernd 0 Grad auf dem nichtgenutzten Dachboden ist. Hier würde ich die einfachste Variante nehmen und eine lose Zelluloseschüttung auf die oberste Geschossdecke einbringen. So viel, wie ich benötige um unter die 0,2 W/m²K zu kommen. Gibt es da Einwände oder kann man das so machen?

    Vom Traum eines großen Kaminofens können wir uns wahrscheinlich verabschieden, da wir keine praktikable Möglichkeit haben die neuen Schornstein-Anforderungen zu erfüllen. Sehr schade, aber verschafft natürlich auch wieder etwas Luft im Budget.

    Vielen Dank für Eure Unterstützung.
    Gruß
    Datzi
     
  6. #6 chillig80, 11.02.2022
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    Dann lass dir die wundersame „Klimawirkung“ des Lehms lieber einmal schriftlich geben. Vorzugsweise in Form von Isothermen der Adsorbtion und Desorbtion (Aufbahme und Abgabe von Wasserdampf bei einer bestimmten Temperatur). Und da wird’s dann ganz schnell kurz still und dann geht’s los: Ja wissen Sie… also so kann man nicht… Blablabla…

    Und wegen der Dämmung, ich persönlich würde mir das bei der „Kernsanierung“ zweimal überlegen. Was da jetzt verbaut wird bleibt Jahrzehnte so und nachdem was klimapolitisch geplant ist, kann man da derzeit eigentlich nur noch von „Spardämmung“ abraten. Wenn es baulich oder finanziell nicht anders geht und auf reiflicher Überlegung beruht, von mir aus, aber halt bitte nicht „ich hab mir so gedacht…“.
     
  7. datzi

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    Tatsächlich scheitert es bei der Dämmung nicht daran, dass ich kein Geld ausgeben möchte und bin auch kein klassischer Dämm-Gegener mit der Meinung, dass ich das investierte Geld niemals wieder einspare - jedoch geben die baulichen Begebenheiten nunmal nicht mehr her.
    - Die Wand zur Straße hin habe ich ja bereits angesprochen.
    - Die zum Hof gerichtete Fassade wird gedämmt.
    - Eine Wand grenzt an die Scheune - Da ist es für mich selbstverständlich, dass ich die auf der kalten Seite (also in der Scheune) komplett dämme
    - Und die letzte Wand ist aktuell noch in Diskussion, da es sich dabei um eine Art Grenzbebauung handelt, bei der beide Häuser ein Spalt gelassen haben, der bei ca. 60cm beginnt und über die gesamte Länge von 12m spitz zuläuft. Das Nachbarhaus ins niedriger und deckt folglich nicht meine gesamte Fassade ab. Nächste Woche kommen zwei Firmen, die sich diese Fassade anschauen - Mir fehlt jegliche Fantasie, wie man diesen "kalten Spalt" dämmen kann, da man sich ja kaum darin bewegen kann. Warum dieser Spalt da überhaupt entstanden ist? - Keine Ahnung, aber beide Häuser stammen von vor 1900....

    Bei einer Innendämmung möchte ich keine klassische Dämmung via Vorsatzschale aufgrund des schlechten Raumklimas und aufgrund der Fehleranfälligkeit des Systems. Bleiben also eigentlich nur Systeme wie Multipor oder Holzweichfaser. Ich sehe da keine praktikable Möglichkeit um auf die eigentlich vorgeschriebenen 0,24 zu kommen. Und ob ich jetzt 4cm, 6cm, oder 8cm Dämmung nehme (viel mehr geht bei den Systemen meiner Recherche nach nicht) - das kann man natürlich nochnmal überdenken. Aber noch größeres Potenzial sehe ich da nicht.

    Wirkliche Hilfe ohne die baulichen Begebenheiten zu kennen ist sicherlich schwer - aber gibt es irgendeine Methode der Innendämmung, die ich nicht berücksichtigt habe?

    Zum Thema Lehmbau: Eine Wunderwirkung erwarte ich nicht, jedoch ein besseres Raumklima, also ein Raumklima mit Gipskartonplatten in jeder Ecke. Und da es bei kapillaraktiven Dämmstoffen ja zwangsläufig Richtung Multipor und Holzweichfaser geht, schiele ich aktuell auf letzteres - mit allem was dazu gehört. Auch hier muss ich irgendeinen Mittelweg finden - und wie gesagt: Wir mögen die ganz spezielle Lehmoptik...

    Nichtsdestotrotz vielen Dank für die Antwort. Über jeden weiteren Denkanstoß bin ich dankbar und habe auch nichts gegen die ein oder andere kritische und konstruktive Diskussion ;)
     
  8. datzi

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    Hallo zusammen,

    ich hole das Thema mal wieder hoch, da ich eine konkrete Frage zur Dämmung der "Scheunenwand" habe.

    Wie bereits geschrieben, grenzt eine Fassadenwand direkt an die Scheune. Hier würde ich gerne in der Scheune, also auf der kalten Seite der Wand dämmen. So, wie ich das sehe, habe ich es hier an dieser Seite doch relativ einfach:
    1. Optik ist egal, weil man die Wand quasi nie sieht (Ist zum Großteil mit einer Regalwand versperrt
    2. Es ist permanent trocken / Schlagregen gibt es nicht.

    Ich würde hier gerne mit Trockenbauprofilen + Mineralwolle + Gipskartonplatten vorgehen. Heißt: Freistehende Wand aus 125er Trockenbauprofilen + 120mm WLG032 Mineralwolldämmung und auf die Profile dann die Gipskartonplatten.
    1. Frage: Kann man das machen oder habe ich ein wichtiges Element vergessen?
    2. Frage: Sollten die Rigipsplatten hinterlüftet sein?
    3. Frage: Es gibt ettliche verschiedene Dämmplatten: Wasserabweisend für Kerndämmung / Vlieskaschiert für Vorhangfassade / normal für Trennwände etc. Welche sollte ich nehmen oder ist das egal?

    Danke für eure Hilfe.
    Gruß
    Datzi
     
  9. #9 chillig80, 27.03.2022
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    Der Gipskarton „vermodert“ auf der kalten Wandseite in der Scheine gerne mal, Schlagregen braucht’s dazu nicht…

    Je nach Zustand der Wand würde ich da bei mir daheim wohl eher PS- oder MiWo-Platten direkt ankleben und eine dünne Schicht Kleber über die Oberfläche ziehen, fertig. Im windgeschützten Innenbereich ist es kein echtes “WDVS“, die Zulassung muß also nicht beachtet werden, das macht die Sache angenehm einfach und günstig.
     
  10. datzi

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    Ja das macht Sinn - habe die eher feuchte Luft in der Scheune etwas außer Acht gelassen.

    Die Voraussetzungen sind eigentlich recht gut, da die Wand verputzt, trocken und gerade ist. Aufgrund der Brandlast werde ich wohl Mineralwolle anstelle von EPS nehmen.
    An der zu dämmenden Wand stehen mit minimalen Abstand zur Wand zwei tragende Holzpfosten (20x20cm). Wie mache ich da den Anschluss? ich würde den Spalt zwischen Pfosten und Wand mit stopfbarer Mineralwolle füllen um den Luftspalt zu entfernen und dann bündig mit den Dämmplatten daran anstoßen. Kann ich dann mit einem passenden Anschlussprofil bis zum Holzbalken verputzen oder laufe ich dann wieder Gefahr, dass der Holzbalken langfristig beschädigt wird?
     

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    Hallo zusammen,
    je mehr man bei einer Sanierung entfernt, desto mehr Fragezeichen erscheinen...

    Über unserem zukünftigen Wohn-Essbereich befindet sich eine alte Holzbalkendecke..
    Ein Großteil der Fache zwischen den Deckenbalken ist mit einer Art Bims-Steinen ausgemauert. Die Bimssteine sind von oben auch direkt begehbar und recht stabil.
    In dem Teil, wo sich früher die Küche befand wurden jedoch irgendwann (vermutlich in den 70ern) die Bimssteine entfernt. Dort befindet sich jetzt eine zweilalige Schicht aus 2x2cm Styropor zwischen den Holzbalken, darüber eine Luftschicht und im ungenutzten Spitzboden dann ein luftiger Dielenboden aus sägerauen Holzbrettern. Bisher war von unten die gesamte Decke mit Sauerkrautplatten + Gipsputz beplankt.

    Wir möchten den Spitzboden nicht nutzen und haben als Dämmung eine lose Zelluloseschüttung geplant. Um die Bims-Gefache zu entlasten würden wir vollflächig OSB-Platten auslegen und darauf dann eine entsprechende Schicht Zellulose blasen lassen. Außer einem kurzen Steg zum Schornstein muss das auch nicht mehr begehbar sein. Im Wohnraum möchten wir mit Holzfaserausbauplatten + Lehmputz arbeiten.

    Meine Frage: Sollte ich das Styropor entfernen, oder kann das da bleiben? Wenn es bleiben kann, benötige ich dann eine Dampfbremse von unten? Mit Holzfaser+ Lehm benötige ich das nach meinem Verständnis ja nicht, oder? Vermutlich könnten die OSB-Platten als Dampfbremsende Schicht oberhalb des Styropors ein Problem sein...

    Danke für die Hilfe.
    Gruß
    Datzi
     
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