Sanierung "ausgebauter" Spitzboden - Fragen zu Dämmung und Dampfsperre

Diskutiere Sanierung "ausgebauter" Spitzboden - Fragen zu Dämmung und Dampfsperre im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo sehr geschätztes Forum, ich habe einige Fragen betreffend der Dämmung und Dampfsperre auf meinem Spitzboden. Vorab einmal ein paar...

  1. #1 LeBruece, 23.06.2022
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    Hallo sehr geschätztes Forum,

    ich habe einige Fragen betreffend der Dämmung und Dampfsperre auf meinem Spitzboden. Vorab einmal ein paar grundlegende Informationen zur Einordnung: Es handelt sich um ein 1997 gebautes, verklinkertes Einfamilienhaus. Nachdem ich es im Jahr 2018 gekauft habe und einige Umbauten im Erdgeschoss durchgeführt habe, wollte ich mich nun der Renovierung des Spitzbodens widmen. Dieser war insofern ausgebaut, dass unter der Unterspannbahn eine Zwischensparrendämmung, Dampfbremse, Lattung und eine Verkleidung mit Holzpaneelen angebracht war (siehe Bild 1) und ist über eine Raumspartreppe zugänglich. Mein Plan war, lediglich die Holzpaneele und den Teppich zu entfernen, die Wände mit Gipskarton zu verkleiden, zu verspachteln und zu streichen. Nach dem Entfernen der Holzverkleidung sind mir mehrere Dinge aufgefallen, und ich würde mich freuen, eure Einschätzung / euren Rat hierzu zu bekommen.

    1. Bei allem, was ich über Dampfbremsen bisher gelesen habe, war immer von penibler, 100%-iger Abdichtung und akkuratem Anschluss an Wand und Boden die Rede, um Tauwasser und Feuchteschäden zu vermeiden. Die Dampfbremse, die ich bei mir vorgefunden habe, weist eine Vielzahl von Löchern auf, teilweise ist sie (z.B. im Bereich der Satellitenschüssel, Bild 2) grob beschädigt. Im Bereich der Dachfenster ist überhaupt kein Anschluss der Dampfbremse an die Fenster hergestellt (Bild 3). Dennoch ist mein Dachstuhl komplett trocken und es sind zumindest am Holz keine Feuchteschäden erkennbar. Übersehe ich hier einen Zusammenhang?

    2. Die Dämmung ist komplett trocken, jedoch stellenweise verfärbt / verdunkelt (Bild 4). Handelt es sich hier eher um eine Belastung mit Emissionen & Staub oder möglicherweise doch um feuchtigkeitsbedingte Schimmelbildung (der Geruchstest ist "negativ").

    3. Aufgrund meines durch Punkte 1 und 2 schlechten Bauchgefühls habe ich im Stockwerk darunter im Bereich der Raumspartreppe ebenfalls die Wand- und Deckenverkleidung entfernt (Bild 5). Hier ist die Dampfbremse ebenfalls beschädigt, nicht am Dachfenster angeschlossen und somit weder in Richtung Dachfläche noch in Richtung obere Geschossdecke / Kehlbalken so ausgeführt, wie ich es erwartet hätte - wiederum aber keine Art von Feuchtigkeitsbelastung erkennbar. Ist das "Pfusch" oder wurde 1997 so gebaut?

    4. Sollte ich beim Umbau des Dachgeschosses jetzt alles auf links krempeln? Dies würde bedeuteten, Dampfbremse (und ggf. Dämmung, je nach Art der Verfärbung) im kompletten Dach erneuern lassen (denn das liegt außerhalb dessen, was ich mir zutraue). Oder lasse ich dieses offensichtlich funktionierende bauphysikalische Ökosystem in Ruhe, baue meinen Dachboden wie geplant um und habe mit keinen größeren Problemen zu rechnen?

    Mir ist klar, dass sich nicht jede Frage anhand der Bilder abschließend beantworten lässt, aber mir würde schon eine Tendenz reichen, um mein weiteres Vorgehen zu beschließen.
    Ich habe sicher einige Informationen vergessen, die für die Experten hier wichtig sind. Also zögert bitte nicht, mich weiter auszufragen :)

    Vielen Dank für eure Unterstützung bereits im Voraus!
    LeBruece
     

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  2. #2 VollNormal, 23.06.2022
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    Vielleicht hast du einfach nur Glück gehabt. Wenn eine Konstruktion schadenträchtig ist, heißt das ja nicht, dass es zwangsläufig zu Schäden kommen muss.
    Woher weißt du das, wenn du die Dampfsperre noch nicht komplett entfernt hast? Bild 4 sieht mir nicht nach Dreck aus. Ich würde eher vermuten, dass von dem darunter liegenden Geschoss aus feuchte Luft sich den Weg entlang der Dachschräge gesucht und gefunden hat.

    Die Dampfsperre sollte auf jeden Fall erneuert werden, auch im Geschoss darunter. Vermutlich muss dort die Decke geöffnet werden, um die Anschlüsse richtig herstellen zu können. Nach den Fotos würde ich die Wolle auch erneuern. Beim Ausbau bitte geeignete Schutzvorkehrungen treffen.
     
  3. #3 LeBruece, 24.06.2022
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    Hi VollNormal,

    Danke für deine schnelle Antwort. Du könntest natürlich Recht haben, dass ich bisher Glück gehabt habe, dass es zu keinem Schadensfall gekommen ist.
    Wie du richtig erkannt hast, habe ich natürlich nicht die ganze Dämmung auf feuchte Stellen abgetastet. Ich habe lediglich an den Stellen, wo die Dampfbremse beschädigt war, "vorgefühlt". An den Giebelseite war die Folie überhaupt nicht an der (zugegebenermaßen unverputzen) Ziegelwand angebracht, hier konnte ich auch großflächig auf Feuchtigkeit prüfen.

    So hab ich es noch nicht gesehen und den Eindruck kann man tatsächlich gewinnen. Allerdings stellt sich die Situation in anderen Bereichen der Dämmung (z.b. im Bereich der Raumspartreppe im OG, andere Bereiche auf dem Spitzboden) anders da. Hier sind auch Verfärbungen erkennbar, allerdings ohne diesen klaren Verlauf im Spitzboden. Zusätzlich an Stellen, an denen die Dampfbremse nicht beschädigt ist, also mitten in der Wand. Habe hierzu nochmal ein weiteres Bild angefangen. Durch wen könnte man so etwas untersuchen lassen? Die Dämmung muss natürlich raus, wenn dadurch eine Gesundheitsgefährdung besteht - aber nur auf Verdacht möchte ich das nicht machen lassen, die Kosten dafür sind ja nicht zu verachten.

    Viele Grüße und danke für den Support!
    LeBruece
     

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  4. #4 trockener Bauer, 24.06.2022
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    Wurde der Spitzboden denn bisher richtig genutzt und vor allem beheizt? Und wie sieht es zukünftig aus...soll voll beheizt werden?

    Wie stark ist denn die Dämmung aktuell?

    Das dunkle kann Dreck sein, oder aber auch früher eingebrachte Feuchtigkeit.
    jetzt im Sommer ist das schwer zu bewerten. Zumal die vielen Löcher dafür gesorgt haben könnten, dass die möglicherweise feuchte Wolle wieder ausgetrocknet ist.
    Entscheidend ist hier die Beobachtung im Winter. Nochmal umso mehr, wenn zukünftig der Raum beheizt wird.

    Edit: Interessant wäre ein grob beschriebener Ebenenaufbau von innen nach außen mit Angabe der Maße. Also z.B. 4cm Lattung, 18cm Sparren mit 14cm Zwischensparrendämmung, Unterspannbahn, Lattung für Dachziegel, hinterlüftet?, usw.
     
  5. #5 LeBruece, 24.06.2022
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    Hi,

    ich versuche die Fragen so gut es geht zu beantworten:
    Der Spitzboden wurde mehrere Jahre als Schlafraum für den Sohn des Vorbesitzers genutzt - zum Zeitpunkt, als das Haus an uns verkauft wurde, hat dieser da allerdings schon länger nicht mehr gewohnt. Es gibt Heizungsrohe, die bis auf den Spitzboden verlaufen, allerdings sind die im Keller nicht angeschlossen (Schauen neben der Heizungsanlage aus der Wand) und auf dem Boden "zugequetscht". Es scheint, als wäre der ursprüngliche Plan eine Beheizung des Spitzbodens gewesen, wurde aber nie in die Tat umgesetzt. Ich möchte auf dem Spitzboden gerne ein Gästebett und meinen Schreibtisch unterbringen. Eine dauerhafte Beheizung ist folglich nicht geplant, eher - wenn in den Wintermonaten notwendig - eine punktuelle Beheizung über einen kleinen elektrischen Heizlüfter. Ich hatte bisher allerdings nie das Gefühl, dass es dort oben im Winter sehr kalt wird - daher ist zumindest hinsichtlich der Raumtemperatur ggf. auch gar kein Heizen notwendig..

    Im Anhang habe ich ein paar Aufnahmen der Baupläne gemacht, die mir zur Verfügung stehen. Hier sieht man den grundsätzlichen (Plan-) Aufbau des Daches, wobei ich alles außerhalb der Unterspannbahn nicht überprüft habe - allerdings gehe ich erstmal davon aus, dass Lattung und Konterlattung wie gezeichnet ausgeführt sind. Abweichend zu den Plänen ist nur eine Lage Dämmung (Klemmfilz 040) verbaut, außerdem ist die obere Geschossdecke mit identischem Filz gedämmt.

    Bezüglich der Maße, beginnend von innen:
    1,2 cm Holzpaneele
    4,8 cm Lattung + Konterlattung
    Dampfbremse
    18cm Sparren mit 16 cm Zwischensparrendämmung
    Unterspannbahn

    Vielen Dank für die Unterstützung und viele Grüße,
    LeBruece
     

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