Sanierung: Estrich Typen und Stärke

Diskutiere Sanierung: Estrich Typen und Stärke im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo, für eine Sanierung erwägen wir den Einbau eines schwimmenden Estrich. Bisher sind Massiv-Dielen auf Balkenlager verlegt, dazwischen alte...

  1. msssmm

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    Hallo,

    für eine Sanierung erwägen wir den Einbau eines schwimmenden Estrich. Bisher sind Massiv-Dielen auf Balkenlager verlegt, dazwischen alte Wolle. Darunter ist eine Massiv-Stahlbetondecke (BJ 1958). Der jetzige Aufbau hat eine Höhe von Betondecke bis Dielen-Oberkannte von 12cm. Die Weichholzdielen sind abgenutzt, ließen sich vlt. noch einmal schleifen. Dämmung zum ungeheizten Keller ist mangelhaft.
    Als Estrichangebote liegen vor:
    • Ein herkömmlicher Zementestrich mit PP-Faser Bewehrung von 5,5cm, darunter 6cm PU-AL WLG024
    • Ein "Energiesparestrich" von nur 4cm mit Stahlfaserbewehrung, darunter 7cm PUR WLG025
    Der schlankere Estrich soll speziell für Altbauten sein und durch wenig Gewicht sogar auf Holzbalkendecken möglich sein. Dieser wäre natürlich attraktiver, da er mehr Dämmung zulässt, ist aber fast doppelt so teuer. Da Betondecken vorhanden sind, sollte das Gewicht aber eigentlich keine Rolle spielen.
    Fragen:
    1. Muss es ein Sanierestrich sein?
    2. Welche Mindeststärke muss ein herkömmlicher Estrich haben?
    Statisch wäre auch noch die Frage, ob Estrich passt. Das sollte aber eigentlich kein Problem sein. Die Betondecken sind laut alten Plänen ausgelegt für 200kg/m² Eigengewicht + 82kg/m² Putz-Leichtestrich-Isolierung-Holzfußboden + 150kg/m² Verkehrslast = 520kg/m². Entspricht die Verkehrslast noch heutigen Standards?
    Bei 5,5cm Estrich wären es nach meiner Rechnung 110kg/m² statt der heutigen 82kg/m² Holzboden. Was dort mit Leichtestrich gemeint ist, ist noch unklar, vlt. nur eine Beton-Ausgleichschicht auf der Betondecke?

    Die andere Alternative wäre, dass wir den Holzaufbau erneuern, d.h. die Balkenlage von derzeit 65cm etwas kleiner machen, neuen Dämmstoff der WLG035 oder besser, darüber 25mm OSB. Materialpreis und Arbeit ist aber nicht viel weniger als der einfache Estrich mit ca. 40% Mehrpreis. Der Holzaufbau käme bei 25mm OSB + Bodenbelag etwas höher als bisher, Innentüren sollen aber auch ersetzt werden.
    Da wir uns gegen eine Fußbodenheizung mit Anschluss an die vorhandene Zentral-NT-Gastherme entschieden haben, wäre auch die Frage, ob ein ungeheizter Estrich im Vergleich zu einer Holzkonstruktion nicht doch zu fußkalt sein wird. Bodenbelag soll auch bei Estrich eher Vinyl werden, also keine Fliese.
    Laut U-Wert-Rechner hat der einfache Estrich-Aufbau mit 0,33 nur einen geringen Vorsprung gegenüber gedämmtem Holzaufbau mit 0,38.
    Den Holzboden könnten wir selbst erstellen, ein Estrich wäre aber mindestens genauso schnell von der Firma verbaut.
     
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  3. sk8goat

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    Gussasphalt-Estrich ist noch schlanker.
    Lässt sich auch auf Korn schleifen, dann ist es ein Sichtestrich und du sparst sogar den Oberbelag an Höhe.
     
  4. msssmm

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    Geschliffener Sichtestrich wäre auch bei Zement-Estrich möglich. Gesehen habe ich soetwas noch nicht. Wäre natürlich eine Alternative. Hierzu sagte der Estrich-Fachmann aber bereits, dass man da knapp an den Preis einer guten Fliese inklusive Verlegung rankommt, weshalb wir das verworfen haben. Eine Lösung für einen schlankeren Aufbau wäre das natürlich.

    Gußasphalt-Estrich soll im Schnitt auch teurer sein. Auch wenn der Aufbau hier schlanker ist, kommt man meist nur mit schlechterer WLG030 hin, da nur diese Platten die Hitzebeständigkeit haben. Zwischenlösung wäre hier, den halben Aufbau mit besserer Dämmplatte zu machen, und gegen die Hitze mit der WLG030 zu schützen. 030 ist aber auch nicht viel schlechter als 025 bei PUR mit Alu.
     
  5. sk8goat

    sk8goat

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    Ja billiger als Fliesen ist das nicht, aber fugenlos. :-)
    Mit gefällt das besser, aber Optik ist natürlich Geschmackssache.
     
  6. msssmm

    msssmm

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    Ich habe mir geschliffenen Gußasphalt angesehen. Stimmt, den kennt man aus öffentlichen Räumen. Die Körnung und die dunkle Farbe ist etwas Geschmacksache, wird wohl nicht ganz unser Geschmack sein, wenn auch nicht schlecht. Bei geschliffenem Zement-Estrich hat man noch etwas mehr Möglichkeiten. Ich werde dennoch vergleichen, auf welchen Preis der ungeschliffene Gußasphalt-Estrich kommt, als soliden schlanken Unterbau. Das Flächengewicht wäre weniger durch den dünnen Aufbau, obwohl das spez. Gewicht (2100-2500kg/m³) höher als bei Zementestrich (2000kg/m³) ist - hätte ich nicht gedacht. Bei kleinstem Aufbau von 2cm käme man auf nur ~50kg/m² statt auf 110kg/m² bei 5,5cm Zement-Estrich, wenn Statik hier überhaupt eine Rolle spielt. Das werde ich beim Statiker noch im Rahmen einer Trägerberechnung für den Durchbruch bestätigen lassen.
     
  7. Lebski

    Lebski Gast

    Bei mir sind es in Summe 432 kg/m². Die 200 kg/m² sind die Decke, die gehen ab. 150 kg/m² Verkehrslast ist unteres Limit. 200 kg/m² wäre besser.
    Ich würde zuerst die Statik prüfen lassen.
     
  8. msssmm

    msssmm

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    Stimmt, wenn man nicht alles nachrechnet...
    Berechnung_Statik_1_Deckenlast.png
     
  9. Lebski

    Lebski Gast

    Eigegewicht der Decke sind 288 kg/m², nicht 200 kg/m². Bringt dir aber nichts.

    Es muss geprüft werden, wie viel der Bodenaufbau wiegen darf, und welche Verkehrslast dabei übrig bleibt. Wobei 150 kg/m² das Minimum sind.

    Dann kann man sehen, welcher Boden möglich ist. Umgekehrt bringt nix.
     
  10. msssmm

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    Danke, ein Fall von fehlerhafter Entschlüsselung historischen Materials. Im grünen Bereich wäre man also, wenn man den berechneten Belag weiterhin einhält. Ich weiß dabei nicht, was mit Putz-Leichtestrich-Isolierung-Holzfußboden gemeint war. Es bestand nur Holzbalkenlager mit Wolle und Dielen darauf. Wenn diese runtergenommen werden, sollten das die angenommenen 82kg/m² sein. Darunter sollte die Betondecke sein, eine weitere Isolierung bzw. Estrichschicht ist mir nicht bekannt. Lediglich im Eingang liegt ein alter Estrichaufbau auf gleichem Niveau mit altem Marmorstein. Das war kein schwimmender Estrich soweit ich weiß, und wird sicher über den Annahmen für den Holzaufbau liegen. Das wird man aber sehen, wenn der weggestemmt wird und der Holzaufbau entfernt wird.
    Ich habe mit einem Gußasphalt-Unternehmen gesprochen. Man sagte, der GA wird sicher doppelt so teuer wie ein Zementestrich, ohne die Randbedingungen zu kennen. Hintergrund sei das Ranschleppen des Asphalts, der nicht gepumpt werden kann, sowie die relativ teure Dämmung. Ich dachte, das seien PU-Platten, scheinen aber doch spezielle Hitzebeständige Platten zu sein, die wesentlich teurer sind. Die GA-Schicht müsse doch 3 cm haben, 2 seien zu wenig. Im Schnitt liegt man bei 70kg/m², also etwas mehr als ich dachte, etwas weniger als der Zementestrich. 70kg/m² wären noch im Bereich der Auslegung von 82kg/m².

    Im Vergleich schreibt die DIN EN 1991-1-1 (12.2010) auch bei ausreichender Querverteilung 153kg/m² vor (Wohn- und Aufenthaltsräume Räume und Flure in Wohngebäuden,
    Hotelzimmer), 204 ohne ausreichende Querverteilung.
     
  11. Siedler

    Siedler

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    Ich lasse bei mir jetzt einen Kunstharzestrich verbauen. Ist nur im Schnitt ca. 2,5 cm dick und dementsprechend sehr leicht. Außerdem ist das Zeugs nach 1 Tag soweit, daß man Bodenbeläge darauf verlegen kann.

    Gruß
     
  12. msssmm

    msssmm

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    Energiespar- und Sanierestrich, RenoScreed

    Kunstharzestrich werde ich mir anschauen.

    Was ist denn die Mindeststärke für einen herkömmlichen Zementestrich? Mit 4cm wäre man mit 80kg/m² im grünen Bereich. Nur konnte diese Stärke bisher nur mit dem speziellen Sanierestrich erreicht werden. Es handelt sich dabei um das Produkt RenoScreed. Der war aber doppelt so teuer. In dieser Preislage könnte es auch Gußasphalt oder wahrscheinlich auch Kunstharzestrich sein.
    Hat jemand Erfahrung mit diesem Spezialprodukt RenoScreed?
     
  13. Lebski

    Lebski Gast

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  15. msssmm

    msssmm

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    Interessant, vielen Dank für das Dokument. Für ungeheizten Estrich sollte bereits C25-F4 reichen, oder C35-F5 (Tafel 5). Laut Tafel 2 reichen hierfür bereits 3cm. Tafel 11 sagt es genauer, für CT-F5 mind. 4cm.
    Das Gewicht der Dämmung habe ich weggelassen, weil es um Faktor ~100 kleiner ist für EPS oder PUR. Dann käme bei ~80kg/m² Zementestrich halt noch ~1kg dazu, oder?
     
  16. Lebski

    Lebski Gast

    Glaub so um die 50 kg/m³, wären etwa 4 kg/m²

    Sollte also ohne Klimmzüge gerade noch so machbar sein. Ohne immense Mehrkosten.
     
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Sanierung: Estrich Typen und Stärke

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