SAT-Blitzschutz/Ueberspannungsschutz

Diskutiere SAT-Blitzschutz/Ueberspannungsschutz im Elektro 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo alle, wir haben Flachdach mit KG/EG/OG/DG. Auf DG-Decke wird 2 Satelliteschuessel mit 3 LNB gestellt (13 Kabel und Erdungskabel,...

  1. #1 topguy001, 24.01.2012
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    Hallo alle,

    wir haben Flachdach mit KG/EG/OG/DG. Auf DG-Decke wird 2 Satelliteschuessel mit 3 LNB gestellt (13 Kabel und Erdungskabel, Dachdecke ca. 12m ueber Erde).

    Nun sieht die Konstruktion so aus:
    Die beide Satellitemaste werden durch Erdungskabel ausser Haus geerdet. Die 13 Kabel wird durch eine Kabelschacht bis ins Keller zur Multischalter gefuehrt.Ab DG-Fussbodenbereich werden alle Hausstromkabel, Datenkabel, Telefonkabel in denselben Schacht mit der Satellitenkabel zusammen weiter nach unter gefuehrt.

    Jetzt ist die Frage bezueglich Blitzschutz bzw. Ueberspannungsschutz. Da die Satellitenkabel ab DG-Fussboden mit allen anderen Kabel zusammen in denselben Schacht gefuehrt habe, moechten wir natuerlich die Kollatralschaden vermeiden, dass allen Kabel(Stromkabel, Datenkabel etc.) beschaedigt/geschmolzen werden.(wenn die Blitz auf der LNB trifft.)
    Mein Elektrotechniker schlaegt folgend vor: was preiswerteste Loesung ist. (klar, Risiko ist immer noch da, aber wir moechten das Risiko minimieren)
    wir setzen OBO 4+1 TV Ueberspannungschutz an der Satellitekabel bevor sie in den Kabelschacht reinkommen. Die Ueberspannunschutz werden in eine Wasserdicht Alu-Elektrobox gesetzt und an das Dachdaemmung montiert. Die Alu-Box wird auch durch Erdungskabel von draussen geerdet.

    Ich moechte mal fragen,
    1) wie hoch ist die Risiko, dass Blitz genau an LNB trifft? da die Mast geerdet wurde. (wir wohnen in HH und recht Dicht bebaute Wohnvierte)
    2) funktioniert obengenannte Loesung in ernste Fall oder sagen wir mal in meisten Faelle? Ziel ist um Kollateralschaden zu vermeiden. Wenn der LNB kapput ist, ist mal so. daher wollen wir nicht die teuerer Blitzfanganlage installieren.

    danke und Gruss
     
  2. Julius

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    In diesem Fall dürfte die Anbringung isolierter Fangstangen die sinnvollste Lösung sein.
    Also Masten NICHT erden!

    Koaxmäntel dann erst im Keller in PA einbeziehen.

    Der elektrische Überspannungsschutz ist bei direktem Einschlag praktisch wirkungslos. Den kann man sich ME sparen.
     
  3. #3 topguy001, 24.01.2012
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    Hallo Julius,

    was ist isolierter Fangstangen? wie werden sie in Kombination mit Mast gemacht bzw. aufgebaut. was kostet diese Loesung? Kann man nicht sowohl isolierter Fangstangen und zwei Mast alle mit Erdungskabel verbinden?

    vielen Dank und viele gruesse
     
  4. #4 topguy001, 25.01.2012
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    Noch eine Frage, wenn wir die Fangstange erden, koennen wir denselben Erdungskabel wie SAT-Mast benutzen. muss auf der Erdebene noch was machen?
     
  5. Ludolf

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    Meine Meinung: nicht nur in diesem Fall, grundsätzlich.

    Und der Mast gehört selbstverständlich in den Potentialausgleich einbezogen.
     
  6. Dipol

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    Au weia, einen fast zwei Monate ruhenden Thread sollte man eigentlich nicht mehr wecken, aber es gibt reichlich Anlässe es doch zu tun.
    Basics zu Blitzschutz, Erdung und Potenzialausgleich fehlen leider allzu oft nicht nur den Gebirgselektrikern:
    • Bei Antennenerdungen sind die DIN EN 60728-11/VDE 0855:2011-06 und DIN EN 62305/VDE 0185:2011-07 zu beachten.
    • Neue Antennen sollen nach dem Stand der Technik mit einer getrennten Fangeinrichtung (= vom Mast isolierte Fangstange) geschützt werden, weil nur damit Eintragungen galvanischer Teilblitzströme in die Kabel und Endgeräte zu vermeiden sind.
    • Blitzschutz ist Brandschutz! Sind die Trennungsabstände nicht einzuhalten, muss allerdings zur Vermeidung von Überschlägen gebrückt werden.
    • In diesem Fall muss der Potenzialausgleich der Kabel und Multischalter bzw. Verstärker -auch wenn die im UG unmittelbar neben der Haupterdungsschiene angebracht sind- seit 2005(!) ausschließlich schleifenfrei am Mast geerdet werden.
    • Zur Überschlagsvermeidung ist auch -mit Ausnahme bei nicht erdungspflichtiger Montage im Schutzbereich der Fassade- ein antennennaher PA der Kabel gefordert.
    • Der Potenzialausgleich muss auch bei Komponentenausbau erhalten bleiben.
    • Schutzbausteine sind sinngemäß möglichst am Eintritt der Kabel ins Gebäude anzubringen.
    • Blitzstrombelastete Erdleiter müssen zu allen anderen Kabeln -einschließlich der Koaxkabel und dem Potenzialausgleichsleiter- einen Trennungsabstand nach EN 62305 einhalten.
    • Da bei Innenableitung gefährliche Näherungen meist unvermeidlich sind, ist auch für den Anschluss von einem 16 mm² Cu-Erdungsdraht eine Anschlussfahne an den Fundament- oder Ringerder einzuplanen.
    • Die Verlegung von Fundament- oder Ringerdern darf nicht in Eigenregie des Rohbauunternehmers, sondern nur durch oder unter Anleitung einer Elektrofachkraft erfolgen.
    Überspannungsschutz muss energetisch koordiniert sein. Zu einer Antenne die im Schutzbereich einer getrennten Fangeinrichtung oder Fassade montiert wurde, passt ein SPD 2 Überspannungsableiter mit Stoßstrom 8/20 µs. Bei einer noch zulässigen aber unsicheren konventionellen Antennenerdung ist das Blitzschutzkosmetik, da gehören SPD 1 Blitzstromableiter mit Stoßstrom 10/350 µs hin.

    Der TV 4+1 bietet auf den Sat.-Eingängen geradezu läppische 0,3 kV Überspannungsfestigkeit. Das ist weniger als heute die Endgeräte aushalten müssen. Dieses Spielzeug ist ein netter Umsatzbringer für den Hersteller und Verkäufer, blitzschutztechnisch bloße Kosmetik. Als SPD 2 oder 3 Mittel- bzw. Geräte-/Feinschutz gibt es mit dem SZU 6-02 von AXING oder Durline 10750 erheblich bessere Überspannungsableiter.
    Ein Blitz der den Mast trifft verschont nichts, was keinen Trennungsabstand nach EN 62305 einhält. LNB, Kabel und Endgeräte sind bei einem Direkttreffer immer blitzstrombelastet. Wirkungsvolle Abhilfe: Schutz durch eine isolierte Fangstange!
    Direkttreffer haben etwas mit einem 6er im Lotto gemein, sie sind selten.
    Ein 16 mm² Cu-Draht ist zwar für 100 kA blitzstromtragfähig, gleichwohl ist in den Normen als Erdleiter einer "isolierten" Fangstange nur ein Blitzableiterdraht zulässig. Diesbezüglich habe ich bereits bem zuständigen DKE-Obman eine Änderung angeregt, es wird sich aber auch mittelfristig kaum etwas ändern.
    Nicht nur in diesem Fall, denn siehe oben.
    Womit ich beim Hauptgrund meines Beitrags angekommen bin!

    Dies widerspricht den allgemeinen Grundsätzen des Überspannungsschutzes, ist bei einer erdungspflichtigen Antenne gefährlich und entgegen den Bestimmungen der EN 60728-11 (6.2 Ausführung des Potenzialausgleichs, Absatz f).
    Einen TV 4+1 allerdings, eine SPD 1 Kombination aus KATHREIN KAZ 12 und KAZ 11 (baugleich DEHN DGA GF TV + DGA FF TV) ist aber bei konventioneller Antennendirekterdung sinnvoll. Laut Dibkom-Kabelnetzhandbuch wird hierfür ein Drahtquerschnitt von 16 mm² empfohlen.
     
Thema: SAT-Blitzschutz/Ueberspannungsschutz
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