Sat und Blitzschutz

Diskutiere Sat und Blitzschutz im Elektro 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, ich habe eine Frage oben auf dem Dach eine Sat Antenne. Dieser bekommt eine Erdung. Die 4 Sat Kabel für die einzelnen Ebenen gehen direkt...

  1. #1 deadlef, 12.11.2019
    deadlef

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    Hallo,

    ich habe eine Frage oben auf dem Dach eine Sat Antenne. Dieser bekommt eine Erdung.

    Die 4 Sat Kabel für die einzelnen Ebenen gehen direkt ins EG HWR.

    Jetzt muss doch vor dem Multischalter noch ein Erdungsblock der mit auf die Potentialausgleichschiene geht, oder?!

    Nachdem Multischalter muss da auch ein Erdungsblock sein wo es dann zu den Antennendosen geht?
     
  2. #2 Lexmaul, 12.11.2019
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    Die Antennendosen werden nicht separat an den PA angeschlossen, der Multischalter (meiner zumindest) hat einen Anschluss an für den PA.
     
  3. Dipol

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    Wie man Dachantennen erden und in den Schutzpotenzialausgleich einbeziehen muss, ist im Kern seit Jahrzehnten gleich und lediglich beim PA gab es eine Abkehr vom Primat der "Schleifenfreiheit" zugunsten möglichst enger Vermaschung.

    Wenn der Erdungsleiter mit Blitzschutzbewusstsein außen auf Trennungsabstand verlegt wurde, ist - wie bisher - innen ein PA-Leiter vom Antennenträger und dem bei Schrägdächantennen gewöhnlich mastnahen Kabel-PA ein PA-Leiter möglichst abstandslos mit den Koaxleitungen zum MS im UG zu verlegen. Der PA-Leiter darf/soll mittlerweile auch am Fußpunkt nochmals mit der HES verbunden werden und der PA ist normkonform, wenn er auch bei Ausbau des MS an ALLEN Leitungen erhalten bleibt.

    Bei Erdungsleitern, die traditionell meist ohne Trennungsabstände als Blitzeinleiter mitten durchs Haus verlegt werden, ist ein weiterer daneben verlegter PA-Leiter sinnfrei.

    Die Bevorzugung enger Vermaschung ist bislang noch in keinem aktuellen Norm-Beispielbild dargestellt, was sich nach Inkrafttreten der kommenden IEC 60728-11 ändern wird. Nachstehend eine Grafik die zum Wortlaut der aktuellen DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1):2019-02 und dem finalen Entwurf der nächsten IEC 60728-11 kompatibel ist.

    IEC 60728-11_PA + ÜSE_Fo14.jpg
     
  4. Dipol

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    Ausnahmslos alle metallischen Gehäuse müssen eine PA-Klemme haben, auch passive Verteilkomponenten. Skurrilerweise müssen aber nur die Gehäuse netzgespeister Komponenten in den PA zwingend einbezogen werden, obwohl die doch schutzisoliert sind. Streng genommen sind auch fern- oder receivergespeiste Komponeten "netzgespeist" weshalb man auch deren Gehäuse in den PA einbeziehen sollte, was in meiner Grafik nicht dargestellt ist.

    Nur die Verstärker- bzw. Multischaltergehäuse in den PA einzubeziehen ist NICHT normkonform.
     
  5. #5 Lexmaul, 12.11.2019
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    Und wo sind die Anschlüsse dafür an den Dosen (ebenso LAN)?

    Wofür schließt man dann sowohl die Netzwerkkomponeten als auch die Sat-Anlage an den Verteilern zentral am PA an?
     
  6. Dipol

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    Zum Schutz gegen elektrischen Schlag, wie es DIN VDE 0100-410 seit jeher fordert. Zum Schutz gegen Transienten ist aber mehr als nur irgendwo ein "zentraler " PA und auch eine möglichst wirksame Erdung gefordert.

    Als RFT und Veteran der Antennentechnik ist mir der Schwenk zur Vermaschungsorgie in den Beispielbildern der kommenden IEC 60728-11 zu radikal. Manche Vorschläge wie PA-Anschlüsse von Stammleitungsenden an HES sind praktisch nur schwer realisierbar.

    In deiner PA-Hausnorm als IT-ler, der EN 50310 (VDE 0800-2-310) ist das Vermaschungsprinzip doch schon viel länger gang und gäbe und auch nicht nur an eine zentrale PBB sondern auch an SBBs.
     
  7. #7 simon84, 12.11.2019
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  8. Dipol

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    Vergessen kann man aber doch nur was man auch weiß. ;)
     
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  9. #9 Lexmaul, 13.11.2019
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    Das war eine rhetorische Frage von mir, denn wieso erdet man die zentralen Komponenten und soll dann nochmal die Dosen erden?

    Und dann weiter die Frage: Wo sind die Anschlüsse für den PA an den Dosen? Noch keine gesehen...
     
  10. Dipol

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    Dann kennst du die im Kapitel 4 Schutzvorschläge von Hans-Joachim Geist in seinem Buch "Blitzschutz Realisierbarkeit und Grenzen" empfohlene 1,5 mm² Cu-Drahtbrücke mit Kabelschuhen an die PE-Klemme einer nicht berührungssicheren Schutzkontaktdose noch nicht. ;)

    Von solchen Kreationen halte ich auch mit stärkeren Querschnitten nichts. Ich glaube nicht, dass ich in Natura noch erleben werde, dass von oben gespeiste Stammleitungen für Etagen-Sternverteilung gemäß Figure 11 bis 14 des IEC CDV 60728-11 oder gar Stammleitungsenden von nicht mehr dargestellten Baumnetzen unten nochmals gegen die HES vermascht werden.
     
  11. #11 Lexmaul, 13.11.2019
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    Ne, kenne ich auch nicht :).

    Aber wenn die Hersteller da nichts vorsehen, dann wird kein Schwein da irgendwas dran basteln :). Und das ist die Realität...
     
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Sat und Blitzschutz

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